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Die Lehren aus der Jahreshauptversammlung 2010

Uli Hoeneß bei der JHV 2010

Text: Marco Thielsch   Bild: Probek (Flickr / Blog / Twitter) used under CC License

War das eine Harmonie am Dienstag Abend bei der Jahreshauptversammlung, holla! Einer Harmonie, der man trauen kann? Gerade unter dem Aspekt meines letzten Blogartikels (Vom FC Hollywood zum FC Casablanca) bin ich geradezu verpflichtet, mir über diese Frage einige Gedanken zu machen.

Praktisch alle sind näher zusammengerückt am Dienstag, das kann man glaube ich mit Fug und Recht so behaupten. Am enthusiastischstem ist das sicherlich zwischen den anwesenden Mitgliedern und Bastian Schweinsteiger der Fall gewesen. Letztes Jahr noch ausgepfiffen, wurde er in diesem Jahr mit Standing Ovations und großem Jubel gefeiert. Und es war ehrlich, es kam von Herzen. Man könnte ja böswillig bei einigen eine „Fähnchen-im-Wind-Einstellung“ unterstellen, aber das würde es nicht treffen. So sehr Bastian Schweinsteiger die Reihen eine Zeit lang gespalten hat, so sehr hat er scheinbar aber auch die Kraft die Reihen zu vereinen. Ein Aspekt, den ich als nimmermüder Schweinsteiger-Verteidiger zu der Zeit, als er noch sehr polarisierte, glaube ich sehr unterschätzt hatte. Dienstag Abend wurde jedenfalls allen gezeigt, ich denke auch Schweinsteiger selbst, wie sehr er ein Herzstück dieses Vereins ist und was er für eine integrative Kraft für Bayern München hat.

Was mir an den Reaktionen der Mitglieder an diesem Abend ebenfalls sehr gefallen hat, war wie sie dem Thema Hoeneß gegen van Gaal begegnet sind. Es gab großen Applaus für den Trainer und eine Sekunde lang meine ich in Hoeneß Gesicht die Überlegung erkannt zu haben, ob dies vielleicht in irgendeiner Form gegen ihn gerichtet sein könnte. War es aber nicht, zu keinem Zeitpunkt sind da Fronten entstanden. Hoeneß wurde gefeiert, van Gaal wurde gefeiert. Das klingt banal, war aber in meinen Augen auch von der Form her absolut feinfühlig. Beiden wurde gezeigt, dass wir nichts mehr wollen, als zusammen in der jetzigen Personalkonstellation Erfolg zu haben. Und ich denke, das wird auch bei beiden so angekommen sein.

Trotzdem richtig, dass Uli Hoeneß bei den Wortmeldungen zum Schluss noch einmal persönlich und deutlich zu hören bekam, dass die Aussagen bei Sky90 als schädlich empfunden wurden. Und auch wenn er sich dafür nicht direkt entschuldigt hat, so war seine Reaktion dennoch durchaus bemerkenswert, als er ganz ruhig sagte, es wäre „zumindest grenzwertig“ gewesen. So gern lässt er sich ja nicht kritisieren und was man daraus entnehmen kann, ist in jedem Fall, dass er nicht mehr auf Konfrontationskurs ist. Und das ist mir persönlich eigentlich das Wichtigste.

Tja, wer ist noch zusammengerückt? Durch die einstimmig verabschiedete Satzungsänderung, nach der zukünftig die Mitglieder mit einer Dreiviertelmehrheit zustimmen müssen, wenn weitere Anteile am FCB verkauft werden sollen, sicherlich auch der Verein mit seinen Mitgliedern. Und dadurch, auf welche Weise der Präsident dafür geworben hatte, auch namentlich die Mitglieder mit Uli Hoeneß. Der nicht nur in diesem Punkt den Mitgliedern spürbar entgegenzukommen versuchte, sondern auch in seiner mehrfachen Betonung auf die Kraft, die von den Mitgliedern von der JHV 2009 ausging, wodurch die sportliche Wende damals in der Folge erst möglich wurde. Man sah eine stolzgeschwellte Brust bei Uli Hoeneß. Stolz auf den Verein und Stolz auf die Basis dieses Verein, seine Mitglieder.

Was lernen wir also aus diesem Abend? Ich persönlich habe dieses Zusammengehörigkeitsgefühl sehr gebraucht. Es war keine Show, im Sinne von gespielt, was an diesem Abend passierte, sondern es war an allen Ecken und Enden das riesige Herz für den Verein spürbar. Dieser Club hat in allen Belangen riesige Ausmaße angenommen und dennoch ist es nach wie vor die gute, alte Familie. Um aus diesem Geist allerdings auch sportliche Erfolge zu machen, ist es dringend von Nöten, geschlossen aufzutreten. Ich weiß, es geht jedem nur um das Wohl der Familie und da steckt so viel Herzblut drin, dass man nicht immer das richtige sagt. Aber Dinge in der Außendarstellung, die letztendlich den Zusammenhalt der Familie nur schaden, dürfen einfach nicht mehr passieren, so wie es jetzt zwischen Hoeneß und van Gaal der Fall war. Natürlich kommt Streit in den besten Familien vor. Aber Familienstreitereien, die öffentlich ausgetragen werden, haben zwangsläufig das Niveau von Unterschichten-TV. In diesem Sinne, was uns alle vereint: Nur der FCB!

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Wüster Start im Wüstenstaat – Trainingslager hat begonnen

Eröffnung des Burj Dubai. Bild: lucamascaro used under CC License

Pünktlich zur Eröffnung des nun höchsten Gebäudes der Welt, dem Burj Dubai, an dessen Fuß unsere Jungs im Hotel „The Palace – The Oldtown“ wie im Vorjahr Quartier bezogen haben, ist unsere Truppe im Wüstenstaat eingetroffen. Besonders die jungen Spieler wie Müller und Badstuber scheinen durchaus beeindruckt zu sein von den allgemeinen Ausmaßen in Dubai („Hier ist alles möglich“). Vielleicht sind aber auch nur die beiden danach gefragt worden, man weiß es nicht.

Der Kader ist in der Zwischenzeit auf van Gaals Wunschgröße geschrumpft. Luca Toni wurde ja schon vor einigen Tagen in Richtung Rom verabschiedet. Ich hab noch gar nicht arrividerci gesagt. Mach´s gut Luca und danke für die erste Saison bei uns. War schon eine krasse Show die du da abgezogen hast. Der Ball brauchte nur in deine Nähe kommen und er war drin. Danke für den Wahnsinn von Getafe. Aber kein Danke für dein Verhalten in den letzten Wochen. Aber gut, Schwanz, äähm, Schwamm drüber. Schieß in Rom deine Tore, fahr zur WM und bleib wenn möglich danach in Italien. Er ist ja nur bis Saisonende an den AS Rom ausgeliehen. Wenn´s schlecht läuft sitzt er seinen mega fürstlichen Vertrag bei uns im nächsten Jahr aus. Dann aber hoffentlich mit weniger Tamtam als in den letzten Wochen.

Mit Breno und Ottl sind zwei junge Spieler auf Leihbasis hinausgeschickt worden um Spielpraxis zu sammeln. Ausgerechnet zu den Blubberern, was das ganze ein bißchen trübt. Meinetwegen sollen die Nürnberger ganz schnell wieder absteigen. Aber zumindest ist in Nürnberg gesichert, dass Defensivkräfte ordentlich Arbeit vor die Pistolen bekommen. Besonders bei Breno, von dem ich verdammt viel halte, wird es wirklich Zeit dass er regelmäßig spielt. Hoffen wir, dass sich beide in Nürnberg mehr als beweisen können und gestärkt zu uns zurück kommen.

Alexander Baumjohann wurde kurzerhand verkauft. Nach nur einem halben Jahr. Keine Ahnung was man davon halten soll. Der Junge ist 22, hat definitiv Talent, man hätte auch ihn ausleihen sollen. Allerdings nicht nach Schalke, das halte ich wirklich für eine Scheißhausidee. Baumjohann ist mit Sicherheit um Längen stärker als der blinde Rakitic, wir verstärken einen unmittelbaren Konkurrenten und zwar nicht unerheblich. Das schlimmste ist, dass man befürchten muss, Baumjohann ist Teil eines Deals und wurde deswegen verkauft und nicht verliehen.

Zwei Namen geistern dabei natürlich durch den Raum: Neuer und Rafinha. Ich persönlich find Rafinha klasse, aber ich weiß, dass ich damit unter den Bayernfans recht allein dastehe. Allerdings glaube ich nicht, dass Lahm nochmal nach links rückt und von daher halte ich Rafinha für nicht so realistisch. Bleibt Neuer übrig. Ich hoffe die Dummheit wird unser Vorstand nicht machen. Neuer wird nach einem halben Jahr freiwillig zu Fuß und mit verheulten Augen zurück nach Gelsenkirchen laufen wenn sie den holen. Ich hoffe da hat man aus dem Ding mit Klinsmann gelernt, der vergleichbar „beliebt“ bei uns war. Das damals war unverzeihlich vom Vorstand, den gleichen Fehler zweimal zu machen wäre unglaublich. Gott sei Dank ist das alles Spekulatius. Hoffentlich bleiben wir von all dem verschont.

Mit den Profis nach Dubai durften derweil auch die Amateure Alaba, Ekici und Contento. Besonders bei Alaba, der mit seinen 17 Lenzen ja noch fast ein Küken ist, darf man gespannt sein, wann und wie van Gaal ihn in die Mannschaft einbaut. Der Junge hat ohne Frage eine ganze Menge drauf. Was nicht zwangsläufig heißen muss er packt es bei uns, das hängt von 1000 Kleinigkeiten ab. Aber berechtigte Hoffnungen darf man sich durchaus machen. Die richtigen Trainer dafür hat er mit van Gaal und Gerland in jedem Fall für allerbeste Chancen.

Mit dabei ist entgegen den mitlerweile fast 1 1/2 jährigen Unkenrufen natürlich auch Franck Ribery. Tja, da hofft man er kann jetzt mal ordentlich trainieren und völlig fit die Rückrunde bestreiten, da hat der die nächste verrückte Verletzung. Blutergüße unter beiden Zähnägeln seiner großen Onkel. Ey wie geht das denn?? Man sollte meinen ein mehrfacher Millionär wär in der Lage passende Schuhe zu finden. Da steckst nicht drin, Freunde, da steckst nicht drin…

Das ist der Status Quo. Hoffen wir, dass die Mannschaft richtig Gas gibt und genauso heiß auf die Rückrunde ist wie wir alle. Gebt richtig Stoff, Jungs! 2010 wird unser Jahr, wir hauen sie alle weg.

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Rückschlag in Hamburg – Im DFB-Pokal nach Frankfurt

Fuck! Bild: jACK TWO used under CC License

Das war aus sportlicher Sicht irgendwie ein sehr unbefriedigender Samstag Abend. Man wird das Gefühl nicht los, drei Punkte so ein bißchen verschenkt zu haben in Hamburg. Sicherlich war der HSV am Ende die glücklichere zweier etwa gleichstarker Mannschaften, aber eben genau dieses hätte nach dem Spielverlauf nicht sein gemusst vom Gefühl her.

Erst einmal muss ich vielen Spielberichten in der Presse widersprechen, die meinten es wäre kein hochklassiges Fußballspiel gewesen. Bis auf etwas zerfahrene 20 Minuten in der zweiten Halbzeit, fand ich das Niveau schon ziemlich ordentlich. Es war ein Spitzenspiel, in denen beide Mannschaften immer wieder ihre Klasse zeigten, in dem Emotionen drin waren, aber auch die beidseitige Fähigkeit sich im entscheidenen Moment zu neutralisieren. Auch das gehört nunmal dazu, wenn zwei starke Mannschaften aufeinandertreffen. Solche Spiele entscheidet die Mannschaft für sich, die einen Tick geiler ist. Und das war leider gestern tatsächlich der Hamburger SV.

Die ersten 20 – 30 Minuten allerdings hatten wir die Partie komplett im Griff und haben unser Spiel sehr gut durchdrücken können. Genau das ist auch der Grund, warum es sich nach verschenkten drei Punkten anfühlt. Wir hätten in dieser Phase einen Tick konsequenter sein und eine unserer recht guten Chancen nutzen müssen. Eigentlich lag die Führung da fast in der Luft, wir hätten nur zuzugreifen brauchen praktisch. Aber da waren wir oft zu überhastet, oder zu eigensinnig. Vor allem Robben hat sich da besonders hervorgetan, über den nicht nur Müller einige Male den Kopf geschüttelt hat. Überhaupt war das kein gutes Spiel von Robben, der auf das Maß eines normalen Fußballspielers zurückgeschrumpft wurde gestern. Vor allem die zweite Halbzeit war es ein bißchen sehr wenig, was von ihm kam.

Jedenfall sind die Hamburger nach gut 30 Minuten mit einer guten Aktion erst so richtig aufgewacht in diesem Spiel, die Butt allerdings mit einer echt heftigen Parade zunichte machte. Den Ball hatte ich schon drin gesehen, das war schon aller Ehren wert von Butt, das kann man ja auch mal betonen. Danach haben wir unsere bis dahin gezeigte Dominanz dann leider viel zu leichtfertig aus den Händen gegeben. Die Hamburger haben sich von da an in dieses Spiel reingebissen und wir haben es nicht verstanden ihnen die Zähne komplett zu ziehen, was durchaus möglich gewesen wäre. Vielleicht hat da echt ein van Bommel gefehlt, der genau in dieser Phase einfach mal ein, zweimal Amok läuft. Wir waren da zu brav zwischen der 35. und 75. Minute. Neutralisieren reicht da nicht, nicht nach dieser guten ersten halben Stunde. Wenn du da dem Gegner konsequent und auch mit gesunder Härte zeigst, dass heute für ihn nichts zu holen ist, dann läuft das Spiel totsicher in unsere Richtung.

Dem war aber nicht so und so entwickelte sich ein völlig offenes Spiel, bei dem es klar war, dass eine einzige Szene entscheidend sein würde. Die hatten am Ende die Hamburger, shit happens. Nun beschwören viele wieder den Untergang des Abendlandes herauf, was ich absolut nicht nachvollziehen kann nach diesem Spiel. Die Tendenz nach einem gewonnen Spiel schon fast den Champions League Titel in München zu sehen, nach einer Niederlage aber alles in Frage zu stellen, ist ungebrochen auf dem Vormarsch. Bleibt´s mal alle ganz entspannt. Wir haben in den letzten Wochen zwei bis drei Schritte nach vorn gemacht und jetzt halt einen zurück. That´s life. Das ändert nichts daran, dass wir grundsätzlich auf dem richtigen Weg sind. Ich denke, dass wird die Mannschaft schon im nächsten Spiel gegen Juve beweisen.

Zu sehr in die Einzelkritik möchte ich nicht gehen. Ich habe keinen unserer Spieler so richtig schlecht gesehen. Robben erwähnte ich, weil er gerade in der entscheidenen Phase des Spiels praktisch unsichtbar war und man von einem Mann seiner Klasse einfach mehr erwartet. Genau das gilt auch für Lahm, der mich wieder einmal sehr enttäuscht hat. Der war gedanklich gar nicht richtig auf dem Platz hatte man das Gefühl. Und beim Gegentor lieferte er selbst sozusagen den Beweis dafür. Jetzt haben wir einige Spiele hinter uns und man muss einfach ganz nüchtern feststellen, dass wir einen weltklasse linken Verteidiger verloren, und einen recht durchschnittlichen rechten Verteidiger gewonnen haben nach seinem Wechsel auf rechts. Gestern hat er ja mehr im Mittelfeld gespielt, aber das fand ich jetzt noch weniger überzeugend muss ich sagen. Er gehört einfach auf die linke Verteidiger-Position, ich denke das kann man jetzt mitlerweile so sagen.

Dennoch war es aber wie gesagt kein schlechtes Spiel von der Mannschaft. Jetzt heißt es Mund abputzen und weitermachen. Wir haben eh ein Programm, bei dem alles Schlag auf Schlag geht. Jetzt folgt mit dem Juve-Spiel gleich der nächste Kracher. Auch das wird eine enge Kiste, keine Frage. Aber seien wir ehrlich, letztes Jahr hätte keiner wirklich Bock auf dieses Spiel gehabt und es wär einem eher Angst und Bange gewesen. Dieses Jahr freut man sich einfach auf einen geilen Champions League Abend mit einem klangvollen Gegner. Die Zeiten haben sich schon gewaltig geändert und das darf man auch nach so einer Niederlage wie der gestrigen nicht vergessen.

Am späten Abend wurde dann noch die nächste Runde im DFB-Pokal ausgelost. Wir müssen nach Frankfurt, was irgendwie ein richtig ekelhaftes Los ist finde ich. Das wird so ein typisches Spiel in dem Frankfurt im wahrsten Sinne des Wortes das Spiel des Jahres macht und so abgeht wie sonst die ganze Saison nicht. Aber nun gut, wir müssen das so annehmen und das beste draus machen. Nur mit spielerischer Dominanz wird das aber nicht gehen – so sehr ich dieses Konzept von van Gaal mag. Zu diesen holländischen braucht es einfach den Tick der deutschen Tugenden, um solche Spiele zu gewinnen. Auch gegen Hamburg wäre das wünschenswert gewesen, so als Ergänzung zum spielerischen Plan, den ich aber dennoch absolut befürworte, das sei nochmal betont. Das wird aber schon, diese Mannschaft ist noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Wir nehmen diese Niederlage einfach wie Männer und stehen wieder auf.

© 2009 Traumtorschuetze

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Länderspielpausen, die Presse und die Nationalmannschaft öden mich voll an

Das sieht die Presse selbst anscheinend auch so. Bild: m.p.3. used under CC License

Gott, ist das laaangweilig während so einer nicht enden wollenden Länderspielpause. Irgendwie unpatriotisch von mir, aber die Nationalmannschaft gibt mir echt gar nichts mehr. Geht mir komplett am Allerwertesten vorbei, was die Schwabenconnection da so treibt, mit welchen stromlinienförmigen Ja-Sagern sie da ihre langweiligen Spiele bestreiten und was da unter dem Strich dabei rauskommt. Wenn ich die Spiele überhaupt gucke, dann nur unter dem Aspekt, dass sich möglichst kein Bayernspieler verletzt. Alles andere ist Kokolores.

Das war mal ganz anders. Eigentlich seit ich denken kann, war ich absoluter Fan der DFB-Mannschaft. Meine ersten Erinnerungen stammen von der WM ´86 in Mexiko, an die Faszination WM und an bittere Tränen, die ich als 8 jähriger nach dem verlorenen Finale vergossen habe. Ich erinner mich an die wahnsinnigen Duelle von Jürgen Kohler mit dem 1988 außerirdisch spielenden Marco van Basten, ich erinner mich an eine zum Zerreißen spannende WM-Quali für Italia ´90 – und einem Triumph dort, der uns alle auf den Straßen tanzen ließ. Auch die gesamten 90er Jahre über fieberte ich fast so bekloppt mit, wie mit meinen Bayern. Auch unter Rudi schlug mein Herz absolut für die Deutsche Nationalmannschaft. Und dann kam Klinsmann.

Seither passieren nur noch Sauereien rund um das DFB-Team. Es geht gar nicht so sehr um sportliche Entscheidungen, auch wenn sie als Folge auch nicht außer acht gelassen werden können. Es geht vor allem um die Strukturen, die da herrschen. Von Mayer-Vorfelder, über Zwanziger, über damals Klinsmann/Löw, über Bierhoff, über Köpke, über Flick, über Lehmann und unzählige weitere, das ist alles eine Suppe.

Vetternwirtschaft ohne Ende ohne jegliches Schamgefühl und dabei ein arrogantes Auftreten hoch 10. Dazu die ganzen Verstrickungen des DFB mit Hoffenheim und Dietmar Hopp – ich kann mich mit dem Laden einfach nicht mehr identifizieren, selbst wenn ich es wollte. Und das geht weit über die Sauereien hinaus, die damals um unsere Roten wie Oliver Kahn und Sepp Maier passiert sind. Soll mir keiner kommen, ich wäre nur beleidigt. Die Scheiße kann ich nicht mehr hören und denjenigen stampfe ich mit Extreme-Bud-Spencering  unangespitzt in den Boden.

Jedenfalls wird sich an meiner Einstellung zur Nationalmannschaft nichts ändern, solange die Strukturen dort sich nicht gewaltig ändern. Alles läuft doch nur noch irgendwie hinten rum ab dort, jeder einzelne Schritt. Der einzige, der die Fahne der Ehrlichkeit im Dunstkreis des DFB noch hoch hält, ist Matthias Sammer. Was ein Zufall, das der gegen den Willen praktisch aller aus dieser Suppe den Job bekommen hatte. Sammer hat sich jedenfalls mit seinem Verhalten und seinen Aussagen in den letzten Monaten bei mir ein sehr hohes Ansehen erarbeitet. Der ist in dem ganzen Haufen echt so etwas wie der „Last Man Standing“.

Kommen wir zurück zu uns, dem FC Bayern. Nicht nur mir scheint irgendwie langweilig zu sein zur Zeit. Da haben wir auf der einen Seite die werte Journalie, mit denen ich ja eigentlich genug abgerechnet habe in den letzten Artikeln. Dachte ich zumindest. Aber kaum machen Wechselgerüchte nach dem Schließen der Transferliste keinen Sinn mehr, wird der nächste Mist aus dem Boden gestampft. Ribery und van Gaal verstehen sich also nicht. Aha! Die ersten Aussagen von Ribery habe ich noch verfolgt, als er meinte die Stimmung wäre sehr ernst beim Training. Leute, das war komplett harmlos, was er da gesagt hatte. Aber was macht die Presse? Von einem Tag zum nächsten wird das Ding immer mehr aufgebauscht, das ist einfach nur noch unfassbar. Was Ribery ursprünglich sagte war nur, dass die Mannschaft sehr unter Druck stand vor dem Wolfsburg Spiel und ihm auch in den Spielen zuvor die Lockerheit und Risikobereitschaft fehlte. Und damit hatte er Recht. Punkt, Aus, Ende. Dann bezieht sich eine ganze Woche später (!) die Equipe in Frankreich auf genau diese Aussagen und schon spielen alle verrückt. Ich les den ganzen Humbug gar nicht mehr, ich seh immer nur die Überschriften und verdreh genervt die Augen. Was soll man sagen? Don´t get caught up in the mix, cause the media is full of dirty tricks!

Auf der anderen Seite ist dem werten Vorstandsvorsitzenden Hauptgefreiter Rummenigge wohl auch langweilig. Schnappt er sich mal eben im Vorbeigehen im Kicker drei unserer verdientesten Kapitäne der Vergangenheit und watscht diese komplett ab.

Zu Kahn, Loddar und Effe:

Sie sollten zusehen, dass sie einen Job kriegen, in dem sie etwas zu sagen haben, und sich nicht als bezahlte Chefkritiker des FC Bayern hervortun.

Öhm, warum sollten sie sich nicht zu ihrem Ex-Verein äußern dürfen? Vor allem im Fall von Kahn waren das alles andere als irgendwie polemische Aussagen in den Monaten nach seinem Karriereende bis jetzt. Er hat so ziemlich jedes mal sachlich fundiert den Nagel auf den Kopf getroffen. Und was überhaupt gibt einem Herrn Rummenigge das Recht, solch verdienten Spielern den Mund zu verbieten?

Kahn hat auch recht lässig reagiert.

Kahn zu Kalles Kritik:

„Erstens ist es mir neu, dass ich von irgendeinem Printmedium für irgendetwas bezahlt werde. Zweitens habe ich mit Michael Rensing zusammengespielt, verfolge seinen Weg auch weiterhin ganz genau und frage mich, woher seine Entwicklung kommt. Drittens habe ich momentan sehr viele Jobs, die mir sehr viel Spaß machen.“

Keine Ahnung, belassen wir es dabei. Solche Nebenkriegsschauplätze sind echt nur ermüdend und unnötig. Und auch sowas kommt nur zustande, wegen der arschlangweiligen Länderspielpause. Gegen wen spielen wir überhaupt morgen? Hach, ist das alles zäh! 🙂

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3:1 bei Union Berlin – Hurra, es ist ein Sieg!

Alte Försterei. Bild: kreuzberger used under CC License

Die Jungs können noch gewinnen – gegen eine Reservemannschaft des Zweitligisten Union Berlin zwar nur, aber immerhin. War natürlich nicht mehr als ein Trainingsspiel das ganze, aber ein, zwei notierenswerte Dinge waren dann doch dabei.

Wir begannen also im von van Gaal favorisierten 4-3-3 mit Olic und Müller als Außenstürmern. Eigentlich auch eine meiner Wunschaufstellungen für Samstag, aber heute hat mich das nur sehr bedingt überzeugt. Olic und Müller haben noch nicht ganz ideal die Räume auf den Außenpositionen genutzt, bzw. gegebenenfalls für die nachrückenden Außenverteidiger im richtigen Moment frei gemacht. Im Grunde ist Fußball ja so einfach: Bälle in den Lauf fordern, wenn der Raum da ist. Nach innen ziehen und den Doppelpass mit dem Außenverteidiger suchen, wenn der Raum nicht da ist (so schafft man ihn). Läuft irgendwie alles stotternd.

Im Tor begann Butt und in der Innenverteidigung Breno statt van Buyten. Und schon unken die meisten Medien, das würde höchstwahrscheinlich ein Zeichen für Samstag sein. Ich kann mir aber nur sehr schwer vorstellen, dass ein Mann wie van Gaal schon nach drei Spieltagen den Umfaller gibt und Rensing das Vertrauen wieder entzieht. Das wär auch ein scheiß Vertrauen gewesen in diesem Fall, wenn es grad mal für drei Spieltage gereicht hat. Aber wir werden es sehen am Samstag, ich bleib erstmal ganz entspannt.

Bemerkenswert war eigentlich ansonsten nur der Auftritt von Edson Braafheid. Klar, der haut einen sehr schönen Freistoß genau in den Knick. Aber wenn man sich ein um´s andere Mal von den Reservespielern einer Zweitligatruppe vernaschen lässt wie ein Schulbub, nützt das alles auch nichts. Erschreckend, was anderes fällt mir leider nicht dazu ein, bei aller angebrachten Geduld mit dem Jungen.

Alles in allem ein netter Kick, ohne jegliche Aussagekraft. Aber mit einer sehr guten Stimmung. Party machen können die Eisernen.

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FC Bayern gegen 1.FC Köln – Höhepunkte plus das ganze Spiel

Die Tore vom Testspiel in Köln. Die kompletten 90 Minuten könnt ihr euch bei RTL Now anschauen.

Das sah richtig gut aus, gestern gegen Köln. Und man erkennt bereits die Handschrift von Louis van Gaal. Der Gegner wird sehr früh kollektiv unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen. Dabei haben gestern alle sehr gut mitgemacht und es hat hervorragend funktioniert. Auch die Abwehr stand vor allem in der ersten Hälfte sehr souverän. Das komplette Gegenteil von dem Hühnerhaufen unter Klinsmann im letzten Jahr. Die ganze Organisation auf dem Platz sah gestern schon richtig ordentlich aus.

Dazu haben wir es verstanden, mit den gewonnenen Bällen auch etwas anzufangen. In vollem Tempo wurden die Angriffe oft vorgetragen und die Kugel lief sehr sicher durch die eigenen Reihen. So entstand dann auch das 1:0 durch Gomez. Ballgewinn, schnelles Umschalten, klug ausgespielter Angriff – und der Rest ist Formsache für einen Mann wie Gomez, der nicht nur in dieser Szene sehr gut mit Klose harmonierte.

Überhaupt hat mir Gomez wieder sehr, sehr gut gefallen. Immer anspielbar, immer unterwegs, auch in der Defensive haut er sich immer rein und Torgefahr strahlt er eh in jeder Sekunde aus. Was mir vor allem gefällt ist, dass da wieder eine Ernsthaftigkeit im Sturm ist. Aufgefallen ist es mir besonders anhand einer eigentlich ganz lapidaren Szene, als Gomez ein Querpass auf Müller mißlang, der wenn er angekommen wäre, eine 100 %ige Torchance ergeben hätte. Gomez hat richtig mit sich gehadert, dass der Ball nicht ankam. Nicht ohne sich in den Szenen darauf noch mehr reinzuhauen. Bei Luca Toni sind solche Szenen immer nur Show und ziemlich große Selbstdarstellerei. Nichts gegen Luca, er hat auch seine Qualitäten. Aber diese Larifari-Einstellung geht mir seit langem auf den Sack und das muss man auch offen sagen dürfen.

Schön das Schweinsteiger auch wieder zurück ist. Und er hat auch gleich mit einigen klasse Szenen auf sich aufmerksam gemacht. Sehr ballsicher mit gutem Auge und überraschenden Pässen. Da war gestern der gute von den beiden Schweinsteigern zu sehen. Manchmal ist er ja so ein bißchen eine fußballerisch gespaltene Persönlichkeit. Aber gestern war es der, den wir alle sehen wollen. Bei seinem Tor hat er natürlich beim Versuch auszuweichen den Ball so unglücklich an den Kopf bekommen, dass der doch tatsächlich von da aus im Tor landete. Nicht schlecht, Schweini! 🙂

Abschließend kann man noch zu dem Spiel gestern eine Frage stellen, die man noch allzu gut aus den letzten Jahren kennt: Hat Podolski eigentlich mitgespielt?? 😀

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Und täglich grüßt die Ribery-Murmelei

Bild: nicholas macgowan used under CC Licence

Seit Monaten das gleiche Thema. Bleibt Ribery oder geht er? Wenn ja für wieviel und wenn nicht, motiviert oder unmotiviert? Lange Zeit war ich sehr entspannt, schließlich behalten wir entweder einen klasse Spieler, oder aber bekommen richtig Schotter für ihn. Mitlerweile geht´s mir aber zunehmend auf den Sack. Ribery bricht ständig das Training mit wechselnden Verletzungen ab, Real Madrid versucht alles um Unruhe zu stiften und man fragt sich zunehmend, ob das gut gehen kann mit einem unzufriedenen Ribery unter einem strengen van Gaal in der nächsten Saison.

Uli Hoeneß sprach jedenfalls zum wiederholten Male in diesem Interview Klartext und erklärte den kleinen Franzosen abermals für unverkäuflich. Bleibt die Frage, ob das auch wirklich sinnvoll ist. Es riecht irgendwie gewaltig nach Ärger für mich in der kommenden Saison. Louis van Gaal wird jedenfalls keine Extravaganzen dulden und Ribery labt sich förmlich in selbigen, leider in zunehmendem Maße. Außerdem wird er wohl niemals seinen Vertrag bei uns verlängern wie es aussieht. Bedeutet es wäre jetzt der wirtschaftlich sinnvollste Zeitpunkt ihn ziehen zu lassen.

Es kann natürlich auch gut gehen und er zeigt noch eine Saison überragende Leistungen. Dann ist er natürlich ein Juwel und kaum zu ersetzen. Ich finde es schwer, da die richtige Entscheidung zu treffen. Mein Geduldsfaden wäre wahrscheinlich schon einige Male gerissen. Auch wenn die tägliche, oft frei erfundene, Berichterstattung ohne Ende nervt, so darf oder besser muss man gespannt sein, wie es im Fall französische Revolution weitergeht.

© 2009 Traumtorschuetze

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