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Verdammt Micho, lass die Schlaftabletten weg!

Fast schon unser der Pott. Bild: AchimH used under CC License

Wenn man allein das Ergebnis des gestrigen Pokalabends gegen Fürth betrachtet und das Spiel vielleicht nicht gesehen hat, dann könnte man denken wir hätten so furios wie in den letzten Wochen gespielt. Das mag teilweise auf die zweite Halbzeit zutreffen, die wir für sich genommen 5:0 gewonnen haben. Ist ja kein so schlechtes Ergebnis innerhalb von 45 Minuten. Aber die erste Halbzeit war schon ein bißchen sehr rumpelig, da muss man mal kurz drüber reden.

Die Mannschaft hatte ein neues Gesicht und hat so noch nicht zusammen gespielt. Einige Abstimmungsprobleme lassen sich damit sicherlich erklären. Der üble Boden half da auch nicht wirklich. Aber zwischendurch waren da Blackouts dabei, bei denen man sich nur verwundert die Augen reiben konnte. Abermals tat sich damit vor allem Martin „Micho“ Demichelis hervor. So langsam ist das echt nicht mehr witzig was der veranstaltet. Es ist auch nicht mehr mit fehlendem Rythmus nach seiner Verletzung zu erklären. Nein, das sind reine Konzentrationsgeschichten. Und wenn ich doch in den letzten Wochen regelmäßig durch zu viel Lässigkeit reihenweise Tore und Torchancen des Gegners verursacht habe, dann spiel ich doch erstmal den klaren Ball. Nicht so Micho, der muss es auf Biegen und Brechen lässig aussehen lassen.

Und da liegt schon der Hund begraben, auf Biegen und Brechen und lässig sind zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen. Damit ist Micho zur Zeit das personifizierte Paradoxon. Und mir wird jetzt schon schlecht bei dem Gedanken mit dem Micho in dieser (Un-)Form in die KO-Phase der Champions League zu gehen. Gegen Fürth kannst du sowas reparieren, aber in der Königsklasse, wo es auf Nuancen ankommt, kann uns das unser Genick ganz schnell brechen. Ich hoffe er reißt sich jetzt ganz schnell mal zusammen. Er kann´s ja, aber genau das ist ja das was einen so verzweifeln lässt. Es ist nur Konzentrationssache.

Aber es war natürlich nicht nur Micho, der in der ersten Halbzeit schlecht ausgesehen hat. Fangen wir hinten an. Ihr wisst ich bin ein großer Fan von Michael Rensing. Aber den muss er halten, da sind wir uns wohl alle einig. Es ist aber auch ein Mist, dass er partou seine wenigen Chancen nicht mehr zu nutzen vermag. Und aus torwarttechnischer Sicht kann ich diese Schaufelbewegung, mit der er sich abermals den Ball ins eigene Tor geboxt hat, nicht wirklich nachvollziehen. Lass den weg, Rense und klatsch den Ball sicher zur Seite weg und aus die Maus.

Auch Lell konnte nicht ansatzweise zeigen, dass mit ihm noch zu rechnen wäre. Böse Zungen sprechen davon unser Spiel habe in der ersten Halbzeit „gelellt“ und wir hätten uns auf einem „Highway to Lell“ befunden. 😀 Reusper…kann man eigentlich so stehen lassen.

Unser Mittelfeld kam auch nicht ins Spiel, van Bommel und vor allem Tymoshchuk waren einfach gedanklich zu langsam und Bastian Schweinsteiger fehlte an allen Ecken und Enden. Ribery fand in der ersten Halbzeit bis auf den Zauberpass zum 1:0 überhaupt nicht statt und Robben nur sehr sporadisch. Und wenn das Mittelfeld nicht schon innerhalb von Sekunden den Ball verloren hatte, dann erstickte spätestens Mario Gomez vorne jeden hoffnungsvollen Angriff im Keim. Der hatte gestern irgendwie große Schwierigkeiten nur geradeaus zu laufen. Schon verrückt.

Letztendlich ist es ja gut gegangen und nach so vielen brillanten Spielen in Serie muss man den Jungs vielleicht auch mal eine ganz schwache Halbzeit zugestehen. Aber wie gesagt, gegen Florenz oder auch schon gegen Dortmund können wir uns solche Späße nicht erlauben. Es wäre auch schön gewesen, wenn sich Jungs wie Tymo oder Lell wenigstens ein bißchen aufgedrängt hätten und den Stammkräften ein wenig Feuer unter dem Hintern machen könnten. Zumindest bei Tymo kann das eigentlich gar nicht sein, dass er so dermaßen lethargisch umhertrottet wie ein ukrainischer Tanzbär, der hat doch so viel mehr drauf.

So sorgen wieder allein unsere tollen Talente für etwas Hitze in der Stammelf. Contento und vor allem Alaba, der eine echte Augenweide ist, konnten auf Anhieb voll überzeugen und das freut das rote Herz natürlich unbeschreiblich. Die Jungs kannste auf jeden Fall reinwerfen und das ist eine der schönsten Erkenntnisse des gestrigen Abends. Neben der Tatsache natürlich, dass wir nur noch zwei Siege vom ersten Titel in dieser Saison entfernt sind. Auf Schalke wird es sicher ein brutaler Pokalfight und nicht einfach, aber es ist mir um einiges lieber als zum Beispiel in Bremen antreten zu müssen. Berlin kann sich schon mal rausputzen für uns, wir kommen!

© 2010 Traumtorschuetze

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Fußball wie 90 Minuten multiple Orgasmen

(multipler) Orgasmus. Bild: Art Rock used under CC License

Hatte ich wieder eine feuchte Buchse am Samstag Nachmittag! Wir fegen durch die Bundesliga wie ein vom Fußballgott geküsster Speedy Gonzales. Wir sehen einen Tempofußball von unseren Jungs, den man sich in den kühnsten Träumen nicht schöner ausmalen könnte. Auch Mainz war mehr Opfer als Gegner. Wenn man was kritisieren kann, dann wieder mal die etwas gewöhnungsbedürftige Chancenverwertung. Immerhin gewinnt bekanntlich immer die effektivste Mannschaft die Meisterschaft, nicht die spektakulärste. Es wird eine Phase in der Saison kommen, in der wir an dem Punkt eiskalt sein müssen. Diese Phase ist aber noch nicht gekommen und solange wir unsere Spiele gewinnen, können wir gerne weiterhin nur drei Tore statt möglichen 15 schießen. Das schmälert das Spektakel nur sehr bedingt.

Teilweise ist es ja annähernd pervers schön. Robben dribbelt wie andere Leute auf der Weide Kühe schubsen – seine Gegenspieler fallen reihenweise links und rechts von ihm einfach um, ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben an den Ball zu kommen. Bilder für die Götter. Aber das ist nur ein kleiner Teil des Puzzles. Unsere Stärke erwächst vor allen Dingen aus dem blinden Verständnis der gesamten Mannschaft untereinander. Nichts ist dem Zufall überlassen, jeder weiß was der andere macht. Und dabei ruft mit ganz wenigen Ausnahmen (Micho) fast jeder sein Potenzial mehr als ab, oder stößt gar in völlig neue Sphären vor (Schweinsteiger). Und jetzt kommt auch noch Ribery zurück, ich könnte fast Angst vor uns selbst bekommen.

Nicht dass unsere eigene Stärke nicht ausreichen würde um an Arroganz grenzendes Selbstvertrauen an den Tag zu legen, wenn man sich die Konkurrenten anschaut ist man erst recht geneigt schon mal den Champus kalt zu stellen. Ausgerechnet Schalke und Leverkusen schaffen es in dieser Phase einigermaßen Schritt zu halten. Ausgerechnet die beiden Mannschaften die niemals Deutscher Meister werden. Klingt überheblich? Stimmt! Macht es allerdings nicht weniger wahr.

Sicherlich werden früher oder später auch mal Rückschläge kommen und es bleibt dann abzuwarten, wie die Mannschaft darauf reagiert. Aber im Moment deutet nichts darauf hin, dass uns irgendwas so richtig aus der Spur bringen könnte. Genießen wir die wunderbaren Zeiten, wir haben sie nach langer Durststrecke verdient. Jetzt gilt es nur noch auch den ein oder anderen Titel mitzunehmen, dann könnte es eine denkwürdige Saison werden.

© 2010 Traumtorschuetze

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