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Der Meisterbericht des Aktuellen Sportstudio vom 01.05.2010

Falls ihr wie ich gestern das Aktuelle Sportstudio verpasst habt, oder die Bilder einfach nochmal genießen möchtet, hier nochmal der Spielbericht des neuen Deutschen Meisters mit einigen Interviews. Viel Spaß!

DEUTSCHER MEISTER IST NUR DER FCB!!

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Euer Hass ist unser Stolz Hoodie FC Bayern München Fanartikel

Nun zum bayerischen Fußballwetter – Heiter bis wolkig mit vereinzelten Niederschlägen

Die Götter schauen auf die Arena. Bild: probek (Fotos / Blog / Twitter) used under CC License

Habt ihr alle die Niederlage einigermaßen verdaut Freunde und Waffenbrüder? Ich für meinen Teil hänge fußballemotional irgendwo zwischen Enttäuschung über das Spiel gegen Stuttgart, Unverständnis über allzu viele viel zu destruktive Ansichten einiger Fans darüber und großer Vorfreude auf Dienstag. Etwas verwirrender Zustand. Andererseits teile ich das einfach auf die verschiedenen Charaktere meiner gespaltenen Persönlichkeit auf und dann passt´s wieder. 🙂

Das war aber auch eine selten dämliche Niederlage gegen nun wirklich nicht beängstigend starke Stuttgarter. Eigentlich hatten wir alles im Griff, trotz einiger Totalausfälle auf dem Platz. Ihr wisst ich geh selten in die Einzelkritik, dazu weiß ich zu sehr um die Wahrheit der Phrase „Die Mannschaft gewinnt und verliert zusammen“. Aber der Fall Klose zum Beispiel wäre fast einen eigenen Artikel wert. Das wär dann wohl die Fortsetzung meines kleinen Scherzes aus dem Jahr 2007 in diesem Blog (keine Sorge, der Anflug von Witzigkeit ist ohne bleibende Schäden vorbeigegangen damals).

Jedenfalls wäre es echt schön, wenn auf intergalaktisch diplomatischem Weg zumindest für das Spiel gegen Manchester der echte Klose zurück auf die Erde gebracht werden könnte. Wenn da einer Connection hat, dann wahrscheinlich nur der Kaiser. Ich bin sicher gerade in diesem Moment laufen die Drähte von Kitzbühl ins All diesbezüglich heiß.

Aber genug gescherzt, so ganz witzig ist die Lage mit der Niederlage gegen Stuttgart nun auch nicht mehr. Vor allem die dämlichen Gegentore machen mich auch heute noch ziemlich wild. Ich wundere mich auch ehrlich gesagt, warum bezüglich des 1:1 so gar nicht über Butt gesprochen wird. Natürlich ist der fies abgefälscht. Aber die Kirsche ist auch gefühlte zwei Minuten in der Luft. Dass er abgefälscht werden könnte, damit konnte man meiner Meinung nach als Torwart auch rechnen, so wie die Spieler vor ihm positioniert waren. Und Butt schaltet in meinen Augen viel zu früh ab und macht da einen nebenbei bemerkt recht uneleganten Ausfallschritt, der mehr nach Alibi als nach allem anderen aussah. Er hatte auch gute Taten gegen Stuttgart, so ist es nicht. Aber es wechseln sich viel zu oft Licht und Schatten ab bei ihm.

Noch schlimmer fand ich aber das zweite Gegentor, weil es die reinste Fehlerkette war. Achtet mal wenn ihr es seht auf das Gewurschtel da im Strafraum bevor Cacau den Ball nach außen trägt. Der VFB darf da niemals im Leben im Ballbesitz bleiben, unfassbar. Dann wird Ribery alleine ins Duell mit Cacau außen geschickt, obwohl wir da Überzahl hatten. Im Bildausschnitt ist unschön zu sehen, wie Badstuber desinteressiert nebenher spazieren geht, während das passiert. Dann kommt die Flanke die niemals kommen darf parallel zur Torlinie. Ist schwierig zu verteidigen, kein Thema. Aber eins muss in jedem Fall passieren. Nämlich dass Butt oder Klose oder beide da den Marica von der Torlinie abräumen, so dass der zumindest ein bißchen mehr machen muss als mit einem lässigen Kopfnicken guten Tag zu sagen. Bei dem Tor ist mir echt der Arsch geplatzt.

Aber was hilft es? Die Punkte sind weg und das nächste wichtige Spiel zu nah, als dass man groß Zeit zum Nachdenken hat. Sollte man eh nicht zu viel tun in diesen Wochen, in denen alle drei bis vier Tage ein Topspiel nach dem anderen folgt. Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken, auch wenn es abgedroschen klingt. Wenn am Dienstag der Ball in der Champions League rollt, fängt alles bei Null an und die Bundesliga ist für diese 90 Minuten vergessen. Und vier Tage später haben wir schon wieder die Möglichkeit die Tabellenspitze zurückzuerobern. Natürlich wird das schwer, allein weil wir auswärts ran müssen und auch weil Schalke natürlich viel ausgeruhter sein wird als wir, die wir Manchester unter der Woche zu spielen hatten und noch ein Rückspiel im Hinterkopf haben werden. Aber dennoch haben wir es weiterhin in der eigenen Hand. Und vielleicht musste es sogar so kommen, dass wir nicht als Tabellenführer nach Gelsenkirchen fahren. Ich glaube sonst wäre die Konzentration bei dem Spiel auf Schalke nicht so hoch gewesen zwischen den Manchester-Spielen, wie sie jetzt als Jäger sein wird. Bleibt natürlich alles abzuwarten. Wie gesagt, von Spiel zu Spiel denken.

Am Dienstag geht erstmal die Post ab. Champions League Viertelfinale gegen Manchester United. Ich wiederhole: Champions League Viertelfinale gegen Manchester United! Spürt ihr das kribbeln? Mich übermannt es förmlich allein durch das Schreiben dieses Satzes. Scheiß auf Samstag Freunde! Es geht weiter, immer weiter! Niederschläge gibt es immer wieder. Aber keiner geht damit um wie der FC Bayern München, das sollten auch die hartnäckigsten Pessimisten wissen. Nicht umsonst ist unsere Vereinsgeschichte mehr heiter als wolkig.

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Weiter, immer weiter Hoodie

Und dann wichst der Robben die Murmel in den Giebel als gäbe es kein Morgen

Zieh, Cowboy! Bild: Steffe used under CC License

Was für ein genitaler Champions League Abend das gestern war, Genossen und Waffenbrüder! Das war Europapokal KO-Phase pur mit diesen widrigen Bedingungen, dem Kampf auf dem Platz, dem engen Stadion, der dramatischen Torfolge. Florenz war keine Laufkundschaft, das war schon nach dem Hinspiel wohl auch dem letzten klar und das hat sich gestern wieder bestätigt. Florenz war in beiden Spielen taktisch wahnsinnig stark und sie haben die Räume brutal eng gemacht. Ich bin absolut stolz auf unsere Truppe, wie sie sich gegen diesen sehr starken Gegner unter schwierigsten Bedingungen aus der Affäre gezogen haben. Die Jungs haben sich nie hängenlassen und nach jedem Rückschlag eiskalt selbst zurückgeschlagen. Das war groß, das war ganz groß!

Diese knapp 12 Minuten zwischen dem 2:0 und dem 3:2 waren natürlich der absolute Wahnsinn, eine Achterbahn der Gefühle. Praktisch minütlich musste man sich gedanklich auf eine andere Ausgangsposition einstellen. Ich war guter Hoffnung in der Halbzeitpause, ich habe trotz der schwächeren ersten Hälfte gesehen die Mannschaft lebt und ist willig. Die zweiten 45 Minuten würden wir mit Rückenwind spielen, ich war mir sicher da geht noch was. Mitten in diese Hoffnung rein fällt das 2:0. Man schüttelt sich kurz und es platzt aus einem heraus „Jungs, das Ding ist hier nicht gegessen, ein Tor und es gibt Verlängerung“. Man beißt sich zusammen mit den Jungs in dieses Spiel, jede Szene saugt man auf und geht mit, jede Sekunde wird zu einer intensiven Erfahrung. Und dann löst sich die Anspannung tatsächlich erruptionsartig, als das 2:1 durch van Bommel fällt. Teil eins wäre geschafft. Wir holen uns das Ding hier heute, wir sind viel zu stark um es nicht zu tun.

Nur wenige Minuten später siehst du dich selbst in die Couch gekauert dasitzen und den Ball auf dem Bildschirm in unserem Netz zappeln. Fassungslosigkeit. Unglaube. Ein gaaaanz kurzer schwacher Moment von Resignation. Doch wieder rafft man sich auf. Wieder blickt man den Jungs tief in die Augen und sieht, das Feuer ist noch längst nicht erloschen. Genausowenig wie das eigene Feuer. Aber klar, jetzt würde es verdammt hart werden, vor allem psychologisch, es braucht schon etwas ganz besonderes, um hier nochmal zurückzuschlagen.

Und dann kommt Robben, dribbelt sich durch insgesamt sieben (!) machtlose Italiener und wichst das Ding mit vollkommener Selbstverständlichkeit in den Winkel. Ein wahrlich magischer Moment eines magischen Fußballers. Einer der Momente, die nur der Fußball hervorbringt. Einer der Momente, in denen man einen wahrhaftigen göttlichen Funken in jeder seiner Körperfasern spürt. Totale Extase, totale Verzückung, du wirst unter einer Wand positiver Emotionen begraben und bist dem Himmel näher als der Papst der Hölle. Wie tun mir die Menschen leid, die mit Fußball nichts am Hut haben. Ihnen entgeht etwas universelles, die spirituelle Erfahrung schlechthin.

Ihr seht, ich bin noch völlig aufgeladen. Ich habe mir das Tor von Robben geschätzte 500 mal angeschaut seit gestern Nacht und das werden nicht die letzten 500 gewesen sein. Der Typ ist doch völlig verrückt. Normal sagst du zu jedem sterblichen Fußballer in dieser Szene, er darf auf keinen Fall nach innen ziehen, da war alles sowas von komplett dicht, das ist eigentlich ein sicherer Ballverlust. Aber Robben ist kein sterblicher Fußballer. Achtet mal drauf, wieviele Fiorentina da auf engstem Raum um Robben herum sind, als dieser abschließt. Fünf Stück, aber keiner kann was machen, Robben hat die Präzision einer Maschine in Ballführung und Abschluss. Diese Entschlossenheit, diese Dynamik, diese Technik. Einzigartig.

Robben war der göttliche Funken in einer absolut heißen Mannschaft, Kompliment an die gesamte Truppe, vor allem an die jungen Spieler wie Müller, Badstuber und Alaba. Scheiße seit ihr abgewichst für euer Alter Jungs! Und dabei muss man Alaba sicher nochmal gesondert loben. Junge, mit 17 Jahren so einen geilen Stiefel in so einem wichtigen und schwierigen Spiel auf´s Parkett zu legen ist echt der absolute Wahnsinn.

Tja, und jetzt sind wir mal wieder unter den besten 8 Mannschaften Europas und das auch verdient. Auch wenn die Italiener rumheulen, wie wohl nur die Italiener rumheulen nach Niederlagen. Beispiele gefällig?

„Robben vernichtet Florenz‘ Champions-League-Träume! Trainer Prandelli ist verbittert. Doch niemand kann verneinen, dass der Schiedsrichter-Fehler aus dem Hinspiel entscheidend war“
(Corriere dello Sport)


„Tiefschlag in der Champions League! Nach dem Diebstahl von München bestraft Robben die Bayern. Die Enttäuschung schmerzt!“
(Gazzetta dello Sport)

„Der violette Zorn: „Vom Schiri rausgeworfen!
(La Stampa)

„Die Fiorentina hat gezeigt, wie man Fußball spielt. Die Fans können stolz auf diese Mannschaft sein! Es ist schade, dass wir als Gewinner und wegen Ovrebos Fehler aus dem Hinspiel ausscheiden!“
Florenz-Boss Andrea Della Valle

Nicht daran zu denken, was im Hinspiel passiert ist, ist schwer!“
Florenz-Boss Andrea Della Valle zu den Pfiffen der Florenz-Fans gegen UEFA-Boss Michel Platini

„Es ist schade, rauszufliegen, nachdem man 6 von 8 Spielen gewonnen hat. Leider sind wir durch ein Abseitstor ausgeschieden. Für einige war das irreguläre Tor in München nicht so wichtig, aber am Ende war es das doch…und wie!“ Florenz-Trainer Cesare Prandelli

Heult doch! 😀 Dass das 2:0 im Rückspiel ebenfalls klar Abseits war interessiert in Italien scheinbar niemanden. Ziehen wir die beiden strittigen Tore ab wären die Spiele halt 1:1 und 2:2 ausgegangen. Wayne…?? Aber gut, lassen wir sie in dem Glauben betrogen worden zu sein. Größe in der Niederlage ist halt nicht wirklich eine italienische Erfindung.

Wir können uns unterdessen entspannt zurücklehnen und schauen, wer so alles die nächste Runde erreicht. Und wir können uns schon mal mindestens auf weitere zwei große Champions League Abende freuen. Wenn wir uns im Viertelfinale gegen wen auch immer durchsetzen ist alles drin, sogar der ganz große Wurf. Aber wenn wir mit erhobenen Haupt ausscheiden sollten war es trotzdem eine geile Europapokal-Saison für uns und ein Meilenstein in der Entwicklung unserer jungen Mannschaft. Wir sind zurück in Europas Elite! Und zwar nicht nur als Momentaufnahme, sondern vor allem auch mit Blick auf die Zukunft. Diese Mannschaft mit diesem Trainer ist noch längst nicht an ihrem Zenit angekommen. Ich kann meine Vorfreude auf die nächsten Wochen, Monate und Jahre nicht verhehlen.

Links zum Thema:

Zusammenfassung des Spiels bei Sky

TZ Interview mit Louis van Gaal nach dem Spiel

Stimmen zum Spiel bei eyeP.tv

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Wir schießen alles eiskalt aus der Hütte hier

Eiskalte Hütte. Bild: Färdder used under CC License

Zur Zeit ist es das pure Vergnügen über die Perle der fußballerischen Schöpfung, unseren FC Bayern zu schreiben. Siege pflastern unseren Weg und nach dem 12. Pflichtspielsieg in Folge stellt sich so langsam der reinste Größenwahn bei mir ein. Gott, sind wir unkaputtbar! Egal wen wir seit dem Herbst vor die Flinte bekommen haben, wir haben sie alle eiskalt erlegt. Da machen sogar mir mal Zahlenspiele richtig Gaudi. Mit dem 9. Bundesligasieg in Folge haben wir unseren Vereinsrekord eingestellt. Dreimal gelang uns dies bis jetzt in unserer ruhmreichen Geschichte, in den Saisons 1980/1981, 2001/2002 und 2004/2005. Dies ist aber einer der ganz wenigen Statistiken, die wir nicht anführen. Borussia Mönchengladbach in der Saison 1986/1987 und dem VFL Wolfsburg in der letzten Saison gelangen sogar 10 Siege in Folge.

Aber das nur am Rande für die Statistiker unter euch. Wichtig is auf´m Platz, wie ein ebenso betagter wie unverwüstlicher deutscher Fußballphilosoph immer zu sagen pflegt. Und dort sind wir zur Zeit einfach nicht zu stoppen. Aber man muss sagen, der Charakter unserer Siege verändert sich etwas. Während wir direkt nach der Winterpause fulminant und spektakulär unsere Spiele gewannen und dabei unzählige Torchancen vergaben, ist jetzt ein wenig Nüchternheit in unser Spiel eingekehrt. Wir haben immer noch die gleiche breite Brust und man hat nie das Gefühl während einer Partie, wir könnten dieses Spiel verlieren. Aber es ist nicht mehr das Spektakel mit um die 30 Torschüssen und dergleichen. Wir hätten mit etwas mehr Effektivität damals so manches Spiel locker zweistellig gewinnen können, das kann man glaub ich ganz ohne Arroganz so sagen. Umso mehr freut einen natürlich in dieser jetzigen Phase, dass wir diesbezüglich den Schalter mehr als umlegen konnten. Jetzt erspielen wir nicht mehr so viele Chancen, aber machen einfach humorlos zur richtigen Zeit unsere Tore. Kalt wie Hundeschnauze. Welche Art und Weise von beiden mir besser gefällt kann ich dabei gar nicht entscheiden, beides kommt bei mir echt an wie eine Hüpfburg beim Kindergeburtstag.

Diese Effektivität können wir bei den anstehenden Aufgaben – vor allem in der Champions League – auch mehr als brauchen. Was wir allerdings nicht brauchen können, ist die anhaltende Sorglosigkeit in unserer Abwehr. Gilardino und Co. darfst du solche Einladungen nicht geben, sonst endet das ganz schnell wie in den Spielen gegen Bordeaux. Das ist ein extrem schmaler Grad auf dem wir da wandeln, in der Hinsicht ist die überragende Siegesserie sogar als ein bißchen gefährlich anzusehen. Wenn das immer und immer wieder gut geht, dann können auch mal ein paar Prozent Konzentration flöten gehen. Und irgendwann geht es eben nicht mehr gut. Und das hoffentlich nicht in der Königsklasse oder auch im DFB-Pokal Halbfinale, wo man sowas nicht mehr reparieren kann.

Dabei stehen wir als Mannschaft eigentlich hervorragent, im Verbund geht eigentlich kaum etwas schief. Wenn etwas passiert, dann durch individuelle Fehler. Die allerdings in einer Häufung passieren in letzter Zeit, die einfach nicht mehr feierlich ist. Das ist aber auch gleichzeitig die gute Nachricht, denn das lässt sich einfacher abstellen, als wenn die einzelnen Mannschaftsteile als Ganzes defensiv nicht funktionieren würden. Das tun sie aber, vor allem Dank unserer beiden Chefstrategen van Bommel und Schweinsteiger in der Zentrale.

Apropros van Bommel. Gegen Dortmund hat unser Kapitän natürlich ein monströses Spiel gemacht. Im Basketball nennt man sowas „on fire“. Allein die Grätsche gegen Barrios im Strafraum, der gedanklich schon beim Torjubel war, Butt schon gefragt hatte wo er ihn hinhaben wolle, links oder rechts, flach oder hoch, der sich eine Millisekunde später mit weit aufgerissenen Augen und mit der Nase im Gras wiederfand, allein diese Grätsche war jedes Eintrittsgeld wert. „Not in my house“ hätte es da durch das weiten Rund erschallen können wie einst bei Dikembe Mutombo nach einem krachenden Monsterblock, um beim Bild mit dem Basketball zu bleiben. Für mich war van Bommel mit Abstand der Spieler des Tages in einer mit wenigen Ausnahmen guten Mannschaft.

Dennoch ist natürlich dieser unsägliche Fluch mit der Tabellenführung immer noch nicht gebrochen, die wir das letzte mal vor zeithistorischen 55 Spieltagen inne hatten (die älteren erinnern sich 😉 ). Aber das ist eine Frage der Zeit. Ich habe noch keine Mannschaft erlebt, die nicht während einer Saison wenigstens einen kleinen Durchhänger hatte. Wir hatten unseren in dieser Saison bereits ganz am Anfang. Leverkusen hatte den noch nicht. Und er wird auch bei ihnen kommen, so sicher wie das Amen in der Kirche. Und selbst ohne diesen kommen wir ja kontinuierlich Stück für Stück immer näher dran. Jetzt ist es schon nur noch ein Tor, welches uns trennt von der alleinigen Tabellenführung. Sie spüren nicht nur unseren Atem im Nacken, wir haben schon zugebissen wie ein Pitbull. Und wie ein eben solcher lassen wir nicht mehr los. Ihr seid unsere Beute, Vizekusen und ohne die Beute geht hier keiner nach Hause.

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Neu im Mingashop: Südkurve München – Herzblut seit 72
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Die magische Nacht von Turin

Zusammenfassung mit italienischem Kommentar.

Vorweg etwas rethorischer Balsam auf unsere roten Seelen, mit den Pressestimmen aus Italien:

„Gazzetta dello Sport“: „Juves Zusammenbruch! Juves tiefer Fall! Champions League, adieu! Trezeguets Tor gibt Juventus Hoffnung, aber van Gaals Mannschaft spielt besser. In der zweiten Hälfte überrollt sie Juventus. Für Juventus nicht nur eine Niederlage, sondern eine Demütigung im eigenen Haus. München dominiert das ganze Match und lässt sich nie einschüchtern. Ferrara versuchte einige Korrekturen, aber es wurde nur noch schlimmer. Van Gaal baute eine Mannschaft auf, die Juve in der eigenen Spielhälfte dominierte.“

„Corriere dello Sport“: „Juves katastrophaler Zusammenbruch. Juve sinkt, Champions League, adieu! Bayern löscht Ferraras Juventus aus. Das war nicht nur eine Niederlage, sondern das Scheitern des ganzen Ferrara-Projekts. Diego hat bisher ganz klar unter den Erwartungen gespielt.“

„Tuttosport“: „Juve muss jetzt alles ändern. Die Tifosi sehnen sich nach Luciano Moggi. Die neuen Brasilianer Diego und Felipe Melo sind eine einzige Enttäuschung, eine Katastrophe, die 15 Millionen Euro kostet. Van Bommel ist eine alte Eiche, ein Regisseur, der die ganze Mannschaft organisieren kann. Er ist immer sehr wach, obwohl er nicht mehr so dynamisch wie früher ist. Van Gaal und seine Mannschaft stricken mit Ruhe das Netz, in dem die schwachen Juve-Spieler sich verfangen, und Bayern schlägt mit unglaublicher Kaltblütigkeit zu. Van Gaal hat das Match perfekt vorbereitet.“

„La Stampa“: „Verheerende Alte Dame. Juve zerbröselt in Stücke. Ferrara, dafür gibt es keine Entschuldigung. Das Mindest-Resultat ist verfehlt worden. Für Ferrara eine Alptraum-Nacht mit Protesten der Tifosi und Pfiffen gegen die Stars. Diego leuchtet wie eine längst erloschene Kerze, eine totale Enttäuschung.“

Wie lange haben wir solche Schlagzeilen nach einem Spiel gegen einen großen Gegner nicht mehr lesen dürfen!? Das tut so unglaublich gut, man wächst praktisch mit jedem Wort weiter gen Himmel. Auffallend auch, wie oft van Gaal namentlich genannt wird, quer durch die italienischen Gazetten. Und verdammt nochmal, sie haben Recht. Diese Vorstellung war der Verdienst des Trainers. Damit meine ich nicht nur die unmittelbare Spielvorbereitung, sondern ich meine die gesamte Arbeit der letzten Monate.

Es wurde immer wieder das Wort „Prozess“ genannt, in dem wir uns befinden. Und ich finde, trotz inbegriffener Rückschläge und einer noch vor drei Wochen wirklich sehr heiklen Phase, hat man diesen Prozess immer beim Wachsen zuschauen können. Ich habe immer an den Weg unter van Gaal geglaubt, die treuen Leser wissen es. Dass dieser Prozess aber in so einer Explosion mündet wie der gestrigen, das hab ich und wohl kein anderer in der Form für möglich gehalten. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.

Wann hat je eine deutsche Mannschaft auf italienischem Boden ihren Gegner so dermaßen beherrscht, wie wir es gestern gegen Juventus Turin zelebriert haben? Ich kann mich nicht erinnern, wenn es soetwas in annähernd ähnlicher Form mal gab dann muss das vor meiner Zeit gewesen sein. Selbst bei unserem „Wunder von Mailand“ vor 21 Jahren hat das nicht annähernd so ausgesehen wie gestern.

Die Mannschaft hat ein Spiel abgeliefert, von welchem man noch in Jahrzehnten sprechen wird. Es ist eins der Spiele dessen Torschützen nie vergessen werden. Butt, Olic, Gomez, Tymoshchuk…man wird die Namen noch in 20 Jahren mit feuchtem Glanz in den Augen aufsagen wie ein Gebet und von einem der größten Spiele des FC Bayern München aller Zeiten berichten. Wie es mein Hombre Danny in einem Kommentar hier sagte: Das sind die Momente für die die Spieler unsere roten Trikots tragen. Sie hätten uns alle nicht stolzer machen können als sie es gestern getan haben. Ich kann es nur immer wieder sagen: Aus tiefstem Herzen Danke, Männer! Ihr habt gestern etwas ganz großes vollbracht und ihr werdet alle für immer unvergessen bleiben. Gestern war eines der Spiele, welches einen Platz in den Herzen von jedem Roten haben wird, bis wir unseren letzten Atemzug nehmen. Wenn es stimmt dass wenn man den Löffel abgibt das Leben noch einmal wie ein Film vor dem geistigen Auge abläuft, dann gehört dem gestrigen Abend wahrscheinlich dabei ein ganzes Kapitel.

Man muss es sich dabei auch nochmal auf der Zunge zergehen lassen, was für eine unglaubliche Moral und was für ein Teamgeist in dieser Mannschaft steckt. Nicht umsonst hörte und las man überall nichts mehr als den Ausruf: DAS ist der FC Bayern!! Kein anderer Verein strahlt diese Moral und diesen Kampfgeist aus, wie wir es seit Jahrzehnten tun. Und die aktuelle Mannschaft hat gestern den aktuellsten von unzähligen Beweisen geliefert. Wir waren ja nun in jüngerer Vergangenheit alles andere als stabil. Wenn man noch vor drei Wochen so totgesagt wird, dann bei diesem Mörderspiel gestern gut anfängt, aber doch plötzlich in Rückstand gerät, bei einem italienischen Verein, auf italienischem Boden, wo man weiß, die sind kaum zu schlagen wenn sie mal 1:0 zuhause führen, und man dann so zurückkommt, das ist einzigartig auf der Welt, das kann nur der FC Bayern München.

Und das mit der zuletzt so belächelten totalen Dominanz. Ich zitiere noch einmal die Gazetta dello Sport. „Van Gaal baute eine Mannschaft auf, die Juve in der eigenen Spielhälfte dominierte.“ Das gestern waren die Früchte der vergangenen Monate. Wir haben vor wenigen Wochen zwischendurch Fußball gespielt wie eingeschlafene Füße, das hab natürlich auch ich so gesehen. Aber dass das wenn wir alle nur ein wenig Geduld haben in etwas wie gestern münden kann, das war mir auch immer klar. Wenn´s dann passiert und dann auch noch so plötzlich, dann ist man natürlich trotzdem völlig überwältigt. Aber genau das was wir da gestern bewundern durften war der ursprüngliche Plan des ganzen. Nicht von heute auf morgen, aber sicher kurzfristiger als mittelfristig. Dann wollen wir doch mal sehen, wen wir in der KO-Runde damit nicht noch alle aus den Stadien fegen. Angst habe ich vor niemandem.

Auch weil ein weiteres großes Pfund aktuell wieder hinzugekommen ist, welches den FC Bayern München immer in ganz hohem Maße mit ausgemacht hat. Wenn große Ziele anstehen entwickelt sich bei uns ein Teamgeist, der sprichwörtlich Berge versetzen kann. Es muss an der Aura dieses Klubs liegen, vielleicht sogar teilweise an all den negativen Begleiterscheinungen wie zum Beispiel dem ewigen Einschießen der Medien auf uns wie auf niemanden anderen, dass wir in den entscheidenden Momenten immer ganz besonders nah aneinander rücken. In einer Weise, die ebenfalls einzigartig auf der Welt genannt werden muss. Damit, plus dem richtigen Trainer und der richtigen Taktik, plus der individuellen Klasse, welche wir heuer wie wohl niemals zuvor haben, vor allem wenn Robben und Ribery erst wieder richtig zurückkommen, ja damit können wir ganz sicher jeden schlagen.

Und so bleiben auch und vor allem die Bilder des gemeinsamen Jubels der Spieler und Trainer und Verantwortlichen in unserer Erinnerung. Wunderschöne Bilder, welche auch die Gefühle eines jeden von uns ausdrücken. Das sind die Momente, welche uns weit über einen normalen Fußballclub hinaus verbinden. Jeder der da gestern dabei war, in welcher Form auch immer, ob auf dem Platz, auf der Bank, im Stadion und ja, auch vor den Bildschirmen auf der ganzen Welt, jeder mit rotem Herz hat die Magie gespürt, welche nur der FC Bayern hat. Jeder aufrechte Rote war in diesen Momenten Teil dieser einzigartigen, sprichwörtlichen Familie, welche uns von jedem anderen Verein der Welt unterscheidet. DAS ist der FC Bayern! Das kann man nicht beschreiben, man kann es nur fühlen.

Tipps:

Die Höhepunkte bei Sky

Der wie immer genitale 11Freunde Ticker („Chuck Norris hatte als Teenager ein Poster von van Buyten an der Wand hängen.“) 😀

Mein Lieblingsbild von gestern. Wie gemalt.

Ein großer Schritt (sehr guter Spox Artikel)

Ausführliche Zusammenfassung mit van Bommel Interview und Experten wie Gullit und McAllister auf Englisch

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München Bandana FC Bayern München Fanartikel Euer Hass ist unser Stolz Bandana FC Bayern München Fanartikel Südkurve München Bandana FC Bayern München Fanartikel

Die Wahrheit nach der Woche der Wahrheit

Ice, ice Baby! So machen wir das. Bild: jonthegm used under CC License

Ich bin ja fast geneigt ausgelutschte Phrasen von Totgesagten, angeschlagenen Boxern oder gar Phoenixen zu bemühen. Es ist mir aber in der Tat nach dieser Woche ein innerlicher Südseeurlaub verglichen mit der angespannten Situation vor gut sieben Tagen, vor den von allen vorhergesagten Schicksalsspielen gegen Leverkusen, Haifa und Hannover. Die Augen der Nation waren mal wieder auf uns gerichtet, alle Unroten haben sich schon wieder lüstern die Hände gerieben und auf den großen Knall in München gehofft. Ich sag´s mal so: Ätsch!! 😀

Das Gegenteil ist passiert, alle im Verein sind merklich zusammengerückt. Damit war vor kurzem nicht unbedingt zu rechnen. Alles lief irgendwie völlig auseinander. Mannschaft und Trainer schienen sich voneinander zu entfernen, Vorstand und Fans sowieso und die Fans untereinander leider auch. Drei Spiele und eine Jahreshauptversammlung später weiß man aber, dass man mit einem immer rechnen sollte, selbst und vor allem wenn die Zeiten schwer sind: Der Stolz der Bayern ist Mythos und Realität zugleich. Mit dem Rücken zur Wand rücken wir zusammen und kämpfen uns da raus. Glücklich der, der sich zur Bayernfamilie zählen kann. Dieses Gefühl kennt wahrscheinlich kein anderer Fan der Welt.

Und so sieht das auch auf dem Platz aus. Nach einer ordentlichen Leistung unter unmenschlichem Druck gegen Leverkusen, noch mehr Druck gegen Haifa, welchem wir standgehalten haben, war gegen Hannover der Teamgeist praktisch greifbar. Das drückte sich nicht nur in kreativem Torjubel (übrigens Hans-Jörg Butts Vater gewidmet) aus, sondern vor allem in sehr hoher Lauf- und Einsatzbereitschaft. Und guten Fußball hat man streckenweise dann auch gesehen mit wirklich sehr sehenswerten Toren.

Man kann kaum über Lauf- und Einsatzbereitschaft reden, ohne den Namen Ivica Olic explizit zu nennen. Es wurde wochenlang nur über die Verletzungen von Ribery und Robben gestöhnt. Aber wie wichtig dieser Olic für uns ist, was der alles in einem Spiel bewegt, das sieht man in den letzten beiden Partien. Übelst das Pferd der Typ. Mit allerdings ganz ordentlichem Ballgefühl in der Hufe.

3:0 ist natürlich für unsere Verhältnisse diese Saison schon fast ein Kantersieg, das tut richtig gut. Diese ganzen 1:0 und 1:1 Ergebnisse hatten ja schon einen Minimalismus Trappatonischen Ausmaßes. Jetzt noch drei Siege in der Bundesliga und vielleicht wirklich das Ding in Turin gewinnen, dann erinnert sich zur Winterpause niemand mehr daran, dass van Gaal vor gut einer Woche doch ein bißchen waklig auf seinem Stuhl saß. Die Wahrheit im Fußball ändert sich ja mindestens wöchentlich. Bis auf eine: Der FC Bayern ist immer da! Rechnet besser immer mit uns, so wie ein Katholik damit rechnet, dass Jesus zurückkommt. Rechnet mit uns, wir kommen! 😉

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Hipp, hipp hurra - Die rot-weißen Bomber sind da Pullover FC Bayern München Fanartikel

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