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Nach Frankfurt ist vor Frankfurt

Zwischen zwei Gründen sich zu freuen. Bild: Stadtneurotiker used under CC License

Entschuldigt meine kurze Schreibpause. Ich war mit Umzügen und Möbel schleppen beschäftigt in den letzten zwei Tagen. Man nannte ihn Spartakus.

In der Zeit haben wieder Hinz und Kunz die Fresse über den FC Bayern aufgerissen, jeder muss zur Zeit ungefragt seinen Senf zu uns abgeben. Auf Deutsch: Ich scheiß auf die ganzen Günter Jauchs und all die Vögel, die auf einmal alle aus ihren Löchern kommen und alles besser wissen, bzw. unnötig Unruhe stiften.

Wobei man auch differenzieren muss. Wer zum Beispiel die Aussagen von Christian Ziege im Doppelpass oder Oliver Kahn im Blickpunkt Sport im Original gesehen/gehört hat, der reibt sich bei mal wieder mindestens 90 % aller Schmierereien quer durch die Gazetten verwundert die Augen, wie sehr man Worte aus dem Zusammenhang reißen kann, sie zur Not umdreht, um sie danach noch auf die Goldwaage zu legen. Die Presse scheint ein unglaubliches Interesse daran zu haben, Louis van Gaal ans Bein zu pinkeln und nutzt jede noch so klitzekleine Chance dazu. Aber wen kümmern diese abgefuckten Schmierfinken überhaupt noch? Ihr schreibt nur Scheiße und das seit Monaten. Bis auf 11Freunde und Kicker seit ihr alle nur noch Witzfiguren. Und so wie ich van Gaal einschätze hat er ein Gedächnis wie ein Elefant und wird euch alle schön der Reihe nach auflaufen lassen die nächsten Wochen. Und ich gönn´s euch von Herzen. Schreibende Sportjournalisten gehören dieser Tage zweifellos zum Abschaum dieser Gesellschaft. Ihr solltet euch mal Gedanken machen, warum ihr sensationsgeiler seid als eure Leser ihr Lappen. Unfassbar.

Das mal vorweg. Auch als Erklärung, warum ich diesem ganzen Bullshit hier im Blog keine Beachtung schenke. Mir ist es völlig egal ob Horst Eberhardt eine Kiste Wein wettet, dass Manuel Neuer im Winter zu uns kommt. Und wenn Horst Eberhardt zufällig Günter heißt und dies im Fernsehen tut ist es mir auch egal. Noch egaler ist es mir, wenn die Propaganda-Maschinerie daraufhin sofort auf Hochtouren läuft und überall daraus scheinbar die Meldung des Jahres macht. Diese ganzen Mechanismen sind nur noch ätzend und nervtötend. Geht mal nach Hause und legt euch wieder hin, da richtet ihr keinen Schaden an. Weder für uns, noch für euren Berufsstand, den ihr so gekonnt durch den Dreck zieht in letzter Zeit.

Gut in jedem Fall, dass wir am Samstag das Ding mit Willen und Leidenschaft noch für uns entschieden haben. Dieses Spiel und die Art und Weise wie wir es gewonnen haben, wird gegen Ende der Saison noch oftmals als der Wendepunkt schlechthin zitiert werden. Dieses Spiel hat mit absoluter Sicherheit die Mannschaft und den Trainer vollends zusammengeschweißt. Und nur darauf kommt es an. Diese ganzen Nebenkriegsschauplätze haben keinerlei Relevanz. Wichtig ist nur was zwischen Mannschaft und Trainer passiert. Wie Mark van Bommel es formulierte: „Wir sind nicht mit dem Trainer verheiratet. Aber fast.“ Und Samstag war der Polterabend, Freunde!

Natürlich hofft der oben zitierte Abschaum der Gesellschaft wie verrückt darauf, dass wir am Mittwoch aus dem Pokal ausscheiden, wenn wir wieder auf Eintracht Frankfurt treffen. Ich sehe auch schon die Vorberichterstattung der Live-Übertragung des Spiels vor mir. Alles fiebert einer Sensation entgegen. Und es wird das Spiel vom Samstag bemüht, bei dem uns Frankfurt angeblich kurz vor einer Niederlage hatte. Das wir genug erstklassiger Chancen hatten um drei Spiele zu gewinnen, wird dabei natürlich schön unter den Teppich gekehrt. Aber der Fußball schreibt in manchen Situationen sich wiederholende Geschichten. So wäre es nur typisch für den Fußball im Allgemeinen und den FC Bayern im Besonderen, wenn nach diesem knappen Sieg mit totaler Überlegenheit der gleiche Gegner wenige Tage später förmlich aus dem Stadion gefegt würde. Dieses Phänomen ist immer wieder zu beobachten, nicht nur mit unserer Beteiligung. Überraschen würde mich ein derartiger Spielverlauf morgen jedenfalls nicht.

Wird aber auch Zeit, dass diesem unseriösen „Sportjournalismus“ das Maul gestopft wird. Das geht natürlich nur über Ergebnisse. Und wenn die passen, geht es vor allem mit einem „Original Gangster“ wie van Gaal vorzüglich. Dieser Krieg – van Gaal gegen Journalisten – verspricht noch witzig zu werden. Louis hat das Können in seinem Job und darüber hinaus die Eier, einer Menge Leuten die Ohren lang zu ziehen. Einige werden sich noch wünschen sich nie mit ihm angelegt zu haben. Der wird ja so ab 300 Feinden erst richtig wach, Freunde der Sonne.

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Hass und Stolz Retro Jacke

Ich muss korrigieren, Sauerei hab ich nicht gesagt, geschrien hab ich auch nicht

Just for fun, ein paar Evergreens der deutlichen Worte.

Vermientes Gelände für diese frühe Form des „Embedded Reporter“, aber er hält sich einigermaßen tapfer. Wie es Mehmet Scholl einst auf die Frage, wovor er sich fürchten würde sagte: „Vor Krieg und Oliver Kahn.“

Freunde der Sonne, da muss man aufpassen. Über Wochen hinweg die selbe Scheiße.

Damals hattest du es noch gut, Effe. Heute wird über Monate hinweg nur Mist geschrieben.

Das ist Arbeit, wo man leistet Samstag Nachmittag.^^ (Aber der Schiri war auch nicht nur Schuld…) Biddäää???

Leute, ihr könnt sagen was ihr wollt, aber Lothar ist auf und neben dem Platz einfach unerreicht. Absolut überragend… 😀

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München ist rot - Haustierverbot T-Shirt FC Bayern München Fanartikel

Länderspielpausen, die Presse und die Nationalmannschaft öden mich voll an

Das sieht die Presse selbst anscheinend auch so. Bild: m.p.3. used under CC License

Gott, ist das laaangweilig während so einer nicht enden wollenden Länderspielpause. Irgendwie unpatriotisch von mir, aber die Nationalmannschaft gibt mir echt gar nichts mehr. Geht mir komplett am Allerwertesten vorbei, was die Schwabenconnection da so treibt, mit welchen stromlinienförmigen Ja-Sagern sie da ihre langweiligen Spiele bestreiten und was da unter dem Strich dabei rauskommt. Wenn ich die Spiele überhaupt gucke, dann nur unter dem Aspekt, dass sich möglichst kein Bayernspieler verletzt. Alles andere ist Kokolores.

Das war mal ganz anders. Eigentlich seit ich denken kann, war ich absoluter Fan der DFB-Mannschaft. Meine ersten Erinnerungen stammen von der WM ´86 in Mexiko, an die Faszination WM und an bittere Tränen, die ich als 8 jähriger nach dem verlorenen Finale vergossen habe. Ich erinner mich an die wahnsinnigen Duelle von Jürgen Kohler mit dem 1988 außerirdisch spielenden Marco van Basten, ich erinner mich an eine zum Zerreißen spannende WM-Quali für Italia ´90 – und einem Triumph dort, der uns alle auf den Straßen tanzen ließ. Auch die gesamten 90er Jahre über fieberte ich fast so bekloppt mit, wie mit meinen Bayern. Auch unter Rudi schlug mein Herz absolut für die Deutsche Nationalmannschaft. Und dann kam Klinsmann.

Seither passieren nur noch Sauereien rund um das DFB-Team. Es geht gar nicht so sehr um sportliche Entscheidungen, auch wenn sie als Folge auch nicht außer acht gelassen werden können. Es geht vor allem um die Strukturen, die da herrschen. Von Mayer-Vorfelder, über Zwanziger, über damals Klinsmann/Löw, über Bierhoff, über Köpke, über Flick, über Lehmann und unzählige weitere, das ist alles eine Suppe.

Vetternwirtschaft ohne Ende ohne jegliches Schamgefühl und dabei ein arrogantes Auftreten hoch 10. Dazu die ganzen Verstrickungen des DFB mit Hoffenheim und Dietmar Hopp – ich kann mich mit dem Laden einfach nicht mehr identifizieren, selbst wenn ich es wollte. Und das geht weit über die Sauereien hinaus, die damals um unsere Roten wie Oliver Kahn und Sepp Maier passiert sind. Soll mir keiner kommen, ich wäre nur beleidigt. Die Scheiße kann ich nicht mehr hören und denjenigen stampfe ich mit Extreme-Bud-Spencering  unangespitzt in den Boden.

Jedenfalls wird sich an meiner Einstellung zur Nationalmannschaft nichts ändern, solange die Strukturen dort sich nicht gewaltig ändern. Alles läuft doch nur noch irgendwie hinten rum ab dort, jeder einzelne Schritt. Der einzige, der die Fahne der Ehrlichkeit im Dunstkreis des DFB noch hoch hält, ist Matthias Sammer. Was ein Zufall, das der gegen den Willen praktisch aller aus dieser Suppe den Job bekommen hatte. Sammer hat sich jedenfalls mit seinem Verhalten und seinen Aussagen in den letzten Monaten bei mir ein sehr hohes Ansehen erarbeitet. Der ist in dem ganzen Haufen echt so etwas wie der „Last Man Standing“.

Kommen wir zurück zu uns, dem FC Bayern. Nicht nur mir scheint irgendwie langweilig zu sein zur Zeit. Da haben wir auf der einen Seite die werte Journalie, mit denen ich ja eigentlich genug abgerechnet habe in den letzten Artikeln. Dachte ich zumindest. Aber kaum machen Wechselgerüchte nach dem Schließen der Transferliste keinen Sinn mehr, wird der nächste Mist aus dem Boden gestampft. Ribery und van Gaal verstehen sich also nicht. Aha! Die ersten Aussagen von Ribery habe ich noch verfolgt, als er meinte die Stimmung wäre sehr ernst beim Training. Leute, das war komplett harmlos, was er da gesagt hatte. Aber was macht die Presse? Von einem Tag zum nächsten wird das Ding immer mehr aufgebauscht, das ist einfach nur noch unfassbar. Was Ribery ursprünglich sagte war nur, dass die Mannschaft sehr unter Druck stand vor dem Wolfsburg Spiel und ihm auch in den Spielen zuvor die Lockerheit und Risikobereitschaft fehlte. Und damit hatte er Recht. Punkt, Aus, Ende. Dann bezieht sich eine ganze Woche später (!) die Equipe in Frankreich auf genau diese Aussagen und schon spielen alle verrückt. Ich les den ganzen Humbug gar nicht mehr, ich seh immer nur die Überschriften und verdreh genervt die Augen. Was soll man sagen? Don´t get caught up in the mix, cause the media is full of dirty tricks!

Auf der anderen Seite ist dem werten Vorstandsvorsitzenden Hauptgefreiter Rummenigge wohl auch langweilig. Schnappt er sich mal eben im Vorbeigehen im Kicker drei unserer verdientesten Kapitäne der Vergangenheit und watscht diese komplett ab.

Zu Kahn, Loddar und Effe:

Sie sollten zusehen, dass sie einen Job kriegen, in dem sie etwas zu sagen haben, und sich nicht als bezahlte Chefkritiker des FC Bayern hervortun.

Öhm, warum sollten sie sich nicht zu ihrem Ex-Verein äußern dürfen? Vor allem im Fall von Kahn waren das alles andere als irgendwie polemische Aussagen in den Monaten nach seinem Karriereende bis jetzt. Er hat so ziemlich jedes mal sachlich fundiert den Nagel auf den Kopf getroffen. Und was überhaupt gibt einem Herrn Rummenigge das Recht, solch verdienten Spielern den Mund zu verbieten?

Kahn hat auch recht lässig reagiert.

Kahn zu Kalles Kritik:

„Erstens ist es mir neu, dass ich von irgendeinem Printmedium für irgendetwas bezahlt werde. Zweitens habe ich mit Michael Rensing zusammengespielt, verfolge seinen Weg auch weiterhin ganz genau und frage mich, woher seine Entwicklung kommt. Drittens habe ich momentan sehr viele Jobs, die mir sehr viel Spaß machen.“

Keine Ahnung, belassen wir es dabei. Solche Nebenkriegsschauplätze sind echt nur ermüdend und unnötig. Und auch sowas kommt nur zustande, wegen der arschlangweiligen Länderspielpause. Gegen wen spielen wir überhaupt morgen? Hach, ist das alles zäh! 🙂

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You´ll never walk alone Trainingsjacke

Holpriger Sieg gegen Neckarelz

Die Nummer 1 und sein Kapitän. Bild: nicholas macgowan used under CC License

Da haben wir uns natürlich gut einen zurecht gewürgt bei diesem Pflichtspielauftakt. Mein Tipp, das es zweistellig ausgeht, wurde jedenfalls haarscharf verpasst. Nichts zu sehen von dem ansprechenden Tempofußball der letzten Vorbereitungsspiele, sondern wenig bis keine Mittel gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Sechstligisten. Wenigstens Mario Gomez schraubt schon mal an seiner zukünftigen außerirdischen Traumtorquote. Der, der über´s Wasser laufen kann, hat ja auch schon eine ganz feuchte Buchse was unseren neuen Bomber betrifft. Und so falsch liegt der Terrier da ausnahmsweise glaub ich mal nicht.

Die besten Nachrichten für mich waren allerdings die Ernennungen von Michael Rensing zur Nummer 1 in unserem Tor und das Mark van Bommel weiterhin Kapitän ist. Letzterer ist einfach der letzte echte Leader in unserem Kader. Fußballerisch in meinen Augen weit besser als er oft gemacht wird, immer ein Vorbild an Einsatz und Leidenschaft, der taktische Chef in unserer Truppe, der seine Reihen als verlängerter Arm des Trainers lautstark dirigiert und der sich auch medial immer stellt und dabei immer äußerst sinnvolle Sachen sagt. In meinen Augen kommt in der jetzigen Mannschaft niemand in Frage das Amt auszufüllen, wenn man gleichzeitig einen van Bommel hat.

Michael Rensing ist also wie erhofft wieder die Nummer 1. Das er sich durch diese Hetztjagd durchgebissen und es wieder gepackt hat ist bewundernswert. Aber jetzt geht die Arbeit natürlich erst richtig los für ihn. Gegen Neckarelz hat er ja schon mit einer mustergültigen Torvorbereitung auf sich aufmerksam gemacht, aber wirklich auf den Bierdeckel gespielt, das Auge musste erstmal haben. Aber Spaß beiseite, ich mach mir relativ wenig Sorgen um ihn im Moment. Wie niemand geringeres als der Titan Oliver Kahn höchstpersönlich sagt, „Jetzt kann den Michael nichts mehr erschüttern“. Und das glaube ich auch. Zudem hat er nun einen Trainer, der ihm sicher den Rücken stärken wird. Genau das braucht Rense jetzt auch und er wird es zurückzahlen und die Unkenrufe langsam aber sicher verhallen.

Am Rande muss man mal bemerken, das so ziemlich alles, was Oliver Kahn in seinen Interviews nach seinem Rücktritt von sich gibt, mehr als Hand und Fuß hat. Ich teile da das allermeiste.

Update: Hier noch ein sehr lesenswertes tz-Interview mit Oliver Kahn zum gleichen Thema. Gut das der Titan inmitten all der unerträglichen Medienhetze und von Klinsmann gezüchteten Eventfans-Vollidioten seine Stimme erhebt und sich für Rense stark macht. Die ganzen abgefuckten Lemminge, die populistisch hoch 20 (typisch Deutsch, das Land der Mitläufer und Propagandagläubigen) bei jeder auslegbaren Szene auf Michael Rensing einkloppen, sollten mal für zwei Minuten ihr armseliges Leben unterbrechen, um sich die Worte des Mannes zu Gemüte zu führen, der mehr Ahnung von der Materie hat als diese kleinen dummen „Mixer mit W“ Haare am Sack. Wer sich angesprochen und irgendwie pikiert fühlt…halt die Klappe und leg dich wieder hin! Das musste mal gesagt werden. 🙂

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Eine Tanne im Tor

Das Karriereende von Michael Tarnat ist ja schon etwas länger bekannt. Da sich zu der Zeit, als dies bekannt wurde, allerdings die Ereignisse bei uns im Verein in vielerlei Hinsicht überschlagen haben, bin ich noch nicht zu einer angemessenen Huldigung gekommen. Womit sonst, als mit dem Spiel aus dem Jahr 1999 gegen Eintracht Frankfurt, könnte man diese Huldigung begehen?

Sanou bringt die Eintracht in der 20, Minute in Führung. Nach dem Pausentee hält Kahn einen Elfmeter. Kurz danach knockt der Gahnaische Rammbock Sammy Kuffour Kahn aus und Bernd Dreher wird eingewechselt. Dreher verletzt sich ebenfalls und es kann nicht mehr gewechselt werden. Tanne Tarnat streift sich die Torwarthandschuhe über, zeigt einige spektakuläre Paraden und wir gewinnen das Ding noch durch Tore von Giovane Elber und in letzter Minute Sammy Kuffour. Der mal wieder den Tränen nahe war, nachdem er Kahn´s Verletzung verschuldet, das Spiel aber noch in der 90. Minute für uns gewonnen hat. Unvergessen, eins der geilsten Spiele aller Zeiten.

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Sprüche des Tages: Mark van Bommel und Oliver Kahn

Der aggressive Anführer hat gesprochen!  Bild: nicholas macgowan used under CC License

„Nicht jeder Einzelne muss besser gemacht werden, sondern die Mannschaft.“

Mark van Bommel (Quelle: Sport1.de)

„Es ist einfach so, dass viele, die dem FC Bayern nahe stehen – Fans
oder Personen, die das Geschehen im Verein seit Jahrzehnten verfolgen –
einfach bis heute nicht so richtig verstehen können, wie man zu so
einer Entscheidung gekommen ist, Klinsmann zu verpflichten.“

Oliver Kahn (Quelle: tz)

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Klinsmann? Oliver Kahn bringt es mal wieder auf den Punkt!

Oli beim Brötchen kaufen… 😀  Bild: Sebastian Niedlich used under CC License

Ein Titan redet Tacheles. In diesem ganz starken Interview mit Welt Online spricht mir Oliver Kahn mal wieder aus der Seele. Da ich es mit eigenen Worten nicht besser ausdrücken kann, zitiere ich mal ein paar entscheidende Passagen.

Zu Klinsmann:

Als im Januar 2008 verkündet wurde, dass Jürgen Klinsmann neuer Trainer werden würde, war das schwer nachvollziehbar für mich. Das hat keine persönlichen Gründe oder irgendetwas damit zu tun, dass sich Jürgen Klinsmann vor der WM 2006 gegen mich als Nummer eins im deutschen Tor entschieden hat. Ich sehe das aus einem ganz anderen Blickwinkel: Als Jürgen von 1995 bis 1997 in München gespielt hat, hatte er Probleme mit dem Verein FC Bayern, den Medien und dem Umfeld. Und wenn man dann auch die Geschichten mit mir und Sepp Maier (der frühere Bundestorwarttrainer wurde von Klinsmann entlassen, d. Red.) dazu nimmt, finde ich es rückblickend erstaunlich, dass man sich für ihn als neuen Trainer entschieden hat. Wie gesagt, es geht mir bei der Argumentation um die Sache, nicht um etwas Persönliches.

Innovation benötigt Zeit. Wer Dinge verändern möchte, sollte das behutsam machen und das Umfeld nicht überfordern. Der FC Bayern hat eine gewachsene Identität, die man nicht einfach „wegamerikanisieren“ kann. Durch die Verpflichtung Klinsmanns hat man den Verein gespalten. Dadurch ist eine negative Stimmung entstanden, die ich selbst aus der Ferne gespürt habe.

Im Grunde genommen ist das Fußballgeschäft ein sehr bodenständiges. Es funktioniert nach ganz einfachen Prinzipien: Am Ende des Tages hast du es immer noch mit Menschen zu tun. Die Hauptaufgabe besteht nicht nur darin, für eine gute Infrastruktur oder multifunktionale Trainingszentren zu sorgen – was natürlich auch wichtig ist -, sondern darin, Menschen zu motivieren und sie auf eine authentische Art und Weise zu führen. So wie es Alex Ferguson seit 23 Jahren in Manchester erfolgreich macht. Doch wer den Fußball permanent neu erfinden will, der schafft sich nur unnötig Probleme.

Man kann sicher hier und da mal über andere oder neuere Trainingsmethodik nachdenken oder darüber, ob ein Verein eine Grundphilosophie benötigt. Mich beschleicht aber manchmal das Gefühl, dass mit dem modernen Schnickschnack nur vom Wesentlichen abgelenkt wird. Wichtig ist der Trainer als Führer einer Mannschaft. Spieler wollen keine Projekt- oder Teamleiter. Spieler wollen einen Trainer, der mit ihnen spricht, der sie führt und fachlich sowie menschlich überzeugt.

Zu Rensing:

Iker Casillas bei Real Madrid beispielsweise hat in jungen Jahren viel mehr Fehler gemacht. An ihm hat man festgehalten. Und heute ist er einer der Besten der Welt und ist mit Spanien Europameister geworden. Im Hinblick auf den FC Bayern aber frage ich mich immer: Wo liegt eigentlich genau das Problem, dass sich dort kaum mal ein junger Spieler entwickeln kann?

Danke, Oli! Wir stinknormale Fußballfans können uns ja den Mund fusselig reden, weder die hohen Herren im Verein, noch deren eigentliche Zielgruppe – den gezüchteten Kunden – interessiert es auch nur im geringsten. Die einen, weil sie durch´s Zuhören kein frisches Geld verdienen und noch entscheidender – durch´s nicht Zuhören auch kein´s verlieren. Die anderen, weil sie soviel Ahnung von Fußball haben wie eine Pekingente vom Fliegen in den Süden.

Schön, dass es in dieser stromlinienförmigen Fußballwelt noch Menschen gibt, deren Wort Gewicht hat und die trotzdem genug Arsch in der Hose haben Klartext zu sprechen. Auch wenn Oliver Kahn sich mit solchen Interviews wohl den Weg ins Management komplett verbaut – bzw. und wohl eher zutreffend – mit diesen Einstellungen sich bereits intern in der Vergangenheit den Weg verbaut hat. Das ist definitiv zu viel Wahrheit für die Sonnenkönige an der Spitze unseres Vereins. Was mich zutiefst traurig macht. Denn genau diese Sicht der Dinge wäre das, was uns erfolgreich und dabei voller Stolz in die Zukunft führen würde. Venceremos, Oli! Bezeichnend und auch ein bißchen witzig, dass man diesen Ausruf mitlerweile einem eher trockenem BWLer entgegenschleudert, aber so ist die Zeit. Die Aufrechten sterben aus. Oder bekommen Unterstützung von der völlig falschen Seite. Gar nicht so einfach heutzutage noch ein anständiger Revoluzzer zu sein, wenn du prompt die Bild auf deiner Seite hast. 🙂

© 2009 Traumtorschuetze

Weiter, immer weiter T-Shirt FC Bayern München Fanartikel

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