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Die Lehren aus der Jahreshauptversammlung 2010

Uli Hoeneß bei der JHV 2010

Text: Marco Thielsch   Bild: Probek (Flickr / Blog / Twitter) used under CC License

War das eine Harmonie am Dienstag Abend bei der Jahreshauptversammlung, holla! Einer Harmonie, der man trauen kann? Gerade unter dem Aspekt meines letzten Blogartikels (Vom FC Hollywood zum FC Casablanca) bin ich geradezu verpflichtet, mir über diese Frage einige Gedanken zu machen.

Praktisch alle sind näher zusammengerückt am Dienstag, das kann man glaube ich mit Fug und Recht so behaupten. Am enthusiastischstem ist das sicherlich zwischen den anwesenden Mitgliedern und Bastian Schweinsteiger der Fall gewesen. Letztes Jahr noch ausgepfiffen, wurde er in diesem Jahr mit Standing Ovations und großem Jubel gefeiert. Und es war ehrlich, es kam von Herzen. Man könnte ja böswillig bei einigen eine „Fähnchen-im-Wind-Einstellung“ unterstellen, aber das würde es nicht treffen. So sehr Bastian Schweinsteiger die Reihen eine Zeit lang gespalten hat, so sehr hat er scheinbar aber auch die Kraft die Reihen zu vereinen. Ein Aspekt, den ich als nimmermüder Schweinsteiger-Verteidiger zu der Zeit, als er noch sehr polarisierte, glaube ich sehr unterschätzt hatte. Dienstag Abend wurde jedenfalls allen gezeigt, ich denke auch Schweinsteiger selbst, wie sehr er ein Herzstück dieses Vereins ist und was er für eine integrative Kraft für Bayern München hat.

Was mir an den Reaktionen der Mitglieder an diesem Abend ebenfalls sehr gefallen hat, war wie sie dem Thema Hoeneß gegen van Gaal begegnet sind. Es gab großen Applaus für den Trainer und eine Sekunde lang meine ich in Hoeneß Gesicht die Überlegung erkannt zu haben, ob dies vielleicht in irgendeiner Form gegen ihn gerichtet sein könnte. War es aber nicht, zu keinem Zeitpunkt sind da Fronten entstanden. Hoeneß wurde gefeiert, van Gaal wurde gefeiert. Das klingt banal, war aber in meinen Augen auch von der Form her absolut feinfühlig. Beiden wurde gezeigt, dass wir nichts mehr wollen, als zusammen in der jetzigen Personalkonstellation Erfolg zu haben. Und ich denke, das wird auch bei beiden so angekommen sein.

Trotzdem richtig, dass Uli Hoeneß bei den Wortmeldungen zum Schluss noch einmal persönlich und deutlich zu hören bekam, dass die Aussagen bei Sky90 als schädlich empfunden wurden. Und auch wenn er sich dafür nicht direkt entschuldigt hat, so war seine Reaktion dennoch durchaus bemerkenswert, als er ganz ruhig sagte, es wäre „zumindest grenzwertig“ gewesen. So gern lässt er sich ja nicht kritisieren und was man daraus entnehmen kann, ist in jedem Fall, dass er nicht mehr auf Konfrontationskurs ist. Und das ist mir persönlich eigentlich das Wichtigste.

Tja, wer ist noch zusammengerückt? Durch die einstimmig verabschiedete Satzungsänderung, nach der zukünftig die Mitglieder mit einer Dreiviertelmehrheit zustimmen müssen, wenn weitere Anteile am FCB verkauft werden sollen, sicherlich auch der Verein mit seinen Mitgliedern. Und dadurch, auf welche Weise der Präsident dafür geworben hatte, auch namentlich die Mitglieder mit Uli Hoeneß. Der nicht nur in diesem Punkt den Mitgliedern spürbar entgegenzukommen versuchte, sondern auch in seiner mehrfachen Betonung auf die Kraft, die von den Mitgliedern von der JHV 2009 ausging, wodurch die sportliche Wende damals in der Folge erst möglich wurde. Man sah eine stolzgeschwellte Brust bei Uli Hoeneß. Stolz auf den Verein und Stolz auf die Basis dieses Verein, seine Mitglieder.

Was lernen wir also aus diesem Abend? Ich persönlich habe dieses Zusammengehörigkeitsgefühl sehr gebraucht. Es war keine Show, im Sinne von gespielt, was an diesem Abend passierte, sondern es war an allen Ecken und Enden das riesige Herz für den Verein spürbar. Dieser Club hat in allen Belangen riesige Ausmaße angenommen und dennoch ist es nach wie vor die gute, alte Familie. Um aus diesem Geist allerdings auch sportliche Erfolge zu machen, ist es dringend von Nöten, geschlossen aufzutreten. Ich weiß, es geht jedem nur um das Wohl der Familie und da steckt so viel Herzblut drin, dass man nicht immer das richtige sagt. Aber Dinge in der Außendarstellung, die letztendlich den Zusammenhalt der Familie nur schaden, dürfen einfach nicht mehr passieren, so wie es jetzt zwischen Hoeneß und van Gaal der Fall war. Natürlich kommt Streit in den besten Familien vor. Aber Familienstreitereien, die öffentlich ausgetragen werden, haben zwangsläufig das Niveau von Unterschichten-TV. In diesem Sinne, was uns alle vereint: Nur der FCB!

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Fußball wie 90 Minuten multiple Orgasmen

(multipler) Orgasmus. Bild: Art Rock used under CC License

Hatte ich wieder eine feuchte Buchse am Samstag Nachmittag! Wir fegen durch die Bundesliga wie ein vom Fußballgott geküsster Speedy Gonzales. Wir sehen einen Tempofußball von unseren Jungs, den man sich in den kühnsten Träumen nicht schöner ausmalen könnte. Auch Mainz war mehr Opfer als Gegner. Wenn man was kritisieren kann, dann wieder mal die etwas gewöhnungsbedürftige Chancenverwertung. Immerhin gewinnt bekanntlich immer die effektivste Mannschaft die Meisterschaft, nicht die spektakulärste. Es wird eine Phase in der Saison kommen, in der wir an dem Punkt eiskalt sein müssen. Diese Phase ist aber noch nicht gekommen und solange wir unsere Spiele gewinnen, können wir gerne weiterhin nur drei Tore statt möglichen 15 schießen. Das schmälert das Spektakel nur sehr bedingt.

Teilweise ist es ja annähernd pervers schön. Robben dribbelt wie andere Leute auf der Weide Kühe schubsen – seine Gegenspieler fallen reihenweise links und rechts von ihm einfach um, ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben an den Ball zu kommen. Bilder für die Götter. Aber das ist nur ein kleiner Teil des Puzzles. Unsere Stärke erwächst vor allen Dingen aus dem blinden Verständnis der gesamten Mannschaft untereinander. Nichts ist dem Zufall überlassen, jeder weiß was der andere macht. Und dabei ruft mit ganz wenigen Ausnahmen (Micho) fast jeder sein Potenzial mehr als ab, oder stößt gar in völlig neue Sphären vor (Schweinsteiger). Und jetzt kommt auch noch Ribery zurück, ich könnte fast Angst vor uns selbst bekommen.

Nicht dass unsere eigene Stärke nicht ausreichen würde um an Arroganz grenzendes Selbstvertrauen an den Tag zu legen, wenn man sich die Konkurrenten anschaut ist man erst recht geneigt schon mal den Champus kalt zu stellen. Ausgerechnet Schalke und Leverkusen schaffen es in dieser Phase einigermaßen Schritt zu halten. Ausgerechnet die beiden Mannschaften die niemals Deutscher Meister werden. Klingt überheblich? Stimmt! Macht es allerdings nicht weniger wahr.

Sicherlich werden früher oder später auch mal Rückschläge kommen und es bleibt dann abzuwarten, wie die Mannschaft darauf reagiert. Aber im Moment deutet nichts darauf hin, dass uns irgendwas so richtig aus der Spur bringen könnte. Genießen wir die wunderbaren Zeiten, wir haben sie nach langer Durststrecke verdient. Jetzt gilt es nur noch auch den ein oder anderen Titel mitzunehmen, dann könnte es eine denkwürdige Saison werden.

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Ein kreatives Feuerwerk mit höchster Disziplin

Highlights, Tore, Zusammenfassung vom Sieg in Bochum mit Stadionsound ohne Kommentator.

Mario Gomez: „Manchmal steht er neben mir und ich denke, der stirbt gleich. Und dann zieht er wieder 40 Meter zum Sprint an. Er ist schon ein Phänomen.“

Die Rede ist natürlich von Ivica Olic. Der Junge ist ein absolutes Geschenk. Wenn man bedenkt, dass der ablösefrei kam sogar im wahrsten Sinne des Wortes ein Geschenk. Aber selbst wenn der richtig Geld gekostet hätte, dieses hätte er längst wieder eingespielt. Da reisst er mal eben in Turin die ganze Mannschaft mit und vier Tage später durchpflügt er schon wieder den Bochumer Rasen als wenn gar nichts gewesen wäre. Direkt aus der Kabine in Turin im lockeren Sprint nach München, kurz geduscht, frische Socken und Handtuch eingepackt und dann den Mannschaftsbus nach Bochum gezogen. So kennen wir ihn, die alte Heißbuchse.

Kämpfen, sprinten, die Mannschaft mitreissen, Tore vorbereiten, Tore machen…es gibt wenig, was er nicht in seinem Portfolio hat. Selbst kleinere Kabinettstückchen sind teilweise dabei, auch wenn man bei ihm den Eindruck hat, er weiß oft selbst nicht so genau was er vor hat mit dem Ball, bevor es nicht passiert ist. Technisch ist das schon manchmal nahe der Anarchie. Aber es geht fast immer gut, das ist das Schöne daran. Insgesamt einer der besten Einkäufe aller Zeiten, das kann man glaub ich jetzt schon sagen.

Olic ist sicher einer der Hauptgründe, warum wir so beeindruckend die Kurve bekommen haben in den letzten Spielen. Das gestern gegen Bochum war ein Selbstläufer, wie ich es von uns schon sehr lange nicht mehr von uns gesehen habe. Es passt auf einmal alles, was oberflächlich betrachtet vor wenigen Wochen noch gar nicht funktionierte. Während man vor kurzem noch den Eindruck bekam, wir würden uns beim Popeln in der Nase den Finger brechen, geht auf einmal alles wie von alleine. Aber es geht eben nicht von allein, die Mannschaft erntet nur die Früchte ihrer harten Arbeit in den letzten Monaten. Dieser Fußball ist die logische Folge aus den richtigen Hebeln, die der Trainer zusammen mit der Mannschaft umgelegt hat. Gut, dass alle wichtigen Leute die nötige Geduld hatten. Und jetzt ist auch wieder Bayern drin, wo Bayern draufsteht.

Und jetzt haben wir da einen eingeschworenen Haufen, spielen taktisch auf allerhöchstem Niveau und strotzen vor Selbstbewusstsein. Wir haben wieder eine Achse mit van Buyten hinten, van Bommel und Kampfschweini in der Mitte und Olic und Gomez vorne. Wir haben fantastische Nachwuchsleute, die aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken sind. Wir haben die größten Waffen mit Ribery und Robben noch ganz oder teilweise in der Hinterhand. Wir haben alles, was das Herz begehrt. Bis auf den ersten Tabellenplatz. Aber dieser Fluch diesen seit so unglaublich langer Zeit nicht mehr besetzt zu haben wird in sehr absehbarer Zeit auch enden, da bin ich mir sicher. Schade, dass es nur noch ein Spiel vor der Winterpause gibt. Allerdings spricht gar nichts dagegen, dass wir uns mit einer intensiven Vorbereitungszeit im Winter für die Rückrunde noch weiter verbessern können. Spätestens im Frühjahr grüßen wir wieder freundlich von der Tabellenspitze.

Zum Spiel gegen Bochum selbst muss ich glaub ich gar nicht so viel sagen. Es war ein Genuss. Ich kann mich kaum erinnern, wann man das letzte mal so entspannt einem Spiel unserer Mannschaft folgen und einfach genießen konnte. Wir haben sie im Vorbeigehen geschrubbt, lange Zeit fast unvorstellbar bei uns. Wir haben noch einen weiten Weg bis zu dem ein oder anderen Titel vor uns. Aber die Route dahin hat die Mannschaft mit ihrer Spielweise definitiv bereits ins Navi eingetippt. Aus dem die Stimme von Louis van Gaal ertönt: „Nach 30 m mit rechts abschließen“ und ähnliches. Nur bei Ivica Olic hört man die ganze Zeit: „Die Route wird neu berechnet“ und „bei der nächsten Möglichkeit bitte wenden“. Einfach zu schnell der Mann.

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Ein Schlafwagen voller Weicheier

Siegermentalität auf dem Abstellgleis. Bild: Two up, two down used under CC License

Wer mich kennt, oder wer hier mitliest, der weiß genau, wie sehr ich die Mannschaft in Schutz genommen habe in dieser Saison. Aus für mich auch nach wie vor guten Gründen. Aber gestern ist mir ordentlich der Arsch geplatzt. Vielleicht für manche ein überraschender Zeitpunkt, es gab ja schon schlimmerer Ergebnisse als in Stuttgart Unentschieden zu spielen. Für mich allerdings stellt sich die Sache etwas anders dar.

Schon lange wird von vielen Leuten moniert, uns wäre das Siegergen abhanden gekommen. Das ist soweit auch richtig, nur war das in ganz elementaren Dingen des Fußballs begründet. Für mich war es immer der zweite vor dem ersten Schritt, die Siegermentalität zu bemängeln. Woher sollte die auch kommen, wenn man keine Ordnung auf dem Platz hat, es keinerlei Automatismen gab und keinerlei übergeordneten taktischen Plan? All diese Dinge galt es erstmal in Angriff zu nehmen. Eine Mammutaufgabe, die Louis van Gaal absolut angenommen und gemeistert hat.

Dies war erstmal die Basis, aus dem Nichts entsteht nunmal kein Selbstvertrauen, geschweige denn ein Mia san mia-Gefühl, das muss man sich verdammt hart erarbeiten. Und das hat die Mannschaft wirklich mustergültig getan und deswegen fiel es mir überhaupt nicht schwer eine gewisse Geduld an den Tag zu legen. Ich wusste, wenn wir weiter so arbeiten ist die Rückgewinnung der bayerischen Mentalität nichts weiter als der nächste logische Schritt.

Und so kam es dann auch. In den beiden Partien gegen Frankfurt haben wir diesen nächsten Schritt definitiv gemacht. Das war unser FC Bayern. Das war unsere Mentalität. Die Früchte der harten Arbeit der vergangenen Monate.

Und dann schenken wir das gestern so dermaßen leichtfertig wieder her, ich hab meinen Augen nicht getraut. Sicher kann man in Stuttgart Unentschieden spielen, aber unter den oben angeführten Umständen habe ich ein völlig anderes Auftreten der Mannschaft erwartet. Wie kann man nur so schnell zufrieden sein? Wir waren ein gefühltes Jahrhundert nicht mehr ganz oben in der Tabelle, besonders satt können die Jungs jedenfalls nicht sein. Wie kann man nur so gleichgültig seinen Stiefel runterspielen, wo man gerade eben erst nach laaaanger Zeit in den Genuss vollsten Rückenwindes gekommen ist. Wie gesagt, hart erarbeiteten Rückenwindes.

Das ist des FC Bayern München nicht würdig, so einfach ist das. Wenn wir uns so schnell mit kleinen Erfolgen zufrieden geben, dann unterscheidet uns gar nichts von jedem anderen Verein. Gestern war die Chance da, sein eigenes Ego wieder auf FC Bayern-Normalniveau zu katapultieren. Diese Chance war zum ersten mal seit fast 1 1/2 Jahren zum Greifen nahe. Und den Jungs geht das scheinbar komplett am Arsch vorbei. Vom Gegner will ich gar nicht sprechen, es geht nur um uns selbst, wir hatten unser Schicksal in den eigenen Händen. Aber dass es sicherlich nie so einfach war in Stuttgart zu gewinnen, macht die Sache natürlich trotzdem noch schlimmer.

Vor allem gegen Ende hin war nicht ein Fünkchen Wille zu sehen, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen. Machen wir da nochmal Druck, dann geht den Stuttgartern in der gestrigen Verfassung so sicher wie das Amen in der Kirche nochmal richtig der Kackstift. Und normal fällt dann das Tor, auch weil wir eben nach den zwei Frankfurt-Spielen das Selbstverständnis wiederhaben. Stattdessen sieht man geradezu eine Scheißegal-Einstellung. Nachdem Tonis Tor aberkannt wurde hat man richtig gesehen, wie sich alle mit dem Unentschieden angefreundet haben. Nach dem Motto, dann soll´s heute wohl nicht sein. Ein absolutes Unding. Wenn du geil auf Siege bist, dann nimmst du so ein aberkanntes Tor zu genau dem gegenteiligen Anlass. Nämlich jetzt erst recht richtig Gas zu geben, man hat ja gesehen es geht.

Ich bin wirklich bitter enttäuscht von der Mannschaft. So enttäuscht war ich in dieser Saison noch nie auch nur ansatzweise. Ich bin nach wie vor froh, dass wir wieder eine mannschaftliche Stabilität haben auf dem Platz, wie gesagt, das ist essenziell für alles weitere. Aber das ist es nicht, was den FC Bayern München ausmacht. Das kann im Zweifel mit einem guten Trainer jeder Verein. Es ist Zeit für den nächsten Schritt und dafür ist jetzt jeder einzelne Spieler für sich gefordert. Ich will jetzt sehen, dass sie den FC Bayern auch verkörpern können. Es kann nicht angehen, dass mit Müller ausgerechnet einer der jüngsten noch am allermeisten unser Selbstverständnis ausstrahlt. Das ist ein Armutszeugnis für Leute wie Klose, der schon oft (leider eigentlich fast nur in der Nationalmannschaft) bewiesen hat, dass er ein echter Leader sein kann, wenn´s drauf ankommt. Oder einem Lahm, den mitlerweile der zarte Hauch der totalen Selbstbeweihräucherung umgibt, der verbal der größte Führungsspieler ist, aber auf dem Platz seinen Stiefel runterspielt und keinerlei Akzente setzen kann. Solide, mehr nicht. Keine übergeordnete Hilfe für die Mannschaft. Und da muss er sich halt an seinem eigenen Gequatsche messen lassen. Wobei ich schon froh wäre, wenn er mal eine vernünftige Flanke schlagen würde, damit wär ich schon zufrieden.

Man kann noch ein paar mehr nennen. Schweinsteiger hat mich gestern auch enttäuscht. Er muss jetzt auf der Spielmacherposition aushelfen und da ist er sicherlich falsch. Aber ein paar Amokgrätschen und eine gewissen Giftigkeit kann ich schon verlangen in einem Spiel wie gestern, gerade dann wenn spielerisch wenig läuft.

Nehmt euch einfach ein Beispiel an Thomas Müller und Mark van Bommel. Von denen bekommt man das immer. Reißt euch jetzt verdammt nochmal den Arsch auf, sonst reißt ihr mit selbigen alles wieder ein, was ihr euch in den letzten Monaten so hart erarbeitet habt.

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FC Bayern München gegen Rot-Weiß Oberhausen im Live Stream

Knapp über der Grasnarbe. Bild: FANATICO TOTAL DL FÚTBOL used under CC License

Ohne große Verschnaufpause geht der Siegeszug unserer Roten heute im DFB-Pokal Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen in die nächste Runde (Anstoß 19:00 Uhr). Die kommen zwar garantiert auch nicht nur wegen der Wiesn, dem Bier und den sexy Madls im Dirndl nach München, sondern werden natürlich versuchen uns das Leben schwer zu machen. Wenn die Spieler allerdings nicht ganz so arrogant sind wie ich jetzt gerade und die Partie ernsthaft angehen, kann eigentlich nix anbrennen.

Wer sein Sky-Abo heute nicht nutzen kann, der findet hier ab 14:00 Uhr alle Sender, die das Spiel als Livestream im Internet übertragen. Falls die nötige Software fehlt, die gibt es hier zum gratis Download.

Die Blöd weiß übrigens mal wieder (angeblich) mehr als alle anderen. Laut eigener Aussage haben sie beim Abschlusstraining trotz Sichtschutz, Selbstschussanlagen und Tretmienen spionieren können. Sherlock Bild sozusagen. Demnach soll wohl ordentlich rotiert werden heute Abend. Robben und Schweinsteiger könnten eine komplette Pause bekommen und auf der Tribüne Platz nehmen, Ribery spielt wohl von Anfang an, Ottl, Baumjohann, Breno und Sosa könnten ihre Chance bekommen und Luca Toni steht zum ersten mal zumindest im Kader. Wenn´s so kommt wäre es mir ein kleines bißchen zuuu viel Wechselei. Aber warten wir´s ab, so ganz glaube ich noch nicht dran, dass wir mit einem komplett runderneuerten Mittelfeld auflaufen.

Wir sind übrigens seit 18 Jahren im DFB-Pokal zuhause ungeschlagen. In meinen Augen viel zu wenig, an der Serie muss noch ein bißchen weitergearbeitet werden. Auf geht´s, ihr Roten!

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Rafael van der Vaart – Man sagt, er habe magische Kräfte

Rafael van der Vaart. Bild: juanjaen used under CC License

Rafael van der Vaart und Fernet Branca verbindet so einiges. Beide haben nicht wirklich magische Kräfte, auch wenn es ihnen hartnäckig nachgesagt wird. Und beide sind echt verdammt ekelig, was man feststellt, wenn man die Dinge nüchtern betrachtet.

Damit dürfte eigentlich alles zu meiner Einstellung zu dem in den letzten Tagen hochkochenden Thema einer van der Vaart Verpflichtung gesagt sein. Auf gar keinen Fall möchte ich den in München sehen. Der vergiftet die ganze Mannschaft. Und die Schreierei einiger Fans nach ihm widert mich an. Wie kann man nach dem Obersöldner schlechthin rufen, natürlich nicht ohne in der Regel dabei die eigene Mannschaft runterzuputzen bis zum geht nicht mehr?

In meinen Augen sind das alles Nachwehen einer Sommermärchen-Kultur im Fußball, in der nur bunte Luftblasen angebetet werden. Wie kommt es, dass scheinbar jeder Spieler aus dem Ausland, der auch nur halbwegs einen Namen hat, sofort als der neue Messias verklärt wird? Wie kommt es, dass darüber die Unterstützung der eigenen Mannschaft völlig in Vergessenheit gerät? Wie kommt es, dass eigene Spieler wie van Bommel oder Schweinsteiger regelmäßig sogar als komplette Vollwürste dargestellt werden im Vergleich mit diesen fälschlicherweise angebeteten Götzen aus dem Ausland? Wie kommt es, dass nach zwei Unentschieden sofort wieder alles in Frage gestellt wird? Warum meint man, ein großer Name muss Ribery entlasten, wenn gerade sehr offensichtlich erfolgversprechend daran gearbeitet wird, die Verantwortung durch Taktik und Mannschaftsgeist auf mehrere Schultern zu verteilen, anstatt durch Namen? Was ist das für eine kranke Mentalität? Verstehen diese Fans nicht, dass uns immer der genau gegenteilige Weg groß gemacht hat, als der den sie fordern?

Diese Fragen stelle ich mir schon länger. Fest steht, auch durch das Internet, in dem jeder Depp seine Meinung ungestraft Kund tun kann, verändert sich gerade etwas im Geist vieler Fußballanhänger. Da werden Dinge schnell zum Selbstläufer, jeder versucht sich gegenseitig zu übertrumpfen im schlecht machen eigener Spieler und sucht seine persönliche Bühne für wenige Minuten. So entstehen wahre Hetzjagden. Rensing, van Bommel, Schweinsteiger, Lell, Ottl (obwohl der nicht mal spielt)…irgendeinen Sündenbock gibt es immer.

Das sind ganz primitive Mobbing-Mechanismen, die da greifen. Jeder versucht sich hervorzutun und sein eigenes trostloses Dasein für einen Moment zu vergessen, indem er denkt er wäre cool, witzig, oder was auch immer und hätte damit einen klitzekleinen Moment lang sowas wie Macht über eine bekannte Persönlichkeit. Und das sind echt viele, man braucht sich nur die einschlägigen Foren, oder auch die Kommentare unter vielen Presseartikeln durchzulesen, um das zu wissen. Das ist eine extrem traurige Entwicklung, die auch Auswirkungen auf die Situation in den Stadien hat. Man kann da nicht einfach sagen, das sind Internet-Junkies, ohne Bezug zu den echten Fans. Denn Meinung wird zunehmend im Internet gemacht und das hat in diesem Fall – zumindest schleichend – auf alle Bereiche des Vereins giftige Auswirkungen. Was nichts daran ändert, dass ich das Web 2.0 und die Möglichkeit für jeden dabei mitzumachen liebe. Es ist nur manchmal schwer zu ertragen, wenn man vor Augen geführt bekommt, wieviele Vollidioten doch tatsächlich dieses Land bevölkern.

Was das alles mit van der Vaart zu tun hat? Er ist ein sehr plakatives Beispiel dafür. Nach dem Obersöldner schlechthin zu rufen, damit parodiert man sich förmlich selbst, wenn man den Anspruch hat Fußballfan zu sein. Und wenn dann oben erklärte Mechanismen greifen, die eigene Mannschaft runtergeputzt und van der Vaart völlig überhöht wird, dann sind wir langsam am Gipfel des erträglichen angekommen. Ich bin wirklich schwerstens dankbar dafür, dass hier im Blog zu mindestens 90 % nur vernünftige Leute Kommentare schreiben. Eine wahre Insel der Glückseligkeit, der Mingablog. 🙂

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Videos von den Trainingsspielen unter van Gaal

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Sehr schöne Videos von den Trainingsspielen des FC Bayern sind auf eyeP.tv zu bewundern. Da ist auf jeden Fall gut Zug drin in den Spielen. Aber seht selbst.

Trainingsspiele:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Trainingsspiele Reloaded:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Interessant auch folgende Interviews mit van Gaal (Sport Bild; FCB.de). Demnach bevorzugt er ein 4-3-3 System, ihm fehlen aber dafür die Außenstürmer. Er möchte am liebsten immer vier Kreative auf dem Platz haben, zählt dabei Ribery, Sosa und Pranjic auf  und möchte einen mehr. Das er Sosa auf dem Zettel hat freut mich. Das er Schweinsteiger nicht erwähnt wundert mich. Entweder er hat ihn vergessen, oder aber er hält ihn schlicht nicht für kreativ. Mal sehen, ob wir demnach noch was holen für die offensiven Außenpositionen. Nach den Wünschen des Trainers muss man jedenfalls Ribery halten, oder aber den Deal mit Real in Richtung Sneijder plus van der Vaart plus die Summe x anstreben.

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