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Mit allem was wir haben auf nach Lissabon

Titelbild lasst die Bestie raus

Text: Marco Thielsch

Servus ihr Roten!

„FC Bayern stürmt das Olimpico“ – So titelte der Kicker am 8.12.2009, nachdem unsere Männer nach Jahren internationaler Abstinenz von den ganz großen Fleischtöpfen im entscheidenden Vorrundenspiel um den Achtelfinaleinzug in der Champions League Juventus Turin im eigenen Stadion mit 4:1 besiegten. Wenn ich auf die letzten fünf Jahre zurück blicke, denke ich oft an dieses Spiel und ich kann mich in meine damalige Gefühlswelt sehr gut zurück versetzen. Es war noch nicht lange her, da führte uns der FC Barcelona am Nasenring durch das Stadion. Ein Spiel, welches sinnbildlich dafür stand, wie weit wir von der internationalen Spitze entfernt waren. Ich sehe unseren wackeren Kapitän Mark van Bommel noch heute flehend mit den Armen rudernd vor mir und es brach mir das Herz zu sehen, wie unsere Jungs zweifellos wollten, aber es einfach keine Möglichkeit gab irgendwie in auch nur einen richtigen Zweikampf zu kommen. Es war das chancenloseste Spiel des FCB, das ich jemals gesehen hatte. Als würden wir Fußball aus einem anderen Jahrhundert spielen. Und so war es ja auch mit einem schwäbischen Bäcker an der Seitenlinie, der außer pseudoesotherischen Zenober und „wenn er auf Klo geht, gehst du mit“ keine weiteren taktischen Finessen kannte. Und dann kam diese magische Dezembernacht in Turin. Aus heutiger Sicht die Geburtsstunde einer Jahrhundertmannschaft. Erstmals bezwangen wir wieder mal einen (damals) großen Gegner in einem entscheidenden Spiel. Und zwar mit einem taktischen Plan. Wie hatte man sich als Roter danach gesehnt!

4 1/2 Jahre und drei Champions League Endspiele später stehen wir kurz vor dem Erreichen des vierten Finals der Königsklasse in fünf Jahren. Aber wenn man den Fernseher anstellt, die Zeitung aufschlägt oder sich dem Wahnsinn der sozialen Netzwerke hingibt, sind viele die es mit unserem FCB halten vorsichtig gesagt unzufrieden. Und viele Medien und „Experten“ scheinen nach 1 1/2 Jahren ohne der Möglichkeit sportlicher Kritik geradezu ausgehungert endlich mal wieder den Dampfhammer rausholen zu können. Und so entstehen zig Diskussionen hier, unzählige Meinungen da, und überall hat man unter dem Strich das Gefühl, wir können nichts gewinnen, aber alles verlieren, wenn am Dienstag Real Madrid kommt.

Das ist ein Trugschluss. Das was wir uns in den letzten fünf Jahren aufgebaut haben, was diese Mannschaft geleistet hat, was sie uns an Willen und fantastischen Augenblicken beschert hat, das alles ist so viel größer als all die Zweifel, all die Diskussionen um personelle oder taktische Entscheidungen des Trainers und auch so viel größer als all diejenigen, die davon leben dem FCB Krisen anzudichten, oder neunmalkluge Ratschläge zu erteilen.

Wenn am Dienstag also Real Madrid zu uns kommt, haben wir alles zu gewinnen und nichts zu verlieren. So rum wird ein Schuh draus. Die wissen Gott sei Dank nicht, was hierzulande für sinnlose Diskussionen geführt werden. Die wissen nur, dass wir jederzeit in der Lage dazu sind über 90 Minuten im eigenen Stadion einen 0:1 Rückstand zu drehen. Sie wissen durch die Leistungen unserer Jungs in den letzten Jahren, wozu diese im Stande sind. Sie wissen um ihre Bilanz gegen uns. Dazu ihre Obsession für La Decima, die wenn es in dem Spiel knapp werden sollte auch ganz schnell in Lähmung umschlagen kann. Das entsetzte Gesicht Ronaldos in der Schlussphase in Dortmund und die Spielweise seiner Kollegen kann da denk ich durchaus als Beleg dienen.

Wir dagegen haben 1000 Gründe uns auf dieses erneute europäische Highlight zu freuen und wenige bis keine, uns übertriebene Sorgen zu machen. Was auch immer am Dienstag unter dem Strich steht, unsere Jungs sind und bleiben unsterblich. Was allerdings nicht bedeutet, dass wir dem Gegner auch nur einen Zentimeter Boden freiwillig überlassen werden. Ganz im Gegenteil, die Jungs werden alles reinwerfen und wir werden ihnen bis zum letzten Atemzug mit brennenden Herzen folgen. Es wird Europapokal pur werden mit dem Spannungsbogen kurz vor Herzinfarkt. Pack ma´s ihr Roten! MIT ALLEM WAS WIR HABEN AUF NACH LISSABON!

München ich geb mein Herz für dich

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Mit dem Bayerngen wär das nicht passiert

Bild: Chris Devers used under CC License

Also wenn man das gestrige Spiel nüchtern betrachtet, dann war das leider recht wenig, was von Deutschland in dieses WM-Halbfinale investiert wurde. Wie das Kaninchen vor der Schlange ließen wir mal wieder die Spanier ihre Ballstafetten um unseren Strafraum herum wirbeln, dass einem schwindelig werden konnte. Außer Schweinsteiger hat niemand mal die Eier gehabt ordentlich dazwischenzuhauen. Herzzerreißend, wie unser Mittelfeldmotor sich immer und immer wieder in die Bälle hineinwarf und allein auf weiter Flur bis kurz vors Blut kotzen rannte und grätschte als gäbe es keinen Morgen. Lahm kam gegen Villa auch ganz ordentlich klar. Aber der Rest? Das war viel zu wenig für so ein wichtiges Spiel. Viel, viel zu wenig.

Viel zu passiv in den Zweikämpfen, immer mindestens einen Schritt zu spät, absolut kein erkennbarer Blutdurst und im Spiel nach vorne mit Kötteln in der Buchse. Hat man geglaubt nach den letzten Ergebnissen man wäre schon so weit Spanien allein mit spielerischen Mitteln besiegen zu können? Hat man sich doch ein bißchen von den hohen Siegen gegen England und Argentinien blenden lassen? Wie sich die meisten Jungs schon nach wenigen Minuten in ihr Schicksal ergeben haben war in jedem Fall sehr undeutsch. Man kann ja durchaus stolz sein, dass die Nationalmannschaft seit neuestem richtig schönen Fußball spielen kann. Aber bitt´schön Männer, wenn es nicht läuft kann es nicht sein, dass wir das erste Foul sage und schreibe in der 39. Minute begangen haben. Haut sie doch um, wenn sie anfangen euch zu verarschen! Völlig unverständlich wie ängstlich die Jungs agiert haben. Ein bißchen mehr Bayerngen und sie hätten ganz Großes erreichen können. Das muss für jeden einzelnen Spieler heute besonders weh tun, das Gefühl haben zu müssen, einem so wichtigen Spiel nicht angemessen alles gegeben zu haben. Das Gefühl wird quälen.

Da fehlt es dann noch bei dieser jungen Mannschaft. Außer Schweinsteiger und Lahm war jeder einzelne seinem direkten Gegenspieler hoffnungslos unterlegen. Da zeigt sich, was Erfahrung im Fußball wert ist. Und was es wert ist, bei einem Verein wie Bayern München zu spielen. Immer auf dem allerhöchsten Niveau, sich jeden Tag mit den Besten zu messen.

War insgesamt ganz lustig diese WM. Aber kaum war der Schlusspfiff ertönt, war mein erster Gedanke: Bald ist wieder Bundesliga. Kein Heititeiti Ferienfußball mehr, sondern Kampfsport bei Wind und Wetter. Da sind die tiefsten Emotionen. Da entrinnt man nur knapp dem ein oder anderen Herzinfarkt. Da spielt sich die echte Leidenschaft ab. Da steht man Woche für Woche unter Vollstrom. Was habe ich eine Lust auf die neue Saison!

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Führ uns zum Titel, Kampfsteiger!

Der eigentliche Captain. Bild: Flo (all rights reserved)

Um meinem hart erarbeitetem Ruf als Klugscheißer mal wieder gerecht zu werden kurz vorweg: Ich habe schon vor Jahren gesagt, Schweinsteiger wird uns noch zu einigen Titeln bei Bayern München und in der Nationalmannschaft führen. Was bin ich belächelt und teilweise auch regelrecht angefeindet worden. Ich muss sagen, es ist mir frei nach Kathrin Müller Hohenstein innerlich schon ein kleines Zusammentreffen des SED-Zentralkomitees, wie Bastian Schweinsteiger sich entwickelt hat, hin zu einem absoluten Anführer. I hob´s doch g´sagt! Und einige unerschütterliche Mitstreiter ebenfalls: Macht uns den Jungen nicht verrückt, er ist noch so jung, ihm wird die Fußballwelt zu Füßen liegen, nur ein bißchen Geduld.

Nun gehört er zu den besten 6ern, bzw. eher 8ern, die es in diesem Sonnensystem gibt. Heute Abend trifft er auf zwei Sportskameraden, die zweifellos lange das absolute Nonplusultra auf dieser Position waren und immer noch sind, Xavi und Iniesta. Aber Schweinsteiger ist seit diesem Jahr mindestens auf Augenhöhe. Und wir werden heute Abend erleben, ob es nicht sogar mehr als das ist. Denn er wird es mehr oder weniger mit beiden aufnehmen müssen. Khedira wird im da nur sehr bedingt behilflich sein können, so weit ist der Junge noch nicht, um in der Kategorie Iniesta, Xavi, Schweinsteiger mithalten zu können. Fakt ist, Bastian Schweinsteiger muss heute Abend das Spiel seines Lebens machen, damit die so wichtige Zentrale letztendlich von Deutschland dominiert werden kann und Xavi und Iniesta nicht zur Entfaltung kommen. Wenn wir, bzw. Schweinsteiger – mit wenigstens einiger Unterstützung von Khedira – das schaffen, wenn dann vielleicht noch del Bosque dumm genug ist David Villa weiterhin über Lahm´s Seite stürmen zu lassen, anstatt ihn auf Boateng loszulassen, dann wird das was mit dem Traumfinale gegen Holland.

Ganz viel Schweinsteiger mit ein bißchen Khedira gegen Xavi und Iniesta. Ich bin zum Zereissen gespannt, wie die Schlacht um die Vorherrschaft im Mittelfeld ausgehen wird. Bei der Form in der sich Schweinsteiger befindet kann ich vor dem Spiel von nichts anderem ausgehen, als dass der Junge in seinem Bereich alles wegputzt was auf ihn zukommt und sogar spielerisch den beiden Aushängeschildern des modernen 8ers die Show stiehlt. Und dann reiß die Jungs wieder alle mit, Bastian! Mach es wie Lothar 1990! Mach es wie Franz und Paule 1974! Mach es wie Fritz Walter 1954 oder am allerbesten: Mach es wie Bastian Schweinsteiger 2010!!

Viel Spaß euch allen heute Abend! Wie Thomas Müller nach dem Sieg gegen Argentinien sagte: „In Deutschland bebt jetzt sicher die Erde.“ Gebt es den Seismographen also heute so richtig, liebe Landsleute! Der letzte WM-Titel ist nun schon geschlagene 20 Jahre her. Was heute Abend passiert, kann bei optimalem Verlauf also historisch sein, alles was wir heute machen, könnten Dinge sein, welche wir an einem historischen Tag tun. So muss dieser Tag behandelt werden. Historisch. Es ist unser Tag! Auf geht´s Deutschland, feiern und siegen!

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Der rasante Tanz auf der Rasierklinge

Vier Mannschaften, ein Traum. Bild: Gilyo used under CC License

Vier Mannschaften und der Traum von Madrid. Das ist was übrig geblieben ist von einst 32 hoch ambitionierten Teams, von denen wir bereits 28 hinter uns gelassen haben. Morgen folgt die letzte Hürde auf dem Weg nach Madrid. Noch einmal alle Kräfte sammeln für den finalen Final-Countdown.

Dass die Kräfte langsam schwinden bei unseren Jungs, hat man am Samstag in Gladbach leider nicht ganz übersehen können. Es ist aber auch verständlich nach den vielen englischen Wochen und der Masse an Spielen, bei denen wir elegant aber kräftezehrend fast permanent auf der Rasierklinge herumgetanzt sind. Unter diesen Voraussetzungen muss und kann man natürlich mit einem Punkt in Gladbach leben, der zumindest weiter die Tabellenführung bedeutet vor den für uns relativ leichten beiden letzten Spielen und den relativ schweren beiden letzten Spielen der Koslowskys. Sorge macht mir nur ein bißchen das Zustandekommen des Schalker Sieges gegen Hertha mit dem Tor in letzter Minute. Nicht dass die noch zu sehr das Glauben anfangen. Sowas ist gefährlich, Meisterschaftskampf ist zu großen Teilen halt auch Psychologie. Aber die Formel zur Glückseligkeit bleibt für uns trotzdem ganz einfach. Zwei Spiele, zwei Siege und wir sind Meister! Gegen Bochum und in Berlin durchaus machbar. Aber ich rechne mit einem Herzschlag-Finale in der Bundesliga, was ja auch wettbewerbsübergreifend nur allzu gut zu unserer bisherigen Saison passen würde. Welche dann vielleicht am Ende als „der ewige Tanz auf der Rasierklinge“ in die Geschichte eingehen wird.

Mal sehen, was für eine heiße Sohle wir morgen in Lyon auf´s Parkett zaubern. Auch hier rechne ich mit allem und versuche mich nervlich zu rüsten auf das, was da kommen mag. Es wäre fast seltsam, wenn nach all den wahnsinnigen Spielen dieser Saison, in denen wir regelmäßig entschlossen ganz nah am Abgrund entlangmarschiert sind, auf einmal in diesem Halbfinal-Rückspiel alles glatt laufen würde. Ich stell mich auf einen nervlichen Abnutzungskampf ein. Bei dem wir am Ende hoffentlich wieder die Nase vorn haben werden. Diese Mannschaft hat das drin, Beweise hat sie dafür genug geliefert.

Sorge macht natürlich ein wenig die Personalsituation in der Innenverteidigung. Sollten tatsächlich Micho und Daniela beide ausfallen, wird das natürlich ganz, ganz dünn da hinten. Zumal die Notlösung Tymoshchuk auch noch mit einer Magen- Darmverstimmung flach liegt und nicht mit nach Lyon gereist ist. Erfahrene Leute hinten drin werden wir aber definitiv brauchen morgen. Selbst mit dieser Offensive, die natürlich immer in der Lage ist genug Tore zu schießen. Und wenn es auch wieder nur so eben gerade genug Tore sind. Unser rasante Tanz auf der Rasierklinge. Nichts für schwache Nerven und Menschen mit Herzfehlern, aber bei bester Gesundheit eine etwas strapaziöse, aber umso schönere, nicht enden wollende Party. Schwingt die Hufe, Männer! Wir tanzen bis nach Madrid!

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Noch zwei Spiele bis zur Unsterblichkeit

Eine Arena hat Blut gesoffen. Bild: Rami ™ used under CC License

Gestern Abend: Das Stadion ist komplett in rot und weiß getaucht und es liegt eine elektrisierende Stimmung über dem weiten Rund, während die Champions League Hymne erklingt. 65.000 verrückte Rote plus eine Mannschaft scheinen kollektiv Blut gesoffen zu haben und eine unglaubliche Entschlossenheit legt sich wie ein Schleier über die Arena. Heute hält uns nichts und niemand auf. Pack ma´s!!

Und von der ersten Minute an steht da eine einfach nur geile Truppe auf dem Platz. Kein Zentimeter wird verloren gegeben, die Murmel wandert in mitlerweile altbekannter schlafwandlerischen Sicherheit durch die eigenen Reihen und auf der Tribüne befinden sich 65.000 Glaubensbrüder, die auf brachialste Weise diese Mannschaft unterstützen. Vor einem Jahr war es noch nicht einmal ansatzweise vorstellbar, was da mitlerweile auf und neben dem Platz zusammengewachsen ist. Was noch vor nicht einmal zwölf Monaten als Sternenstaub zusammenhangslos durch den Kosmos irrte, hat sich nun zu einem mächtigen roten Stern am Firmament zusammengefunden, welcher alle anderen Sternchen mit seiner Strahlkraft überblendet und beinahe zur Unsichtbarkeit degradiert.

Diese Mannschaft ist einfach hochgradig ansteckend. Es ist nicht nur der Fakt, dass wir erfolgreich sind. Es ist vor allem die unglaubliche Art und Weise wie wir erfolgreich sind. Diese Mannschaft hat eine wahnsinnige Mentalität. Eine Mentalität, welche die sagenumwobenen Geschichten rund um diesen ruhmreichen Verein noch um einige nicht zu träumen gewagten Kapitel erweitert. Diese Mannschaft verkörpert Bayern München, wie es besser nicht geht. Mit dem Rücken zur Wand am stärksten, des san mia!

Und das Publikum merkt, die Jungs gehen für uns und für den Verein buchstäblich durch´s Feuer. Und so kommt es dann zu so einer brachialen Stimmung im Stadion, wie vor allem dann nach der Roten Karte für Franck Ribery. Es passt einfach alles zur Zeit bei unserem FC Bayern München, ich möchte niemals aus diesem Traum erwachen.

Angriff auf Angriff rollte auch gestern wieder wie eine rote Lawine auf unseren Gegner/Opfer zu, selbst mit zehn Mann waren wir die klar bessere Mannschaft, Lyon bekam eigentlich zu keinem Zeitpunkt so richtig einen Fuß auf die Erde. Da konnte nicht einmal der grottenschlechte Schiedsrichter etwas dran ändern, der schon vor der Roten Karte für Franck alles versucht hat, um unser Spiel mit absolut nicht nachzuvollziehenden Entscheidungen zu zerstören. Ich kann ihm so viel Dummheit einfach nicht unterstellen, das kann eigentlich nur Absicht gewesen sein. Unglaublich diese Flachpfeife!

Die Rote Karte für Ribery war doch auch nur ein schlechter Witz. Nie und nimmer wollte Franck seinem Gegenspieler da auf die Knöchel stiefeln. Jeder der mal selbst gespielt hat weiß, wie schwer es sein kann seinen Schwerpunkt weg vom Standbein zu verlagern, während man seinem Gegner auf den Fuß tritt. In der 500. Superslowmotion sieht das natürlich brutal aus. Aber in normaler Geschwindigkeit kann es eigentlich keinen Zweifel geben. Es war eine unglückliche Situation, aber niemals in diesem Leben eine Rote Karte.

Nichts desto trotz passt es natürlich in die derzeitige Situation von Franck Ribery. Was schief gehen kann, geht zur Zeit auch schief. Die Dinge prasseln jetzt gnadenlos auf ihn ein und er braucht jetzt definitiv die ganz dicken Klöten. Aber es hat auch alles seine guten Seiten. Ich denke wir hatten noch nie so gute Chancen seinen Vertrag zu verlängern wie jetzt. Und auch für Ribery ist das eine ganz große Chance. Wenn er jetzt merkt, wieviel Loyalität ihm entgegengebracht wird, nämlich diese Art von Loyalität, wie sie in der Fußballwelt nur und ausschließlich beim FC Bayern zu finden ist, dann wird er hoffentlich endlich begreifen, dass er bereits beim mit Abstand geilsten Club der Welt spielt und eine viel demütigere Einstellung zu seinem Arbeitgeber bekommen. Etwas das beiden Seiten unglaublich gut tun würde.

Wie der Gegenentwurf zur Pechsträhne des Franck Ribery mutet natürlich Arjen Robben an. Zur Zeit braucht der nur ungefähr in Richtung des Tores schießen und schon ist die Murmel drin. Aber nach gestern will ich ihn gar nicht besonders rausstellen, denn das würde dem Rest der Mannschaft nicht gerecht werden. Jeder einzelne hat eine wahnsinnige Leistung gebracht. Und wie gut die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft ist, sieht man vor allem auch daran, wie die Spieler, die nicht so im Fokus standen in der Vergangenheit sich nahtlos in die Mannschaft einfügen und für die anderen, die mehr im Fokus standen, mitkämpfen und rackern und jeder jedem alles gönnt. Exemplarisch steht da für mich gestern Tymoshchuk, der reinkam und kämpferisch wie spielerisch grandios war. Ich kann es nur nochmal sagen, diese Truppe ist einfach nur geil.

Und jetzt sind es nur noch zwei Spiele bis zum ganz, ganz großen Traum und zur absoluten Unsterblichkeit für diese Mannschaft. Es wird immer realistischer. Die unverhofften Dinge sind ja immer die schönsten und ich denke mit so einer fantastischen Saison haben selbst die kühnsten Optimisten vor dieser Spielzeit niemals im Leben gerechnet. Man kann diesem Trainer und dieser Mannschaft nur zutiefst dankbar sein. Wir erleben hier so viel wie sonst in 10 Saisons zusammen, das ist Fußball in seiner aller reinsten Form. Ich verneige mich jetzt schon. Aber nicht ohne jetzt auch alles zu wollen. Die Mannschaft will selbst alles, von daher ist es für mich spätestens seit heute auch nicht mehr vermessen von allen drei Titeln zu träumen. Diese Truppe hat uns bereits stolz gemacht, stolzer als sie sich selbst das vielleicht vorstellen können. Jetzt macht euch selbst unsterblich Jungs! Ihr habt es verdient als eine der größten Bayern-Mannschaften aller Zeiten in unsere Geschichte einzugehen! Für immer FCB, bis zum letzten Atemzug!!

Die pornöse Choreo der Bayernfans vor dem Spiel gegen Lyon

Eine etwas andere Zusammenfassung des Spiels

Weitere Videos und Fotos von der Choreo und vom Spiel

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Der liebe Fußballgott bestraft kleine Sünden sofort

Mandjawsbüüs de Lyonnais. Bild: Observe The Banana used under CC License

Morgen ist Halbfinale, Männer! Das Kribbeln nach dem historischen 7:0 gegen Hannover ist noch nicht verklungen, da ruft schon wieder die nächste historische Schlacht. Das Finale winkt schon freundlich am Horizont und nach dem, was wir in dieser Champions League Saison schon alles bewegt haben, wollen wir jetzt alle natürlich unbedingt auch am 22. Mai nach Madrid und diesen genauso hässlichen wie begehrten Henkeltopf mit nach München nehmen.

Die Vorzeichen stehen nicht schlecht. Mit Lyon treffen wir auf eine Mannschaft, die nicht unbedingt in die Kategorie Manchester United oder FC Barcelona gehört, eigentlich auch nicht in die Kategorie FC Bayern München, wenn es um internationale Erfolge geht. Dennoch fürchte ich, dass sie für uns vielleicht sogar noch schwerer zu spielen sind, als ManU. Lyon liegt uns von der Spielweise her einfach nicht, sie stehen sehr kompakt in der Defensive und spielen sehr aggressiv. Genau das, womit wir immer Schwierigkeiten haben und immer hatten. International tun wir uns auch immer leichter, wenn wir nicht die Favoritenrolle inne haben, sondern eher als Außenseiter in die Spiele gehen können. Gegen Lyon wird es anders sein. Wir sind eher leicht favorisiert und Lyon wird sich weit zurück ziehen, um dann schnell zu kontern. Etwas, das sie aus dem FF beherrschen.

Dennoch sollte sich eigentlich über 180 Minuten gesehen unsere Qualität durchsetzen, davon bin ich fest überzeugt. Die Mannschaft ist einfach wahnsinnig hungrig und ich glaube fest daran, dass sie sich für den Traum vom Finalse zerreißen werden. Und der Fußballgott scheint uns in diesem Jahr ja durchaus gewogen zu sein. Meinetwegen können wir auch gern wieder dreckig nach Auswärtstorregel weiterkommen. Nicht dass ich diese gesundheitsgefährdende Spannung unbedingt brauchen würde, aber Bock macht es ohne Ende, diese ganzen verrückten Spiele in dieser Saison.

Dank des feuerspeienden Eijafaijaköddel musste Lyon bekanntlich in einer Kolonne Minivans anreisen. Der Fußballgott sieht alles und natürlich hat er auch gesehen, dass die Franzosen versuchten, sich durch die Verlegung des kommenden Meisterschaftsspiels einen Vorteil zu schaffen. Und kleine Sünden bestraft der Fußballgott sofort und dann fährt man halt wie eine E-Jugend auf Mannschaftsfahrt in Minivans durch die Pampa. Hoffen wir nur, dass wir in einer Woche schön entspannt nach Frankreich fliegen können und der Vulkan bis dahin wieder Ruhe gibt, bzw. seinen Würfelhusten in andere Himmelsrichtungen verteilt. Und selbst wenn wir nicht fliegen können, werden wir sportlich die Antwort auf die Wettbewerbsverzerrung der Franzosen geben. Der liebe Fußballgott verzeiht, der FC Bayern München nie!

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Die Wahrheit nach den drei Wochen der Wahrheit

Mr. Miracle Arjen Robben. Bild: Flo (all rights reserved)

Drei nervenaufreibende, aber schöne Wochen mit sechs entscheidenden Spielen liegen hinter uns. Zeit ein weinig durchzuatmen und mit Stolz auf das Erreichte zurückzublicken.

Magath zum Frühstück vernascht:

Mein Gott, ist der Kerl eklig arrogant geworden! Sein Naturell war ja noch nie das eines Sympathen. Mitlerweile muss man sagen, was Realitätsfremdheit und unglückliche bis dämliche Außendarstellung betrifft, hat er sich in erschreckendem Maße seinem neuen Arbeitgeber und dessen Fans angepasst. Natürlich kann man es ihm wohlwollend als Chuzpe auslegen, wenn er sich zum Beispiel kühl lächelnd vor die Presse setzt und verlautbaren lässt, Schalke hätte ja kein Geld für einen neuen Rasen, das sei doch bekannt. Das ist Magath. Noch genervt davon während der gesamten Vorrunde auf Schalkes miserable Finanzen angesprochen worden zu sein, nutzt er die erste Gelegenheit den Spieß zu seinem Vorteil umzudrehen. Warum kein Journalist mal lachend darauf hingewiesen hat, dass man ja auch 73 neue Spieler in der Winterpause verpflichten konnte, aber 100.000 EUR für einen neuen Rasen nicht übrig sind, finde ich allerdings gelinde gesagt etwas schade.

Ganz ehrlich, es ist mir ein Fest, dass wir ihm zwei mal richtig weh tun konnten. Während er beim Pokalfinale mit seiner besseren Hälfte Kamillentee vorm Fernseher schlürfen wird, werden wir schön die Hauptstadt rocken. Und spätestens seit der zweiten Niederlage innerhalb weniger Tage gegen uns scheint endgültig der Baum zu brennen in Gelsenkirchen. „Um Meister zu werden braucht man eine Mannschaft, die auch Meister werden will.“ so Magath nach ihrer jüngsten Niederlage in Hannover. Das sagt eigentlich alles, sowohl über Magath als auch über sein Verhältnis zu seinen Spielern. Welch Unterschied zu der Einheit die Trainer und Team bei uns bilden! Als Spieler würd ich Magath hassen, wäre er mein Trainer. Und als Fan auch, aber die haben das leider alles noch nicht so durchschaut. Magath wird Schalke endgültig in den Ruin treiben. Er wird sich ganz schnell abnutzen, wie bisher überall. Er wird wie überall einen aufgeblähten und zerstrittenen Kader hinterlassen ohne jegliche Spielphilosophie. Nur wird Schalke nicht das Geld haben wie Magaths vorherige Stationen, um das einigermaßen abzufangen und sie werden dann verdammt schweren Zeiten entgegengehen. Und wir haben in den letzten drei Wochen dafür gesorgt, dass all das sehr wahrscheinlich diesmal ohne Titel von statten gehen wird. Erinnert euch an meine Worte wenn es soweit ist und dort alles den Bach runter geht.

Unserem Ruf in der Welt alle Ehre gemacht:

Ladies and Gentlemen, it´s now official: La bestia negra is back! In Manchester versteht man auch vier Tage nach ihrem Ausscheiden noch nicht, was wir ihnen angetan haben. Alex Ferguson hat durchgeweint und gibt mit heruntergelassenen Hosen ein peinliches Interview nach dem nächsten. Und ganz England steht mal wieder staunend und ehrfürchtig vor dem Willen und der Unbesiegbarkeit deutscher Mannschaften. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese beiden Spiele gegen Manchester auf der Insel diesbezüglich unglaublich Wirkung hinterlassen haben. Wir haben der Legende deutsch-englischer Duelle und deren Versagen darin ein weiteres großes Kapitel hinzugefügt. Somit haben wir nicht nur für unsere Reputation, sondern in hohem Maße auch etwas für die Reputation des gesamten deutschen Fußballs getan.

Ivica Olic würde auch mit ner Axt im Kopf weiterrennen:

90 % aller überdurchschnittlich talentierten Fußballer müssten beim Anblick Olics eigentlich die Schuhe sofort an den Nagel hängen, oder aber ultraprompt anfangen Trainingsnachtschichten einzulegen. Was Ivica Olic aus seinen fußballerisch eher etwas limitierteren Fähigkeiten rausholt ist maximaler als Maximal. Eine Ohrfeige eigentlich für die große Mehrheit an Fußballern, die aus so viel Talent so wenig machen.

Ich bin zutiefst dankbar, dass wir nach Brazzo wieder so einen Verrückten im Team haben. Das war schon vor den drei Wochen der Wahrheit klar. Aber diese zwei Tore gegen Manchester, sein unbändiger Wille in diesen Spielen, wie er die Mannschaft mitgerissen hat der Wahnsinnige, das verdient schon eine Extra-Erwähnung. Ganz großes Tennis Ivica, ganz großes Tennis!

Mr. Magic und die besonderen Momente:

Das fußballerische Gegenmodell zu Ivica Olic ist wohl Arjen Robben. Wo sie sich aber in der Wahl ihrer Mittel unterscheiden, da gleichen sie sich in der Wichtigkeit für die Mannschaft. Unfassbar mit was für außergewöhnlichen Momenten eines Klassefußballers Arjen Robben in unglaublicher Regelmäßigkeit überlebenswichtige Tore erzielt. Und was für Traumtore das immer sind! Ein normalsterblicher Profi-Fußballer träumt davon, in seiner Karriere mal ein einziges Tor dieses Kalibers zu schießen. Arjen macht davon eins nach dem anderen und alle sind nebenbei spielentscheidend in ganz, ganz großen Partien.

Und eins muss ich wieder betonen, weil es fast noch bemerkenswerter ist. Unglaublich, wie er auch mit nach hinten arbeitet und sich den Arsch für die Mannschaft aufreißt. Wir haben da nicht nur einen außergewöhnlichen Künstler gekauft, sondern ein echtes Kämpferherz gleich gratis mit dazubekommen. Ein ganz großer Spieler!

Wir können noch besser „fußballen“:

Wenn man gegen Manchester United eine Passquote von 82 % hat, dann weiß man was in dieser Mannschaft steckt. Zum Vergleich, der FC Barcelona hat durchschnittlich 88 % Passquote und da weiß man, wo die Reise in der van Gaalschen Schule hingeht. Aber wir haben noch nicht die Konstanz des katalanischen Nonplusultra der Fußballkultur. Die Mannschaft kann in einigen Bereichen noch drauflegen und ist noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Setzt man das in Relation zu den Erfolgen, die wir trotzdem schon haben, so strahlt die Zukunft noch viel heller als die Gegenwart. Und setzt man das beides in Relation zum desolaten Zustand der Mannschaft vor ziemlich genau einem Jahr, so möchte man Louis van Gaal am liebsten Dankesschreiben zukommen lassen. Der Mann ist ein Glücksfall für uns und die Erfolge der letzten – speziell Wochen – und Monate sind kein Zufall, sondern logische Konsequenz seiner Arbeit mit der Mannschaft.

Die Chemie in der Truppe stimmt wie lange nicht mehr:

Diese drei Wochen wären nicht möglich gewesen, wenn da nicht schon vorher ein echtes TEAM zusammengewachsen wäre. Man hat bei Bayern München sehr selten die Jungs so gegenseitig für sich fighten sehen. Die Kugel läuft traumwandlerisch sicher durch unsere Reihen, jeder weiß, was sein Nebenmann tut. Die Jubelbilder der Spieler untereinander, der Spieler mit dem Trainer, der Trainer mit den Verantwortlichen, die Verantwortlichen untereinander und alle zusammen mit den Fans – kann mich kaum erinnern, wann es in unserem Verein zuletzt so einmütig zuging. Und auch das muss man in Relation setzen zu dem Zustand vor ziemlich genau einem Jahr. Und auch das ist hauptsächlich ein Verdienst des Trainers, aber auch jeden einzelnen Spielers, die durch die Bank bereitwillig mitziehen. Bei dieser Mannschaft geht einem einfach nur das Herz auf.

Wir schwingen weiterhin auf drei Hochzeiten die Hufe:

DFB-Pokal Finale, Champions League Halbfinale und zwei Punkte Vorsprung in der Meisterschaft. Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand und hätte mir das einer vor den drei Wochen angeboten, ich hätte es sofort mit Kußhand unterschrieben. Schalke und Manchester haben wir nebenbei ziemlich demoralisiert zurückgelassen und dem Mythos unserer Unbesiegbarkeit neuen Glanz verliehen.

Kann sich schon sehen lassen, was wir die letzten drei Wochen geleistet haben. Aber nachdem wir jetzt mal eine Woche Luft holen können, gibt es schon wieder neue Wochen und neue Wahrheiten, die ausgesprochen werden möchten. Wochen, in denen wir uns für das bisher erreichte selbst belohnen werden. Nochmal alle Kräfte bündeln und dann auf sie mit Gebrüll!

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