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What a difference a year makes

Road to Madrid Update inklusive dem Lyon-Rückspiel. Gänsehaut…

Unterhalten sich Leo Messi und Roger Federer. Sagt Messi: „Mich hat Gott auf die Erde geschickt um der beste Fussballer zu sein“. Darauf sagt Federer: „Mich hat Gott auf die Welt geschickt um der beste Tennisspieler zu sein“. Kommt Ivica Olic dazu und sagt: „Was? Ich habe niemanden geschickt!“

Es ist vollbracht, Glaubens- und Waffenbrüder! Wir haben am 22.05.2010 im Estadio Santiago Bernabeu um 20.45 Uhr eine Verabredung zum Fußballspielen. Es wird um nichts weniger gehen als um den begehrtesten Henkeltopf der Menschheitsgeschichte. Der FC Bayern München steht im Finale der UEFA Champions League 2009/2010! Man kann es gar nicht oft genug schwarz auf weiß lesen, begreifen tut man es trotzdem nur ganz, ganz schwer.

Diese Saison hat uns alle völlig überrollt. Egal mit wem ich von unseren rot-weißen Glaubensbrüdern spreche, alle sind genauso wie ich mindestens genauso perplex und geflasht wie stolz. Die Entwicklung der letzten zwölf Monate ging einfach zu schnell, als das man sie jetzt schon in Gänze erfassen könnte. Wisst ihr noch was auf den Tag genau gestern vor einem Jahr los war? Am 27.04.2009 wurde Jürgen Klinsmann entlassen und egal in welchen Bereich des Vereins man blickte, man blickte mit zutiefst sorgenvoller Miene auf die Entwicklungen rund um den FCB  und stand dem beinahe ohnmächtig gegenüber.

Zwischen dem damaligen Zustand des Vereins, der fast jeden von uns fast in den Wahnsinn getrieben hat, und der heutigen Glanz und Gloria, von der alle rund um den Verein erfasst sind, liegen sportlich und emotional Welten, aber zeitlich eben nur wenige Monate. Diese Mannschaft mit diesem Trainer rast wie eine Rakete durch unser emotionales Nervensystem und es ist kaum möglich Schritt zu halten.

Gestern in Lyon hat die Mannschaft schon wieder einen weiteren Schritt in ihrer Entwicklung gemacht. Wir haben dieses Champions League Halbfinale nicht nur gewonnen, wir haben es praktisch nach Belieben dominiert. Das war nahezu perfekt und erinnerte doch stark an die Demütigung, die wir vor gut einem Jahr von Barcelona erfahren haben. Sollten unsere Jungs tatsächlich am Ende auch noch das Finale gewinnen, ich bin mir sicher es werden Parallelen zum letzte Champions League Triumph gezogen werden. Beides hatte seinen Anfang in einer besonders schmerzlichen Niederlage. Damals hatte man von Manchester gelernt und das Erzielen später Tore und die Mentalität des niemals aufgebens wurden unser Stilmittel, mehr als Manchester selbst sich das vorstellen kann, wie man erst zuletzt wieder sah. Heute scheint man von der ganz bitteren Niederlage in Barcelona gelernt zu haben und spielt seine Gegner mit erdrückender Dominanz vollkommen her, fast besser als es die Katalanen selbst können. Fehlt nur noch der direkte Vergleich im Finale und eine echte Revanche. Ich trau mitlerweile unseren Jungs selbst das zu.

Aber diese Entwicklung der Mannschaft wäre natürlich ohne Louis van Gaal überhaupt nicht möglich gewesen. Dieser Trainer ist der größte Glücksfall für unseren ruhmreichen FC Bayern München seit Ottmar Hitzfeld. Und der Fußball unter Louis van Gaal ist dabei nicht nur erfolgreich, er ist auch noch zum mit der Zunge schnalzen schön. Wir spielen nicht Fußball, wir zelebrieren ihn. Und es ist schon beinahe witzig: Eigentlich alles was mit dem schwäbischen Bäckerlehrling angekündigt wurde seinerzeit, alles für was dieser Anti-Trainer Klinsmann angeblich stand – schöner, offensiver und erfolgreicher Fußball, Förderung der jungen Spieler aus dem eigenen Stall, stetige Verbesserung der Leistungsträger – all das hat Louis van Gaal einfach gemacht statt wie dieser schwäbische  Schaumschläger nur drüber zu quatschen und dabei selten dämlich in die Kamera zu grinsen.

Und Louis hat aus unseren Jungs ein ganz großes Team gemacht mit ganz, ganz größerem Teamspirit. Eine unglaubliche Leistung, nachdem die schwäbische Backpflaume so viel Zeit hatte mit seinen spalterischen Talenten unsere Mannschaft und den ganzen Verein komplett auseinanderzudividieren und dies auch auf´s allergründlichst tat. Alles lag in Scherben. Und nun sind wir von Mannschaft über Vorstand bis zu den Fans der eingeschworenste Haufen seit den glorreichen Sieben oder dem Wu Tang Clan. Unvorstellbar vor einem Jahr, einfach unvorstellbar.

Aber genug Vergleiche mit der Vergangenheit, genießen wir das hier und jetzt in vollsten Zügen, trübere Tage kommen schon noch früh genug. Was diese Mannschaft gerissen hat in dieser Saison ist einfach nur Wahnsinn! Natürlich wollen wir alle auch möglichst viele Titel feiern, ganz klare Kiste. Aber diese Mannschaft mit diesem Trainer darf man nicht nur an Titeln messen, was sie für den Verein geleistet haben ist jetzt schon kaum in Worte zu fassen. Die Weichen für eine grandiose Zukunft sind längst gestellt und der neue Weg des FC Bayern München ist jetzt schon in Stein gemeißelt. Und alle die den Verein im Herzen haben gehen diesen Weg mit Inbrunst mit. Es könnte rosiger nicht aussehen.

Jetzt sind es also nur noch vier Spiele. Vier Spiele in denen sich die Mannschaft auch auf dem Papier zu dem machen kann, was sie gefühlt längst ist: Eine der größten Bayern-Mannschaften, die dieser Verein je gesehen hat. Vier Spiele bis zur Unsterblichkeit. Vier Spiele, in denen wir alle diese Mannschaft zu nicht zu träumen gewagten Triumphen tragen werden. Nochmal vier Spiele alles geben, für die Jungs, für den FC Bayern, für München, für jeden von uns selbst! München, Deutschland und Eurpopa leuchten im schönsten rot und weiß!

Linktipps:

Die Tore in der Live-Reportage von Hans-Peter Pull und Edgar Endres (BR)

Die Münchner Familie (SZ)

Internationale Pressestimmen (Spox)

Bundesliga verneigt sich vor Bayern (Spox)

Fotostrecke vom Triumph in Lyon mit Pressestimmen (tz)

Fotostrecke vom Bankett nach dem Spiel (tz)

Die Bankettrede von Kalle Rummenigge im Wortlaut (fcb.de)

Kurzes Video vom Bankett (Kicker)

Der Held von Lyon (Spiegel)

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Die Wahrheit nach den drei Wochen der Wahrheit

Mr. Miracle Arjen Robben. Bild: Flo (all rights reserved)

Drei nervenaufreibende, aber schöne Wochen mit sechs entscheidenden Spielen liegen hinter uns. Zeit ein weinig durchzuatmen und mit Stolz auf das Erreichte zurückzublicken.

Magath zum Frühstück vernascht:

Mein Gott, ist der Kerl eklig arrogant geworden! Sein Naturell war ja noch nie das eines Sympathen. Mitlerweile muss man sagen, was Realitätsfremdheit und unglückliche bis dämliche Außendarstellung betrifft, hat er sich in erschreckendem Maße seinem neuen Arbeitgeber und dessen Fans angepasst. Natürlich kann man es ihm wohlwollend als Chuzpe auslegen, wenn er sich zum Beispiel kühl lächelnd vor die Presse setzt und verlautbaren lässt, Schalke hätte ja kein Geld für einen neuen Rasen, das sei doch bekannt. Das ist Magath. Noch genervt davon während der gesamten Vorrunde auf Schalkes miserable Finanzen angesprochen worden zu sein, nutzt er die erste Gelegenheit den Spieß zu seinem Vorteil umzudrehen. Warum kein Journalist mal lachend darauf hingewiesen hat, dass man ja auch 73 neue Spieler in der Winterpause verpflichten konnte, aber 100.000 EUR für einen neuen Rasen nicht übrig sind, finde ich allerdings gelinde gesagt etwas schade.

Ganz ehrlich, es ist mir ein Fest, dass wir ihm zwei mal richtig weh tun konnten. Während er beim Pokalfinale mit seiner besseren Hälfte Kamillentee vorm Fernseher schlürfen wird, werden wir schön die Hauptstadt rocken. Und spätestens seit der zweiten Niederlage innerhalb weniger Tage gegen uns scheint endgültig der Baum zu brennen in Gelsenkirchen. „Um Meister zu werden braucht man eine Mannschaft, die auch Meister werden will.“ so Magath nach ihrer jüngsten Niederlage in Hannover. Das sagt eigentlich alles, sowohl über Magath als auch über sein Verhältnis zu seinen Spielern. Welch Unterschied zu der Einheit die Trainer und Team bei uns bilden! Als Spieler würd ich Magath hassen, wäre er mein Trainer. Und als Fan auch, aber die haben das leider alles noch nicht so durchschaut. Magath wird Schalke endgültig in den Ruin treiben. Er wird sich ganz schnell abnutzen, wie bisher überall. Er wird wie überall einen aufgeblähten und zerstrittenen Kader hinterlassen ohne jegliche Spielphilosophie. Nur wird Schalke nicht das Geld haben wie Magaths vorherige Stationen, um das einigermaßen abzufangen und sie werden dann verdammt schweren Zeiten entgegengehen. Und wir haben in den letzten drei Wochen dafür gesorgt, dass all das sehr wahrscheinlich diesmal ohne Titel von statten gehen wird. Erinnert euch an meine Worte wenn es soweit ist und dort alles den Bach runter geht.

Unserem Ruf in der Welt alle Ehre gemacht:

Ladies and Gentlemen, it´s now official: La bestia negra is back! In Manchester versteht man auch vier Tage nach ihrem Ausscheiden noch nicht, was wir ihnen angetan haben. Alex Ferguson hat durchgeweint und gibt mit heruntergelassenen Hosen ein peinliches Interview nach dem nächsten. Und ganz England steht mal wieder staunend und ehrfürchtig vor dem Willen und der Unbesiegbarkeit deutscher Mannschaften. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese beiden Spiele gegen Manchester auf der Insel diesbezüglich unglaublich Wirkung hinterlassen haben. Wir haben der Legende deutsch-englischer Duelle und deren Versagen darin ein weiteres großes Kapitel hinzugefügt. Somit haben wir nicht nur für unsere Reputation, sondern in hohem Maße auch etwas für die Reputation des gesamten deutschen Fußballs getan.

Ivica Olic würde auch mit ner Axt im Kopf weiterrennen:

90 % aller überdurchschnittlich talentierten Fußballer müssten beim Anblick Olics eigentlich die Schuhe sofort an den Nagel hängen, oder aber ultraprompt anfangen Trainingsnachtschichten einzulegen. Was Ivica Olic aus seinen fußballerisch eher etwas limitierteren Fähigkeiten rausholt ist maximaler als Maximal. Eine Ohrfeige eigentlich für die große Mehrheit an Fußballern, die aus so viel Talent so wenig machen.

Ich bin zutiefst dankbar, dass wir nach Brazzo wieder so einen Verrückten im Team haben. Das war schon vor den drei Wochen der Wahrheit klar. Aber diese zwei Tore gegen Manchester, sein unbändiger Wille in diesen Spielen, wie er die Mannschaft mitgerissen hat der Wahnsinnige, das verdient schon eine Extra-Erwähnung. Ganz großes Tennis Ivica, ganz großes Tennis!

Mr. Magic und die besonderen Momente:

Das fußballerische Gegenmodell zu Ivica Olic ist wohl Arjen Robben. Wo sie sich aber in der Wahl ihrer Mittel unterscheiden, da gleichen sie sich in der Wichtigkeit für die Mannschaft. Unfassbar mit was für außergewöhnlichen Momenten eines Klassefußballers Arjen Robben in unglaublicher Regelmäßigkeit überlebenswichtige Tore erzielt. Und was für Traumtore das immer sind! Ein normalsterblicher Profi-Fußballer träumt davon, in seiner Karriere mal ein einziges Tor dieses Kalibers zu schießen. Arjen macht davon eins nach dem anderen und alle sind nebenbei spielentscheidend in ganz, ganz großen Partien.

Und eins muss ich wieder betonen, weil es fast noch bemerkenswerter ist. Unglaublich, wie er auch mit nach hinten arbeitet und sich den Arsch für die Mannschaft aufreißt. Wir haben da nicht nur einen außergewöhnlichen Künstler gekauft, sondern ein echtes Kämpferherz gleich gratis mit dazubekommen. Ein ganz großer Spieler!

Wir können noch besser „fußballen“:

Wenn man gegen Manchester United eine Passquote von 82 % hat, dann weiß man was in dieser Mannschaft steckt. Zum Vergleich, der FC Barcelona hat durchschnittlich 88 % Passquote und da weiß man, wo die Reise in der van Gaalschen Schule hingeht. Aber wir haben noch nicht die Konstanz des katalanischen Nonplusultra der Fußballkultur. Die Mannschaft kann in einigen Bereichen noch drauflegen und ist noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Setzt man das in Relation zu den Erfolgen, die wir trotzdem schon haben, so strahlt die Zukunft noch viel heller als die Gegenwart. Und setzt man das beides in Relation zum desolaten Zustand der Mannschaft vor ziemlich genau einem Jahr, so möchte man Louis van Gaal am liebsten Dankesschreiben zukommen lassen. Der Mann ist ein Glücksfall für uns und die Erfolge der letzten – speziell Wochen – und Monate sind kein Zufall, sondern logische Konsequenz seiner Arbeit mit der Mannschaft.

Die Chemie in der Truppe stimmt wie lange nicht mehr:

Diese drei Wochen wären nicht möglich gewesen, wenn da nicht schon vorher ein echtes TEAM zusammengewachsen wäre. Man hat bei Bayern München sehr selten die Jungs so gegenseitig für sich fighten sehen. Die Kugel läuft traumwandlerisch sicher durch unsere Reihen, jeder weiß, was sein Nebenmann tut. Die Jubelbilder der Spieler untereinander, der Spieler mit dem Trainer, der Trainer mit den Verantwortlichen, die Verantwortlichen untereinander und alle zusammen mit den Fans – kann mich kaum erinnern, wann es in unserem Verein zuletzt so einmütig zuging. Und auch das muss man in Relation setzen zu dem Zustand vor ziemlich genau einem Jahr. Und auch das ist hauptsächlich ein Verdienst des Trainers, aber auch jeden einzelnen Spielers, die durch die Bank bereitwillig mitziehen. Bei dieser Mannschaft geht einem einfach nur das Herz auf.

Wir schwingen weiterhin auf drei Hochzeiten die Hufe:

DFB-Pokal Finale, Champions League Halbfinale und zwei Punkte Vorsprung in der Meisterschaft. Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand und hätte mir das einer vor den drei Wochen angeboten, ich hätte es sofort mit Kußhand unterschrieben. Schalke und Manchester haben wir nebenbei ziemlich demoralisiert zurückgelassen und dem Mythos unserer Unbesiegbarkeit neuen Glanz verliehen.

Kann sich schon sehen lassen, was wir die letzten drei Wochen geleistet haben. Aber nachdem wir jetzt mal eine Woche Luft holen können, gibt es schon wieder neue Wochen und neue Wahrheiten, die ausgesprochen werden möchten. Wochen, in denen wir uns für das bisher erreichte selbst belohnen werden. Nochmal alle Kräfte bündeln und dann auf sie mit Gebrüll!

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Just brillant!

We rocked Old Trafford. Bild: azrael74 used under CC License

Seid ihr alle wieder einigermaßen aus dem Siegestaumel aufgewacht? Ich persönlich fasse es gar nicht so richtig, dass schon wieder Wochenende ist. Die Zeit seit Mittwoch ist irgendwie wie in Trance an mir vorbeigezogen. Siegestrunken und dauerhigh. Aber wenn etwas geschieht, von dem du noch in 20 Jahren schwärmen wirst, sind zwei plus x Tage zur Verarbeitung dessen sicherlich erlaubt.

Schon tagsüber war der Mittwoch brutal. Es ist dieses ganz besondere Gefühl am Tag eines so großen Spiels. Diese Mischung aus zerissener Anspannung, Kampfeslust und Vorfreude. Es gibt nur ein Thema den ganzen Tag über, das große Spiel am Abend. Du wachst schon mit Schlachtgesängen im Kopf morgens auf. Kumpels rufen dich den ganzen Tag über an und die ersten Worte sind: „Hombre, ich muss mit irgendjemandem reden!“ und du denkst nur, „scheisse, ich auch“. Du hörst von 2 m großen ausgewachsenen Männern, die je näher das Spiel rückt völlig am Ende sind und ihrer Freundin Geld in die Hand drücken und mit den Worten „geh einkaufen, iss noch irgendwo was, aber komm bloß nicht so schnell wieder“ aus dem Haus werfen. Ja, das sind diese Tage, diese einzigartigen Tage. An solchen Tagen kann man Geschichte schreiben. Ein Tag zum Helden zeugen!

Doch kaum ist man in seine „Freistaat Bayern“ Flagge gehüllt und hat die erste Nervosität abgelegt, die in den letzten zehn Minuten vor Anpfiff brachial wird, liegen wir schon 2:0 hinten. Die Jungs kriegen kein Fuß auf die Erde, hinten ist Polen offen und der gegnerische Strafraum erscheint eine halbe Stunde lang höchstens wie eine verheißungsvolle Fata Morgana am fernen Horizont. Und trotzdem ist man nicht gewillt auch nur eine Sekunde zu resignieren. Schließlich ist diese Truppe in diesem Jahr immer für die verrücktesten Dinge gut. Und sie kämpften. Es gelang ihnen wenig bis nichts, aber sie lebten und eroberten sich Zentimeter um Zentimer im Old Trafford zurück.

Und als wir gerade einigermaßen im Spiel waren, wir auch endlich mal eine Torchance kreieren konnten durch Ivica, da fällt im Gegenzug das 3:0. Der nächste Nackenschlag. England feiert schon den Einzug ins Halbfinale (hört jeden englischen Kommentar bei dem Tor) und außer uns Roten hat wohl keiner auf dieser Fußballwelt zu diesem Zeitpunkt noch einen Pfifferling auf uns gesetzt.

Lange Zeit zum Nachdenken blieb ja eh nicht, da Ivica sofort das so wichtige Anschlusstor erzielte. Aber schon nach dem 3:0 war bei mir nur noch Trotz da. Ich war so eingestellt, ich hätte meinen Glauben an die Mannschaft bis zur buchstäblich allerletzten Patrone nicht verloren.

Dann kam Ivica, der Kroate, der fußballerisch deutscher als jeder Deutsche ist und brachte das Empire mit seinem Tor buchstäblich zum erzittern. Was dann geschah war nämlich im Nachhinein betrachtet psychologisch unglaublich interessant. Manchester schwamm auf einmal komplett. Von wegen „Wild Card“ Los FC Bayern München, so wie ganz England bei der Auslosung frohlockte! Ihnen wurde schlagartig klar, noch ein Tor und wir sind draußen. Und fuck, wir haben es hier mit einer deutschen Mannschaft zu tun. Und fuck, nicht irgendeine, sondern die hungrigste von allen, die die niemals aufgibt, la bestia negra, der FC Bayern München! Da spielte psychologisch so viel eine Rolle, was die Engländer allgemein über den deutschen Fußball denken und was in Linekers berühmter Aussage so treffend rüberkommt: „Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Mann rennen 90 Minuten einem Ball hinterher und am Ende gewinnen immer die Deutschen“.

Es spielte die Erfahrung des Hinspiels eine Rolle und das Wissen, dass wir 1999 nicht vergessen, sondern im Gegenteil es verinnerlicht haben, dass das „niemals aufgeben“ ein großer Teil unserer Vereinsphilosophie geworden ist. Manchester hatte Angst, das war sofort nach dem 3:1 zu sehen. Fußballerisch ist das nicht zu erklären, das steht vielmehr exemplarisch für die Bedeutung der Psyche beim Fußball.

Und so nahmen die Dinge ihren schicksalsträchtigen Lauf. Auch der Platzverweis ist unter diesem Aspekt nur folgerichtig gewesen. Wenn die einen Elfmeter bekommen hätten, den hätten sie auch noch verschossen. Das Spiel bot einfach nur noch allen Vorurteilen die zwischen dem englischen und deutschen Fußball existieren einen reichhaltigen Nährboden.

Das kann man natürlich zwei Tage später ganz gut so reflektieren. Während des Spiels selbst spürst du nur, wir können hier eigentlich gar nicht ausscheiden heute, wir machen noch das Ding. Aber trotzdem sind die Nerven natürlich zum zerreißen gespannt. Aber du hörst die Bayernfans, die einen Monstersupport das ganze Spiel über hinlegen als gäbe es kein Morgen und das Old Trafford fest in ihrer Hand haben (großartig Jungs, ich verneige mich!!) und du glaubst in jeder Sekunde dran, dass wir das heute packen.

Und dann siehst du die Ecke kommen. Du siehst sofort, der Ball kommt gut, Robben ist blank und du weißt bei der Hälfte der Flugbahn, den nimmt der Verrückte volley. Der Ball kommt auf den Bierdeckel, Robben holt aus und peitscht den Ball förmlich links unten ins Eck mit einer Schußhaltung und Technik, die jenseits jeglicher Perfektion liegt. Das war der bildliche Beweis dafür, dass es noch etwas über der totalen Perfektion gibt. Wenn die Wissenschaft dieses Tor unter kinetischen Aspekten untersuchen würde, sie würde an ihre Grenzen stoßen und fortan an den göttlichen Funken glauben. Dieses Tor war unfassbar. Arjen Robben ist unfassbar. Diese Mannschaft ist unfassbar. Mein Stolz ist unfassbar. Der Rest des Spiels, der Jubel danach, die folgenden Tage in Trance, alles unfassbar.

Aber morgen haben wir schon wieder Leverkusen vor der breiten Brust. Man kriegt gar keine Zeit diese ganzen irren Ereignisse dieser Saison zu verarbeiten, der Rausch muss immer weitergehen. Wir wollen ja schon nach Möglichkeit nicht nur schön mitgespielt haben, sondern auch ein paar Trophäen in den Schrank packen am Ende des ganzen Spektakels. Es ist zwar jetzt schon eine unbeschreiblich geile Saison gewesen, aber zu viel Bescheidenheit steht uns auch nicht besonders gut. Wir bleiben gefrässig, wenn der Bayernzug einmal rollt macht er keinen Halt mehr. Und wenn würde Ivica persönlich aussteigen und das Ding mit purer Willenskraft und etwas Muskeln wieder ins Rollen bringen, so viel steht mal fest.

Links zum Thema:

Schöne Zusammenfassung mit englischem Kommentar: Just brillant

ManU Forum blaming Bayern /the ref 😀 Your hate is our pride!

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Angebliches Ultimatum an Ribery ist eine Ente!

Bild: stevechihos used under CC License

Freunde, Genossen, Waffenbrüder…lasst euch nicht verrückt machen von den aktuellen Lügen, die die Bild-Zeitung wieder einmal verbreitet. Angeblich soll Ivica Olic einer kroatischen Zeitung in einem Interview pikante Dinge erzählt haben. Zum Beispiel, dass der Verein Ribery ein Ultimatum bis Ende März gesetzt hat, seinen Vertrag zu verlängern. Außerdem soll er Robben als „professioneller“ als Ribery bezeichnet haben und angeblich würde der Franzose sich nicht mit van Gaal verstehen.

Alles Bullshit!! Während natürlich die ersten Medien blind den gottverdammten Scheißdreck, den die Bild verbreitet, einfach so übernehmen, ist Eurosport seiner journalistischen Pflicht nachgekommen und hat einen kroatisch sprechenden Mitarbeiter das Interview übersetzen lassen. Unfassbar, aus welch harmlosen Aussagen die Bild ihren Schmutz macht, den sie verbreiten. Dieses Blatt ist in allerhöchstem Maße verachtenswert. Was für abartige Wixer! Ihr schimpft euch selbst Journalisten. Ihr seid nichts weiter als Abschaum und dreckige Lügner.

Wahr ist, Ivica Olic hat ein Interview gegeben, wie er es immer gibt. Absolut mannschaftsdienlich und korrekt. Für ein paar Leser mehr wird so ein integrer Mann absichtlich zum Intriganten gemacht. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich den Bild-Redakteuren in die Fresse kotzen möchte.

Entschuldigt meine deutliche Wortwahl, aber bei sowas platzt mir echt komplett der Arsch.

Update: Dementi und Ankündigung juristischer Schritte auf fcb.de. Richtig so!

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Und wir haben einen Gewinner – Euer Spieler der Vorrunde

Mit weitem Abstand euer Gewinner: Ivica Olic

Vorweg die für euch wahrscheinlich wichtigste Information. Wer hat das Bayerntrikot gewonnen? Gewinner ist Kommentar Nummer 22, abgegeben von „Floyd“. Herzlichen Glückwunsch und viel Freude mit dem Trikot! Hier ein Screenshot von der Auslosung (bitte anklicken):

Der Gewinner wird per Email informiert und bekommt dann in den nächsten Tagen das Trikot zugeschickt. Vielen Dank auch an alle anderen für die zahlreiche Teilnahme. Ich werde versuchen öfter mal so eine Aktion zu organisieren und drücke ganz fest die Daumen, dass ihr dann den Preis abstaubt.

Euer Votum zur „Spieler der Vorrunde“ Wahl fiel ziemlich eindeutig aus. Die große Mehrheit hat sich für unsere Pferdelunge Ivica Olic entschieden. Weit abgeschlagen folgen Daniel van Buyten, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Michael Rensing (warum auch immer). Hier eure Reihenfolge mit Prozentzahlen und totalen Stimmen:

1. Ivica Olic (41 % / 92 Stimmen)

2. Daniel van Buyten (10 % / 22 Stimmen)

3. Michael Rensing, Thomas Müller (9 % / 21 Stimmen)

4. Bastian Schweinsteiger (9 % / 20 Stimmen)

5. Hans Jörg Butt (7 % / 16 Stimmen)

6. Holger Badstuber (6 % / 14 Stimmen)

7. Mario Gomez (3 % / 6 Stimmen)

8. Arjen Robben (2 % / 4 Stimmen)

9. Franck Ribery, Mark van Bommel, Miroslav Klose, Philipp Lahm (1 % / 2 Stimmen)

10. Thomas Kraft, Alexander Baumjohann, Hamit Altintop (< 1 % / 1 Stimme)

Was Michael Rensing befähigt Spieler der Vorrunde zu werden bleibt wohl das Geheimnis der 22, die ihn gewählt haben. Ansonsten ist das schon in Ordnung so würde ich sagen. Man könnte vielleicht den Kampfgeist von Mario Gomez etwas höher anerkennen, oder das Aufblühen von Bastian Schweinsteiger im zentralen Mittelfeld. Auch unsere jungen Küken wie Badstuber und Müller haben natürlich eine tolle Vorrunde gespielt. Letztendlich hatte aber ja jeder nur eine Stimme zur Verfügung und es haben sich alles andere als zu Unrecht die meisten dann wohl einfach für Ivica entschieden.

Macht auch weiter mit bei unseren Bewertungen nach jedem Spieltag. Da hat sich hier eine schöne Sache etabliert.

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Ein kreatives Feuerwerk mit höchster Disziplin

Highlights, Tore, Zusammenfassung vom Sieg in Bochum mit Stadionsound ohne Kommentator.

Mario Gomez: „Manchmal steht er neben mir und ich denke, der stirbt gleich. Und dann zieht er wieder 40 Meter zum Sprint an. Er ist schon ein Phänomen.“

Die Rede ist natürlich von Ivica Olic. Der Junge ist ein absolutes Geschenk. Wenn man bedenkt, dass der ablösefrei kam sogar im wahrsten Sinne des Wortes ein Geschenk. Aber selbst wenn der richtig Geld gekostet hätte, dieses hätte er längst wieder eingespielt. Da reisst er mal eben in Turin die ganze Mannschaft mit und vier Tage später durchpflügt er schon wieder den Bochumer Rasen als wenn gar nichts gewesen wäre. Direkt aus der Kabine in Turin im lockeren Sprint nach München, kurz geduscht, frische Socken und Handtuch eingepackt und dann den Mannschaftsbus nach Bochum gezogen. So kennen wir ihn, die alte Heißbuchse.

Kämpfen, sprinten, die Mannschaft mitreissen, Tore vorbereiten, Tore machen…es gibt wenig, was er nicht in seinem Portfolio hat. Selbst kleinere Kabinettstückchen sind teilweise dabei, auch wenn man bei ihm den Eindruck hat, er weiß oft selbst nicht so genau was er vor hat mit dem Ball, bevor es nicht passiert ist. Technisch ist das schon manchmal nahe der Anarchie. Aber es geht fast immer gut, das ist das Schöne daran. Insgesamt einer der besten Einkäufe aller Zeiten, das kann man glaub ich jetzt schon sagen.

Olic ist sicher einer der Hauptgründe, warum wir so beeindruckend die Kurve bekommen haben in den letzten Spielen. Das gestern gegen Bochum war ein Selbstläufer, wie ich es von uns schon sehr lange nicht mehr von uns gesehen habe. Es passt auf einmal alles, was oberflächlich betrachtet vor wenigen Wochen noch gar nicht funktionierte. Während man vor kurzem noch den Eindruck bekam, wir würden uns beim Popeln in der Nase den Finger brechen, geht auf einmal alles wie von alleine. Aber es geht eben nicht von allein, die Mannschaft erntet nur die Früchte ihrer harten Arbeit in den letzten Monaten. Dieser Fußball ist die logische Folge aus den richtigen Hebeln, die der Trainer zusammen mit der Mannschaft umgelegt hat. Gut, dass alle wichtigen Leute die nötige Geduld hatten. Und jetzt ist auch wieder Bayern drin, wo Bayern draufsteht.

Und jetzt haben wir da einen eingeschworenen Haufen, spielen taktisch auf allerhöchstem Niveau und strotzen vor Selbstbewusstsein. Wir haben wieder eine Achse mit van Buyten hinten, van Bommel und Kampfschweini in der Mitte und Olic und Gomez vorne. Wir haben fantastische Nachwuchsleute, die aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken sind. Wir haben die größten Waffen mit Ribery und Robben noch ganz oder teilweise in der Hinterhand. Wir haben alles, was das Herz begehrt. Bis auf den ersten Tabellenplatz. Aber dieser Fluch diesen seit so unglaublich langer Zeit nicht mehr besetzt zu haben wird in sehr absehbarer Zeit auch enden, da bin ich mir sicher. Schade, dass es nur noch ein Spiel vor der Winterpause gibt. Allerdings spricht gar nichts dagegen, dass wir uns mit einer intensiven Vorbereitungszeit im Winter für die Rückrunde noch weiter verbessern können. Spätestens im Frühjahr grüßen wir wieder freundlich von der Tabellenspitze.

Zum Spiel gegen Bochum selbst muss ich glaub ich gar nicht so viel sagen. Es war ein Genuss. Ich kann mich kaum erinnern, wann man das letzte mal so entspannt einem Spiel unserer Mannschaft folgen und einfach genießen konnte. Wir haben sie im Vorbeigehen geschrubbt, lange Zeit fast unvorstellbar bei uns. Wir haben noch einen weiten Weg bis zu dem ein oder anderen Titel vor uns. Aber die Route dahin hat die Mannschaft mit ihrer Spielweise definitiv bereits ins Navi eingetippt. Aus dem die Stimme von Louis van Gaal ertönt: „Nach 30 m mit rechts abschließen“ und ähnliches. Nur bei Ivica Olic hört man die ganze Zeit: „Die Route wird neu berechnet“ und „bei der nächsten Möglichkeit bitte wenden“. Einfach zu schnell der Mann.

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Muskelbündelriss – Ivica Olic fällt 6 Wochen aus

Die alten Kackstelzen. Bild: Rob! used under CC License

Die Diagnose bezüglich der Verletzung von Ivica Olic ist so ziemlich die schlimmste, die man bei muskelären Geschichten haben kann: Muskelbündelriss in der Wade – sechs Wochen kaltgestellt die Kampfsau. Langsam wird´s kriminell unsere Flügelflitzer betreffend. Olic gesellt sich zum verletzten Arjen Robben und Franck Ribery ist ebenfalls fraglich für Samstag. Gut möglich, dass wir gegen Freiburg mehr oder weniger notgedrungen zum 4-4-2 zurückkehren. Hätte den Vorteil, dass sich nicht drei Mittelstürmer um einen Platz streiten müssten. Luca Toni wird ja höchstwahrscheinlich am Samstag gegen Freiburg zurück im Kader sein. Klose sollte gut drauf sein nach seinem entscheidenden Tor gegen Russland. Und Mario Gomez ist immer noch unser bester Torschütze. Wär schon besser, zwei der drei zu bringen in meinen Augen.

Neben Luca Toni ist auch der Kapitän Mark van Bommel wieder an Board. Morgen um 19.00 Uhr steigt ja vor allem für die Rekonvaleszenten der Freundschaftskick bei Jahn Regensburg. Mal abwarten wie das läuft, aber gut möglich, dass wir auch van Bommel bereits am Samstag wieder auf dem Platz sehen. Wäre gut, eine positive Drecksau wie van Bommel ist uns derbe abgegangen zuletzt.

Unterdessen gab auch Martin Demichelis beim knappen 2:1 Sieg Argentiniens gegen Peru am Wochenende sein Comeback nach langer Verletzungspause. Auch er könnte am Samstag wieder im Kader zu finden sein.

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