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Vom FC Hollywood zum FC Casablanca

Schöne Fassade, turbulenter Inhalt.

Text: Marco Thielsch   Bild: Radiohead022 used under CC License

Ganz große Gefühle, öffentliche Denunziationen, tiefe Enttäuschungen und Liebe auf den ersten Blick. Was klingt wie der Teaser einer neuen, schlechten Sat 1 Telenovela, ist die Zustandsbeschreibung der FC Bayern-Familie. Männer können keine Gefühle zeigen? Geh mal zum FC Bayern, da siehst du ausgewachsene Männer sich bitterlich öffentlich ausweinen.

Vom FC Hollywood zum FC Casablanca. So lassen sich die Befindlichkeiten unser Familienoberhäupter zur Zeit wohl am besten umschreiben. Das klingt vielleicht amüsant, ist es aber ganz und gar nicht. Die Lage ist kurzfristig ernst bis langfristig hoffnungslos.

Schaut man dieser Tage in das Gesicht von Louis van Gaal, so fühlt man sich zwangsläufig in das Jahr 2007/2008 zurückversetzt. Es tun sich erstaunliche Parallelen auf in der Mimik von Louis van Gaal zu der Mimik von Ottmar Hitzfeld, nachdem dieser durch Karl-Heinz Rummenigges Satz „Fußball ist keine Mathematik“ den Boden unter den Füßen weggezogen bekam. Vor dieser Erniedrigung war dort der pure Spaß zu sehen, die Freude und der Stolz darauf, Trainer des FC Bayern München zu sein. Identifikation pur. Nach der Erniedrigung konnte man in jeder Falte, in jedem Versuch die Mimik zu kontrollieren sehen, wie tief die Enttäuschung saß. Genau das Gleiche sehen wir zur Zeit bei Louis van Gaal, nachdem ihm Uli Hoeneß verbal per Hassgrätsche öffentlich die Beine weggezogen hat. Geschichte wiederholt sich. Bei unserem FC Bayern indes allzu oft.

Aber es gibt auch Unterschiede. Während Kalle damals das Denkmal des Generals für alle Tauben dieses Landes zum Vollscheißen freigegeben hatte, er damit unfassbar vergangene Großtaten und die Verdienste von Ottmar beschmutzte, hat das was Uli bei Sky90 losgetreten hatte vor allem Auswirkungen auf die Zukunft. Wir waren sehr nahe dran, mit Louis van Gaal eine ganz neue Ära beim FC Bayern einzuleiten. Eine Ära von für FC Bayern-Verhältnisse ganz neuen, schönen, taktisch hochanspruchsvollen und nebenbei wunderschönen Fußballs. Und aber auch eine Ära von vielleicht mehreren starken Persönlichkeiten als Trainer in den folgenden Jahren. Wenn es noch einen Beweis bedurfte, dass starke Trainer, die keine Ja-Sager sind, zwischen diesen ganzen Persönlichkeiten im Verein keine Überlebenschancen haben, dann hat Uli diesen Beweis heuer spätestens geliefert.

Und das ist eine richtungsweisende Geschichte. Ja-Sager hatten wir zu genüge in den letzten Jahrzehnten. Und was war die Folge? Sie waren viel zu schwach, als dass sie sich über mehrere Jahre halten hätten können. Zu schwach, wirklich auf die Jugend zu setzen, da sie immer Angst vor dem kurzfristigen Mißerfolg hatten. Zu schwach, um taktisch wirkliche Neuerungen einzuführen, da sie schon nach ganz wenigen suboptimal laufenden Spielen ansonsten intern und medial völlig zerrieben wurden. Zu schwach, sich bei Transferwünschen wirklich nach mittel- und langfristigen Überlegungen durchzusetzen und ein Team nach ihren Vorstellungen zu bauen. In allen Belangen also zu schwach, um den FC Bayern spielerisch wirklich wieder in das europäische Top-Niveau zu führen.

Jetzt haben wir so einen Trainer. Noch. Und bei aller Schroffheit kann man ihm eigentlich rein gar nichts vorwerfen. All die Punkte im oberen Absatz erfüllt dieser Mann. Und er mag eigenwillig sein, aber vor den Aussagen von Uli war dort auch eine echte Verbundenheit mit dem FC Bayern zu sehen. Die Identifikation triefte förmlich aus diesem Mann heraus. Was also will man mehr? Was mehr kann man sich wünschen? Nada, nichts!

Und was wird sich gewünscht? Kommunikation. Aber was bedeutet dies denn? Mit wem muss so ein Mann denn kommunizieren? Doch vor allem mit der Mannschaft. Und da ist es hochinteressant zu sehen, wie ausgerechnet die Spieler, für die Uli Hoeneß in seinem Interview in die Presche springen wollte, in den höchsten Tönen vom Trainer sprechen. Wo fehlt es denn da an Kommunikation? In jedem Fall nicht beim Trainer.

Die Gründe für Ulis Ausbruch liegen tief und Louis van Gaal kann im Grunde überhaupt nichts dafür, er ist da in eine Sache reingeraten, die schon seit Jahren im Verein vor sich hin gährt. Vieles ist Spekulation, aber als aufmerksamer Beobachter des FC Bayern kann es einem nicht entgangen sein, dass sich die Führung untereinander nicht so einig ist, wie sie gerne das Bild für die Öffentlichkeit zeichnen. Es ist auch kein Zufall, dass Kalle damals Ottmar abgesägt hatte, der eher Ulis Mann war, Uli wiederrum nun Louis absägt, der eher Kalles Mann ist. Als normal sterblicher Bayernfan weißt du da gar nicht mehr zwischen gut und böse zu unterscheiden, das ist voller Irrungen und Wirrungen. In jedem Fall drängt sich der Verdacht auf, jemand erträgt es nicht, nicht zu allem immer befragt zu werden. Obwohl dieser jemand doch ganz freiwillig etwas kürzer treten und das Tagesgeschäft anderen überlassen wollte.

Natürlich ist Louis van Gaal immer noch unser Trainer und für Abgesänge ist es zu früh. Dennoch mache ich mir absolut keine Illusionen. Was wir momentan seit dem elendigen Sky90 Interview erleben, ist das qualvolle, langsame, schleichende Ende des Trainer Louis van Gaal beim FC Bayern München. Maximal sehen wir Louis bis zum Ende der Saison bei uns, da bin ich mir sicher. Wenn der Erfolg ausbleibt, wird er ganz schnell auch früher weg vom Fenster sein. Und dann geht der selbe, elendige Mist wieder von vorne los. Schwacher Trainer, hinterherhecheln hinter kurzfistigem Erfolg, dadurch Null Entwicklung der Mannschaft, zerrieben werden zwischen den Fronten der Entscheider im Verein und all diese traurigen Begebenheiten. Denn dass nochmal ein wirklich starker Trainer vom Schlag van Gaal, Mourinho, oder ein anderer mit konsequent eigenen Ideen kommt und sich das antut, davon ist nicht auszugehen. Wir haben dann zwei Königsmorde hinter uns, so verrückt ist keiner.

Bis es soweit ist, wird es allerdings noch viele kleine Scharmützel geben. Denn Louis van Gaal ist nicht Ottmar Hitzfeld, der seine Enttäuschung in sich reingefressen hat, bis es ihm seine Seele zerriss. Louis van Gaal gibt Kontra. Das ist seiner starken Persönlichkeit geschuldet und ich kann es nicht nur verstehen, ich finde es sogar überaus sympathisch. Man kann über den Mann sagen was man will. Aber nicht, dass er nicht ein absolut ehrlicher, aufrechter und authentischer Mann ist. Und als solcher buckelt man nicht, sondern man tut und sagt, was man für richtig hält und wozu man stehen kann. Was genau der Grund ist, warum van Gaal in jeder seiner Mannschaften und auch in unserer Mannschaft, bombig ankommt. Auf den Mann ist Verlass. Leider allerdings nun auch darin, sich nichts gefallen zu lassen und so stehen uns auch weiterhin turbulente Wochen bevor. Manche drehen ihm daraus einen Strick. Ich nicht, auf gar keinen Fall. Jede charakterliche Stärke kann auch zur Schwäche werden, wenn die Umstände dies herausfordern. Und dies ist der Fall gewesen, als Uli völlig unnötig und ohne jede Not diesen Stein ins Rollen brachte.

Und so kann man nur hoffen, dass wir wenigstens noch diese Saison bis zum Ende in den Genuss des van Gaalschen Fußballs kommen und möglichst viel davon danach in dieser Mannschaft hängen bleibt. Frei nach einem Casablanca-Zitat: Küss mich, du wunderbarer Fußball. Küss mich, als wäre es das allerletzte Mal!

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2:1 in Mainz verloren – Now we sit whole beautiful in the shit

Selbst die Nostalgie war früher besser. Bild: shaun wong used under CC License

Mein lieber Herr Gesangsverein, es ist gar nicht so einfach die richtigen Worte zu finden und die Ruhe zu behalten. Eins steht fest, die Hütte brennt – und dies in so ziemlich jeder erdenklichen Ecke.

Angefangen natürlich beim Auftreten unserer Mannschaft. Die erste Halbzeit ist mit den Worten Frechheit, lächerlich, peinlich und/oder Schande noch ziemlich harmlos umschrieben. Diese Mannschaft war toter als tot, da war keinerlei Laufbereitschaft, man ist in die Zweikämpfe gegangen wie kleine Mädchen und hat sich in manchen Szenen von den Mainzern regelrecht vorführen lassen. Da das – bei allem Respekt – nur Mainz war, muss man diese erste Halbzeit zweifelsohne zu den schlechtesten Halbzeiten der Vereinsgeschichte einordnen. Und dafür gibt es nicht den Hauch einer Entschuldigung.

Exemplarisch sicherlich das 2:0 durch Bance. Da lassen wir uns an der Außenlinie wie eine Schülermannschaft düpieren, Klose (der da hinten natürlich auch eigentlich nichts verloren hat) unternimmt nicht einmal den Versuch die Flanke zu verhindern, der Ball ist 2 Minuten lang in der Luft, aber van Buyten (seines Zeichens 3,56 m groß) segelt trotzdem unter dem Ball her und Bance braucht nur noch mit einer Nick-Bewegung guten Tag sagen und die Murmel zappelt folgerichtig im Netz. Jungs, meiner E-Jugend hätte ich seinerzeit den Kopf abgebissen, wenn wir so ein Tor kassiert hätten. Und die haben für ne koffeinfreie Cola und nen Lolli gespielt. Unfassbar. Vor allem nachdem in den Minuten zuvor Bance schon zwei, dreimal völlig unbedrängt zum Abschluss kam. Man hat ihn förmlich angebettelt sein Tor zu machen.

Die zweite Halbzeit war dann nach dieser desaströsen ersten Hälfte nicht mehr als das Mindeste was man erwarten kann, nachdem man 45 Minuten lang das Bayerntrikot entehrt hat. Deswegen werde ich sicher nicht den vergebenen Chancen hinterhertrauern. Auch wenn ich gestern bis zur letzten Sekunde um den Ausgleich gezittert habe, mit einem Tag Abstand muss ich nach dieser ersten Hälfte sagen, ist es besser so, dass der nicht gefallen ist. Das was diese Woche auf die Spieler zukommt haben sie mehr als verdient. Punkt!

Allerdings sollte sich jeder einzelne Bayernfan jetzt fragen, wie er mit dieser Situation umzugehen gedenkt. Wir sind spätestens seit Klinsmann in einer unerträglichen Phase der Selbstzerfleischung angekommen, die im Moment zweifelsfrei einen ihrer Höhepunkte erlebt. Es geistern schon seit geraumer Zeit die Begriffe von „echten Fans“ und „Erfolgsfans“ rum. Das bringt seit je her einiges an Konfliktpotenzial mit sich, allein deshalb, weil es sicherlich schwer ist die Dinge so in schwarz und weiß zu klassifizieren, während ohne Zweifel auch einiges an Grauzonen existiert.

Allerdings ist eines nicht wegzudiskutieren, nämlich das es diese Erfolgsfans bei uns gibt und das zu Hauf, Grauzonen hin oder her. Und die bringen jetzt natürlich mal so richtig Unruhe rein. Irgendwie paradox, dass solange der Erfolg da ist, sich keine Sau für diese Leute und deren „Meinung“ (welche meist nur aus wüsten Beleidigungen eigener Spieler und völlig überzogener Transferwünschen besteht) interessiert, sobald der Erfolg weg bleibt aber diese Erfolgsfans ihr unverdientes Forum erhalten ihren Müll öffentlichkeitswirksam abzusondern. Erfolgsfans werden also erst mit dem Mißerfolg irgendwie halbwegs relevant, irgendwie bemerkenswert.

Wie dem auch sei, wir stehen nicht nur sportlich an einem Scheidepunkt. Jeder einzelne muss sich jetzt fragen, wie er mit dieser Situation umzugehen gedenkt. Wild auf die Mannschaft einzukloppen, den Vorstand in die Wüste schicken wollen, ständig nach internationalen Topstars schreien…tja, mit dieser Einstellung spielen wir allen Fans anderer Vereine sowas von in die Karten, die immer behauptet haben, wir hätten keine echten Fans. Ein geschätzter Kollege hat dazu folgendes geschrieben:

Wir erleben derzeit eine recht miese Phase beim FC Bayern, langfristig die Machtära Rummenigge, kurzfristig ein paar nicht gewonnene Spiele und schwache Leistungen, aber ich würde es begrüßen, wenn man nicht bei jedem Gegentor den Untergang des Abendlandes heraufbeschwören würde. Sowas hab ich bisher sonst nur in Schalke-Foren gesehen, es wäre angenehm zu beobachten, wenn Bayern-Fans in schlechten Zeiten etwas mehr Würde zu zeigen in der Lage wären. Stattdessen bringen es jene, die nicht in Selbstmitleid versinken und offenbar Mühe haben, ihr armes Bayernherz am Brechen zu hindern, gerade mal soweit, Rundumschläge gegen Trainer und Spieler zu verteilen.

Das gilt wie gesagt natürlich nur für diese Schaumschläger, die in guten Zeiten eh keiner ernst nimmt, sie sich selbst ja auch nicht. Der harte Kern ist natürlich nach wie vor vorhanden, der die Dinge realistisch, aber mit absoluter Vereinsliebe sieht. Dennoch muss man mit Erschrecken feststellen, diese Erfolgsfans kriegen grad ganz schön Gehör und das kratzt natürlich an unser aller Image, mit solchen Idioten verwechselt zu werden.

Wie geht´s weiter? Sportlich steht das erstmal ein wenig in den Sternen würde ich sagen. Die Mannschaft hatte schon letztes Jahr so einige Charaktertests nicht bestanden. Da rechnete man immer und immer wieder mit der typischen Bayern-Mentalität, nach ein oder zwei schlechten Spielen eine absolute Reaktion zu zeigen. Und man wurde immer wieder enttäuscht. Für das Spiel gegen Wolfsburg erwarte ich trotzdem wieder diese Reaktion. Es muss der Mannschaft klar sein, was es bedeutet unser Trikot tragen zu dürfen. Ein Ottmar Hitzfeld konnte dies den Spielern wie kein Zweiter vermitteln. Ich hoffe, Louis van Gaal ist dazu auch in der Lage. Denn das ist jetzt das allerwichtigste, dass die Mannschaft endlich Eier zeigt und solche Fights abliefert, dass kein normal denkender Fan irgendwie unzufrieden sein kann. Es muss ganz klar ein Signal von der Mannschaft ausgehen, dass sie die Zeichen der Zeit verstanden haben und dass sie gewillt sind um ihr Leben zu rennen. Das ist das Mindeste was ich von den Spielern jetzt erwarte in den nächsten Wochen.

Wie geht´s sonst weiter? Wenn man sich Rummenigge und Hoeneß so angeguckt hat während und nach dem Spiel in Mainz, so könnte man durchaus auf die Idee kommen, sie werden nochmal aktiv auf dem Transfermarkt. Die Gesichtsausdrücke kenn ich doch, die werden glaub ich heute ziemlich angestrengt diskutieren. Man kann nur beten, dass es nicht van der Vaart wird. Das wäre in meinen Augen der endgültige Todesstoß für eine Mannschaft, die offensichtlich jetzt schon das ein oder andere Charakterproblem hat. An Kreativen ist sonst nur noch Sneijder auf dem Markt, sollte es stimmen, dass es mit Inter noch nicht perfekt ist.

Meiner Meinung nach hakt es aber gar nicht vor allem im kreativen Bereich. Klingt vielleicht erstaunlich, nachdem uns drei Spiele lang nach vorne so gut wie nix eingefallen ist. In meinen Augen ist es aber eher wichtig, die Defensive zu stärken. Wenn die steht, dann kommen die anderen Dinge fast von allein. Es ist nicht zu übersehen, dass Lahm auf der rechten Seite nicht ansatzweise das zu leisten im Stande ist, was er links leisten kann. Somit wäre mein Wunschtransfer wenn dann immer noch ein rechter Verteidiger, der diesen Namen auch verdient, so dass Lahm wieder auf links rücken kann. Und in der Innenverteidigung hat van Buyten gestern leider mal wieder bewiesen, dass er zwar eine gute Ergänzung ist, aber wahrlich kein Abwehrchef. Das sind in meinen Augen die Baustellen Nummer eins.

Aber auch diese Mannschaft jetzt ist zweifelsfrei stark genug. Kann mir ja keiner erzählen, wir wären zu schwach besetzt um zum Beispiel in Mainz zu gewinnen. Jetzt noch panikartig irgendwen zu verpflichten, würde demnach nicht ansatzweise das eigentliche Problem lösen. Welches vor allem in der Verunsicherung der Spieler zu suchen ist. So erklären sich die ganzen Alibi-Pässe, Rückpässe, die wenige Laufbereitschaft und all das an was es unserem Spiel krankt. Dies zu lösen ist sicherlich Aufgabe des Trainers. Aber das ist eine verdammt schwere Aufgabe. Schließlich muss er ein ganzes Jahr aus den Köpfen rausbekommen, in welchem Klinsmann die Spieler komplett verrückt gemacht und ihnen jegliches Selbstvertrauen genommen hat. Zur Erinnerung, Klinsmann übernahm einen Kader von Hitzfeld, welcher vor Selbstvertrauen nur so strotzte. Er hat es innerhalb weniger Monate geschafft, dass die meisten Spieler nur noch ein Schatten ihrer selbst und ihrer in der Vergangenheit häufig gezeigten Leistungen sind. Und es ist nunmal normal, dass es nur sehr kurze Zeit braucht, etwas mit dem Arsch einzureißen, aber sehr lange, um es mit den Händen wieder aufzubauen.

Wir stehen am Scheidepunkt, in mehrfacher Hinsicht. Aber eines muss mehr als deutlich sein: FCB bis zum letzten Atemzug!! Und cool bleiben, Freunde. Jetzt durchzudrehen ist das einfachste, aber es zeugt nur von Schwäche. Wir müssen jetzt alle gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen und an einem Strang ziehen. Wie es mein Mentor 2Pac einst sagte: Kriege kommen und gehen, aber unsere Soldaten stehen ewig!

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Luca Toni ist „ein Weltmeister der Unzufriedenheit“

Tonigol. Bild: nicholas macgowan used under CC License

Das er ein Weltmeister der Unzufriedenheit wäre behauptet zumindest Gottmar Hitzfeld. Selbst wenn ich anderer Meinung wäre, was ich nicht bin, ich würde dem Trainergott auf keinen Fall widersprechen. Er muss es ja auch genau wissen, schließlich hat er ein Jahr lang mit dem Ohrschrauber gearbeitet. Und wenn der in dieser für ihn so erfolgreichen Saison damals schon unzufrieden mit irgendwas war, dann gute Nacht für dieses Jahr.

Denn Luca Toni wird einen verdammt schweren Stand haben und ist im Moment in meinen Augen klar die Nummer 5 im Sturm, hinter Gomez, Klose, Müller und Olic, in selbiger Reihenfolge. Solange Mario Gomez fit ist, wird er eh kaum spielen, da ich mir Toni zusammen mit Gomez so gar nicht vorstellen kann, die würden sich ziemlich auf den Füßen stehen. Von daher ist Luca Toni der Platz auf der Ersatzbank so gut wie sicher.

Für ihn sicher kein Beinbruch. Unsere Bosse haben ihm schließlich einen Vertrag unter die Nase gehalten, als er zu uns gekommen ist, der die reinste Altersvorsorge ist. Vier volle Jahre zu fürstlichsten Bezügen und das in seinem damals schon nicht mehr so frischen Alter. Riester deluxe kann man sagen. Die 10 Millionen im Jahr werden sicherlich das schmerzende Sitzfleisch schnell heilen. Nur ob er um seinen Platz bereit ist zu kämpfen wage ich zu bezweifeln. Ich spreche ihm irgendwie die Mentalität dazu ab, lasse mich aber natürlich gern eines besseren belehren.

Schaun mer mal was das gibt. Jedenfalls ist für mich eindeutig, dass die beiden Stareinkäufe von vorletzter Saison, nämlich Ribery und Toni, in der jetzigen Mannschaft die größten Gefahrenherde für die Harmonie sind. Babytime is over, jetzt ist van Gaal da und braucht Männer.

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10 Jahre nach den 120 Sekunden von Barcelona

Am heutigen Tag genau 10 Jahre ist dieses Finale in Barcelona nun schon wieder her. Es ist wohl so unglaublich es klingt im Nachhinein einer der stolzesten und wichtigsten Momente in meinem Fandasein gewesen. Dem Triumph so nah, voller unglaublicher Glücksgefühle. Nachspielzeit: 3 Minuten! Da brennt nichts mehr an, Jungs! Wir waren klar besser, das war unser Spiel, unser Abend, unsere Trophäe. Und dann bekommt Fink den Ball nicht weg. Mir schwante schon böses. Und die hauen uns das Ding tatsächlich noch rein. Schockstarre.

Kurzes sammeln, sich selbst Mut zusprechen und versuchen sich von Triumph auf eine drohende Verlängerung umzustellen. Nochmal Eckball für ManU. Die werden doch nicht, die werden doch nicht…sie werden. 2:1, das Herz sackte in die Knie, der Kopf will es nicht glauben, die Augen melden aber unerschrocken die Tatsachen ans Großhirn, Abpfiff, totale Leere. Keine Wut, Trauer oder Enttäuschung. Einfach eine komplette Leere, da war gar nix mehr, keine Emotion, keine funktionierenden Sinnesorgane mehr, keine Welt um einen herum, kein gar nichts mehr. Das Gesicht bis zum frühen Morgen hellwach, aber in exakt diesem leeren Zustand verharrend im Kissen vergraben. Zwei Wochen zu keinerlei Kommunikation oder sonstigem Sozialleben fähig.

Und dennoch die wichtigste Niederlage in meinem Fanleben und die wichtigste Niederlage auch für die Mannschaft und den Verein. Daraus ist ein Ehrgeiz entstanden, der diese Mannschaft in den nächsten Jahren zu ihren sagenumwobenden Großtaten geführt hat. Die Mentalität des niemals aufgeben und des weiter, immer weiter hatte ihre Wurzel an diesem schrecklichen Abend. Und auch ich habe für´s Leben aus all dem gelernt. Diese Mentalität ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Keine Niederlage, nicht einmal die brutalst mögliche kann verhindern das ich immer hoch erhobenen Hauptes durch´s Leben gehe. Und jede Niederlage ist nichts weiter als ein Anreiz etwas noch größeres zu schaffen. In diesen Jahren habe ich endgültig gelernt was Größe ist, in allen Lebensbereichen. Triff mich so hart du kannst, ich bleibe immer stehen und komme mit doppelter Kraft zurück.

Das waren meine bescheidenen Erfahrungen mit dieser Niederlage. Viel interessanter für euch ist sicherlich wie die Protagonisten das damals empfunden haben. Ottmar Hitzfeld, Mario Basler und Stefan Effenberg erzählen in der Blöd. Lothar Matthäus erinnert sich in der AZ. Und wie bereits schon einmal drauf hingewiesen: Im (noch) aktuellen Printheft der 11Freunde ist ein sehr schöner und ausführlicher Artikel dem Thema gewidmet. Man sieht allein am Medienecho die Bedeutung dieser Nacht. An sie wird wohl noch in weiteren 50 Jahren erinnert werden. Und das völlig zurecht.

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110 % Bayern vs 50 % Barca gleich 1:1

Schütze des 1:0. Was er hoffentlich nicht als Bewerbung beim Gegner ansah. Bild: nicholas macgowan used under CC License

Entschuldigt die kleine Schreibpause. Das Ding mit Rensing hatte mich zu derb erwischt, als das ich die richtigen Worte finden konnte. Die Ausmaße der Unkultur, welche inzwischen bei uns eingezogen ist, hat mich kurzzeitig sprachlos gemacht. Aber zu gegebener Zeit werde ich mich diesem Thema noch ausführlich widmen, soviel steht mal fest.

Mit einem scheinbar ganz achtbaren Ergebnis im Rückspiel gegen den FC Barcelona verabschieden wir uns also dieses Jahr ziemlich schmucklos aus der europäischen Königsklasse. Scheinbar ganz achtbar, da das Ergebnis über den wahren Leistungsstand beider Mannschaft natürlich sehr hinwegtäuscht. Barcelona hat geradezu gelangweilt auf die verkrampften, aber immerhin diesmal vorhandenen Bemühungen unserer Jungs reagiert. Während unsere sich abmühten, spielte Barcelona mit den Händen in der Tasche ihren Stiefel mit höchstens 50 % Einsatz im Dauerlauf-Tempo herunter.

Unsere 110 % beziehen sich auf die momentanen Bayern, ohne Selbstvertrauen, Taktik und bayerisches Selbstverständnis. Das wirkliche Bayern-Gen ist uns vom californischen Hexer weggezaubert worden. Mit 110 % echten Bayern, hätten wir durchaus auch gegen dieses Barcelona eine Chance gehabt.

Am Ende bekam dann die Bayern-Bank unüberhörbar zu spüren, dass das ob und wie der Rensing-Degradierung das Fass endgültig zum überlaufen gebracht hat. Klinsmann raus, Vorstand raus, begleitet von Ottmar Hitzfeld, du bist der beste Mann Sprechchören. Mehmet Scholl wurde gefeiert, genauso wie Oliver Kahn und Udo Lattek. Und um dem Standpunkt noch etwas Nachdruck zu verleihen, durfte Klinsmanns Intimfeind Lothar Matthäus natürlich auch nicht fehlen. Uli Hoeneß sagte später er hätte „die Fans zur Kenntnis genommen“. Welche Schlüsse er daraus gezogen hat hätte mich zwar auch noch brennend interssiert, war aber nicht zu erfahren.

Die Tore: FC Bayern München vs FC Barcelona

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1 Stunde Meisterfeier auf dem Marienplatz

Die schönste Meisterfeier seit vielen Jahren gibt es hier nochmal in einem langen Video zu sehen. Emotionale Momente bei der Verabschiedung zweier Seelen des FC Bayern, Ottmar Hitzfeld und Oliver Kahn, kindliche Freude bei den Rensing und Lell, Party bei den Südamerikanern und den gefühlten Südamerikanern Ribery, Poldolski und Schweinsteiger und ein pickepackevoller Marienplatz in bester Stimmung.

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