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Von Schein und Sein des FC Bayern München

…ich mach mir die Welt widdewiddde wie sie mir gefällt… (inoffizielles Vereinslied)

Bild: allthecolor used under CC License  /  Text: Marco Thielsch

Freunde, diejenigen von euch, die diesen Blog schon seit Jahren verfolgen wissen, mit welch klaren Worten ich bestimmte Entwicklungen im Verein seit je her angeprangert habe. Die unfassbare Jahreshauptversammlung 2007, die Spaltung des Vereins durch die Verpflichtung von Jürgen Klinsmann, die sportliche Hinrichtung des Michael Rensing, die sportliche Hinrichtung des Thomas Kraft, der selbstherrliche Umgang mit Louis van Gaal, die erneute Spaltung des Vereins durch die Verpflichtung von Manuel Neuer, der Umgang des Vereins mit den Protesten der Kurve, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Und immer habe ich vor den langfristigen Folgen all dieser Dinge gewarnt, habe auf die immer realitätsfremder werdende Sichtweise unserer Vereinsspitze hingewiesen. Und ich habe einen Punkt vorausgesagt, an dem all dies unseren hohen Herren um die Ohren fliegen wird.

Viele haben genau das nicht für möglich gehalten, zu sicher schienen die Herren Hoeneß, Rummenigge und Co. im Sattel zu sitzen. Zu blind wurde ihnen vom gemeinen Volk zugejubelt. Dass dieser Jubel aber zu großen Teilen auf puren Opportunismus beruhte, das haben weder die Vereinsbosse verstanden, denen er in unendlichem Maß zu Kopf stieg, noch haben es die Kritiker verstanden, die sich ein bißchen zu sehr in einem Kampf gegen Windmühlen wähnten. Opportunismus hat nunmal die Eigenschaft in dem Augenblick umzuschlagen, an dem es opportun erscheint dies zu tun. Das gilt für die Heerscharen der Erfolgsfans und Klatschaffen genauso wie für die gemeine Presse.

An diesem Punkt, an dem alles umschlägt, an dem die gravierenden Fehler unserer Vereinsspitze nicht mehr von sportlichem Erfolg, blindem Jubel und dem Rausch der Selbstbeweihräucherung verdeckt werden, an diesem Punkt sind wir nun angekommen.

Ich bin nicht so naiv, irgendwelche Köpfe an der Vereinsspitze rollen sehen zu wollen. Das wird nicht passieren. Und bei allem Ärger, bei dem man sich vielleicht im ersten Moment auch gewünscht hatte, der ein oder andere würde seinen Hut nehmen, bin ich gar nicht so sicher, ob ich das will. Aber eins will ich sicher, nämlich das was viele wollen, das was so plakativ mit „ich will meinen alten FC Bayern zurück“ umschrieben wird. Nicht im Sinne eines Nostalgikers, der mit verklärtem Blick die Vergangenheit überhöht und dabei die Gegenwart mißachtet. Sondern im Sinne eines Menschen, der die Ideale dieses Vereins so viele Jahre in Ehren gehalten, für sie gekämpft und sie in vielen Teilen zu seinen eigenen Idealen gemacht hat.

Das was diesen „alten FCB“ mal ausmachte, das ist das Werk der gleichen Leute, die noch heute an den Schalthebeln der Macht im Verein sitzen. Ich bin nicht der Überzeugung, dass das was mal so unendlich gut war, was mich selbst so unendlich inspirierte, ins komplette Gegenteil umschlagen und unendlich schlecht werden kann. Die Geschichte des FC Bayern der letzten Jahre ist nicht die Geschichte vom Paulus zum Saulus. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Vereinsführung zwar an jedem Tag das Beste für den FCB wollte und will, aber dass sie sich irgendwo zwischen dem Mammutprojekt neues Stadion, dem teuflisch gefährlichen Rausch des Sommermärchens und der daraus resultierenden Zielgruppenerweiterung, sowie im Rausch des Geldes und des Applaus selbst verloren haben. Ihre Denkweise und ihre Handlungsweise was Transfers betrifft, was Trainerverpflichtungen betrifft, was den Umgang mit Trainern betrifft, was den Krieg gegen die eigenen Fans betrifft, all das ist nicht die Krankheit, sondern sind die Symptome der Krankheit.

Die Krankheit ist am besten mit dem altmodischen Begriff Großmannssucht zu beschreiben. Natürlich leben wir rein finanziell nicht über unsere Verhältnisse, was dieser Begriff auch impliziert. Aber wo früher noch das Sein das alles entscheidende Kriterium unserer Vereinsführung war, da ist es heute vor allem der Schein. Das ist in allen Handlungen des Vereins maßgeblich. Und genau darin liegen die haarsträubenden Fehler der letzten Jahre begründet.

Was muss jetzt passieren? Alles beginnt in unserer Führungsetage! Dort muss dringend eine gesunde Selbstreflexion einkehren. Warum haben wir in den letzten zehn Jahren sage und schreibe sieben Trainer verschlissen? Wie konnte es zu diesem Bruch des Vereins mit der hiesigen Fanszene, mit gerade denen, denen der Verein am meisten am Herzen liegt kommen? Ist es sinnvoll, nach jeder titellosen Saison blindlinks Unsummen in die Mannschaft zu stecken nur um sich ein Jahr später auf die Schulter zu klopfen und sich zwei Jahre später zu wundern, warum man wieder am Ausgangspunkt angekommen ist? Darf das Erschließen neuer Zielgruppen zum Zweck der Umsatzmaximierung auf Kosten der Basis des Vereins und deren Wünsche und Nöte gehen? Warum schaffen es Vereine mit viel geringeren finanziellen Möglichkeiten das Maximum aus diesen herauszuholen und warum haben diese Vereine keinerlei Grund mehr, Spiele gegen uns von vornherein abzuschenken? Wieso haben die einen fußballerischen, taktischen und strukturellen Plan und wir nicht? Wieviel Potenzial verschenken wir dadurch?

Die Liste der Fragen, die sich die Vereinsspitze dringend selbst zu stellen hat, ist endlos. Spätestens im Sommer muss ein radikales Umdenken einkehren beim FCB und die verantwortlichen Leute müssen dringend hart mit sich selbst ins Gericht gehen. Und dann müssen endlich Weichen gestellt werden, nach denen wir fußballerisch und vor allem auch menschlich zusammen (!) in die Zukunft gehen können. Ansonsten werden wir fußballerisch noch mehr den Anschluss an die Moderne verlieren und werden menschlich eine zerrüttete Bayern-Familie sein. Die hohen Herren sind seit Jahren, aber leider immer noch in zunehmendem Maße, mit Eifer dabei mit dem Arsch einzureissen, was sie mühselig mit den Händen aufgebaut haben. Ich halte die aktuelle Situation für die allerletzte Chance zur Selbstreflexion für unsere Vereinsführung. Wenn sie jetzt nicht begreifen, wird ihr Denkmal irreperablen Schaden nehmen, der Schein ist dahin und das Sein bedarf vieler mühselige Jahre der Aufbauarbeit, in denen man fassungslos auf das Potenzial und die Möglichkeiten der heutigen Zeit zurückblicken und nicht verstehen können wird, wie und warum man diese Chancen verstreichen ließ.

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27.02.1900 – 27.02.2012 – 112 Jahre FC Bayern München

Gründungsurkunde des FC Bayern München

Die Vöglein im Walde, sie singen so wunder, wunderschön. Der FC Bayern, der FC Bayern wird niemals untergehn!!

112 Jahre hat der ruhmreiche FC Bayern München seit heute auf dem Buckel. Gute 25 Jahre davon ist dieser Verein ein, wenn nicht der Mittelpunkt meines Lebens. Seit ich denken kann, schlägt mein Herz rot. Viele von euch werden den unendlichen Pathos verstehen, der mich heute noch mehr als jeden Tag durchströmt. Lasst uns an diesem Tag die Gläser erheben und auf die großartige Geschichte unseres Vereins anstoßen. Auf das noch viele Generationen nach uns fühlen mögen, was wir fühlen. Vieles ändert sich, doch Bayern München überstrahlt alles! FCB bis zum letzten Atemzug!

Helme ab zum Gebet, Soldaten!

Gründung des FC Bayern:

Am 27. Februar 1900 fand im Gasthaus „Bäckerhöfl“ eine Sitzung der Fußballabteilung des MTV München 1879 statt. Da es zu einem Streit über die Weiterentwicklung der Fußballabteilung kam, einigten sich die Parteien auf eine friedliche Trennung. Um 21:30 Uhr verließen elf Männer, Nägele, Schmid, Karl, Wamsler, Ringler, Focke, Francke, Friedrich, Zöpfel, Pollack und John das Lokal und fanden sich im Restaurant „Gisela“ in Schwabing ein, um noch am selben Abend den FC Bayern zu gründen. Den Vorsitz führte Franz John, der auch der erste Vorsitzende in der Geschichte der Bayern werden sollte.

Obwohl auf der Gründungsurkunde 17 Namen zu lesen sind, wurde diese am 27. Februar 1900 nur von elf Herren unterzeichnet. Die restlichen sechs wurden später hinzugefügt. Diese Tatsache geht aus einem Schreiben Johns hervor, in dem er die Geschehnisse des Abends schildert. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf eine Goldmark festgesetzt. Als ersten Trainingsplatz bekam der Verein von der Stadt den heute noch existierenden Schyrenplatz zur Verfügung gestellt. Der erste Gegner war der 1. Münchner FC und nicht wie in anders lautenden Überlieferungen angegeben der MTV München. Das Spiel, das der FC Bayern mit 5:2 gewann, fand im März 1900 statt. Es stießen sehr schnell weitere Spieler zum Verein, so unter anderem drei Spieler des TSV 1860 München. Im Frühjahr 1900 schenkten die Geschäftsleute Wamsler dem FC Bayern ein Grundstück an der Clemensstraße als Spielstätte.

Einen sehr schönen Text über die frühen Jahre des FC Bayern München findet ihr unter:

Teil 1: http://www.spox.com/myspox/group-blogdetail/0,156332.html

Teil 2: http://www.spox.com/myspox/group-blogdetail/0,156322.html

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Eine Krise wäre ein Sprint, doch wir laufen einen Marathon

Wild und weise müsst ihr sein.

Bild: biphop used under CC License  /  Text: Marco Thielsch

Überall kann man es lesen, das böse Wort Krise im Zusammenhang mit unserem FCB. Dabei ist die Beschreibung der Symptome dieser Krise meist sehr diffus. Ja, wir haben Probleme. Aber die sind in weit höheren Etagen zu finden, als dort, wo sie zur Zeit noch gesucht werden. Der Fisch stinkt vom Kopf her.

Spielerische Krise:

Jupp Heynckes war nach eigener Aussage angetreten, die Abwehr zu stabilisieren und vorne durch mehr Positionswechsel variantenreicher zu spielen. Das war sein Konzept. Klingt sinnvoll, ist aber wenig bahnbrechend und nicht dazu geeignet, uns spielerisch ins neue Jahrzehnt zu führen. Jupp Heynckes geht keinerlei Risiken ein, wir spielen immer das selbe System, die Auswechslungen sind immer die selben, der Kader könnte auch aus 14 Mann bestehen, zum Einsatz kommen eh immer die gleichen Spieler. Ist das überraschend? Wenig. Jup Heynckes wurde verpflichtet als Verwalter, als jemand der nicht aneckt, jemand, dem man anscheinend noch einen Gefallen schuldig war, nachdem man ihn Anfang der 90er gefeuert hatte. „Ruhiges Fahrwasser“ versprach man sich von ihm. Das haben wir aber sowas von bekommen, Freunde. Wenn wir noch ruhiger fahren, schlafen wir ein.

Die hohen Herren in unserem Verein wollten es sich schön gemütlich machen, nachdem ihnen Louis van Gaal so viele Nerven kostete. Dabei wurde die Entwicklung im Fußball komplett verschlafen. Es kommt nicht von ungefähr, dass es Mannschaften mit weit geringeren finanziellen Mitteln und weit weniger talentiertem Spielermaterial reihenweise schaffen, uns auf dem Platz zu decodieren. Wo ist die Risikobereitschaft in der Spitze unseres Vereins? Wo ist die Vision, einen Trainer zu verpflichten, den man endlich mal in Ruhe arbeiten lässt, der die Mannschaft taktisch weiterbringt und der eine klare Handschrift auf den Platz bringt? Heynckes war dieser Mann nicht. Und das Schlimme: Er sollte es auch gar nicht sein. Kein Risiko. Aber dann wundern, wenn sich die Null-Risiko-Mentalität auf dem Platz in der Spielweise der Mannschaft wiederspiegelt.

Womit wir beim nächsten Punkt wären.

Die Doppelmoral der Vereinsführung:

Ausgerechnet jetzt ist es so ruhig um den Trainer, wie es in vergleichbaren Situationen bei keinem einzigen Trainer war. Ausgerechnet der, der nur verwaltet, von dem man nicht erwarten kann, dass wenn man ihm nur Zeit gibt, da etwas wirklich Neues entstehen könnte, ausgerechnet der ist unantastbar. Versteht mich nicht falsch, Heynckes jetzt in Frage zu stellen, würde nichts besser machen. Aber wenn ich an „Fußball ist keine Mathematik“ oder an gewisse Sky-Auftritte unseres Präsidenten denke, dann kann ich das Handeln unserer Vereinsspitze einfach nicht nachvollziehen. Das ist zweierlei Maß, wie so oft in den letzten Jahren. Da wird Thomas Kraft nach einem Fehler förmlich zerlegt, nach viel mehr Fehlern genießt Manuel Neuer Welpenschutz. Da wird vor ein paar Jahren über Gazprom wüst hergezogen, um sich heute mit ihnen an einen Tisch zu setzen. Da wird was von Defiliermarsch gefaselt und am Ende doch wieder den Kätzchen geholfen, wo es nur geht. Hintenrum mit Tricks versteht sich. Da wird das Internet als Mittel zur freien Meinungsäußerung verteufelt und auf der anderen Seite eben über jenes mit haarsträubenden Methoden Zielgruppendaten gesammelt und ausgewertet. Man muss ja seinen zahlungskräftigen, aber bitte unkritischen „12. Mann“ genau kennen, während man aber gegen den wirklichen 12. Mann, dem Fan in der Kurve, einen regelrechten Feldzug führt. Die Beispiele für die Doppelmoral im Verein wären sicherlich abendfüllend.

Vieles läuft zur Zeit extrem falsch beim FC Bayern München. Das wenigste hat dabei mit einem 3. Platz in der Bundesliga oder einem verlorenem Achtifinal-Hinspiel in der Champions League zu tun. Wenn man diese Saison an Titeln misst, dann ist da längst nicht alles verloren, alles halb so wild. Wenn man aber den Grad an Stagnation und Selbstherrlichkeit im gesamten Verein nimmt, dann ist diese eine weitere verlorene Saison, egal ob wir Titel holen, oder nicht.

Ich persönlich erwarte nicht mehr, dass in absehbarer Zeit die Weichen an der Spitze des Vereins endlich in eine gesündere Richtung gestellt werden. Für die Mannschaft ist das schade, denn diese Truppe befindet sich zu großen Teilen gerade im besten Alter und mit etwas mehr Aufbruchstimmung im gesamten Verein würden die Karrieren jedes einzelnen Spielers wesentlich steiler verlaufen, denn als Protagonisten in einem ziemlich planlosen großen Ganzen.

Für uns Fans ist diese Situation ebenfalls eine große Herausforderung. Unangenehme Wahrheiten müssen ausgesprochen werden, auch in einem Klima, in dem kritische Stimmen schnell völlig diskreditiert werden. Aber wir dürfen das große Ganze nicht aus den Augen verlieren. Wut, Enttäuschung und negative Gefühle dürfen nicht die Oberhand gewinnen, zusammenhalten ist mehr denn je oberstes Gebot. Seid wild mit Weisheit, ihr Roten! Diese Situation ist kein Sprint, sie ist ein Marathon.

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Die Ruhe vor dem Sturm vor den ersten rot-weißen Wochen der Wahrheit 2012

Ambiente Allianz Arena

Bild: probek (Blog / Twitter / Fotos) used under CC License  /  Text: Marco Thielsch

Man merkt es dieser Woche an. Unsere Roten haben zwei Spiele hintereinander gewonnen und schon ist es wohltuend ruhig um den FC Bayern München. Die Presse hat kaum etwas bis nichts zu vermelden, wir Fans sind nicht unzufrieden und der Verein selbst hat auch schon fast zwei Tage der Woche unfallfrei ohne diskussionswürdige Material zu liefern überstanden. Wir können alle miteinander mal kurz durchatmen, bevor ab der Partie am Samstag in Freiburg der Papst zum ersten Mal in dieser Saison so richtig im Kettenhemd steppt.

In der Champions League haben wir mit Basel einen ziemlich unangenehmen Gegner vor der Brust. Das könnte eine weit schwierigere Aufgabe für uns werden, als sich manch einer zur Zeit möglicherweise ausmalt. Das werden zwei nervenaufreibende Spiele werden, da lehne ich mich mal aus dem Fenster. Europapokal pur, Freunde! Was Schöneres gibt es nicht! Und wir werden siegen!

In der Bundesliga stehen auch ein paar schwere Begegnungen an. Nach einem hoffentlich nur kleinen Warm Up in Freiburg kommen die Schalker Orks in die heimische Kampfarena. Da können wir dann schon mal die erste Mannschaft mit einem Sieg aus dem Meisterschaftsrennen (zumindest vorerst) verabschieden. Danach müssen wir nach Leverkusen. Nicht, dass das zur Zeit Angst und Schrecken verbreiten würde, nach Leverkusen zu müssen, so muss man trotzdem ja immer damit rechnen, dass die an einem Tag gegen uns plötzlich wieder das Fußball spielen anfangen.

Es werden spannende Wochen, ihr rot-weißen Glaubensbrüder. Hier alle Termine, die bereits terminiert sind im Überblick:

22. Spieltag 18.02.2012
Auswärts gegen SC Freiburg – Anpfiff 18:30

Champions League Achtelfinale 22.02.2012
Hinspiel Auswärts gegen den FC Basel – Anpfiff 20:45

23. Spieltag 26.02.2012
Zuhause gegen FC Schalke 04 – Anpfiff 15:30

112. Geburtstag des ruhmreichen FC Bayern München 27.02.2012

24. Spieltag 03.03.2012
Auswärts gegen Bayer Leverkusen – Anpfiff 15:30

25. Spieltag 10.03.2012
Zuhause gegen 1899 Hoffenheim – Anpfiff 15:30

Champions League Achtelfinale 13.03.2012
Rückspiel Zuhause gegen den FC Basel – Anpfiff 20:45

26. Spieltag 17.03.2012
Auswärts gegen Hertha BSC – Anpfiff 18:30

DFB Pokal Halbfinale 21.03.2012
Auswärts gegen Borussia M´Gladbach – Anpfiff 20:30

27. Spieltag 24.03.2012
Zuhause gegen Hannover 96 – Anpfiff 15:30

Auf geht´s ihr Roten, kämpfen und siegen!

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…und den Pokaaaal, den hol´n wir noch einmal!

Ab Juni 2012 offiziell Münchner – Xherdan Shaqiri

Bild: FC BAYERN – ONE LOVE (all rights reserved)  /  Text: Marco Thielsch

Wir mussten etwas länger warten, bis unsere Jungs die Winterpause hinter sich lassen würden. Gestern war es soweit, pünktlich zum Alles oder Nichts Spiel um den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals spielten wir streckenweise wieder guten Fußball und waren (fast voll) da. So wie man den ruhmreichen FC Bayern München kennt: Wenn es drauf ankommt verstehen wir keinen Spaß. Schnelle Kombinationen, Positionswechsel in der Offensive, konsequentes Pressing, all das, was wir in den vorherigen Spielen haben vermissen lassen war wieder zu sehen. Einschränkend muss man natürlich festhalten, dass der VFB wie alle Jahre wieder nicht mehr als ein Opfer war. Aber das soll uns nicht stören, ganz im Gegenteil. Unter ihrer dankbaren Mithilfe könnte und wird uns das den dringend benötigten Schwung für die nächsten Wochen geben. Nächstes Opfer: Kaiserslautern. Bringt sie her, wir werden sie reißen wie ein Pitbull!

Schmerzlich vermissen werden wir unseren einzig wahren Kapitän Bastian Schweinsteiger, dessen Außenbänder von Niedermeier massakriert wurden. Vor allem in den anstehenden Aufgaben gegen Schalke, Leverkusen und Basel wird es nicht so einfach sein, unseren Leader zu ersetzen. Wir haben sicherlich genug Potenzial auf der 6er Position, um dies aufzufangen, aber dazu müssen die Jungs auf dem Platz alle miteinander Eier zeigen. Sinnbildlich versteht sich. Ein Umstand, dem manchem Schönwetter-Fußballer bei uns in jüngster Vergangenheit nicht immer ganz leicht gefallen ist, so ehrlich muss man sein. Vielleicht steckt ihnen die Hose-in-der-Kabine-runterzieh-Aktion vom guten Louis van Gaal seinerzeit einfach noch zu tief in den Knochen. Womit er nachhaltig das Gegenteil dessen erreicht hätte, was er damals erreichen wollte.

Schnee von gestern! Bleibt zu hoffen, dass sein Nachfolger Jupp Heynckes nach dem Ausfall Schweinsteigers nicht in die Versuchung gerät, die Aufstellung mit Toni Kroos auf der 10 wieder durcheinanderzuwirbeln und den guten Toni abermals zurück auf die 6/8 beordert. Verführerisch ist das ja, das muss man zugeben. Den Härtefall Robben hätte er damit gelöst. Aber Toni Kroos ist an normalen Tagen viel zu wertvoll hinter den Spitzen. Er ist der Einzige, der in der Mitte wirklich effektiv das Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff bilden kann. Und mit Tymoshchuk, Gustavo und Alaba sind genug Alternativen im defensiven Mittelfeld vorhanden. Was natürlich bedeutet, dass es weiterhin Robben oder Müller auf rechts heißen wird. Man kann fürchterlichere Probleme haben.

Wirklich erfreulich ist der seit heute offiziell feststehende Transfer des „Kraftwürfels“ Xherdan Shaqiri. Böse Zungen behaupten, mit ihm wäre der FC Bayern hauptsächlich beim Scrabble unbesiegbar, doch diese Unkenrufer werden sich noch ganz schön umgucken. Ich prognostiziere, Shaq-Attack wird sich innerhalb kürzester Zeit in unsere Herzen spielen und zum Publikumsliebling werden. Dieser Spielertyp passt einfach wie Arsch auf Eimer zu uns und er wird die Stadien in Deutschland ordentlich umpflügen mit seiner unwiderstehlichen Art Fußball zu spielen. Von mir in jedem Fall ein ganz herzliches Willkommen, Shaq! Und mach dir im CL-Achtelfinale gegen uns nicht allzu Feinde mein Freund!

Hier ein kurzes Interview auf Schwitzerdütsch kurz nach Bekanntgabe des Wechsels. Wenn man darüber hinaus ist ihm Halsbonbons geben zu wollen und genau hinhört, versteht man sogar fast alles. Seine Augen leuchten in Vorfreude auf den FC Bayern. Welch Wohltat im Gegensatz zu den Krokodilstränen, die andere beim Verkünden ihres Wechsels an die Isar verdrückt haben und die heute noch in Schalke-Bettwäsche schlafen.

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Große Gefühle und Abwehrkräfte im Eisschrank – Der FC Bayern München vor dem Spiel beim HSV

Fußball für echte Männer!

Bild: Ha! Designs – Artbyheather used under CC License  /  Text Marco Thielsch

Gemütliche -10 Grad sind für morgen Abend in Hamburg angesagt. Die gefühlte Temperatur soll bei -13 Grad liegen. Und auch wenn ich gefühlte Temperaturen für ungefähr so sinnvoll halte, wie beispielsweise gefühlte Siege, oder den von manchen gefühlt besten Torwart der Welt im Tor zu haben, eines steht in jedem Fall fest: Es wird arschkalt! Bedingungen also, für die man echte Männer auf einem Fußballplatz braucht. Gefühlt war das bei unseren Jungs in jüngster Vergangenheit nicht immer der Fall, sonst hätten wir eventuell vielleicht mal das ein oder andere Spitzenspiel, in dem es um alles ging, für uns entschieden. Gott sei Dank ist das Spiel gegen den HSV kein solches, sondern eines gegen einen gefühlten Abstiegskandidaten. Aber wie das so ist mit den Gefühlen, manchmal trügen sie einen.

Gerade bei solch kalten Bedingungen ist es natürlich umso ärgerlicher, dass unsere Abwehrkräfte ein wenig dezimiert daherkommen. Zwangsläufig wird Jupp die Viererkette wieder umstellen müssen, welche zuletzt sowieso schon nicht wirklich große Sichereit ausstrahlte. Immerhin ist die erste Alternative unser ukrainische T-44 Panzer Tymoshchuk, der zumindest mit den äußeren Bedingungen gut zurecht kommen sollte. Viele rechnen damit, dass Tymo in die Innenverteidigung und Boateng wieder nach außen rücken wird. Im Abschlusstraining hat aber wohl Tymo die Position des rechten Verteidigers eingenommen. Man darf also gespannt sein, mit welchen Abwehrkräften Jupp uns vor der Gegentor-Krankheit bewahren möchte.

Noch wichtiger, als die personelle Zusammenstellung der Viererkette, dürfte ein nochmals verbessertes Offensivspiel unserer Mannen sein. Das altbekannte Ballgeschiebe im Nirvana rund um die Mittellinie mit anschließendem Ballverlust und viel zu weit aufgerückten Außenverteidigern bringt unsere Defensive in jedem Fall in Schwierigkeiten, egal wie sie personell zusammengestellt ist. An der Stelle muss der Hebel angesetzt werden, wir müssen vorne wieder schneller ins Tempo kommen. Und wenn wir den Ball verlieren, dann wenigstens nur in der Gefahrenzone rund um den Strafraum des Gegners und nicht in einem Bereich, der es unseren Spielern nahezu unmöglich macht rechtzeitig hinter den Ball zu kommen. So sind dann auch wieder schnellere Balleroberungen nach Ballverlusten möglich und das Umschaltspiel des Gegners wird im Keim erstickt. Das Ergebnis wäre Dauerdruck und daraus resultierend auch wieder mehr Torchancen.

Soweit die graue Theorie. Gefühlt habe ich ein gutes Gefühl, dass uns am Samstag Abend die Praxis nicht nur gefühlt gelingen wird. Auf geht´s Bayern, kämpfen und siegen!

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Das (un)perfekte Dinner

Currywurst statt Feinkost.

Bild: L.Richarz used under CC License  /  Text: Danny

Der folgende Text stammt aus der Feder unseres geschätztem Gastautors Danny. Guten Appetit, Freunde!

Als fußballerischer Leckerbissen von Seiten der Bayern wird das Spiel gegen Gladbach zum Rückrundenstart wahrlich nicht gezählt werden. Zu viele Fehler in allen Mannschaftsteilen und zu viele Geschehnisse, die fast schon auf Arroganz schließen lassen, haben einfach einen zu faden Beigeschmack.

Jedoch ändert dies wenig an meiner Grundhaltung, zu was diese Mannschaft fähig sein kann. Alles ist ein wenig wie beim Kochen. Man hat die Zutaten, das Rezept, keine zwei linken Hände und Lust auf was Leckeres zu Essen. Soweit kommen wir alle, aber ab dann trennt sich die Spreu vom Weizen! Bei manchen kommt eben eine fade Currywurst dabei raus, bei anderen mit den gleichen Zutaten Haute Cuisine.

Vom Kader her haben wir die besten Zutaten seit einer Ewigkeit beim FCB. Mit Jupp eigentlich einen Sternekoch und die vorhandene moderne Küche treibt jedem Kochlöffelschwinger der Konkurrenz Tränen in die Augen. Die Hinrunde zeigte ja deutlich, welcher fußballerische Hochgenuss möglich ist, wenn man die Zutaten richtig mischt und dies dann auch noch wunderbar auf dem Platz serviert. Zumal ja auch noch mit Robben quasi das krönende Gewürz nicht im Regal stand und mit Schweinsteiger eine Grundzutat lange fehlte.

Die Grundlagen für die Rückrunde sind mehr als gut. Robben und Schweinsteiger wieder da, eine gute Vorbereitung, keine Verletzungen. Was dann passierte, kann man nicht mal mit dem Geschmack von einem Katerfrühstück bestehend aus einer kalten Pizza vom Vorabend, inklusive abgestandener Cola vergleichen. Das was Neuer da veranstaltete, ist nicht mal mit geplatzten Wienern beim Aufwärmen von Single-Männern zu vergleichen. Der Rest der Mannschaft bewegte sich so zäh wie Raclettkäse. Kurzum, was als Gala Dinner angekündigt wurde, war nicht mehr als kalte Ravioli auf einem Open Air Konzert.

Aber keine Panik, wir sind noch lange kein Fall für die Kochprofis oder einen Besuch von Rach dem Restaurant Tester. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in der Lage sind dieser Saison eine geschmacklich hervorragende Note zu geben. Es passt einfach zu viel, als dass man es verderben möchte.

Wir haben mit Gomez einen der besten Knipser über die letzten 2 Jahre hinweg, das Chili für des Gegners Strafraum. Mit Ribery, Robben, Müller und Kroos einfach ein paar Leute, die das Salz in jeder Suppe ausmachen und immer wieder als Geheimzutat gelten. Mit Bastian den Mann, der quasi das T-Bone Steak auf jeder Grillparty repräsentiert.

Auch wenn die Defensive mir ein wenig Magenschmerzen bereitet, sind die Leute dort doch solide Zutaten für den Erfolg. Nur wurde hier von Seiten des Kochs immer mal wieder zu viel an der Kombination geändert, das schlägt dann halt mal auf den Magen. Ich finde man sollte manche Leute dann eben doch da spielen lassen wo sie denn auch hingehören. Aber das dürfte ja leider durch den Ausfall von van Buyten erledigt sein.

Einzig das westfälische Blindhuhn passt noch so gar nicht in die Ansammlung der herrlichsten Gänge im Menü, um ein wahres Meistermahl zu kredenzen. Aber vielleicht versteht es dieser ja irgendwann, dass er in erster Linie satt machen soll und sich nicht als Krönung eines 5-Gänge-Menüs zu sehen hat.

Ich bin guter Dinge, dass Jupp es schaffen wird diese teils herrlichen Zutaten zu einem Fest-Dinner mit möglichst vielen Gängen zu verwandeln. Wehe wenn nicht, denn sonst landet er beim Kochduell und darf Cali Calmund bekochen.

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