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Der Fußballgott sagt Servus

Bastian Schweinsteiger Fußballgott

Der Spieler geht. Das Vorbild bleibt. Text: Marco Thielsch

Blutjung, blondiert und etwas nervös sah Bastian Schweinsteiger aus, als er im Jahr 2004 von Teamchef Rudi Völler gegen Ungarn zur Halbzeit eingewechselt wurde und sein Debüt in der Nationalmannschaft gab.

Von Lothar Matthäus ausgecoacht, der damals die Ungarn trainierte, verlor man die Generalprobe für die EM 2004 mit 0:2. Das Niveau der DFB Elf war zu der Zeit gruselig, bei der folgenden Europameisterschaft verabschiedete man sich kläglich in der Vorrunde und die WM im eigenen Land stand vor der Tür. Gefühlt war man also mitten im Untergang des fußballerischen Abendlandes. 12 Jahre später ist das alles nur noch blasse Erinnerung und Deutschland spielt zweifellos mit den attraktivsten Fußball auf der Welt. Zentrale Figur dieser Entwicklung war auf dem Platz sicher unter anderem Bastian Schweinsteiger. Erst als Filou auf dem Flügel, der frischen Wind in eine verkrustete Truppe brachte. Dann als dauerkritisierter immer noch Flügelspieler, dem zurecht die Schnelligkeit für diese Position, aber zu unrecht die Ernsthaftigkeit seines Lebensstils als Profi abgesprochen wurde.

Wer weiß was in den Geschichtsbücher heute geschrieben stünde, wenn Louis van Gaal unseren Fußballgott nicht bei unseren Bayern in die Mittelfeldzentrale beordert und damit endlich dessen Stärken voll zur Entfaltung gebracht hätte. Als zentrale Figur im Spiel der Bayern und der Nationalmannschaft kamen nicht nur seine fußballerischen Fähigkeiten voll zur Geltung, auch wegen seiner in der Zwischenzeit erworbenen natürlichen Autorität war er dort viel besser aufgehoben, wo er das Spiel denken und lenken konnte.

Es folgten Jahre des ständigen haarscharfen Scheiterns vor den ganz großen Silbertöpfen. Im Verein, sowie auch beim DFB. Aus Schweini wurde zwar Schweinsteiger und die Ernsthaftigkeit wurde ihm nicht mehr abgesprochen. Aber als Gesicht seiner Mannschaften wurden nicht errungene internationale Erfolge vor allem auch an ihm festgemacht. Er war angeblich ein Chefchen und ob er jemals den letzten Schritt machen würde wurde stark bezweifelt. Manch scheinbar flache Hierarchie von damals hat sich in der Retrospektive dann aber als ganz natürliche Entwicklungsstufe entpuppt. Nicht überraschend. Es wird schließlich niemand als Champions League Sieger und Weltmeister geboren.

Schweinsteiger als Kind

Träume können wahr werden. Foto: Tobi Schweinsteiger

Jeder gönnte ihm seine großen Erfolge in den letzten Jahren. Nicht nur wegen seiner fußballerischen Leistungen, sondern vor allem aufgrund seiner Persönlichkeit. Seine Entwicklung vom Schelm zum Boss ist die eine Sache und sicherlich auch außergewöhnlich. Seine Bereitschaft aufopferungsvoll für seine Mannschaft und die gemeinsamen Ziele zu kämpfen hat spätestens mit dem Cut im WM Finale 2014 eine visuelle Manifestierung für alle Zeiten gefunden. Doch was Bastian Schweinsteiger über all das hinaus ausmacht ist seine unglaubliche integrative Kraft und soziale Intelligenz. Es gab viele große Führungsspieler. Die meisten davon waren sich ihrem Status aber sehr bewusst und gefielen sich auch fürchterlich gut in der Rolle. Das war nie das Ding von Bastian Schweinsteiger. Ob er mit Mitspielern, Gegnern, Betreuern, Fans oder mit einem kleinen Kind sprach, er tat dies immer auf Augenhöhe und vermittelte dabei das Gefühl von absolutem Zusammenhalt.

Und so geht Basti als Vorbild. So ging er aus München weg. Und so verlässt er die Nationalmannschaft. Als Vorbild, welches uns allen völlig entgegen dem Zeitgeist gezeigt hat, dass man auch mit dem Gegenteil von Egoismus den obersten Olymp erreichen kann. Du musst weder abgehoben, noch ein Arschloch, noch ein abgedrehter Kanarienvogel sein. Wenn du kannst sei einfach wie Bastian Schweinsteiger.

Wir verbeugen uns Basti!

Keep it 1900

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Gelungener Auftakt gegen Hoffenheimer Milchbubis

Ein Team. Bild: infion used under CC License

Endlich rollt die Murmel wieder in der Bundesliga. Ein Traum, das macht so ein Wochenende doch erst richtig rund. Und wir sind mehr als ordentlich aus den Startlöchern gekommen gegen Hoffenheim, die Pause tat unserer Leistung eigentlich nur die ersten 30 Minuten einen kleinen Abbruch. Dann aber haben wir sehr ansprechend gespielt und der Sieg hätte ruhig um einige Tore höher ausfallen können.

In der ersten halben Stunde waren unsere Sorgen allerdings auch überschaubar. Sicherlich konnten die Hoffenheimer durch ihr wildes Forchecking das ein oder andere mal für ein kleines bißchen Unruhe sorgen. Wirklich gefährlich wurde es aber kaum. Wir allerdings verstanden in der Phase des Spiels es einfach nicht den Ball schnell genug in die Zentrale zu Schweinsteiger und van Bommel zu bringen, so dass diese immer ein, zwei Sekunden zu spät den Ball bekamen und so in unnötige Zweikämpfe gezwungen wurden. In der Folge unserer Führung wurde dies mit zunehmender Spieldauer immer besser, auch bedingt dadurch, dass die Hoffenheimer Michbubis sich bereits ziemlich ausgetobt hatten und immer platter wurden.

Insgesamt ein hochverdienter Sieg, der deutlich höher hätte ausfallen müssen, hätte man die Konter einen Tick konsequenter zu Ende gespielt. Aber das ist ein Stück weit auch normal nach der Winterpause, dass im Timing immer ein paar Zehntelsekunden fehlen. Das schleift sich aber schnell wieder ein und ich denke unsere Chancenverwertung wird sehr schnell wieder Ausmaße von kurz vor der Winterpause erreichen.

Ein Thema muss ich natürlich hier noch volley nehmen. Ralf Ragnick und seine „sympathische“ Art. Er kann es einfach nicht lassen, Tage nach einem Spiel noch nachzukarten und irgendwelchen Unsinn zu verbreiten. So lesen meine müden Augen heute Morgen im Spox-Ticker um 9.17 Uhr folgenden Eintrag:

Nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Bayern kann sich Hoffenheim-Trainer Ralf Rangnick einen Seitenhieb in Richtung München nicht verkneifen. Nachdem Rangnick in der Allianz Arena mit sechs Spielern unter 20 Jahren aufgelaufen war, sagte er in der „Bild“: „Das ist bei uns Konzept. Wir haben diese Jungs im Kader, um sie weiter zu entwickeln, und nicht, um zwölf Deutsche zu haben.“Christian Lell und Andreas Görlitz hatten sich vergangene Woche dagegen gewehrt, nur „Quoten-Deutsche“ zu sein.

Da fass ich mir doch schon wieder an die Birne, wer hat den Kerl eigentlich zum Papst gewählt? Die kaufen irgendwelche Kinder aus der ganzen Welt zusammen und machen dann auf dicke Hose. Ich prognostiziere mal folgendes: Nachdem ja schon zu Zweitligazeiten das Konzept aufgegeben wurde, nur mit Leuten aus der Region zu spielen, mitlerweile als nächster Schritt auch alte Männer wie Simunic gekauft werden und wenn man dann zugrunde legt wie überaus „bescheiden“ die Ansprüche vor allem eines Dietmar Hopp und im zunehmenden Maße des ganzen Umfelds sind, dann ist der Herr Professor Ragnick nicht mehr sehr lange Trainer in dem Dorf. Sie werden mit ihren großen Sprüchen schön im Mittelfeld landen, Hopp geht das zu langsam mit dem internationalen Geschäft und Ende im Gelände.

Und sie werden sich dann auch diesen nächsten Schritt zum internationalen Fußball mit Kohle erkaufen, so wie sie sich jeden Schritt bis heute mit Kohle erkauft haben. Zumindest sind wir dann sehr wahrscheinlich diesen unangenehmen Ragnick los, da möchte man ja duschen so schmuddelig fühlt man sich, nachdem man ihm zuhören musste.

Tipp am Rande: Bilder vom heutigen Training. Teil 1 / Teil 2 / Teil 3

© 2010 Traumtorschuetze

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