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Kleine rot-weiße Fußballprollesie zum Saisonstart – Du fühlst es nicht, du Guppie!

Alle anderen sind nur Guppies!

Bild: dannybirchall used under CC License / Text: Marco Thielsch

Kennst du das, wenn du dich so wohlfühlt, dass die Füße anfangen zu kribbeln? Wenn so ein wohlig-warmer Schwall durch deinen Torso direkt nach oben in die Gesichtsmuskeln gleitet, um ein unweigerliches Lächeln hervorzuzaubern, welches begleitet von einem aufblitzenden, hellen Licht in den Pupillen, von der absoluten Zufriedenheit dieses Moments kündet? Nein? Dann bist du ein zerrissener Mensch, durchtrieben von Sorge. Kurz gesagt: Du bist kein Bayernfan. Und du kannst dich auch nicht so auf die neue Saison freuen, wie ich das kann.

Nein, du hälst zu einem von den 17 anderen Guppies, die zu unserer Belustigung in unserem Teich mitschwimmen dürfen. Ich weiß, du bist da stolz drauf. Vor allem wenn du es so wie letztes Jahr mal schaffst, dem einzigen großen Fisch im Becken ein bißchen die Show zu stehlen. Na, fangen da nicht gerade deine Füße an zu kribbeln, wenn du daran zurückdenkst? Ja, aber nur ganz leicht nehme ich an. Denn du weißt, dadurch stehst du bei uns nur ein bißchen höher auf dem Speiseplan. Und was dann bei diesem Gedanken bei dir übrig bleibt, ist nur noch Unsicherheit. Du würdest dich gern mit allen Fasern auf die neue Spielzeit freuen, nur du kannst es nicht. Du entgegnest, du hättest keine Angst davor, nicht die Nummer 1 zu sein. Nein, du denkst sogar, diese Eigenschaft mache dich irgendwie echter. Aber du belügst dich nur selbst. In Wirklichkeit macht dich dieser Fatalismus, hinter dem du dich versteckst, nur ärmer. Denn dieser verhindert, dass du das Kribbeln wirklich spürst. Du fühlst es nicht, Alter! Was wiederrum verhindert, dass sich du und dein Guppie-Verein jemals entscheidend weiterentwickeln. Während ich mich jeden Tag so fühle, als würde Marvin Gaye vom Himmel herab für mich und meine rot-weißen Glaubensbrüder „Let´s get it on“ schmettern. Das kann nur der ruhmreiche, sagenumwobene FCB! Und das trägt uns im Gegensatz zu dir überall hin.

Auf in die neue Saison! Wir fressen euch zum Frühstück, ihr Guppies!

Euer Hass ist unser Stolz T-Shirt FC Bayern München Fanartikel

Kurzfristig ist das alte und neue langfristig – Der FC Bayern im Sommer 2011

Heiß wie Frittenfett auf die neue Saison!

Bild: americanistadechiapas used under CC License / Text: Marco Thielsch

Nur noch dreimal schlafen, dann ist wieder einmal eine quälend lange Sommerpause geschafft. So ganz ohne Bayern, kann man ja nicht durch´s Leben gehen, Freunde.  Wo stehen wir also, vor dieser verheißungsvollen Saison 2011/2012 und nach einem turbulenten Jahr? Eine kleine Bestandsaufnahme.

Sportlich gesehen ragen für mich einige Fragezeichen weit in den Münchner Himmel hinauf. Das Projekt, dem FC Bayern eine eigene, unverwechselbare Spielphilosophie und damit eine taktische Identität zu geben, ist mit der Degradierung von Louis van Gaal erstmal wieder völlig auf Eis gelegt. So es denn von Seiten des Vereins jemals ein ernsthaftes Bestreben gegeben hat, dieses zu erreichen. Die Chance dazu war jedenfalls gegeben und ist aber leider in der wahnhaften Zuspitzung in gut (Uli Hoeneß) und böse (Louis van Gaal) äußerst leichtfertig vertan worden. Eine nachhaltige sportliche Strategie der Clubführung ist nach wie vor unauffindbar und die von Louis van Gaal ist verworfen. An ihre Stelle tritt die ewige Strategie der kurzfristigen Erfolge. Eine Strategie, die traditionell national zu 50 % (alle zwei Jahre) aufgeht, aber international zu kurz greift. Was dann mit den eigenen Ansprüchen kollidiert, dummerweise dadurch aber wieder zu Kurzfristigkeit führt, dadurch wieder mit den eigenen Ansprüchen kollidiert, dadurch wieder…

Sei´s drum, Kontinuität sucht man jedenfalls vergebens, jeder Trainer ist eigentlich nur ein Übergangstrainer und ein sich schnell abnutzendes Werkzeug zur Titelbeschaffung. Nun haben wir mit Jupp einen Mann geholt, den das noch am allerwenigsten stören dürfte, das wird recht deckungsgleich mit seinen Vorstellungen sein. Bei seiner letzten großen Trainerstation wird er mitnehmen wollen was geht an Titeln. Was in fünf Jahren ist, das wird nicht ganz oben auf der Agenda stehen. Und die Erwartungshaltung in dieser posttitellosen Saison wird ihr übriges tun, der kurzfristigen Denkweise zu scheinbarem Recht zu verhelfen.

Wenn es also überhaupt eine Strategie gibt, die der FC Bayern verfolgt, dann ist diese sicherlich den anderen mit individueller Klasse überlegen zu sein. Zu diesem Allheilmittel greift man auch dieses Jahr. Nur ist es in meinen Augen sehr gut möglich, dass man dabei die Zeichen der Zeit nicht so ganz verstanden hat. Diese Idee von Fußball ist meiner Meinung nach spätestens seit letztem Jahr antiquiert. Sehr viele Mannschaften im Weltfußball, nicht nur Mainz, Hannover oder Dortmund in der Bundesliga, haben mittlerweile effektive taktische Waffen entwickelt, mit denen individuelle Überlegenheit neutralisiert werden kann. Aggressives, offensives Pressing, viele Balleroberungen und dann zum Torabschluss kommen, bevor die gegnerische Mannschaft nur den Hauch einer Chance hat, wieder hinter den Ball zu kommen. Wenn die Fitness und die taktische Schulung stimmen, kann damit jede kleine Mannschaft jede große Mannschaft vor ganz schwierige Aufgaben stellen damit. Ob Jupp Heynckes darauf Antworten findet, wird für mich eine der spannensten Fragen der kommenden Saison sein. Da reicht es eben nicht, sich personell verstärkt zu haben. Dafür ist auch eben nicht die Abwehr alleine verantwortlich. Dazu benötigt man höchste Feinabstimmung und taktische Disziplin eines jeden Einzelnen. Und die Bereitschaft sich zu quälen. Denn diese Art von Fußball ist eklig und kann Fußball-Schöngeistern ganz schön die Laune verderben.

Trotz allem gehen wir natürlich angriffslustig wie eh und je in die neue Saison. Und jeder weiß, wenig ist gefährlicher auf der Welt, als die rote Horde auf Titelentzug. Diese Gefräßigkeit ist nach wie vor ein riesiges Plus und auf seine Art ja auch irgendwie eine Philosophie und eine Identität. Solange wir vor allem auf dem Platz glaubhaft vermitteln, dass alle anderen im Grunde nur Beute sind, solange haben wir immer den entscheidenden psychologischen Vorteil auf unserer Seite. Also auf sie, mit Gebrüll! Dann werden hoffentlich aus vielen Fragezeichen schnell Ausrufezeichen. Euch allen in jedem Fall eine wunderbare Saison! Und haltet zusammen!

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