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Fußball wie 90 Minuten multiple Orgasmen

(multipler) Orgasmus. Bild: Art Rock used under CC License

Hatte ich wieder eine feuchte Buchse am Samstag Nachmittag! Wir fegen durch die Bundesliga wie ein vom Fußballgott geküsster Speedy Gonzales. Wir sehen einen Tempofußball von unseren Jungs, den man sich in den kühnsten Träumen nicht schöner ausmalen könnte. Auch Mainz war mehr Opfer als Gegner. Wenn man was kritisieren kann, dann wieder mal die etwas gewöhnungsbedürftige Chancenverwertung. Immerhin gewinnt bekanntlich immer die effektivste Mannschaft die Meisterschaft, nicht die spektakulärste. Es wird eine Phase in der Saison kommen, in der wir an dem Punkt eiskalt sein müssen. Diese Phase ist aber noch nicht gekommen und solange wir unsere Spiele gewinnen, können wir gerne weiterhin nur drei Tore statt möglichen 15 schießen. Das schmälert das Spektakel nur sehr bedingt.

Teilweise ist es ja annähernd pervers schön. Robben dribbelt wie andere Leute auf der Weide Kühe schubsen – seine Gegenspieler fallen reihenweise links und rechts von ihm einfach um, ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben an den Ball zu kommen. Bilder für die Götter. Aber das ist nur ein kleiner Teil des Puzzles. Unsere Stärke erwächst vor allen Dingen aus dem blinden Verständnis der gesamten Mannschaft untereinander. Nichts ist dem Zufall überlassen, jeder weiß was der andere macht. Und dabei ruft mit ganz wenigen Ausnahmen (Micho) fast jeder sein Potenzial mehr als ab, oder stößt gar in völlig neue Sphären vor (Schweinsteiger). Und jetzt kommt auch noch Ribery zurück, ich könnte fast Angst vor uns selbst bekommen.

Nicht dass unsere eigene Stärke nicht ausreichen würde um an Arroganz grenzendes Selbstvertrauen an den Tag zu legen, wenn man sich die Konkurrenten anschaut ist man erst recht geneigt schon mal den Champus kalt zu stellen. Ausgerechnet Schalke und Leverkusen schaffen es in dieser Phase einigermaßen Schritt zu halten. Ausgerechnet die beiden Mannschaften die niemals Deutscher Meister werden. Klingt überheblich? Stimmt! Macht es allerdings nicht weniger wahr.

Sicherlich werden früher oder später auch mal Rückschläge kommen und es bleibt dann abzuwarten, wie die Mannschaft darauf reagiert. Aber im Moment deutet nichts darauf hin, dass uns irgendwas so richtig aus der Spur bringen könnte. Genießen wir die wunderbaren Zeiten, wir haben sie nach langer Durststrecke verdient. Jetzt gilt es nur noch auch den ein oder anderen Titel mitzunehmen, dann könnte es eine denkwürdige Saison werden.

© 2010 Traumtorschuetze

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Ein kreatives Feuerwerk mit höchster Disziplin

Highlights, Tore, Zusammenfassung vom Sieg in Bochum mit Stadionsound ohne Kommentator.

Mario Gomez: „Manchmal steht er neben mir und ich denke, der stirbt gleich. Und dann zieht er wieder 40 Meter zum Sprint an. Er ist schon ein Phänomen.“

Die Rede ist natürlich von Ivica Olic. Der Junge ist ein absolutes Geschenk. Wenn man bedenkt, dass der ablösefrei kam sogar im wahrsten Sinne des Wortes ein Geschenk. Aber selbst wenn der richtig Geld gekostet hätte, dieses hätte er längst wieder eingespielt. Da reisst er mal eben in Turin die ganze Mannschaft mit und vier Tage später durchpflügt er schon wieder den Bochumer Rasen als wenn gar nichts gewesen wäre. Direkt aus der Kabine in Turin im lockeren Sprint nach München, kurz geduscht, frische Socken und Handtuch eingepackt und dann den Mannschaftsbus nach Bochum gezogen. So kennen wir ihn, die alte Heißbuchse.

Kämpfen, sprinten, die Mannschaft mitreissen, Tore vorbereiten, Tore machen…es gibt wenig, was er nicht in seinem Portfolio hat. Selbst kleinere Kabinettstückchen sind teilweise dabei, auch wenn man bei ihm den Eindruck hat, er weiß oft selbst nicht so genau was er vor hat mit dem Ball, bevor es nicht passiert ist. Technisch ist das schon manchmal nahe der Anarchie. Aber es geht fast immer gut, das ist das Schöne daran. Insgesamt einer der besten Einkäufe aller Zeiten, das kann man glaub ich jetzt schon sagen.

Olic ist sicher einer der Hauptgründe, warum wir so beeindruckend die Kurve bekommen haben in den letzten Spielen. Das gestern gegen Bochum war ein Selbstläufer, wie ich es von uns schon sehr lange nicht mehr von uns gesehen habe. Es passt auf einmal alles, was oberflächlich betrachtet vor wenigen Wochen noch gar nicht funktionierte. Während man vor kurzem noch den Eindruck bekam, wir würden uns beim Popeln in der Nase den Finger brechen, geht auf einmal alles wie von alleine. Aber es geht eben nicht von allein, die Mannschaft erntet nur die Früchte ihrer harten Arbeit in den letzten Monaten. Dieser Fußball ist die logische Folge aus den richtigen Hebeln, die der Trainer zusammen mit der Mannschaft umgelegt hat. Gut, dass alle wichtigen Leute die nötige Geduld hatten. Und jetzt ist auch wieder Bayern drin, wo Bayern draufsteht.

Und jetzt haben wir da einen eingeschworenen Haufen, spielen taktisch auf allerhöchstem Niveau und strotzen vor Selbstbewusstsein. Wir haben wieder eine Achse mit van Buyten hinten, van Bommel und Kampfschweini in der Mitte und Olic und Gomez vorne. Wir haben fantastische Nachwuchsleute, die aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken sind. Wir haben die größten Waffen mit Ribery und Robben noch ganz oder teilweise in der Hinterhand. Wir haben alles, was das Herz begehrt. Bis auf den ersten Tabellenplatz. Aber dieser Fluch diesen seit so unglaublich langer Zeit nicht mehr besetzt zu haben wird in sehr absehbarer Zeit auch enden, da bin ich mir sicher. Schade, dass es nur noch ein Spiel vor der Winterpause gibt. Allerdings spricht gar nichts dagegen, dass wir uns mit einer intensiven Vorbereitungszeit im Winter für die Rückrunde noch weiter verbessern können. Spätestens im Frühjahr grüßen wir wieder freundlich von der Tabellenspitze.

Zum Spiel gegen Bochum selbst muss ich glaub ich gar nicht so viel sagen. Es war ein Genuss. Ich kann mich kaum erinnern, wann man das letzte mal so entspannt einem Spiel unserer Mannschaft folgen und einfach genießen konnte. Wir haben sie im Vorbeigehen geschrubbt, lange Zeit fast unvorstellbar bei uns. Wir haben noch einen weiten Weg bis zu dem ein oder anderen Titel vor uns. Aber die Route dahin hat die Mannschaft mit ihrer Spielweise definitiv bereits ins Navi eingetippt. Aus dem die Stimme von Louis van Gaal ertönt: „Nach 30 m mit rechts abschließen“ und ähnliches. Nur bei Ivica Olic hört man die ganze Zeit: „Die Route wird neu berechnet“ und „bei der nächsten Möglichkeit bitte wenden“. Einfach zu schnell der Mann.

© 2009 Traumtorschuetze

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Rückschlag in Hamburg – Im DFB-Pokal nach Frankfurt

Fuck! Bild: jACK TWO used under CC License

Das war aus sportlicher Sicht irgendwie ein sehr unbefriedigender Samstag Abend. Man wird das Gefühl nicht los, drei Punkte so ein bißchen verschenkt zu haben in Hamburg. Sicherlich war der HSV am Ende die glücklichere zweier etwa gleichstarker Mannschaften, aber eben genau dieses hätte nach dem Spielverlauf nicht sein gemusst vom Gefühl her.

Erst einmal muss ich vielen Spielberichten in der Presse widersprechen, die meinten es wäre kein hochklassiges Fußballspiel gewesen. Bis auf etwas zerfahrene 20 Minuten in der zweiten Halbzeit, fand ich das Niveau schon ziemlich ordentlich. Es war ein Spitzenspiel, in denen beide Mannschaften immer wieder ihre Klasse zeigten, in dem Emotionen drin waren, aber auch die beidseitige Fähigkeit sich im entscheidenen Moment zu neutralisieren. Auch das gehört nunmal dazu, wenn zwei starke Mannschaften aufeinandertreffen. Solche Spiele entscheidet die Mannschaft für sich, die einen Tick geiler ist. Und das war leider gestern tatsächlich der Hamburger SV.

Die ersten 20 – 30 Minuten allerdings hatten wir die Partie komplett im Griff und haben unser Spiel sehr gut durchdrücken können. Genau das ist auch der Grund, warum es sich nach verschenkten drei Punkten anfühlt. Wir hätten in dieser Phase einen Tick konsequenter sein und eine unserer recht guten Chancen nutzen müssen. Eigentlich lag die Führung da fast in der Luft, wir hätten nur zuzugreifen brauchen praktisch. Aber da waren wir oft zu überhastet, oder zu eigensinnig. Vor allem Robben hat sich da besonders hervorgetan, über den nicht nur Müller einige Male den Kopf geschüttelt hat. Überhaupt war das kein gutes Spiel von Robben, der auf das Maß eines normalen Fußballspielers zurückgeschrumpft wurde gestern. Vor allem die zweite Halbzeit war es ein bißchen sehr wenig, was von ihm kam.

Jedenfall sind die Hamburger nach gut 30 Minuten mit einer guten Aktion erst so richtig aufgewacht in diesem Spiel, die Butt allerdings mit einer echt heftigen Parade zunichte machte. Den Ball hatte ich schon drin gesehen, das war schon aller Ehren wert von Butt, das kann man ja auch mal betonen. Danach haben wir unsere bis dahin gezeigte Dominanz dann leider viel zu leichtfertig aus den Händen gegeben. Die Hamburger haben sich von da an in dieses Spiel reingebissen und wir haben es nicht verstanden ihnen die Zähne komplett zu ziehen, was durchaus möglich gewesen wäre. Vielleicht hat da echt ein van Bommel gefehlt, der genau in dieser Phase einfach mal ein, zweimal Amok läuft. Wir waren da zu brav zwischen der 35. und 75. Minute. Neutralisieren reicht da nicht, nicht nach dieser guten ersten halben Stunde. Wenn du da dem Gegner konsequent und auch mit gesunder Härte zeigst, dass heute für ihn nichts zu holen ist, dann läuft das Spiel totsicher in unsere Richtung.

Dem war aber nicht so und so entwickelte sich ein völlig offenes Spiel, bei dem es klar war, dass eine einzige Szene entscheidend sein würde. Die hatten am Ende die Hamburger, shit happens. Nun beschwören viele wieder den Untergang des Abendlandes herauf, was ich absolut nicht nachvollziehen kann nach diesem Spiel. Die Tendenz nach einem gewonnen Spiel schon fast den Champions League Titel in München zu sehen, nach einer Niederlage aber alles in Frage zu stellen, ist ungebrochen auf dem Vormarsch. Bleibt´s mal alle ganz entspannt. Wir haben in den letzten Wochen zwei bis drei Schritte nach vorn gemacht und jetzt halt einen zurück. That´s life. Das ändert nichts daran, dass wir grundsätzlich auf dem richtigen Weg sind. Ich denke, dass wird die Mannschaft schon im nächsten Spiel gegen Juve beweisen.

Zu sehr in die Einzelkritik möchte ich nicht gehen. Ich habe keinen unserer Spieler so richtig schlecht gesehen. Robben erwähnte ich, weil er gerade in der entscheidenen Phase des Spiels praktisch unsichtbar war und man von einem Mann seiner Klasse einfach mehr erwartet. Genau das gilt auch für Lahm, der mich wieder einmal sehr enttäuscht hat. Der war gedanklich gar nicht richtig auf dem Platz hatte man das Gefühl. Und beim Gegentor lieferte er selbst sozusagen den Beweis dafür. Jetzt haben wir einige Spiele hinter uns und man muss einfach ganz nüchtern feststellen, dass wir einen weltklasse linken Verteidiger verloren, und einen recht durchschnittlichen rechten Verteidiger gewonnen haben nach seinem Wechsel auf rechts. Gestern hat er ja mehr im Mittelfeld gespielt, aber das fand ich jetzt noch weniger überzeugend muss ich sagen. Er gehört einfach auf die linke Verteidiger-Position, ich denke das kann man jetzt mitlerweile so sagen.

Dennoch war es aber wie gesagt kein schlechtes Spiel von der Mannschaft. Jetzt heißt es Mund abputzen und weitermachen. Wir haben eh ein Programm, bei dem alles Schlag auf Schlag geht. Jetzt folgt mit dem Juve-Spiel gleich der nächste Kracher. Auch das wird eine enge Kiste, keine Frage. Aber seien wir ehrlich, letztes Jahr hätte keiner wirklich Bock auf dieses Spiel gehabt und es wär einem eher Angst und Bange gewesen. Dieses Jahr freut man sich einfach auf einen geilen Champions League Abend mit einem klangvollen Gegner. Die Zeiten haben sich schon gewaltig geändert und das darf man auch nach so einer Niederlage wie der gestrigen nicht vergessen.

Am späten Abend wurde dann noch die nächste Runde im DFB-Pokal ausgelost. Wir müssen nach Frankfurt, was irgendwie ein richtig ekelhaftes Los ist finde ich. Das wird so ein typisches Spiel in dem Frankfurt im wahrsten Sinne des Wortes das Spiel des Jahres macht und so abgeht wie sonst die ganze Saison nicht. Aber nun gut, wir müssen das so annehmen und das beste draus machen. Nur mit spielerischer Dominanz wird das aber nicht gehen – so sehr ich dieses Konzept von van Gaal mag. Zu diesen holländischen braucht es einfach den Tick der deutschen Tugenden, um solche Spiele zu gewinnen. Auch gegen Hamburg wäre das wünschenswert gewesen, so als Ergänzung zum spielerischen Plan, den ich aber dennoch absolut befürworte, das sei nochmal betont. Das wird aber schon, diese Mannschaft ist noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Wir nehmen diese Niederlage einfach wie Männer und stehen wieder auf.

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FC Bayern München gegen Rot-Weiß Oberhausen im Live Stream

Knapp über der Grasnarbe. Bild: FANATICO TOTAL DL FÚTBOL used under CC License

Ohne große Verschnaufpause geht der Siegeszug unserer Roten heute im DFB-Pokal Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen in die nächste Runde (Anstoß 19:00 Uhr). Die kommen zwar garantiert auch nicht nur wegen der Wiesn, dem Bier und den sexy Madls im Dirndl nach München, sondern werden natürlich versuchen uns das Leben schwer zu machen. Wenn die Spieler allerdings nicht ganz so arrogant sind wie ich jetzt gerade und die Partie ernsthaft angehen, kann eigentlich nix anbrennen.

Wer sein Sky-Abo heute nicht nutzen kann, der findet hier ab 14:00 Uhr alle Sender, die das Spiel als Livestream im Internet übertragen. Falls die nötige Software fehlt, die gibt es hier zum gratis Download.

Die Blöd weiß übrigens mal wieder (angeblich) mehr als alle anderen. Laut eigener Aussage haben sie beim Abschlusstraining trotz Sichtschutz, Selbstschussanlagen und Tretmienen spionieren können. Sherlock Bild sozusagen. Demnach soll wohl ordentlich rotiert werden heute Abend. Robben und Schweinsteiger könnten eine komplette Pause bekommen und auf der Tribüne Platz nehmen, Ribery spielt wohl von Anfang an, Ottl, Baumjohann, Breno und Sosa könnten ihre Chance bekommen und Luca Toni steht zum ersten mal zumindest im Kader. Wenn´s so kommt wäre es mir ein kleines bißchen zuuu viel Wechselei. Aber warten wir´s ab, so ganz glaube ich noch nicht dran, dass wir mit einem komplett runderneuerten Mittelfeld auflaufen.

Wir sind übrigens seit 18 Jahren im DFB-Pokal zuhause ungeschlagen. In meinen Augen viel zu wenig, an der Serie muss noch ein bißchen weitergearbeitet werden. Auf geht´s, ihr Roten!

© 2009 Traumtorschuetze

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