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Das Robbensche Sommerloch im Oberschenkel

Was hier so zärtlich aussieht, war in Wahrheit das reinste Robbensterben. „Robben hätte nie bei der WM spielen dürfen!“  Bild: Globovisión used under CC License

Eines der interessantesten Naturerscheinungen ist und bleibt das Loch. Eigentlich ist ein Loch per Definition ja nichts. Obwohl eher: Nichts mit etwas drum herum. In diesem Fall einem Oberschenkel. Einem ziemlich teuren und nicht weniger begabten Oberschenkel. Und dennoch meint man ja nicht, wie ein Loch – also mit anderen Worten nichts – einen ganzen Sommer krimireif füllen kann.

Angefangen hat das Thema ja schon vor der WM. Da nannte man es von Seiten der Holländer absichtlich noch nicht „Loch“, denn sonst hätte Robben gar nicht bei der WM gespielt und demnach auch nicht anschließend das fußballerische Sommerloch bis heute recht umfangreich gefüllt. Aber seit heute wissen wir: Auch damals war es schon ein Loch! Also nichts. Naja, lassen wir das.

Denn es ist natürlich schon etwas, wenn der mit Abstand beste Spieler der vergangenen Saison um die drei Monate ausfällt, dann erst langsam reinkommen muss und innerhalb dieser Pause auch wieder die Grundlagen verliert, die er in seinem speziellen Aufbautraining in Zusammenarbeit mit unseren Ärzten erarbeitet hatte und die ihn letzte Saison so stark gemacht hatten. Und wenn es stimmt, was Karl-Heinz Rummenigge heute sagte, nämlich dass das Loch schon vor der WM erkennbar war, wie die nun vorliegenden Bilder der damaligen Untersuchungen beweisen, ja dann sind die beim holländischen Verband die personifizierten Löcher – Arschlöcher nämlich. Sie hätten damit vorsätzlich in Kauf genommen, dass wir hinterher den Mist ausbaden dürfen. Und sie hätten damit auch die gesamte Karriere von Arjen Robben vorsätzlich auf´s Spiel gesetzt. Das hätte auch ganz schnell richtig böse ausgehen können mit einer Verletzung, die ihn die Karriere kostet. Wenn sich das alles so bewahrheitet, dann ist es ein handfester Skandal was da mit Robben und um Robben herum bei der WM passiert ist.

Das interessiert mich viel mehr, als der Streit um´s Geld, welcher nun entbrannt ist. Es ist natürlich richtig vom FC Bayern, sich die Reparatur ihres „kaputten Autos in der Garage“ jetzt vom holländischen Verband bezahlen zu lassen. Und sich so ein bißchen mit der FIFA anlegen, wie es der FC Bayern nun tut, kann auch nie schaden, sonst pennen die Opis auf ihren Geldsäcken da ja ein. Aber das überlasse ich ganz unserer Kampftruppe rund um Killer-Kalle. Da darf er sich meinetwegen mal richtig austoben.

Aber letztendlich interessiert mich jetzt so langsam mal wieder vor allem auf´n Platz. Ich hab genug gehört von Löchern in Oberschenkeln, oder davon, wie toll Louis van Gaal das deutsche Fleisch findet. Mich dürstet es nach Fußball und nach Themen, die die Menschheit wirklich bewegen. „Wer will diesen FC Bayern stoppen?“ oder „Nach bestem Saisonstart aller Zeiten: Bayern schon im Winter sicher Meister?“ zum Beispiel. Gott sei Dank geht das nächste Woche wieder los. Spätestens wenn Lothar Matthäus nicht mehr täglich in den Medien ist, weiß man, jetzt rollt die Kugel wieder. Zeit wird´s! Und hoffentlich – ehe wir uns versehen – reden wir dann in einiger Zeit auch wieder nur noch von Löchern in Zusammenhang mit Arjen Robben, wenn er diese in gegnerische Abwehrreihen reißt. In diesem Sinne: Mission Titelverteidigung kann beginnen!

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Die Wahrheit nach den drei Wochen der Wahrheit

Mr. Miracle Arjen Robben. Bild: Flo (all rights reserved)

Drei nervenaufreibende, aber schöne Wochen mit sechs entscheidenden Spielen liegen hinter uns. Zeit ein weinig durchzuatmen und mit Stolz auf das Erreichte zurückzublicken.

Magath zum Frühstück vernascht:

Mein Gott, ist der Kerl eklig arrogant geworden! Sein Naturell war ja noch nie das eines Sympathen. Mitlerweile muss man sagen, was Realitätsfremdheit und unglückliche bis dämliche Außendarstellung betrifft, hat er sich in erschreckendem Maße seinem neuen Arbeitgeber und dessen Fans angepasst. Natürlich kann man es ihm wohlwollend als Chuzpe auslegen, wenn er sich zum Beispiel kühl lächelnd vor die Presse setzt und verlautbaren lässt, Schalke hätte ja kein Geld für einen neuen Rasen, das sei doch bekannt. Das ist Magath. Noch genervt davon während der gesamten Vorrunde auf Schalkes miserable Finanzen angesprochen worden zu sein, nutzt er die erste Gelegenheit den Spieß zu seinem Vorteil umzudrehen. Warum kein Journalist mal lachend darauf hingewiesen hat, dass man ja auch 73 neue Spieler in der Winterpause verpflichten konnte, aber 100.000 EUR für einen neuen Rasen nicht übrig sind, finde ich allerdings gelinde gesagt etwas schade.

Ganz ehrlich, es ist mir ein Fest, dass wir ihm zwei mal richtig weh tun konnten. Während er beim Pokalfinale mit seiner besseren Hälfte Kamillentee vorm Fernseher schlürfen wird, werden wir schön die Hauptstadt rocken. Und spätestens seit der zweiten Niederlage innerhalb weniger Tage gegen uns scheint endgültig der Baum zu brennen in Gelsenkirchen. „Um Meister zu werden braucht man eine Mannschaft, die auch Meister werden will.“ so Magath nach ihrer jüngsten Niederlage in Hannover. Das sagt eigentlich alles, sowohl über Magath als auch über sein Verhältnis zu seinen Spielern. Welch Unterschied zu der Einheit die Trainer und Team bei uns bilden! Als Spieler würd ich Magath hassen, wäre er mein Trainer. Und als Fan auch, aber die haben das leider alles noch nicht so durchschaut. Magath wird Schalke endgültig in den Ruin treiben. Er wird sich ganz schnell abnutzen, wie bisher überall. Er wird wie überall einen aufgeblähten und zerstrittenen Kader hinterlassen ohne jegliche Spielphilosophie. Nur wird Schalke nicht das Geld haben wie Magaths vorherige Stationen, um das einigermaßen abzufangen und sie werden dann verdammt schweren Zeiten entgegengehen. Und wir haben in den letzten drei Wochen dafür gesorgt, dass all das sehr wahrscheinlich diesmal ohne Titel von statten gehen wird. Erinnert euch an meine Worte wenn es soweit ist und dort alles den Bach runter geht.

Unserem Ruf in der Welt alle Ehre gemacht:

Ladies and Gentlemen, it´s now official: La bestia negra is back! In Manchester versteht man auch vier Tage nach ihrem Ausscheiden noch nicht, was wir ihnen angetan haben. Alex Ferguson hat durchgeweint und gibt mit heruntergelassenen Hosen ein peinliches Interview nach dem nächsten. Und ganz England steht mal wieder staunend und ehrfürchtig vor dem Willen und der Unbesiegbarkeit deutscher Mannschaften. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese beiden Spiele gegen Manchester auf der Insel diesbezüglich unglaublich Wirkung hinterlassen haben. Wir haben der Legende deutsch-englischer Duelle und deren Versagen darin ein weiteres großes Kapitel hinzugefügt. Somit haben wir nicht nur für unsere Reputation, sondern in hohem Maße auch etwas für die Reputation des gesamten deutschen Fußballs getan.

Ivica Olic würde auch mit ner Axt im Kopf weiterrennen:

90 % aller überdurchschnittlich talentierten Fußballer müssten beim Anblick Olics eigentlich die Schuhe sofort an den Nagel hängen, oder aber ultraprompt anfangen Trainingsnachtschichten einzulegen. Was Ivica Olic aus seinen fußballerisch eher etwas limitierteren Fähigkeiten rausholt ist maximaler als Maximal. Eine Ohrfeige eigentlich für die große Mehrheit an Fußballern, die aus so viel Talent so wenig machen.

Ich bin zutiefst dankbar, dass wir nach Brazzo wieder so einen Verrückten im Team haben. Das war schon vor den drei Wochen der Wahrheit klar. Aber diese zwei Tore gegen Manchester, sein unbändiger Wille in diesen Spielen, wie er die Mannschaft mitgerissen hat der Wahnsinnige, das verdient schon eine Extra-Erwähnung. Ganz großes Tennis Ivica, ganz großes Tennis!

Mr. Magic und die besonderen Momente:

Das fußballerische Gegenmodell zu Ivica Olic ist wohl Arjen Robben. Wo sie sich aber in der Wahl ihrer Mittel unterscheiden, da gleichen sie sich in der Wichtigkeit für die Mannschaft. Unfassbar mit was für außergewöhnlichen Momenten eines Klassefußballers Arjen Robben in unglaublicher Regelmäßigkeit überlebenswichtige Tore erzielt. Und was für Traumtore das immer sind! Ein normalsterblicher Profi-Fußballer träumt davon, in seiner Karriere mal ein einziges Tor dieses Kalibers zu schießen. Arjen macht davon eins nach dem anderen und alle sind nebenbei spielentscheidend in ganz, ganz großen Partien.

Und eins muss ich wieder betonen, weil es fast noch bemerkenswerter ist. Unglaublich, wie er auch mit nach hinten arbeitet und sich den Arsch für die Mannschaft aufreißt. Wir haben da nicht nur einen außergewöhnlichen Künstler gekauft, sondern ein echtes Kämpferherz gleich gratis mit dazubekommen. Ein ganz großer Spieler!

Wir können noch besser „fußballen“:

Wenn man gegen Manchester United eine Passquote von 82 % hat, dann weiß man was in dieser Mannschaft steckt. Zum Vergleich, der FC Barcelona hat durchschnittlich 88 % Passquote und da weiß man, wo die Reise in der van Gaalschen Schule hingeht. Aber wir haben noch nicht die Konstanz des katalanischen Nonplusultra der Fußballkultur. Die Mannschaft kann in einigen Bereichen noch drauflegen und ist noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung. Setzt man das in Relation zu den Erfolgen, die wir trotzdem schon haben, so strahlt die Zukunft noch viel heller als die Gegenwart. Und setzt man das beides in Relation zum desolaten Zustand der Mannschaft vor ziemlich genau einem Jahr, so möchte man Louis van Gaal am liebsten Dankesschreiben zukommen lassen. Der Mann ist ein Glücksfall für uns und die Erfolge der letzten – speziell Wochen – und Monate sind kein Zufall, sondern logische Konsequenz seiner Arbeit mit der Mannschaft.

Die Chemie in der Truppe stimmt wie lange nicht mehr:

Diese drei Wochen wären nicht möglich gewesen, wenn da nicht schon vorher ein echtes TEAM zusammengewachsen wäre. Man hat bei Bayern München sehr selten die Jungs so gegenseitig für sich fighten sehen. Die Kugel läuft traumwandlerisch sicher durch unsere Reihen, jeder weiß, was sein Nebenmann tut. Die Jubelbilder der Spieler untereinander, der Spieler mit dem Trainer, der Trainer mit den Verantwortlichen, die Verantwortlichen untereinander und alle zusammen mit den Fans – kann mich kaum erinnern, wann es in unserem Verein zuletzt so einmütig zuging. Und auch das muss man in Relation setzen zu dem Zustand vor ziemlich genau einem Jahr. Und auch das ist hauptsächlich ein Verdienst des Trainers, aber auch jeden einzelnen Spielers, die durch die Bank bereitwillig mitziehen. Bei dieser Mannschaft geht einem einfach nur das Herz auf.

Wir schwingen weiterhin auf drei Hochzeiten die Hufe:

DFB-Pokal Finale, Champions League Halbfinale und zwei Punkte Vorsprung in der Meisterschaft. Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand und hätte mir das einer vor den drei Wochen angeboten, ich hätte es sofort mit Kußhand unterschrieben. Schalke und Manchester haben wir nebenbei ziemlich demoralisiert zurückgelassen und dem Mythos unserer Unbesiegbarkeit neuen Glanz verliehen.

Kann sich schon sehen lassen, was wir die letzten drei Wochen geleistet haben. Aber nachdem wir jetzt mal eine Woche Luft holen können, gibt es schon wieder neue Wochen und neue Wahrheiten, die ausgesprochen werden möchten. Wochen, in denen wir uns für das bisher erreichte selbst belohnen werden. Nochmal alle Kräfte bündeln und dann auf sie mit Gebrüll!

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Just brillant!

We rocked Old Trafford. Bild: azrael74 used under CC License

Seid ihr alle wieder einigermaßen aus dem Siegestaumel aufgewacht? Ich persönlich fasse es gar nicht so richtig, dass schon wieder Wochenende ist. Die Zeit seit Mittwoch ist irgendwie wie in Trance an mir vorbeigezogen. Siegestrunken und dauerhigh. Aber wenn etwas geschieht, von dem du noch in 20 Jahren schwärmen wirst, sind zwei plus x Tage zur Verarbeitung dessen sicherlich erlaubt.

Schon tagsüber war der Mittwoch brutal. Es ist dieses ganz besondere Gefühl am Tag eines so großen Spiels. Diese Mischung aus zerissener Anspannung, Kampfeslust und Vorfreude. Es gibt nur ein Thema den ganzen Tag über, das große Spiel am Abend. Du wachst schon mit Schlachtgesängen im Kopf morgens auf. Kumpels rufen dich den ganzen Tag über an und die ersten Worte sind: „Hombre, ich muss mit irgendjemandem reden!“ und du denkst nur, „scheisse, ich auch“. Du hörst von 2 m großen ausgewachsenen Männern, die je näher das Spiel rückt völlig am Ende sind und ihrer Freundin Geld in die Hand drücken und mit den Worten „geh einkaufen, iss noch irgendwo was, aber komm bloß nicht so schnell wieder“ aus dem Haus werfen. Ja, das sind diese Tage, diese einzigartigen Tage. An solchen Tagen kann man Geschichte schreiben. Ein Tag zum Helden zeugen!

Doch kaum ist man in seine „Freistaat Bayern“ Flagge gehüllt und hat die erste Nervosität abgelegt, die in den letzten zehn Minuten vor Anpfiff brachial wird, liegen wir schon 2:0 hinten. Die Jungs kriegen kein Fuß auf die Erde, hinten ist Polen offen und der gegnerische Strafraum erscheint eine halbe Stunde lang höchstens wie eine verheißungsvolle Fata Morgana am fernen Horizont. Und trotzdem ist man nicht gewillt auch nur eine Sekunde zu resignieren. Schließlich ist diese Truppe in diesem Jahr immer für die verrücktesten Dinge gut. Und sie kämpften. Es gelang ihnen wenig bis nichts, aber sie lebten und eroberten sich Zentimeter um Zentimer im Old Trafford zurück.

Und als wir gerade einigermaßen im Spiel waren, wir auch endlich mal eine Torchance kreieren konnten durch Ivica, da fällt im Gegenzug das 3:0. Der nächste Nackenschlag. England feiert schon den Einzug ins Halbfinale (hört jeden englischen Kommentar bei dem Tor) und außer uns Roten hat wohl keiner auf dieser Fußballwelt zu diesem Zeitpunkt noch einen Pfifferling auf uns gesetzt.

Lange Zeit zum Nachdenken blieb ja eh nicht, da Ivica sofort das so wichtige Anschlusstor erzielte. Aber schon nach dem 3:0 war bei mir nur noch Trotz da. Ich war so eingestellt, ich hätte meinen Glauben an die Mannschaft bis zur buchstäblich allerletzten Patrone nicht verloren.

Dann kam Ivica, der Kroate, der fußballerisch deutscher als jeder Deutsche ist und brachte das Empire mit seinem Tor buchstäblich zum erzittern. Was dann geschah war nämlich im Nachhinein betrachtet psychologisch unglaublich interessant. Manchester schwamm auf einmal komplett. Von wegen „Wild Card“ Los FC Bayern München, so wie ganz England bei der Auslosung frohlockte! Ihnen wurde schlagartig klar, noch ein Tor und wir sind draußen. Und fuck, wir haben es hier mit einer deutschen Mannschaft zu tun. Und fuck, nicht irgendeine, sondern die hungrigste von allen, die die niemals aufgibt, la bestia negra, der FC Bayern München! Da spielte psychologisch so viel eine Rolle, was die Engländer allgemein über den deutschen Fußball denken und was in Linekers berühmter Aussage so treffend rüberkommt: „Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Mann rennen 90 Minuten einem Ball hinterher und am Ende gewinnen immer die Deutschen“.

Es spielte die Erfahrung des Hinspiels eine Rolle und das Wissen, dass wir 1999 nicht vergessen, sondern im Gegenteil es verinnerlicht haben, dass das „niemals aufgeben“ ein großer Teil unserer Vereinsphilosophie geworden ist. Manchester hatte Angst, das war sofort nach dem 3:1 zu sehen. Fußballerisch ist das nicht zu erklären, das steht vielmehr exemplarisch für die Bedeutung der Psyche beim Fußball.

Und so nahmen die Dinge ihren schicksalsträchtigen Lauf. Auch der Platzverweis ist unter diesem Aspekt nur folgerichtig gewesen. Wenn die einen Elfmeter bekommen hätten, den hätten sie auch noch verschossen. Das Spiel bot einfach nur noch allen Vorurteilen die zwischen dem englischen und deutschen Fußball existieren einen reichhaltigen Nährboden.

Das kann man natürlich zwei Tage später ganz gut so reflektieren. Während des Spiels selbst spürst du nur, wir können hier eigentlich gar nicht ausscheiden heute, wir machen noch das Ding. Aber trotzdem sind die Nerven natürlich zum zerreißen gespannt. Aber du hörst die Bayernfans, die einen Monstersupport das ganze Spiel über hinlegen als gäbe es kein Morgen und das Old Trafford fest in ihrer Hand haben (großartig Jungs, ich verneige mich!!) und du glaubst in jeder Sekunde dran, dass wir das heute packen.

Und dann siehst du die Ecke kommen. Du siehst sofort, der Ball kommt gut, Robben ist blank und du weißt bei der Hälfte der Flugbahn, den nimmt der Verrückte volley. Der Ball kommt auf den Bierdeckel, Robben holt aus und peitscht den Ball förmlich links unten ins Eck mit einer Schußhaltung und Technik, die jenseits jeglicher Perfektion liegt. Das war der bildliche Beweis dafür, dass es noch etwas über der totalen Perfektion gibt. Wenn die Wissenschaft dieses Tor unter kinetischen Aspekten untersuchen würde, sie würde an ihre Grenzen stoßen und fortan an den göttlichen Funken glauben. Dieses Tor war unfassbar. Arjen Robben ist unfassbar. Diese Mannschaft ist unfassbar. Mein Stolz ist unfassbar. Der Rest des Spiels, der Jubel danach, die folgenden Tage in Trance, alles unfassbar.

Aber morgen haben wir schon wieder Leverkusen vor der breiten Brust. Man kriegt gar keine Zeit diese ganzen irren Ereignisse dieser Saison zu verarbeiten, der Rausch muss immer weitergehen. Wir wollen ja schon nach Möglichkeit nicht nur schön mitgespielt haben, sondern auch ein paar Trophäen in den Schrank packen am Ende des ganzen Spektakels. Es ist zwar jetzt schon eine unbeschreiblich geile Saison gewesen, aber zu viel Bescheidenheit steht uns auch nicht besonders gut. Wir bleiben gefrässig, wenn der Bayernzug einmal rollt macht er keinen Halt mehr. Und wenn würde Ivica persönlich aussteigen und das Ding mit purer Willenskraft und etwas Muskeln wieder ins Rollen bringen, so viel steht mal fest.

Links zum Thema:

Schöne Zusammenfassung mit englischem Kommentar: Just brillant

ManU Forum blaming Bayern /the ref 😀 Your hate is our pride!

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Die 112. Spielminute – Arjen Robben spritzt ab!

Die 112. Spielminute – Arjen Robben spritzt ab!

Junge, du bist doch von einem anderen Steeeern!! Das ist so pervers geil, ich taumel schon wieder auf einer Welle von Glücksgefühlen. Finale Leute…Finale! Zu mehr bin ich grad noch nicht fähig. Finaaaaaaleeeeee!!! 😀

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Wenn es nicht läuft, muss es eben Robben

Bild: Flo (all rights reserved)

Genossen, Waffenbrüder, verehrte Mitspitzenreiter, wieder wäre eine Etappe auf der Ralley zur Meisterschaft geschafft. 70 Minuten lang war es Ober- gegen Untergiesing am Samstag, wie der Kaiser sagen würde, wobei Freiburg bedauerlicherweise sicher eher Obergiesing war als wir. Man könnte jetzt den Gegner loben, der das sicherlich über weite Strecken des Spiels auch nicht ganz schlecht gemacht hat. Aber das würde das uninspirierte Auftreten unserer Mannschaft zu sehr entschuldigen. Wir waren einfach viel zu behäbig, haben nicht das nötige Tempo in unsere Ballzirkulation bekommen, um die gut gestaffelte Freiburger Abwehr durcheinanderzuwirbeln. Und hinten war bei den wenigen Vorstößen des Gegners wieder Polen offen bei uns. Viel richtig gemacht haben wir in den ersten 70 Minuten nicht wirklich.

Aber ganz ehrlich Freunde, das ist mir scheißegal! Wir haben die drei Punkte im Sack, unsere Tabellenführung verteidigt und in ein paar Wochen fragt keine Sau mehr danach, wie wir dieses Spiel gewonnen haben. Ich bin da aus mehreren Gründen sehr tiefenentspannt.

Man könnte jetzt sagen, die Mannschaft mache grad spielerisch ein paar Schritte zurück. Die Tendenz der letzten Spiele lässt diesen Schluss ja durchaus zu. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Zur ganzen Wahrheit gehört nämlich auch, dass wir es endlich wieder schaffen auch schlechtere Spiele für uns zu entscheiden. Das Spiel gegen Freiburg ist da ein Paradebeispiel, ich bin mir sicher noch bis vor wenigen Monaten wäre dies genau so ein Spiel gewesen, welches wir eben nicht noch siegreich gestalten und bei dem wir sicher Punkte gelassen hätten. Und wir wissen alle, genau diese Punkte sind es, die am Ende oft den Unterschied ausmachen.

Desweiteren lebt unsere Mannschaft von ihrem blinden Verständnis, den van Gaalschen Automatismen in Laufwegen und Spielzügen. Das sieht man wenn die erste Elf auf dem Platz steht daran, wie traumwandlerisch sicher der Ball läuft. Aber noch mehr sieht man es eben bei den Spielen, wo wie am Samstag einige Stammspieler ersetzt werden müssen. Das macht sich sofort bemerkbar und wenn dann der Gegner so tief steht wie die Freiburger, dann tun wir uns sehr schwer.

Last but not least gewinnt Schalke jedes gottverdammte Spiel mit einer spielerischen Klasse wie der 1. FC Holzfuß Harsewinkel. Es ist gut zu wissen, dass wir das auch können wenn es nötig ist.

Was wir Holzfuß Harsewinkel oder dem Meister der Schmerzen oder so ziemlich jedem Fußballverein der Welt voraus haben, ist natürlich eine enorme individuelle Klasse, auf die man sich auch ein Stück weit verlassen kann. Was ein Robben bei uns spielt, ist absolute Extraklasse. Er macht ein um´s andere mal den Unterschied aus und spielt nebenbei bemerkt wohl die beste Saison seiner Karriere. Er lässt dabei auch nicht den Star raushängen, sondern reißt sich echt den Arsch auf auf dem Platz, reißt schwierige Spiele an sich und was mich am meisten erstaunt, er kämpft und grätscht und arbeitet für die Mannschaft, wie ich es von ihm ehrlich gesagt in den kühnsten Träumen nicht erwartet habe. Er stellt sich nie über die Mannschaft oder lässt irgendwas raushängen.

Umso weniger versteh ich allerdings, warum einige nicht wenige Fans das tun. Tendenzen von Heldenverehrung bei gleichzeitiger verbalen Vernichtung der Heldenhelfer sind mal wieder unverkennbar. Leute, Robben würde euch auslachen, wenn er einige Dinge lesen und hören würde, die ihr so verzapft. Robben wäre nichts ohne eine gute Mannschaft. Wem man das ausführlich erklären muss, der hat keinerlei Ahnung von Mannschaftssport. Das Team hilft Robben und Robben hilft dem Team, das bedingt sich gegenseitig. Und eins darf man nie vergessen. Es existiert ein Team ohne Robben, aber kein Robben ohne Team. Er selbst weiß das, also warum immer die Dinge unnötig auseinanderdividieren, die eigentlich zusammen gehören?

Nicht umsonst bekommt für das Spiel am Samstag mit Thomas Müller ein Eigengewächs den Oskar für den besten Nebendarsteller. Größer könnte der Unterschied ja kaum sein, als wie zwischen dem Megastar Robben und dem Jungen aus der eigenen Jugend Müller. Aber in der Wichtigkeit für die Mannschaft gibt es eben keine Unterschiede.

Eine Augenweide bleibt Arjen trotzdem und in der Form in der er sich bei uns präsentiert ist er sicher einer der begnadetsten Fußballer, die ich jemals habe die Murmel streicheln sehen. Und nicht nur das, er hat auch noch unglaublich viel Charisma auf dem Platz, ist eine echte Erscheinung. Er reißt die Dinge an sich, wenn es schwierig wird und tut dies mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit. Wenn es nicht läuft, muss es eben Robben. Und das tut es, wahrlich das tut es.

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Und dann wichst der Robben die Murmel in den Giebel als gäbe es kein Morgen

Zieh, Cowboy! Bild: Steffe used under CC License

Was für ein genitaler Champions League Abend das gestern war, Genossen und Waffenbrüder! Das war Europapokal KO-Phase pur mit diesen widrigen Bedingungen, dem Kampf auf dem Platz, dem engen Stadion, der dramatischen Torfolge. Florenz war keine Laufkundschaft, das war schon nach dem Hinspiel wohl auch dem letzten klar und das hat sich gestern wieder bestätigt. Florenz war in beiden Spielen taktisch wahnsinnig stark und sie haben die Räume brutal eng gemacht. Ich bin absolut stolz auf unsere Truppe, wie sie sich gegen diesen sehr starken Gegner unter schwierigsten Bedingungen aus der Affäre gezogen haben. Die Jungs haben sich nie hängenlassen und nach jedem Rückschlag eiskalt selbst zurückgeschlagen. Das war groß, das war ganz groß!

Diese knapp 12 Minuten zwischen dem 2:0 und dem 3:2 waren natürlich der absolute Wahnsinn, eine Achterbahn der Gefühle. Praktisch minütlich musste man sich gedanklich auf eine andere Ausgangsposition einstellen. Ich war guter Hoffnung in der Halbzeitpause, ich habe trotz der schwächeren ersten Hälfte gesehen die Mannschaft lebt und ist willig. Die zweiten 45 Minuten würden wir mit Rückenwind spielen, ich war mir sicher da geht noch was. Mitten in diese Hoffnung rein fällt das 2:0. Man schüttelt sich kurz und es platzt aus einem heraus „Jungs, das Ding ist hier nicht gegessen, ein Tor und es gibt Verlängerung“. Man beißt sich zusammen mit den Jungs in dieses Spiel, jede Szene saugt man auf und geht mit, jede Sekunde wird zu einer intensiven Erfahrung. Und dann löst sich die Anspannung tatsächlich erruptionsartig, als das 2:1 durch van Bommel fällt. Teil eins wäre geschafft. Wir holen uns das Ding hier heute, wir sind viel zu stark um es nicht zu tun.

Nur wenige Minuten später siehst du dich selbst in die Couch gekauert dasitzen und den Ball auf dem Bildschirm in unserem Netz zappeln. Fassungslosigkeit. Unglaube. Ein gaaaanz kurzer schwacher Moment von Resignation. Doch wieder rafft man sich auf. Wieder blickt man den Jungs tief in die Augen und sieht, das Feuer ist noch längst nicht erloschen. Genausowenig wie das eigene Feuer. Aber klar, jetzt würde es verdammt hart werden, vor allem psychologisch, es braucht schon etwas ganz besonderes, um hier nochmal zurückzuschlagen.

Und dann kommt Robben, dribbelt sich durch insgesamt sieben (!) machtlose Italiener und wichst das Ding mit vollkommener Selbstverständlichkeit in den Winkel. Ein wahrlich magischer Moment eines magischen Fußballers. Einer der Momente, die nur der Fußball hervorbringt. Einer der Momente, in denen man einen wahrhaftigen göttlichen Funken in jeder seiner Körperfasern spürt. Totale Extase, totale Verzückung, du wirst unter einer Wand positiver Emotionen begraben und bist dem Himmel näher als der Papst der Hölle. Wie tun mir die Menschen leid, die mit Fußball nichts am Hut haben. Ihnen entgeht etwas universelles, die spirituelle Erfahrung schlechthin.

Ihr seht, ich bin noch völlig aufgeladen. Ich habe mir das Tor von Robben geschätzte 500 mal angeschaut seit gestern Nacht und das werden nicht die letzten 500 gewesen sein. Der Typ ist doch völlig verrückt. Normal sagst du zu jedem sterblichen Fußballer in dieser Szene, er darf auf keinen Fall nach innen ziehen, da war alles sowas von komplett dicht, das ist eigentlich ein sicherer Ballverlust. Aber Robben ist kein sterblicher Fußballer. Achtet mal drauf, wieviele Fiorentina da auf engstem Raum um Robben herum sind, als dieser abschließt. Fünf Stück, aber keiner kann was machen, Robben hat die Präzision einer Maschine in Ballführung und Abschluss. Diese Entschlossenheit, diese Dynamik, diese Technik. Einzigartig.

Robben war der göttliche Funken in einer absolut heißen Mannschaft, Kompliment an die gesamte Truppe, vor allem an die jungen Spieler wie Müller, Badstuber und Alaba. Scheiße seit ihr abgewichst für euer Alter Jungs! Und dabei muss man Alaba sicher nochmal gesondert loben. Junge, mit 17 Jahren so einen geilen Stiefel in so einem wichtigen und schwierigen Spiel auf´s Parkett zu legen ist echt der absolute Wahnsinn.

Tja, und jetzt sind wir mal wieder unter den besten 8 Mannschaften Europas und das auch verdient. Auch wenn die Italiener rumheulen, wie wohl nur die Italiener rumheulen nach Niederlagen. Beispiele gefällig?

„Robben vernichtet Florenz‘ Champions-League-Träume! Trainer Prandelli ist verbittert. Doch niemand kann verneinen, dass der Schiedsrichter-Fehler aus dem Hinspiel entscheidend war“
(Corriere dello Sport)


„Tiefschlag in der Champions League! Nach dem Diebstahl von München bestraft Robben die Bayern. Die Enttäuschung schmerzt!“
(Gazzetta dello Sport)

„Der violette Zorn: „Vom Schiri rausgeworfen!
(La Stampa)

„Die Fiorentina hat gezeigt, wie man Fußball spielt. Die Fans können stolz auf diese Mannschaft sein! Es ist schade, dass wir als Gewinner und wegen Ovrebos Fehler aus dem Hinspiel ausscheiden!“
Florenz-Boss Andrea Della Valle

Nicht daran zu denken, was im Hinspiel passiert ist, ist schwer!“
Florenz-Boss Andrea Della Valle zu den Pfiffen der Florenz-Fans gegen UEFA-Boss Michel Platini

„Es ist schade, rauszufliegen, nachdem man 6 von 8 Spielen gewonnen hat. Leider sind wir durch ein Abseitstor ausgeschieden. Für einige war das irreguläre Tor in München nicht so wichtig, aber am Ende war es das doch…und wie!“ Florenz-Trainer Cesare Prandelli

Heult doch! 😀 Dass das 2:0 im Rückspiel ebenfalls klar Abseits war interessiert in Italien scheinbar niemanden. Ziehen wir die beiden strittigen Tore ab wären die Spiele halt 1:1 und 2:2 ausgegangen. Wayne…?? Aber gut, lassen wir sie in dem Glauben betrogen worden zu sein. Größe in der Niederlage ist halt nicht wirklich eine italienische Erfindung.

Wir können uns unterdessen entspannt zurücklehnen und schauen, wer so alles die nächste Runde erreicht. Und wir können uns schon mal mindestens auf weitere zwei große Champions League Abende freuen. Wenn wir uns im Viertelfinale gegen wen auch immer durchsetzen ist alles drin, sogar der ganz große Wurf. Aber wenn wir mit erhobenen Haupt ausscheiden sollten war es trotzdem eine geile Europapokal-Saison für uns und ein Meilenstein in der Entwicklung unserer jungen Mannschaft. Wir sind zurück in Europas Elite! Und zwar nicht nur als Momentaufnahme, sondern vor allem auch mit Blick auf die Zukunft. Diese Mannschaft mit diesem Trainer ist noch längst nicht an ihrem Zenit angekommen. Ich kann meine Vorfreude auf die nächsten Wochen, Monate und Jahre nicht verhehlen.

Links zum Thema:

Zusammenfassung des Spiels bei Sky

TZ Interview mit Louis van Gaal nach dem Spiel

Stimmen zum Spiel bei eyeP.tv

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Pure Magie

Ein ganz großer Moment. Robben van der Muse Geküsst trifft mitten in unser Herz!

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