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Die Wahrheit nach den drei Wochen der Wahrheit

Mr. Miracle Arjen Robben. Bild: Flo (all rights reserved)

Drei nervenaufreibende, aber schöne Wochen mit sechs entscheidenden Spielen liegen hinter uns. Zeit ein weinig durchzuatmen und mit Stolz auf das Erreichte zurückzublicken.

Magath zum Frühstück vernascht:

Mein Gott, ist der Kerl eklig arrogant geworden! Sein Naturell war ja noch nie das eines Sympathen. Mitlerweile muss man sagen, was Realitätsfremdheit und unglückliche bis dämliche Außendarstellung betrifft, hat er sich in erschreckendem Maße seinem neuen Arbeitgeber und dessen Fans angepasst. Natürlich kann man es ihm wohlwollend als Chuzpe auslegen, wenn er sich zum Beispiel kühl lächelnd vor die Presse setzt und verlautbaren lässt, Schalke hätte ja kein Geld für einen neuen Rasen, das sei doch bekannt. Das ist Magath. Noch genervt davon während der gesamten Vorrunde auf Schalkes miserable Finanzen angesprochen worden zu sein, nutzt er die erste Gelegenheit den Spieß zu seinem Vorteil umzudrehen. Warum kein Journalist mal lachend darauf hingewiesen hat, dass man ja auch 73 neue Spieler in der Winterpause verpflichten konnte, aber 100.000 EUR für einen neuen Rasen nicht übrig sind, finde ich allerdings gelinde gesagt etwas schade.

Ganz ehrlich, es ist mir ein Fest, dass wir ihm zwei mal richtig weh tun konnten. Während er beim Pokalfinale mit seiner besseren Hälfte Kamillentee vorm Fernseher schlürfen wird, werden wir schön die Hauptstadt rocken. Und spätestens seit der zweiten Niederlage innerhalb weniger Tage gegen uns scheint endgültig der Baum zu brennen in Gelsenkirchen. „Um Meister zu werden braucht man eine Mannschaft, die auch Meister werden will.“ so Magath nach ihrer jüngsten Niederlage in Hannover. Das sagt eigentlich alles, sowohl über Magath als auch über sein Verhältnis zu seinen Spielern. Welch Unterschied zu der Einheit die Trainer und Team bei uns bilden! Als Spieler würd ich Magath hassen, wäre er mein Trainer. Und als Fan auch, aber die haben das leider alles noch nicht so durchschaut. Magath wird Schalke endgültig in den Ruin treiben. Er wird sich ganz schnell abnutzen, wie bisher überall. Er wird wie überall einen aufgeblähten und zerstrittenen Kader hinterlassen ohne jegliche Spielphilosophie. Nur wird Schalke nicht das Geld haben wie Magaths vorherige Stationen, um das einigermaßen abzufangen und sie werden dann verdammt schweren Zeiten entgegengehen. Und wir haben in den letzten drei Wochen dafür gesorgt, dass all das sehr wahrscheinlich diesmal ohne Titel von statten gehen wird. Erinnert euch an meine Worte wenn es soweit ist und dort alles den Bach runter geht.

Unserem Ruf in der Welt alle Ehre gemacht:

Ladies and Gentlemen, it´s now official: La bestia negra is back! In Manchester versteht man auch vier Tage nach ihrem Ausscheiden noch nicht, was wir ihnen angetan haben. Alex Ferguson hat durchgeweint und gibt mit heruntergelassenen Hosen ein peinliches Interview nach dem nächsten. Und ganz England steht mal wieder staunend und ehrfürchtig vor dem Willen und der Unbesiegbarkeit deutscher Mannschaften. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese beiden Spiele gegen Manchester auf der Insel diesbezüglich unglaublich Wirkung hinterlassen haben. Wir haben der Legende deutsch-englischer Duelle und deren Versagen darin ein weiteres großes Kapitel hinzugefügt. Somit haben wir nicht nur für unsere Reputation, sondern in hohem Maße auch etwas für die Reputation des gesamten deutschen Fußballs getan.

Ivica Olic würde auch mit ner Axt im Kopf weiterrennen:

90 % aller überdurchschnittlich talentierten Fußballer müssten beim Anblick Olics eigentlich die Schuhe sofort an den Nagel hängen, oder aber ultraprompt anfangen Trainingsnachtschichten einzulegen. Was Ivica Olic aus seinen fußballerisch eher etwas limitierteren Fähigkeiten rausholt ist maximaler als Maximal. Eine Ohrfeige eigentlich für die große Mehrheit an Fußballern, die aus so viel Talent so wenig machen.

Ich bin zutiefst dankbar, dass wir nach Brazzo wieder so einen Verrückten im Team haben. Das war schon vor den drei Wochen der Wahrheit klar. Aber diese zwei Tore gegen Manchester, sein unbändiger Wille in diesen Spielen, wie er die Mannschaft mitgerissen hat der Wahnsinnige, das verdient schon eine Extra-Erwähnung. Ganz großes Tennis Ivica, ganz großes Tennis!

Mr. Magic und die besonderen Momente:

Das fußballerische Gegenmodell zu Ivica Olic ist wohl Arjen Robben. Wo sie sich aber in der Wahl ihrer Mittel unterscheiden, da gleichen sie sich in der Wichtigkeit für die Mannschaft. Unfassbar mit was für außergewöhnlichen Momenten eines Klassefußballers Arjen Robben in unglaublicher Regelmäßigkeit überlebenswichtige Tore erzielt. Und was für Traumtore das immer sind! Ein normalsterblicher Profi-Fußballer träumt davon, in seiner Karriere mal ein einziges Tor dieses Kalibers zu schießen. Arjen macht davon eins nach dem anderen und alle sind nebenbei spielentscheidend in ganz, ganz großen Partien.

Und eins muss ich wieder betonen, weil es fast noch bemerkenswerter ist. Unglaublich, wie er auch mit nach hinten arbeitet und sich den Arsch für die Mannschaft aufreißt. Wir haben da nicht nur einen außergewöhnlichen Künstler gekauft, sondern ein echtes Kämpferherz gleich gratis mit dazubekommen. Ein ganz großer Spieler!

Wir können noch besser „fußballen“:

Wenn man gegen Manchester United eine Passquote von 82 % hat, dann weiß man was in dieser Mannschaft steckt. Zum Vergleich, der FC Barcelona hat durchschnittlich 88 % Passquote und da weiß man, wo die Reise in der van Gaalschen Schule hingeht. Aber wir haben noch nicht die Konstanz des katalanischen Nonplusultra der Fußballkultur. Die Mannschaft kann in einigen Bereichen noch drauflegen und ist noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Setzt man das in Relation zu den Erfolgen, die wir trotzdem schon haben, so strahlt die Zukunft noch viel heller als die Gegenwart. Und setzt man das beides in Relation zum desolaten Zustand der Mannschaft vor ziemlich genau einem Jahr, so möchte man Louis van Gaal am liebsten Dankesschreiben zukommen lassen. Der Mann ist ein Glücksfall für uns und die Erfolge der letzten – speziell Wochen – und Monate sind kein Zufall, sondern logische Konsequenz seiner Arbeit mit der Mannschaft.

Die Chemie in der Truppe stimmt wie lange nicht mehr:

Diese drei Wochen wären nicht möglich gewesen, wenn da nicht schon vorher ein echtes TEAM zusammengewachsen wäre. Man hat bei Bayern München sehr selten die Jungs so gegenseitig für sich fighten sehen. Die Kugel läuft traumwandlerisch sicher durch unsere Reihen, jeder weiß, was sein Nebenmann tut. Die Jubelbilder der Spieler untereinander, der Spieler mit dem Trainer, der Trainer mit den Verantwortlichen, die Verantwortlichen untereinander und alle zusammen mit den Fans – kann mich kaum erinnern, wann es in unserem Verein zuletzt so einmütig zuging. Und auch das muss man in Relation setzen zu dem Zustand vor ziemlich genau einem Jahr. Und auch das ist hauptsächlich ein Verdienst des Trainers, aber auch jeden einzelnen Spielers, die durch die Bank bereitwillig mitziehen. Bei dieser Mannschaft geht einem einfach nur das Herz auf.

Wir schwingen weiterhin auf drei Hochzeiten die Hufe:

DFB-Pokal Finale, Champions League Halbfinale und zwei Punkte Vorsprung in der Meisterschaft. Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand und hätte mir das einer vor den drei Wochen angeboten, ich hätte es sofort mit Kußhand unterschrieben. Schalke und Manchester haben wir nebenbei ziemlich demoralisiert zurückgelassen und dem Mythos unserer Unbesiegbarkeit neuen Glanz verliehen.

Kann sich schon sehen lassen, was wir die letzten drei Wochen geleistet haben. Aber nachdem wir jetzt mal eine Woche Luft holen können, gibt es schon wieder neue Wochen und neue Wahrheiten, die ausgesprochen werden möchten. Wochen, in denen wir uns für das bisher erreichte selbst belohnen werden. Nochmal alle Kräfte bündeln und dann auf sie mit Gebrüll!

© 2010 Traumtorschuetze

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Uli Hoeneß im Aktuellen Sport Studio

Das Runde muss ins Kaputte. Bild: vstprt used under CC License

Für alle die es verpasst haben oder es nochmal sehen möchten, findet sich der gestrige sehr gute Auftritt von Uli Hoeneß im Aktuellen Sport Studio online in der ZDF Mediathek.

Natürlich ging es um das Saisonfinale, wozu auch der „Schlawiener“ Felix Magath zugeschaltet war. Es ist interessant zu sehen, dass doch ein großer gegenseitiger Respekt vorhanden ist. Von dem oft zu beobachtenden Psycho-Krieg in der Endphase einer Meisterschaft ist da jedenfalls gar nichts zu merken. Der einzige der das auf jämmerlichste Art und Weise versucht ist seit einer Woche Pisser Jens Lehmann. Zum Kotzen wie er mit Jürgen-Klinsmann-Gedächnis-Grinsen gebetsmühlenartig seinen geistigen Dünnschiß über Schiedsrichterentscheidungen verbreitet. Hoeneß sagt richtig, wenn Wolfsburg Meister wird, dann weil sie es verdient haben und den besten Fußball spielen und nicht weil sie bevorteilt wurden. Als fairer Sportsmann, der Pisser Lehmann nie war und nie sein wird, muss man sicherlich die Leistungen der Wolfsburger anerkennen. Sollten sie tatsächlich auch im letzten Spiel keine Nerven zeigen, haben sie den Titel auch mehr als verdient.

In dem Auftritt von Hoeneß kann man auch wieder ohne zu sehr zwischen den Zeilen lesen zu müssen einige Details über die Unfähigkeit von Klinsmann raushören. Allerdings muss ich anmerken, dass es zwar gut klingt wenn er sagt der Vorstand muss berechtigter Weise den Kopf dafür hinhalten, weil sie ihn ja haben wollten. Nur hat das ja nicht die geringsten Konsequenzen, von daher kann man das locker daher sagen. Ich wünsche mir nur eins: Das wirklich angekommen ist in den Köpfen des Vorstands warum Jürgen Klinsmann von Anfang an eine komplette Scheißhaus-Idee war und warum das nie funktionieren konnte.

Über van Gaal und Ribery (der bleiben soll) kommt es dann zu dem sehr interessanten Teil des Gesprächs über Michael Rensing. Man kann Hoeneß sehr anmerken wie ihm das Herz blutet bei dem Thema. Und man erfährt sehr interessante Details, wie schwer dem Jungen es intern gemacht wurde. Demnach hat das Trainerteam und einige im Verein von Anfang an (!!) nicht auf ihn gebaut.

Klinsmann ist ein Penner von dem nichts anderes zu erwarten ist. Und auch welchen Zeitpunkt der gewählt hat um Rensing den Dolch in den Rücken zu stoßen, nämlich dann als er am schwächsten war und Klinsmann der wenigste Gegenwind drohte, ist absolut typisch für ihn. Klinsmann hat den Jungen definitiv auf dem Gewissen. Auf ewig wird einem das Herz bluten wenn man Rensing bei einem anderen Verein sehen müssen würde und auf ewig würde man dann Klinsmann die Pest an den Hals wünschen. Ich sage „würde“, weil es vielleicht noch einen Hauch von einer Chance gibt, dass Rensing eventuell doch nicht wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen wird.

Das entscheiden aber also unsere Sesselpupser, wie dem Gespräch zu entnehmen ist. Und unter diesen Sesselpupsern gibt es anscheinend einige, die nichts von dem Jungen halten, von Anfang an ihm nicht vertrauten und es wohl auch nicht in Zukunft tun. Da kann ich nur sagen: Schämt euch! Ich will jetzt nicht von Loyalität anfangen und wie sehr eines der größten Torwart-Talente Deutschlands sich in der zweiten Reihe hinter Oliver Kahn jahrelang den Arsch für den Verein aufgerissen hat, denn sowas scheint die Sesselpupser eh nicht zu interessieren. Dennoch: Für unsere Amateure und wenn Oli mal nicht konnte war Rensing immer da und hat alles gegeben. Er hat nie gemurrt, sondern hat geduldig auf seine Chance gewartet. Und das musste er nicht, er hätte längst sagen können das er viel zu gut ist um auf der Bank zu hocken oder sich in den Niederungen des Fußballs den Hintern aufzureißen.

Und dann gebt ihr ihm so eine Alibi-Chance unter einem Trainer der ihm nicht vertraut und nehmt euch selbst auch die Frechheit raus ihm von Anfang an nicht zu vertrauen? Nur um ihn dann zu dem ekelhaft möglichsten Zeitpunkt abzusägen? Ich sag nur eins: Ich werde diese Menschen die das tun und getan haben abgrundtief verachten, sollte Rensing tatsächlich nicht noch eine Chance – und diesmal eine faire Chance – erhalten. Ich hoffe ihr Säcke habt zumindest den Mumm das öffentlich zuzugeben, damit ich eure verabscheuungswürdigen Namen kenne und euch mit der Mißachtung strafen kann die ihr verdient.

Das musste mal gesagt werden.

© 2009 Traumtorschuetze

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