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Vom FC Hollywood zum FC Casablanca

Schöne Fassade, turbulenter Inhalt.

Text: Marco Thielsch   Bild: Radiohead022 used under CC License

Ganz große Gefühle, öffentliche Denunziationen, tiefe Enttäuschungen und Liebe auf den ersten Blick. Was klingt wie der Teaser einer neuen, schlechten Sat 1 Telenovela, ist die Zustandsbeschreibung der FC Bayern-Familie. Männer können keine Gefühle zeigen? Geh mal zum FC Bayern, da siehst du ausgewachsene Männer sich bitterlich öffentlich ausweinen.

Vom FC Hollywood zum FC Casablanca. So lassen sich die Befindlichkeiten unser Familienoberhäupter zur Zeit wohl am besten umschreiben. Das klingt vielleicht amüsant, ist es aber ganz und gar nicht. Die Lage ist kurzfristig ernst bis langfristig hoffnungslos.

Schaut man dieser Tage in das Gesicht von Louis van Gaal, so fühlt man sich zwangsläufig in das Jahr 2007/2008 zurückversetzt. Es tun sich erstaunliche Parallelen auf in der Mimik von Louis van Gaal zu der Mimik von Ottmar Hitzfeld, nachdem dieser durch Karl-Heinz Rummenigges Satz „Fußball ist keine Mathematik“ den Boden unter den Füßen weggezogen bekam. Vor dieser Erniedrigung war dort der pure Spaß zu sehen, die Freude und der Stolz darauf, Trainer des FC Bayern München zu sein. Identifikation pur. Nach der Erniedrigung konnte man in jeder Falte, in jedem Versuch die Mimik zu kontrollieren sehen, wie tief die Enttäuschung saß. Genau das Gleiche sehen wir zur Zeit bei Louis van Gaal, nachdem ihm Uli Hoeneß verbal per Hassgrätsche öffentlich die Beine weggezogen hat. Geschichte wiederholt sich. Bei unserem FC Bayern indes allzu oft.

Aber es gibt auch Unterschiede. Während Kalle damals das Denkmal des Generals für alle Tauben dieses Landes zum Vollscheißen freigegeben hatte, er damit unfassbar vergangene Großtaten und die Verdienste von Ottmar beschmutzte, hat das was Uli bei Sky90 losgetreten hatte vor allem Auswirkungen auf die Zukunft. Wir waren sehr nahe dran, mit Louis van Gaal eine ganz neue Ära beim FC Bayern einzuleiten. Eine Ära von für FC Bayern-Verhältnisse ganz neuen, schönen, taktisch hochanspruchsvollen und nebenbei wunderschönen Fußballs. Und aber auch eine Ära von vielleicht mehreren starken Persönlichkeiten als Trainer in den folgenden Jahren. Wenn es noch einen Beweis bedurfte, dass starke Trainer, die keine Ja-Sager sind, zwischen diesen ganzen Persönlichkeiten im Verein keine Überlebenschancen haben, dann hat Uli diesen Beweis heuer spätestens geliefert.

Und das ist eine richtungsweisende Geschichte. Ja-Sager hatten wir zu genüge in den letzten Jahrzehnten. Und was war die Folge? Sie waren viel zu schwach, als dass sie sich über mehrere Jahre halten hätten können. Zu schwach, wirklich auf die Jugend zu setzen, da sie immer Angst vor dem kurzfristigen Mißerfolg hatten. Zu schwach, um taktisch wirkliche Neuerungen einzuführen, da sie schon nach ganz wenigen suboptimal laufenden Spielen ansonsten intern und medial völlig zerrieben wurden. Zu schwach, sich bei Transferwünschen wirklich nach mittel- und langfristigen Überlegungen durchzusetzen und ein Team nach ihren Vorstellungen zu bauen. In allen Belangen also zu schwach, um den FC Bayern spielerisch wirklich wieder in das europäische Top-Niveau zu führen.

Jetzt haben wir so einen Trainer. Noch. Und bei aller Schroffheit kann man ihm eigentlich rein gar nichts vorwerfen. All die Punkte im oberen Absatz erfüllt dieser Mann. Und er mag eigenwillig sein, aber vor den Aussagen von Uli war dort auch eine echte Verbundenheit mit dem FC Bayern zu sehen. Die Identifikation triefte förmlich aus diesem Mann heraus. Was also will man mehr? Was mehr kann man sich wünschen? Nada, nichts!

Und was wird sich gewünscht? Kommunikation. Aber was bedeutet dies denn? Mit wem muss so ein Mann denn kommunizieren? Doch vor allem mit der Mannschaft. Und da ist es hochinteressant zu sehen, wie ausgerechnet die Spieler, für die Uli Hoeneß in seinem Interview in die Presche springen wollte, in den höchsten Tönen vom Trainer sprechen. Wo fehlt es denn da an Kommunikation? In jedem Fall nicht beim Trainer.

Die Gründe für Ulis Ausbruch liegen tief und Louis van Gaal kann im Grunde überhaupt nichts dafür, er ist da in eine Sache reingeraten, die schon seit Jahren im Verein vor sich hin gährt. Vieles ist Spekulation, aber als aufmerksamer Beobachter des FC Bayern kann es einem nicht entgangen sein, dass sich die Führung untereinander nicht so einig ist, wie sie gerne das Bild für die Öffentlichkeit zeichnen. Es ist auch kein Zufall, dass Kalle damals Ottmar abgesägt hatte, der eher Ulis Mann war, Uli wiederrum nun Louis absägt, der eher Kalles Mann ist. Als normal sterblicher Bayernfan weißt du da gar nicht mehr zwischen gut und böse zu unterscheiden, das ist voller Irrungen und Wirrungen. In jedem Fall drängt sich der Verdacht auf, jemand erträgt es nicht, nicht zu allem immer befragt zu werden. Obwohl dieser jemand doch ganz freiwillig etwas kürzer treten und das Tagesgeschäft anderen überlassen wollte.

Natürlich ist Louis van Gaal immer noch unser Trainer und für Abgesänge ist es zu früh. Dennoch mache ich mir absolut keine Illusionen. Was wir momentan seit dem elendigen Sky90 Interview erleben, ist das qualvolle, langsame, schleichende Ende des Trainer Louis van Gaal beim FC Bayern München. Maximal sehen wir Louis bis zum Ende der Saison bei uns, da bin ich mir sicher. Wenn der Erfolg ausbleibt, wird er ganz schnell auch früher weg vom Fenster sein. Und dann geht der selbe, elendige Mist wieder von vorne los. Schwacher Trainer, hinterherhecheln hinter kurzfistigem Erfolg, dadurch Null Entwicklung der Mannschaft, zerrieben werden zwischen den Fronten der Entscheider im Verein und all diese traurigen Begebenheiten. Denn dass nochmal ein wirklich starker Trainer vom Schlag van Gaal, Mourinho, oder ein anderer mit konsequent eigenen Ideen kommt und sich das antut, davon ist nicht auszugehen. Wir haben dann zwei Königsmorde hinter uns, so verrückt ist keiner.

Bis es soweit ist, wird es allerdings noch viele kleine Scharmützel geben. Denn Louis van Gaal ist nicht Ottmar Hitzfeld, der seine Enttäuschung in sich reingefressen hat, bis es ihm seine Seele zerriss. Louis van Gaal gibt Kontra. Das ist seiner starken Persönlichkeit geschuldet und ich kann es nicht nur verstehen, ich finde es sogar überaus sympathisch. Man kann über den Mann sagen was man will. Aber nicht, dass er nicht ein absolut ehrlicher, aufrechter und authentischer Mann ist. Und als solcher buckelt man nicht, sondern man tut und sagt, was man für richtig hält und wozu man stehen kann. Was genau der Grund ist, warum van Gaal in jeder seiner Mannschaften und auch in unserer Mannschaft, bombig ankommt. Auf den Mann ist Verlass. Leider allerdings nun auch darin, sich nichts gefallen zu lassen und so stehen uns auch weiterhin turbulente Wochen bevor. Manche drehen ihm daraus einen Strick. Ich nicht, auf gar keinen Fall. Jede charakterliche Stärke kann auch zur Schwäche werden, wenn die Umstände dies herausfordern. Und dies ist der Fall gewesen, als Uli völlig unnötig und ohne jede Not diesen Stein ins Rollen brachte.

Und so kann man nur hoffen, dass wir wenigstens noch diese Saison bis zum Ende in den Genuss des van Gaalschen Fußballs kommen und möglichst viel davon danach in dieser Mannschaft hängen bleibt. Frei nach einem Casablanca-Zitat: Küss mich, du wunderbarer Fußball. Küss mich, als wäre es das allerletzte Mal!

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Jetzt kannst du alle drei bis vier Tage den Trend umdrehen

Mindestens bis 2012 van Gaals Wohnzimmer.

Text: Marco Thielsch   Bild: Radiohead022 used under CC License

Die erfreulichste Nachricht des Tages vorweg, die ihr sicherlich schon an diesem Nachmittag vernommen habt: Der FC Bayern München und Louis van Gaal dehnen ihre Zusammenarbeit um ein weiteres Jahr bis 2012 aus! Laut FCB.de ist der Vertrag nach der Ankunft der FCB-Delegation in Basel unterschrieben worden. Darüber freuen sich alle. Die Mannschaft wie man so liest genauso wie der Vorstand, wir Fans, van Gaal selbst, sowie last but not least seine Frau Truus, ohne die das Feiertier keine Entscheidung trifft.

Der Zeitpunkt der Vertragsverlängerung ist natürlich herausragend, setzt es doch in jeder Beziehung das richtige Zeichen zur richtigen Zeit. Selbst wenn die sportlichen Leistungen noch einige Spiele lang etwas holprig sein sollten, wird einer dann wie immer reflexartig von den Medien geschürte Trainerdiskussion von vornherein der Wind aus den Segeln genommen. Die Mannschaft kann und muss sich außerdem auf das Wesentliche konzentrieren und hat keine Alibis. Und Louis van Gaal hat der Zeitpunkt der Verlängerung laut eigenen Aussagen wohl auch sehr imponiert. Einen besseren Zeitpunkt hätte es also wirklich kaum geben können.

Diesem erfreulichen Zeichen müssen jetzt natürlich ziemlich kurzfristig auch erfreuliche Zeichen der Mannschaft auf dem Platz folgen. Ohne es dramatisieren zu wollen, aber gegen Mainz waren wir so schwach, dass man sich schon ein paar grundlegende Gedanken machen muss. Natürlich fehlt die Frische nach einer langen Saison plus einer langen WM. Natürlich war die Vorbereitung für viele wahnsinnig kurz. Das ist alles richtig und erklärt auch zurecht die fehlende Spritzigkeit. Trotzdem muss man mit erschrecken feststellen, dass Mainz nicht etwa besonders glücklich, oder mit fußballerisch sehr beschränkten Mitteln dieses Spiel gewonnen hatte. Man muss zugestehen, Mainz hat sich nicht nur kämpferisch, sondern auch taktisch und fußballerisch den Sieg absolut verdient gehabt. Sie waren in vielen Bereichen einfach besser und das darf uns im eigenen Stadion eigentlich nicht passieren.

Wenn allerdings die Spritzigkeit fehlt und die beiden besten Flügelspieler zu allem Überfluss ausfallen, dann muss man dem in meinen Augen vielleicht in dieser Phase etwas Tribut zollen und das System ein wenig umstellen. Das System mit einer Spitze funktioniert nur, wenn über außen eins gegen eins Situationen gewonnen werden können. Und das ist bei unseren Ausfällen und der fehlenden Frische der Verbliebenen im Moment scheinbar schlicht nicht möglich. Eine zweite Anspielstation ganz vorne drin würde meiner Meinung nach viele Probleme lösen. Dadurch entstehen die Löcher, die wir mit individueller Klasse allein zur Zeit einfach nicht reißen können. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung, ein Taktikfuchs wie Louis van Gaal hat naturgegeben seine eigenen Vorstellungen und das ist auch gut so.

In jedem Fall muss jetzt eine Reaktion der Mannschaft her, dafür sind die nächsten (englischen) Wochen einfach zu wichtig, als das man sich leisten könnte diese zu verpennen. Die Mannschaft hat keine Zeit sich von den großartigen Leistungen der letzten Saison zu erholen, sie ist spätestens jetzt in der harten, schweißtreibenden Realität angekommen. Je weniger frisch die Spieler sind, desto härter müssen sie jetzt arbeiten. Aber das werden sie tun und somit besteht auch zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Anlass für übertriebene Sorge. Letztendlich sind wir von der Spielanlage her sehr, sehr weit und es fehlen im Moment immer nur Nuoncen, ein paar Zehntelsekunden hier, ein paar Laufwege mehr dort. Das wird kommen in den nächsten Wochen, ich denke da kann man ganz sicher und beruhigt sein. Und das Schöne an diesen englischen Wochen ist ja, dass man alle drei bis vier Tage die Möglichkeit hat, die Formkurve nach oben hin zu korrigieren. Wenn wir in wenigen Wochen wieder alle überrollen zahle ich auch gern für diese Aussage ein paar Euro ins Phrasenschwein.

Deutscher Fußballmeister FCB Teil 23 Klappe die Erste

Leiden-schafft. Bild: Flo (all rights reserved)

Viele, viele Monde lang mussten wir durch ein finsteres, bayernloses Tal wandern, aber heute Abend knippsen sie endlich wieder die Lichter an in der Allianz Arena. Gedreht wird die erste von 34 Klappen zum 23. Teil der Erfolgsserie „Deutscher Fußballmeister FCB“. Die Hauptdarsteller sind die gleichen wie im letzten Teil, obwohl das Produzententeam um Rummenigge, Hoeneß, Nerlinger und Co. gerne irgendwen schönes und erfolgreiches für die Quote mit einbauen hätte wollen. Doch Kult-Regisseur und Meister-Drehbuchautor Louis van Gaal verbat sich jede Drehbuchänderung und vertraut auf seine bewährte Starbesetzung. Welche auch von den Kritikern, schon bevor die erste Klappe gefallen ist, als das Beste der deutschen Filmgeschichte gefeiert wird.

Auch dieser Teil wird wieder all das haben, was diesen Epos in den vergangenen Jahrzehnten zum erfolgreichsten Strassenfeger aller Zeiten gemacht hat: Actiongeladene Kampfszenen, dramatische Wendungen, Liebe und Leidenschaft, grenzenlose Glückseligkeit und die Geschichte einzigartiger Kameradschaft und Treue, welche lebensbejahende Aussagen wie „Weiter, immer weiter!“, „Mia san mia und ihr seid´s nix!“, oder auch „Euer Hass ist unser Stolz!“ transportieren.

Auch dieser Teil wird wieder direkt an den Drehorten (abwechselnd jedes zweite Wochenende in München und jedes zweite Wochenende an wechselnden Standorten) in 3D gezeigt und wenn alle mitmachen, gibt es sogar fantastische visuelle und akkustische Effekte. Also lasst euch das nicht entgehen und werdet Teil dieser einzigartigen Geschichte, in der jeder mit dem richtigen Einsatz vom Neben- zum Hauptdarsteller werden kann.

Heute kämpfen wir zum Auftakt der Erfolgsserie mit bloßen Füßen gegen ein Rudel Wölfe, welches schon seit einem Jahr nicht mehr richtig gefressen hat und dementsprechend hungrig und aggressiv sein wird. Für Spannung ist von Anfang an gesorgt, also schmeißt das Popcorn weg, hier wird nichts gekaut außer Fingernägel und geschlagene Gegner!

Den Trailer zum Film „Deutscher Fußballmeister FCB – Teil 23“ seht ihr hier:

Auf geht´s, ihr Roten!!

© 2010 Traumtorschuetze

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What a difference a year makes

Road to Madrid Update inklusive dem Lyon-Rückspiel. Gänsehaut…

Unterhalten sich Leo Messi und Roger Federer. Sagt Messi: „Mich hat Gott auf die Erde geschickt um der beste Fussballer zu sein“. Darauf sagt Federer: „Mich hat Gott auf die Welt geschickt um der beste Tennisspieler zu sein“. Kommt Ivica Olic dazu und sagt: „Was? Ich habe niemanden geschickt!“

Es ist vollbracht, Glaubens- und Waffenbrüder! Wir haben am 22.05.2010 im Estadio Santiago Bernabeu um 20.45 Uhr eine Verabredung zum Fußballspielen. Es wird um nichts weniger gehen als um den begehrtesten Henkeltopf der Menschheitsgeschichte. Der FC Bayern München steht im Finale der UEFA Champions League 2009/2010! Man kann es gar nicht oft genug schwarz auf weiß lesen, begreifen tut man es trotzdem nur ganz, ganz schwer.

Diese Saison hat uns alle völlig überrollt. Egal mit wem ich von unseren rot-weißen Glaubensbrüdern spreche, alle sind genauso wie ich mindestens genauso perplex und geflasht wie stolz. Die Entwicklung der letzten zwölf Monate ging einfach zu schnell, als das man sie jetzt schon in Gänze erfassen könnte. Wisst ihr noch was auf den Tag genau gestern vor einem Jahr los war? Am 27.04.2009 wurde Jürgen Klinsmann entlassen und egal in welchen Bereich des Vereins man blickte, man blickte mit zutiefst sorgenvoller Miene auf die Entwicklungen rund um den FCB  und stand dem beinahe ohnmächtig gegenüber.

Zwischen dem damaligen Zustand des Vereins, der fast jeden von uns fast in den Wahnsinn getrieben hat, und der heutigen Glanz und Gloria, von der alle rund um den Verein erfasst sind, liegen sportlich und emotional Welten, aber zeitlich eben nur wenige Monate. Diese Mannschaft mit diesem Trainer rast wie eine Rakete durch unser emotionales Nervensystem und es ist kaum möglich Schritt zu halten.

Gestern in Lyon hat die Mannschaft schon wieder einen weiteren Schritt in ihrer Entwicklung gemacht. Wir haben dieses Champions League Halbfinale nicht nur gewonnen, wir haben es praktisch nach Belieben dominiert. Das war nahezu perfekt und erinnerte doch stark an die Demütigung, die wir vor gut einem Jahr von Barcelona erfahren haben. Sollten unsere Jungs tatsächlich am Ende auch noch das Finale gewinnen, ich bin mir sicher es werden Parallelen zum letzte Champions League Triumph gezogen werden. Beides hatte seinen Anfang in einer besonders schmerzlichen Niederlage. Damals hatte man von Manchester gelernt und das Erzielen später Tore und die Mentalität des niemals aufgebens wurden unser Stilmittel, mehr als Manchester selbst sich das vorstellen kann, wie man erst zuletzt wieder sah. Heute scheint man von der ganz bitteren Niederlage in Barcelona gelernt zu haben und spielt seine Gegner mit erdrückender Dominanz vollkommen her, fast besser als es die Katalanen selbst können. Fehlt nur noch der direkte Vergleich im Finale und eine echte Revanche. Ich trau mitlerweile unseren Jungs selbst das zu.

Aber diese Entwicklung der Mannschaft wäre natürlich ohne Louis van Gaal überhaupt nicht möglich gewesen. Dieser Trainer ist der größte Glücksfall für unseren ruhmreichen FC Bayern München seit Ottmar Hitzfeld. Und der Fußball unter Louis van Gaal ist dabei nicht nur erfolgreich, er ist auch noch zum mit der Zunge schnalzen schön. Wir spielen nicht Fußball, wir zelebrieren ihn. Und es ist schon beinahe witzig: Eigentlich alles was mit dem schwäbischen Bäckerlehrling angekündigt wurde seinerzeit, alles für was dieser Anti-Trainer Klinsmann angeblich stand – schöner, offensiver und erfolgreicher Fußball, Förderung der jungen Spieler aus dem eigenen Stall, stetige Verbesserung der Leistungsträger – all das hat Louis van Gaal einfach gemacht statt wie dieser schwäbische  Schaumschläger nur drüber zu quatschen und dabei selten dämlich in die Kamera zu grinsen.

Und Louis hat aus unseren Jungs ein ganz großes Team gemacht mit ganz, ganz größerem Teamspirit. Eine unglaubliche Leistung, nachdem die schwäbische Backpflaume so viel Zeit hatte mit seinen spalterischen Talenten unsere Mannschaft und den ganzen Verein komplett auseinanderzudividieren und dies auch auf´s allergründlichst tat. Alles lag in Scherben. Und nun sind wir von Mannschaft über Vorstand bis zu den Fans der eingeschworenste Haufen seit den glorreichen Sieben oder dem Wu Tang Clan. Unvorstellbar vor einem Jahr, einfach unvorstellbar.

Aber genug Vergleiche mit der Vergangenheit, genießen wir das hier und jetzt in vollsten Zügen, trübere Tage kommen schon noch früh genug. Was diese Mannschaft gerissen hat in dieser Saison ist einfach nur Wahnsinn! Natürlich wollen wir alle auch möglichst viele Titel feiern, ganz klare Kiste. Aber diese Mannschaft mit diesem Trainer darf man nicht nur an Titeln messen, was sie für den Verein geleistet haben ist jetzt schon kaum in Worte zu fassen. Die Weichen für eine grandiose Zukunft sind längst gestellt und der neue Weg des FC Bayern München ist jetzt schon in Stein gemeißelt. Und alle die den Verein im Herzen haben gehen diesen Weg mit Inbrunst mit. Es könnte rosiger nicht aussehen.

Jetzt sind es also nur noch vier Spiele. Vier Spiele in denen sich die Mannschaft auch auf dem Papier zu dem machen kann, was sie gefühlt längst ist: Eine der größten Bayern-Mannschaften, die dieser Verein je gesehen hat. Vier Spiele bis zur Unsterblichkeit. Vier Spiele, in denen wir alle diese Mannschaft zu nicht zu träumen gewagten Triumphen tragen werden. Nochmal vier Spiele alles geben, für die Jungs, für den FC Bayern, für München, für jeden von uns selbst! München, Deutschland und Eurpopa leuchten im schönsten rot und weiß!

Linktipps:

Die Tore in der Live-Reportage von Hans-Peter Pull und Edgar Endres (BR)

Die Münchner Familie (SZ)

Internationale Pressestimmen (Spox)

Bundesliga verneigt sich vor Bayern (Spox)

Fotostrecke vom Triumph in Lyon mit Pressestimmen (tz)

Fotostrecke vom Bankett nach dem Spiel (tz)

Die Bankettrede von Kalle Rummenigge im Wortlaut (fcb.de)

Kurzes Video vom Bankett (Kicker)

Der Held von Lyon (Spiegel)

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Mia san mia Pullover FC Bayern München Fanartikel

Kleiner Dank für zwischendurch an Louis van Gaal

Der Tiger und sein General. Bild: azrael74 used under CC License

Die Saison ist zwar noch lange nicht vorbei, der Trainer, die Mannschaft und wie Fans haben noch eine Menge vor. Aber der von mir sehr geschätzte Glaubensbruder DGE hat in meinem Lieblingsforum schon jetzt ein paar sehr treffende Worte an unseren Trainer gerichtet gefunden, welche ich so unterschreibe.

DGE:

Man darf van Gaal nicht vergessen, bei all der Lobhudelei für die Mannschaft. Es ist sicherlich so, dass ihm ganz maßgeblicher Anteil am bisherigen Saisonverlauf gebührt. Anstatt über Konzepte zu schwadronieren und zu labern, hat er ganz einfach eins. Bezeichnend das Interview von Lahm, in dem er sagte, man habe von Anfang an gemerkt, dass van Gaals Arbeit Hand und Fuß hat, dass es wichtig sei, einen Plan auf dem Platz zu haben, den sie nun eben hätten. Und dass sieht man. Das lange Halten des Balles in den eigenen Reihen und die Ruhe, die dadurch ins eigene Spiel kommt, sind wahrlich nicht mit den Ansätzen anderer „Trainer zu vergleichen. Ich erspare uns nähere Ausführungen dazu.

Er schenkt jungen Spielern unbedingtes Vertrauen. Die werden nicht über die Saison gesehen 5x in der 89. Minute eingewechselt. Nein: van Gaal stellt die Burschen bisweilen in die CL-Startelf. Dass ist natürlich mitunter unserer personellen Situation geschuldet, aber eben auch ein Stück weit Programm. Auf der anderen Seite ist er sich nicht zu schade, die „Stars“ zu rasieren. Mir tut der Weggang von Luca Toni doch ein bisschen weh. Ich denke immer an die Millionen, die mit T44 auf der Bank versauern. Anfangs der Saison hatte ich Angst, Ribery könnte nur wegen van Gaal gehen. Dann war da noch ein Gomez auf der Bank und ein Robben, der sich jetzt einen ganz deutlichen Abwasch abgeholt hat. Aber: Mit all dem zeigt er, dass es nur auf eines ankommt: Disziplin und Leistung. Und noch wichtiger: Weil keiner aus der Reihe tanzt, hat er damit den Zusammenhalt im Team vergrößert. Wenn man sich das so anschaut, gibt es da keine Unterschiede zwischen den großen Stars und den jungen Talenten. Müller sorgt sich um Ribery, Ribery jubelt mit Alaba. Es sind so Kleinigkeiten, die man wahrnimmt, die aber viel bedeuten.

Erst diese Geschlossenheit hat uns dahin gebracht, wo mia jetzt sind. Mia waren gegen Juventus eigentlich raus. Mia waren gegen Florenz schon ausgeschieden. Gegen ManU waren mia ebenfalls so gut wie abgeschrieben. Mia haben gegen Schalke nach 60 Minuten Unterzahl auswärts gewonnen. Mia haben uns vorgestern durch die rote Karte gegen Ribery nicht beeindrucken lassen. Mia gewinnen vor einem so wichtigen Spiel gegen Lyon mit 7-0 gegen Hannover. Trotz Dreifachbelastung sind mia ganz oben in der Liga. Mia san wieder mia. Danke Louis van Gaal.

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Euer Hass ist unser Stolz Hoodie FC Bayern München Fanartikel

Die Wahrheit nach den drei Wochen der Wahrheit

Mr. Miracle Arjen Robben. Bild: Flo (all rights reserved)

Drei nervenaufreibende, aber schöne Wochen mit sechs entscheidenden Spielen liegen hinter uns. Zeit ein weinig durchzuatmen und mit Stolz auf das Erreichte zurückzublicken.

Magath zum Frühstück vernascht:

Mein Gott, ist der Kerl eklig arrogant geworden! Sein Naturell war ja noch nie das eines Sympathen. Mitlerweile muss man sagen, was Realitätsfremdheit und unglückliche bis dämliche Außendarstellung betrifft, hat er sich in erschreckendem Maße seinem neuen Arbeitgeber und dessen Fans angepasst. Natürlich kann man es ihm wohlwollend als Chuzpe auslegen, wenn er sich zum Beispiel kühl lächelnd vor die Presse setzt und verlautbaren lässt, Schalke hätte ja kein Geld für einen neuen Rasen, das sei doch bekannt. Das ist Magath. Noch genervt davon während der gesamten Vorrunde auf Schalkes miserable Finanzen angesprochen worden zu sein, nutzt er die erste Gelegenheit den Spieß zu seinem Vorteil umzudrehen. Warum kein Journalist mal lachend darauf hingewiesen hat, dass man ja auch 73 neue Spieler in der Winterpause verpflichten konnte, aber 100.000 EUR für einen neuen Rasen nicht übrig sind, finde ich allerdings gelinde gesagt etwas schade.

Ganz ehrlich, es ist mir ein Fest, dass wir ihm zwei mal richtig weh tun konnten. Während er beim Pokalfinale mit seiner besseren Hälfte Kamillentee vorm Fernseher schlürfen wird, werden wir schön die Hauptstadt rocken. Und spätestens seit der zweiten Niederlage innerhalb weniger Tage gegen uns scheint endgültig der Baum zu brennen in Gelsenkirchen. „Um Meister zu werden braucht man eine Mannschaft, die auch Meister werden will.“ so Magath nach ihrer jüngsten Niederlage in Hannover. Das sagt eigentlich alles, sowohl über Magath als auch über sein Verhältnis zu seinen Spielern. Welch Unterschied zu der Einheit die Trainer und Team bei uns bilden! Als Spieler würd ich Magath hassen, wäre er mein Trainer. Und als Fan auch, aber die haben das leider alles noch nicht so durchschaut. Magath wird Schalke endgültig in den Ruin treiben. Er wird sich ganz schnell abnutzen, wie bisher überall. Er wird wie überall einen aufgeblähten und zerstrittenen Kader hinterlassen ohne jegliche Spielphilosophie. Nur wird Schalke nicht das Geld haben wie Magaths vorherige Stationen, um das einigermaßen abzufangen und sie werden dann verdammt schweren Zeiten entgegengehen. Und wir haben in den letzten drei Wochen dafür gesorgt, dass all das sehr wahrscheinlich diesmal ohne Titel von statten gehen wird. Erinnert euch an meine Worte wenn es soweit ist und dort alles den Bach runter geht.

Unserem Ruf in der Welt alle Ehre gemacht:

Ladies and Gentlemen, it´s now official: La bestia negra is back! In Manchester versteht man auch vier Tage nach ihrem Ausscheiden noch nicht, was wir ihnen angetan haben. Alex Ferguson hat durchgeweint und gibt mit heruntergelassenen Hosen ein peinliches Interview nach dem nächsten. Und ganz England steht mal wieder staunend und ehrfürchtig vor dem Willen und der Unbesiegbarkeit deutscher Mannschaften. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese beiden Spiele gegen Manchester auf der Insel diesbezüglich unglaublich Wirkung hinterlassen haben. Wir haben der Legende deutsch-englischer Duelle und deren Versagen darin ein weiteres großes Kapitel hinzugefügt. Somit haben wir nicht nur für unsere Reputation, sondern in hohem Maße auch etwas für die Reputation des gesamten deutschen Fußballs getan.

Ivica Olic würde auch mit ner Axt im Kopf weiterrennen:

90 % aller überdurchschnittlich talentierten Fußballer müssten beim Anblick Olics eigentlich die Schuhe sofort an den Nagel hängen, oder aber ultraprompt anfangen Trainingsnachtschichten einzulegen. Was Ivica Olic aus seinen fußballerisch eher etwas limitierteren Fähigkeiten rausholt ist maximaler als Maximal. Eine Ohrfeige eigentlich für die große Mehrheit an Fußballern, die aus so viel Talent so wenig machen.

Ich bin zutiefst dankbar, dass wir nach Brazzo wieder so einen Verrückten im Team haben. Das war schon vor den drei Wochen der Wahrheit klar. Aber diese zwei Tore gegen Manchester, sein unbändiger Wille in diesen Spielen, wie er die Mannschaft mitgerissen hat der Wahnsinnige, das verdient schon eine Extra-Erwähnung. Ganz großes Tennis Ivica, ganz großes Tennis!

Mr. Magic und die besonderen Momente:

Das fußballerische Gegenmodell zu Ivica Olic ist wohl Arjen Robben. Wo sie sich aber in der Wahl ihrer Mittel unterscheiden, da gleichen sie sich in der Wichtigkeit für die Mannschaft. Unfassbar mit was für außergewöhnlichen Momenten eines Klassefußballers Arjen Robben in unglaublicher Regelmäßigkeit überlebenswichtige Tore erzielt. Und was für Traumtore das immer sind! Ein normalsterblicher Profi-Fußballer träumt davon, in seiner Karriere mal ein einziges Tor dieses Kalibers zu schießen. Arjen macht davon eins nach dem anderen und alle sind nebenbei spielentscheidend in ganz, ganz großen Partien.

Und eins muss ich wieder betonen, weil es fast noch bemerkenswerter ist. Unglaublich, wie er auch mit nach hinten arbeitet und sich den Arsch für die Mannschaft aufreißt. Wir haben da nicht nur einen außergewöhnlichen Künstler gekauft, sondern ein echtes Kämpferherz gleich gratis mit dazubekommen. Ein ganz großer Spieler!

Wir können noch besser „fußballen“:

Wenn man gegen Manchester United eine Passquote von 82 % hat, dann weiß man was in dieser Mannschaft steckt. Zum Vergleich, der FC Barcelona hat durchschnittlich 88 % Passquote und da weiß man, wo die Reise in der van Gaalschen Schule hingeht. Aber wir haben noch nicht die Konstanz des katalanischen Nonplusultra der Fußballkultur. Die Mannschaft kann in einigen Bereichen noch drauflegen und ist noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Setzt man das in Relation zu den Erfolgen, die wir trotzdem schon haben, so strahlt die Zukunft noch viel heller als die Gegenwart. Und setzt man das beides in Relation zum desolaten Zustand der Mannschaft vor ziemlich genau einem Jahr, so möchte man Louis van Gaal am liebsten Dankesschreiben zukommen lassen. Der Mann ist ein Glücksfall für uns und die Erfolge der letzten – speziell Wochen – und Monate sind kein Zufall, sondern logische Konsequenz seiner Arbeit mit der Mannschaft.

Die Chemie in der Truppe stimmt wie lange nicht mehr:

Diese drei Wochen wären nicht möglich gewesen, wenn da nicht schon vorher ein echtes TEAM zusammengewachsen wäre. Man hat bei Bayern München sehr selten die Jungs so gegenseitig für sich fighten sehen. Die Kugel läuft traumwandlerisch sicher durch unsere Reihen, jeder weiß, was sein Nebenmann tut. Die Jubelbilder der Spieler untereinander, der Spieler mit dem Trainer, der Trainer mit den Verantwortlichen, die Verantwortlichen untereinander und alle zusammen mit den Fans – kann mich kaum erinnern, wann es in unserem Verein zuletzt so einmütig zuging. Und auch das muss man in Relation setzen zu dem Zustand vor ziemlich genau einem Jahr. Und auch das ist hauptsächlich ein Verdienst des Trainers, aber auch jeden einzelnen Spielers, die durch die Bank bereitwillig mitziehen. Bei dieser Mannschaft geht einem einfach nur das Herz auf.

Wir schwingen weiterhin auf drei Hochzeiten die Hufe:

DFB-Pokal Finale, Champions League Halbfinale und zwei Punkte Vorsprung in der Meisterschaft. Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand und hätte mir das einer vor den drei Wochen angeboten, ich hätte es sofort mit Kußhand unterschrieben. Schalke und Manchester haben wir nebenbei ziemlich demoralisiert zurückgelassen und dem Mythos unserer Unbesiegbarkeit neuen Glanz verliehen.

Kann sich schon sehen lassen, was wir die letzten drei Wochen geleistet haben. Aber nachdem wir jetzt mal eine Woche Luft holen können, gibt es schon wieder neue Wochen und neue Wahrheiten, die ausgesprochen werden möchten. Wochen, in denen wir uns für das bisher erreichte selbst belohnen werden. Nochmal alle Kräfte bündeln und dann auf sie mit Gebrüll!

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Ich finde es klar unglaublich, dass Sie das sagen!

Sky Interview: Papa van Gaal haut auf den Tisch

Letztlich war es doch ein ganz ordentliches Wochenende für uns, Genossen und Waffenbrüder! Leider hat es abermals nicht zur Tabellenführung gereicht. Aber sehen wir es positiv. Mit jetzt vier Punkten Vorsprung vor Schlacke und weiterhin nur einem Tor Rückstand auf Vizekusen stehen wir sogar noch einen Tick besser da als letzte Woche.

Ich gebe zu, das ist ein wenig schöngeredet. Das Unentschieden in Nürnberg war schon sehr unnötig. Nürnberg hatte genau eine Torchance im ganzen Spiel, normalerweise darfst du da niemals ein Tor fangen und gehst mit einem leckeren 1:0 Sieg nach Hause. Und selbst wenn du es fängst, wir hatten genug Möglichkeiten das Spiel trotzdem zu gewinnen, haben uns aber einen Tick zu dämlich angestellt in meinen Augen. Exemplarisch für das ganze Spiel war eigentlich die allerletzte Szene, wohlgemerkt unabhängig vom Protagonisten: Müller kann nochmal alleine auf´s Tor zugehen und dieses Spiel entscheiden, aber die Murmel springt ihm sehr unmotiviert zu weit vom Fuß. Wären wir gestern nur ein kleines bißchen mehr Killer gewesen, wir hätten einen riesigen Big Point im Kampf um die Meisterschaft abstauben können. Das ist schließlich Fußball und nicht das Ikea Bällchenbad. Da sollten wir uns auch nicht zu viel wie die Waldorfschüler bei den Händen fassen und unsere Namen in den Schnee tanzen. Wir müssen uns schon ankreiden, nicht heiß genug auf den Sieg gewesen zu sein.

Auf der anderen Seite sollten wir das alles in meinen Augen aber trotzdem auch tunlichst sehr unaufgeregt betrachten. Wenn ich manche Kommentare gestern und heute höre und lese, dann drängt sich der Verdacht auf, manche tun sich sehr schwer damit nicht jedes Spiel zu gewinnen. Wir haben ein Duzent Spiele in Folge gewonnen gehabt, da kann man nach einem Auswärtsunentschieden auch mal die Kirche im Dorf lassen. Man muss nicht nach jedem Spiel, in dem nicht alles ganz optimal läuft, alles grundsätzlich in Frage stellen.

Man sollte es jedenfalls nur tun, wenn man todesmutig genug wäre, dies auch in Papa van Gaals Gesicht zu sagen. 😀 Aber das grenzte an Todessehnsucht, nicht Todesmut. Hat er den Sky Reporter lässig lang gemacht oder was? Ich geh ja nun inhaltlich auch nicht ganz chloroform mit ihm, eins der besten Spiele unserer Jungs habe ich gegen Nürnberg nun auch nicht grad gesehen. Aber es ist natürlich alles erzieherisch sehr wertvoll, was unser Trainer da macht. Sofort stellt er sich anstelle der Mannschaft in die Schusslinie. Und die Jungs werden es ihm gegen Hamburg und Florenz danken, ich bin mir sicher.

Nach den nun kompletten Ergebnissen des Spieltags bin ich mir aber trotzdem auf einmal ganz sicher, dass wir Meister werden. Nicht nur wir haben nur noch Big Points. Ab sofort heißt es an jedem Spieltag für jeden der drei da oben „Hefte raus, Vokabeltest!“. Hätte Leverkusen heute gewonnen, ich weiß nicht ob sich deren Fahrt Richtung Meisterschaft nicht verselbstständigt hätte. So allerdings, vor allem nach diesem späten Ausgleich in der Nachspielzeit, hat das sicherlich den genau gegenteiligen psychologischen Effekt. Ich stell den Champus noch nicht kalt, aber ich besorge definitiv schon mal einen. Ich werde ihn ganz sicher brauchen.

Nächstes Wochenende ist übrigens der 110. Geburtstag des FC Bayern. Wäre doch unglaublich passend, wenn wir genau dann endlich Tabellenführer würden. Die Vorzeichen stehen auf den ersten Blick natürlich nicht unbedingt besonders gut, haben wir mit Hamburg ja einen ungleich stärkeren Gegner vor der Brust als die Leverkusener mit den Kölnern. Aber man kennt das ja aus der Vergangenheit, in dieser Phase der Meisterschaft ist die Papierform oft nicht mehr so viel wert. Die einen kämpfen gegen den Abstieg, die anderen um die internationalen Plätze, ganz wenige andere um die Meisterschaft. Alle kämpfen jedenfalls bis zum Umfallen und jedes Spiel ist deshalb komplett offen. Und ein Derby, welches das Spiel Leverkusen gegen Köln ja ist, folgt sowieso immer ganz eigenen Gesetzen.

Ich hab irgendwie ein sehr gutes Gefühl, das wird was nächste Woche mit der ersehnten Tabellenführung. Dann tanze ich aber wirklich unseren Vereinsnamen in den Schnee. Gott, wie ich diesen ersten Platz will! Jetzt ist langsam mal gut mit der Erbsenzählerei an der Tabellenspitze, ich will wieder die Ferngläser verteilen. Ich bin heiß Trainer, schmeiß mich rein! 😀

© 2010 Traumtorschuetze

Neu im Mingashop: Südkurve München – Herzblut seit 72
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