Qiumi.de Medienkritik – Thurn und Taxis in Weißrussland

Qiumi.de Medienkritik – Jetzt wird zurückgeschossen!

Duselbayern? FC Hollywood? Ekstatische Kommentatoren, wenn Bayern München mal nicht gewinnt? Die Mitglieder des Bayernboards von www.qiumi.de nehmen sich die Medien zur Brust, wenn sie Unsinn über unseren ruhmreichen FC Bayern München verbreiten, oder mal wieder einfach nur stupide sind. Jetzt wird zurückgeschossen!

Heute: Thurn und Taxis in Weißrussland von bayern.qiumi.de User 69

Als klar war wer da für den Bezahlsender kommentiert wetzten sicherlich viele Freunde des gepflegten Bloggens die Messer, sorry: die Tastaturen natürlich. Vom Blaublut aus Österreich wird man nie enttäuscht- wenn man das Richtige erwartet. Also erwarte ich -diszipliniert wie ich bin- wenig Reif und Fuss, dafür viel Frauke Ludowig.

Es geht los: Erst berichtet er vom Umzug des Gegners in ein großes Stadion „bei großen Spielen“. Damit ist man eingenordet: Fritz ist da, weil es groß wird- das halbleere Stadion stört des Kommentators eigene Logik nicht.
Aus dem harmlosen Verbalgeplänkel zwischen Sammer und Heynckes macht er schon vor Spielbeginn mal eben handfeste „Auseinandersetzungen“. Nun ja, als Ösi in Weissrußland ist Zurückhaltung eben schwierig…da gibt’s Scharmützel, so oder so….

Das alles gibt’s schon vor Spielbeginn, TuT´s Nachspielzeit ist mal wieder vorverlegt. In Minute 2 das erste „uiiiii“ – er lässt eben nichts aus, der alte Fritz. Und dann lauert man eben schon in wenig freudiger Erwartung auf das erste „fandassstisch“- es wird nicht kommen, nicht die einzige Enttäuschung des Abends. Hat der Linzer seinen Spickzettel mit all den erprobten Floskeln aus gefühlten 74 Jahren TV- Präsenz im Hotel gelassen?

Nach 10 Minuten muss ich mir dank TuT vorstellen Gomez würde sich rückwirkend zur letzten Saison verletzen. Unser Problem wäre dann jetzt Petersen. TuT überfordert meine Fantajalousie gerade, ich gebs zu.

TuT geht heute freudvoll zum Bankett, wo es zwischen Sammer und Heynckes brenzlig wird, verkündet er. „Geh, jetzt, sofort“ ruf ich durch den Raum…obwohl es erst 20.57 Uhr ist…

21 Uhr, das wird ein langer Eintrag, aber TuT ist unerschöpflich in seinem TuN: Badstuber kommt ein bißchen zäh daher, meint er, so in der Aussendarstellung freilich. Der Medienberater himself sorgt sich um Holger, da kann nichts mehr schief gehen. Beruhigt lehne ich mich zurück und überlege wie ich in den nächsten anderthalb Stunden mit diesem unerschöpflichem Quell aus Adels Hausen umgehe. Ich gedenke den Bericht einem geeigneten Lektor zu übersenden, der dann kürzt was irgendwie kürzbar ist, ohne dass das Gesamtkunstwerk „Fritz von TuT“ zerstört wird. Wer kann geeignet sein? Dittmann? Nee, der ist zu lustig. Gloria vielleicht, die hat Verständnis für gestörte Adlige. Aber die schnackselt bestimmt gerade… Alles Mist, machts eben Steffen Simon: der hat schwer Ahnung von Fußball, liebt uns Bayern^^ – und der kann immer, sagen Kenner der WDR- Szenerie…

21.21: ich hielt mich zurück, TuT nicht. Aber jetzt überfordert er mich: er verortet vor den Fernsehgeräten „einige eingefleischte Bayernfans“. Nein, wirklich? Ich seh mich schon auf dem Balkon stehen und wie weiland Roger Waters hinausstöhnen „Is there anybody out there?“.

Wir erfahren jetzt dass Shaqiri TuT´s Favorit ist. Ich habe Angst um unseren Kraftwürfel. Aber zum Glück ist Fritz schon anderweitig im Stress: er schwadroniert darüber wie man den weissen Russen über deren Flanken beikommen kann. Und ne Frau könnte jetzt hier helfen- aaaaaja, ich bin fassungslos, Fritzchen macht aus allem was….

22.12 Uhr: mein Hund leidet, sorry „ich leide wie ein Hund“ sagt der Skymann. Hmm, ich auch- doppelt sogar. Hätt ich bloss auf das Tippen für Mingablog verzichtet und auf Stadionton geschaltet…bei schlechtem Bayernspiel ist TuT zuviel des Unguten. Kein Bild lässt der Mann unkommentiert, schrec klich. Keine Szene kommt ungeschoren davon. Zieht dem Mann den Monitorstecker- und labert er dann immer noch, dann zieht bitte die anderen auch noch, welche auch immer den Mann umgeben.

UUUUUUUIIIII- hoffentlich wird’s noch besser mit den Bayern, sonst gibt mir TuT den Rest. Minus mal Minus ist nicht immer Plus.

Und jetzt greift ein Flugtier noch Don Jupp an, sagt Don Fritz. Die Weissrussen lassen nichts aus, haben uns bestimmt die Stukas nachgebaut- fies und hinterhältig, armer Jupp. Kein gutes Pflaster für Deutsche.

MAN: Behaltet doch den Ösi da…meine schlechte Laune erträgt jetzt nicht noch mehr Thurn und Taxis. Nach 88 Minuten ist TuT Geschichte.

Aus- das Spiel ist aus. Wir haben verloren, die Welt steht dennoch noch, wenigstens bis zum 21.12. Tut auch gar nicht so weh, kann halt passieren.

TuT tut aber weh, ernsthaft…Der Mann raubt einem den letzten Nerv. Übelste und tendenziöse Dampflaberei, völlig frei vom Erkennen von Spielentwicklungen oder gar taktischen Finessen. Der Mann entwickelt null Genussempfinden am Spiel- er hangelt sich stattdessen selbstverliebt von Floskel zu Floskel, von einer Plattitüde zur nächsten sinnfreien Anekdote.

Friedrich Leonhard Ignatius Josef Maria Lamoral Balthasar- mich hast Du geschafft. Nicht zum ersten Mal, auch nicht zum letzten Mal, da schreit der Masochist in mir nach mehr.

Gute Nacht, allerseits. Jungs von Sky: Tut was, TuT (ihn) weg!

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la bestia negra FC Bayern München Fanartikel

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Qiumi.de Medienkritik – Der gekünstelte Kai Dittmann

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Heute: Der gekünstelte Kai Dittmann von bayern.qiumi.de User Ricardo

Kommentator Gekünstelt

Ich bin kein Fan solcher Wortschöpfungen, wie es das Wort „gekünstelt“ ist, gerade weil das Wort genau das ist, was es ausdrückt; gekünstelt.
Allerdings passt es hier sehr gut, weshalb ich eine Ausnahme mache. Kein Wort kann präziser ausdrücken, wie ich Sky-Kommentator Kai Dittmann emfpfinde.
Bevor er vor ein paar Jahren begann, häufiger beim Bezahlsender in Erscheinung zu treten, nahm ich an, sein Kollege Fritz von Thurn und Taxis sei an Dilettantismus nicht zu überbieten.
Doch weit gefehlt. Der gute Fritz bietet durch seine ernst gemeinten Einlagen à la „Huuui“ wenigstens noch Unterhaltungswert.
Der geht Dittmann komplett ab. Kein Wunder also, dass Googles Auto-Vervollständigung bei der Eingabe von „Kai Dittmann“ als dritten Vorschlag sofort „Kai Dittmann nervt“ anbietet.
Weil das aus meiner Sicht genau der Wahrheit entspricht, habe ich die Gelegenheit genutzt und seine auffälligsten Aussagen vom Spiel Werder Bremen gegen Bayern München dokumentiert.

Mit seiner hellen, beinahe flötenden Stimme und seinem Dauergrinsen vermittelt er den Eindruck der wandelnden Fröhlichkeit, welche bewusst aufgesetzt wirkt.
Man spürt sein Verlangen, sich dem Publikum anzubiedern, ihm zu gefallen, was jedoch genau ins Gegenteil umschlägt.
Es ist auffällig, dass Dittmann sofort ausspricht, was er denkt, nur um die Welt an seinen Gedankengängen teilhaben zu lassen.
So verwechselt er in der 20. Minute Toni Kroos mit Bastian Schweinsteiger und meint daraufhin, einer von beiden solle sich bald die Haare färben lassen, da er sonst nicht mehr in der Lage sei, beide zu unterscheiden. Ich weiß nicht, wie das von anderen gesehen wird, aber für mich ist das ein öffentliches Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit.
Im weiteren Spielverlauf sucht er immer wieder die direkte Ansprache an den Zuschauer. So sagt er Dinge wie „Ich gebe Ihnen recht, bei dieser Situation hätte ich auch anders entschieden als der Schiedsrichter.“ Woher weiß Dittmann eigentlich, was ich denke? Vielleicht war ich mit der Entscheidung einverstanden.

Möglicherweise sieht er viele Entscheidungen aber nur „anders“, weil er schlicht von den Regeln des Fußballspiels keine Ahnung hat. Als Thomas Müller nach einem Freistoß im Abseits steht und seine Chance deshalb abgepfiffen wird, will Dittmann sofort erkannt haben, dass der Pfiff ertönte, weil Müllers Kopf zu tief war. Selbst nach mehrmaligen Wiederholungen der Abseitsposition ließ er sich nur auf den Kompromiss ein, dass das Abseits auch irgendeine Rolle gespielt haben könnte, aber die zu niedrige Kopfhaltung Müllers ganz sicher der ausschlaggebende Grund war.

Während des Spiels wurde Sky-interne Werbung für die Suche nach einem weiblichen Kommentator gemacht, wie es in diesen Wochen üblich ist. Manch ein Kommentator geht gar nicht auf die Bauchbinde ein, andere verstehen es, die Aktion zu bewerben, nur Dittmann versucht wieder, gezwungen witzig zu wirken. Er betont, dass diese Aktion garantiert ernst gemeint ist. Abgesehen davon, dass das ein trauriger Fakt ist, frage ich mich, wie der Sky-Vorstand darüber denken muss, wenn sein Kommentator die Ernsthaftigkeit dieses Projekts explizit betonen muss. Positive Außendarstellung sieht anders aus.
Ein weiteres Mal, als Dittmann meinte, witzig zu sein, verwendete er die saloppe Formulierung „Rund umme Uhr, wie mein Nachbar sagen würde.“ Allerdings befürchtete er, dass das nicht von jedem verstanden wird (anscheinend hat er da schon Erfahrung?) und erklärt zur Sicherheit noch mal: „Vierundzwanzig Stunden am Tag, wenn ich Ihnen das mal übersetzen darf.“
Mit scherzhaften Bemerkungen ist es so: Sie funktionieren oder eben nicht. Muss man sie erklären, hätte man sie sich sparen sollen.
Zum Glück wird von Fußballkommentatoren nicht vorausgesetzt, ein Feingefühl für Sprache haben zu müssen.

Hat man sich je gefragt, warum so ein Mann wie Kai Dittmann überhaupt ins Stadion geht, lieferte er die Antwort am vergangenen Samstag gleich mit. So beschwerte er sich darüber, dass zwar beide Mannschaften wollen, dabei aber nur „herzlich wenig Spektakuläres und Unterhaltsames“ herauskomme.
Das bekannte Sommermärchen-Phänomen schlägt nun also auch bei den Profis der Medienbranche zu.

Vielleicht kann Dittmann es eher als Geschichtenerzähler probieren. Das ist nämlich eine seiner großen Passionen. Deshalb ist es für ihn eine wahre Freude, (vorbereitete) Geschichten zu erzählen, die er noch dazu im Voraus ankündigt.
So lautet ein Zitat aus dem vergangenen Spiel „Ich sage gleich noch was Lobendes zu den Bremer Außenverteidigern.“ Frecherweise wurde er davon vom Geschehen auf dem Platz abgehalten, wo sich eine Torchance anbahnte, weshalb er uns versichern musste, dass die Erzählung aber gleich ganz bestimmt und richtig wirklich noch kommen wird. Versprochen!
Auch später im Spiel kam ihm ein Eckball des FC Bayern in die Quere. Sein Blick fiel auf Felix Kroos, der sich hinter dem Bremer Tor aufwärmte und Dittmann sagte: „Da hinten ist Felix Kroos, da sage ich gleich noch was dazu.“
Wenn es so einer Extraankündigung bedarf, rechne ich natürlich mit einer außergewöhnlichen Sache, die mich vom Hocker haut!
Was kam? „Felix Kroos hat noch in keinem Pflichtspiel gegen seinen Bruder gespielt.“ … Ja toll … Ohne dieses Wissen wäre ich wirklich dumm gestorben.
Wenn man bedenkt, dass Kommentatoren von der Spontanität leben und Dittmann (aber nicht nur er) oft vom Gegenteil lebt, fragt man sich ernsthaft, was genau jemanden zum Fußballkommentator befähigt.

Viel kann es nicht sein. Nicht mal die Namen der Spieler muss man beherrschen, wie uns ein kleiner Ausflug zum MDR beweist.
Dort ist die Sendung „Sport im Osten“ für das MDR-Sendegebiet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen das, was die Sportschau für das Bundesgebiet ist.
In der Zusammenfassung der Traditionspartie Lok Leipzig gegen Carl Zeiss Jena taufte der zuständige Journalist die Spieler Wurster und Alemdar in Wurstler und Almedah (nicht zu verwechseln mit Algebra) um.

In der Hoffnung auf Besserung bedanke ich mich recht herzlich fürs Lesen!

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Rot wie Blut und weiß wie Schnee FC Bayern München Fanartikel

Qiumi.de Medienkritik – Erich Laaser und LIGA total

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Heute: Erich Laaser und LIGA total! von bayern.qiumi.de User Xsess

So Leute, heute gabs mal wieder ein schönes Beispiel wie man ein Bundesligaspiel mit völlig sinnfreien Kommentaren und Zuschauerfragen qualitativ runterziehen kann. So gesehen bei der Übertragung des „Nord-Süd-Super-Duper-Gipfels“ (ich liebe sie einfach, diese inflationär gebrauchten Derby/Gipfel/Rivalitäten-Übertreibungen) Bremen-Bayern auf Liga Total:

Zunächst versuchte man das Spiel mit etwas Interaktivität aufzupeppen, was an sich ja eine nette Idee ist. Jedoch, liebe Liga Total Redaktion, sollte man sich dann schon eine, zumindest ansatzweise geistreiche, Frage einfallen lassen. Ich kann mir bildlich die Redaktionssitzung vorstellen, in der sich 10 rauchende Köpfe 1 Stunde krampfhaft überlegten, welche Frage man denn für das Spitzenspiel Bremen-Bayern nehmen könnte. „Sind die neuen Auswärtstrikots der Bayern hässlich?“, mhhh zu plump, „haben Sie in letzter Zeit ein Wiesenhof-Hendl gegessen?“, nee, auch nicht, weil politisch zu aufgeladen, bis schließlich ein Redakteur die rettende Idee hatte: „18 Stammspieler! Macht der neue Konkurrenzkampf die Bayern so stark?“, Applaus, Fähnchen, ja, stark, so machen wir‘s! Tolle Idee Liga Total, aber genauso gut hättet ihr im „Fan Voting“ auch fragen können „25 Köche! Sorgen die neuen Mahlzeiten für einen besseren Body-Mass-Index?“ oder „8 Eckfahnen! Wird dadurch das Spielfeld breiter?“. Und wieso bitte genau 18 Stammspieler? Sollte sich Liga Total hier auf das kürzlich getätigte Interview von FCB News beziehen (http://www.youtube.com/watch?v=sXk9PmD1fl8), empfehle ich eine etwas genauere Recherche, denn hier redet Sammer von lediglich 15-16 Stammspielern. Das nächste Mal dann bitte etwas mehr Kreativität! Sonst lieber gar keine Frage.

Aber nun zum eigentlichen Geschehen. Als die Bremen-Fans den superoriginellen Evergreen „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“ anstimmten, konnte sich Erich Laaser irgendwie nicht so richtig anstecken lassen. Sein nüchterner Kommentar „Momentan siehts nicht so aus, als würde sich jemand was ausziehen. Aber wer weiß, das kann ja schnell gehen!“ Genau! Als erstes fängt dann sicher Philipp Lahm in Minute 30 an, sich seiner Klamotten zu entledigen, worauf sich auch Marko Arnautovic nicht mehr zurückhalten kann und sich Trikot und Hose in wilder Ekstase vom Körper reißt. Bis zur 90. Minute spielen dann 22 Flitzer auf dem Platz, was die verdutzten Bayern-Fans dazu verleitet „Zieht euch bitte wieder etwas an!“ zu gröhlen, da man die beiden Mannschaften partout nicht mehr auseinanderhalten kann.

Auch komplizierte fußballerische Zusammenhänge wurden von Laaser stets anschaulich und mit einer Menge Hintergrundwissen erklärt. „N bisschen langsamer geht‘s zur Zeit beim FC Bayern. Das hat aber wohl nichts damit zu tun, dass über Nacht dem Mannschaftsbus das Kennzeichen entwendet wurde.“ Ach echt?? Krass, dann wird mir natürlich einiges klar…

Als dann Ende der 1. Halbzeit für beide Mannschaften irgendwie nicht mehr so viel ging, stellte Laaser fest: „Die Fans von Werder merken, die Münchner brauchen jetzt Unterstützung!“ Danke Erich, wir auch, wir auch…

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München bis zum letzten Atemzug FC Bayern München Fanartikel

Fiasko dahoam – ein Emotionsrückblick

Zu diesem Zeitpunkt hatte man noch Hoffnung.

Bild: Markus Unger used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

1822 schrieb ein gewisser Franz Schubert seine Sinfonie in h-Moll, dieses klassische Stück ging als „Die Unvollendete“ in die Geschichte ein. 190 Jahre später hatte der FC Bayern die Möglichkeit erneut Geschichte zu schreiben, doch auch dieses Mal geht es höchstens als „die Unvollendete“ in die Historie ein – als unvollendete Saison in der Champions League wohlgemerkt. Es gibt noch weitere Parallelen, sofern man denn etwas großzügig interpretiert. Sowohl Schuberts Werk als auch die CL-Saison 11/12 des FC Bayern hören sich prinzipell gut an, beide fangen eher düster an und werden in ihrem Verlauf von einem stolzen Charakter geprägt. Doch unglücklicherweise fehlt beiden das „happy end“. Stattdessen steht man am Ende leicht irritiert im Raum, und fragt sich ob es das denn schon gewesen sein soll.

Zugegeben, ich bin kein großer Klassik-Fan, und die Beschreibung des Verlaufs entstammt in ihren Grundzügen aus Wikipedia. Ich habe jedoch lange nach einer passenden Einleitung gesucht, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Und was passt besser als der Vergleich zwischen einem nicht vollendeten Meisterwerk und einem… naja… nicht vollendeten Meisterwerk.
Ich will aber gar nicht großartig über das Spiel schreiben, ich gehe davon aus jeder hat es gesehen weshalb ich mir tiefgehende Analysen ersparen kann. Mir geht es viel mehr darum einen kleinen Einblick in meine Gefühlswelt zu offenbaren, wobei ich mir vorstellen kann das es anderen ähnlich ergangen ist.

Fangen wir am besten von vorne an. Vor einem Jahr hätte ich nie damit gerechnet das der FC Bayern in das Finale der Champions League 2011/2012 einzieht, noch dazu im eigenen Stadion. Zu unvorstellbar schien es. Erst die CL-Quali, durch den schlechteren Topf auch die Gefahr einer schweren Gruppe. Doch beides hatte man geschafft, aber bereits im ersten KO-Spiel wurde es wieder kritisch – Stichwort Basel. Danach steigerte sich die Mannschaft international von Spiel zu Spiel, und jedem schwirrte mehr und mehr die Aussage von Uli Hoeneß im Hinterkopf herum. Sollte es wahr werden? Das „Finale dahoam“? Wie wir alle wissen wurde es wahr, nachdem die Truppe im Halbfinale auch Real Madrid ausschalten konnte. Aber jetzt war nicht mehr das erreichen des Finales das Gesprächsthema, sondern eher das der FC Chelsea der Gegner ist. Fest mit einem Sieg rechnend verging die Zeit bis zum Finale recht rasant, die Spannung stieg und stieg, die Landeshauptstadt München fing an ob des Ereignisses zu vibrieren. Eigentlich überall wurde man mit Werbung zu diesem Spiel bombardiert, in den letzten Tagen vor dem Finale konnte man kaum noch aus dem Haus gehen ohne an das Spiel erinnert zu werden. Man hatte einfach dieses Gefühl das es eine einzige große rot-weiße Party werden würde, an diesem 19. Mai 2012. Sponsoren drückten per Werbefläche die Daumen, anderenorts wurde das „Champions Festival“ im Olympiapark angepriesen. Einfach alles deutete auf diesen einen Tag, auf diese wenigen Stunden am Abend hin. Selbst Arbeitskollegen die sonst nicht allzu viel mit Fußball anfangen konnten wussten von dem Spiel und fragten ständig nach dem eigenen Empfinden. Ich hatte das Glück das alles jeden Tag direkt in München genießen zu können, weniger Glück hatte ich (und viele viele andere) jedoch beim Thema Kartenvergabe. Schon vorher war klar das die Preise auf dem Schwarzmarkt explodieren werden, was sie dann auch taten. Daher stand recht früh fest das ich, wie viele meiner Kurvenkollegen, das Finale wohl leider nicht live im Stadion verfolgen kann.
Zum Glück gibt es jedoch ein kleines aber feines Forum namens Qiumi – ich selbst bin dort seit vielen Jahren aktiv, viele der dort registrierten Bayernfans sind aktive Supporter, aber alle mindestens mit Herzblut dabei. Die User verstreuen sich über das gesamte Bundesgebiet, dennoch entschloss man sich ein gemeinsames „Public Viewing“ zu organisieren. Leichter gesagt als getan, schnell stand fest das die Anzahl der Teilnehmer eine gewisse Planung erfordert. Da sowohl das off. Public Viewing im Olympiastadion als auch auf der Theresienwiese ziemlich schnell ausverkauft waren musste also etwas anderes herhalten. Die Wahl fiel auf das Backstage-Gelände, und man hatte sogar das Glück noch einige Tische reservieren zu können. Lange Rede, kurzer Sinn, am Ende waren es mehr als 50 Leute aus ganz Deutschland die sich gemeinsam das Finale angesehen haben. Ich für meinen Teil fand alleine das einfach nur wunderbar, auch weil ich viele der Auswärtigen bereits kannte und mich auf ein Wiedersehen freute. Dies trug natürlich auch seinen Teil dazu bei das dieser Tag einfach kein Tag wie jeder andere wurde – unabhängig vom Spielausgang.

Den Finaltag im Detail zu beschreiben würde jeden Rahmen sprengen, und selbst dann nicht dem Gefühl im Ansatz gerecht werden das man hatte als man auf die illustre Runde blickte. Das Wetter war wie eigentlich alles einfach perfekt für diesen Tag, für diesen Abend. Jeder war guter Dinge, man trank das ein oder andere Bier, sang fröhlich und ausgelassen und man spürte die immense Vorfreude. Im Hinterkopf hatte wohl auch jeder schon irgendwie den Gedanken an die Nacht gerichtet, ich für meinen Teil tat dies auf jeden Fall. Alleine dir Vorstellung was bei einem Sieg des FC Bayern in München los gewesen wäre verleiht mir auch heute noch Gänsehaut.
Ich habe es selten erlebt das jeder vom Gewinn so überzeugt war, dieser unbändige Wille und das Glänzen in den Augen aller Anwesenden ist eines der Dinge an die ich mich sicherlich noch lange erinnern werde. Wohlgemerkt war das alles noch Stunden vom Anpfiff entfernt, die Zeit bis dahin wollte nicht so recht vergehen.
Die Anspannung stieg je näher der Anstoß rückte, man merkte das die Ausgelassenheit ein wenig dem kribbeln wich, dieser Art von kribbeln das es so wohl nur bei einem CL-Finale gibt – erst recht wenn es quasi vor der eigenen Haustüre stattfindet und der eigene Verein teilnehmen darf.
Als das Spiel endlich anfing konnte man schnell erkennen das die Hausherren den Ton angaben, im Regelfall nennt man sowas ein Spiel auf ein Tor. Entsprechend gut war die Stimmung, dieses Spiel konnte einfach nicht verloren werden. Man hatte Chance um Chance, jedes Mal bereit für den Torschrei, jedes Mal bereit für inbrünstigen Jubel. Aber irgendwie wollte einfach kein Tor fallen,  keine Ahnung ob es an fehlendem Zielwasser lag oder am teils übertriebenen Spieltrieb. Dennoch war man auch in der Halbzeit davon überzeugt den Henkelpott heute nach 11 Jahren endlich wieder nach München zu holen.
Die zweite Hälfte lief ähnlich zu der ersten, wieder waren wir am Drücker, wieder hatten wir die Chancen. Ribéry netzte sogar einmal ein, leider war es Abseits weshalb es nicht zählte. Doch diese Situation zeigte welche Stimmungsexplosion einen erwarten würde wenn am Ende der Sieger Bayern heißt, lauter Jubel überall, bis jeder realisierte das der Treffer nicht zählte dauerte es ein Weilchen. Weiter 0:0, bis zur 83. Minute. Ausgerechnet Müller, der Müller der vor zwei Jahren seine Chancen nicht nutzen konnte, trifft zum lang erwarteten und absolut verdienten 1:0. Sowohl die Stimmung im Stadion, als auch im Backstage kocht über. Lange Freudenschreie, Jubel ohne Grenzen, Tränen des Glücks bereits in den Augen. Einfach unbeschreiblich was in diesem Moment in einem vorgeht, pure Extase. 7 Minuten noch zu spielen, Bayern haushoch überlegen, was sollte da noch schiefgehen?

Doch dann wurde Müller ausgewechselt, und das Spiel änderte sich. Chelsea drückte, und kam durch den deren ersten Eckball in der 88. Minute zum Ausgleich. Schock… War das wirklich gerade passiert? Zählt der Treffer? Hat sich Drogba vllt. aufgestützt, irgendein anderes Foul? Nein, leider nicht. Fassungslosigkeit wenige Minuten nach dem ultimativen Jubel. Erste Gedanken schossen einem durch den Kopf, als Bayernfan ist man seit ’99 ein gebranntes Kind was späte Gegentore in einem CL-Finale angeht. Auf einen Schlag wich die Ausgelassenheit der Sorge, die Vorfreude dem Bangen.
Gegenseitige Zusprüche nach der regulären Spielzeit. „Das schaffen wir noch!“, „Wir packen das Jungs!“ und ähnliche Sprüche. Fast wäre es ja auch so gekommen, ein Elfmeter für uns in der Verlängerung, der Torschrei bleibt einem jedoch im Halse stecken. Verschossen… Im CL-Finale… Das kann doch nicht sein! Wieder eine 180°-Wendung der Gefühle in kurzer Zeit. Die Stimmung wird wieder nervöser, der spontante Glaube an einen Gott erwacht, Stoßgebete gen Himmel oder sonstwohin schwirren durch die Luft. Nichts mehr zu spüren von der Ausgelassenheit vor Spielbeginn.
Die Verlängerung geht zu Ende, es gibt mal wieder Elfmeterschießen. Diese Lotterie, bei der die Deutschen eigentlich immer das Quentchen Glück haben. Bayern geht in Führung, wieder großer Jubel als Neuer hält, der Glaube an den Titel ist zurück. Jetzt muss es doch klappen!

Doch es klappt nicht. Olic und ausgerechnet Schweinsteiger verschießen, während Drogba den entscheidenden Elfmeter versenkt. Sofort wird es still, keiner fiebert mehr mit, keiner schreit mehr. Aus, vorbei… Verschenkt… Ein elendiges Gefühl bahnt sich seinen Weg, man ist nur noch fassungslos.
Als ich mich das erste Mal umblicke nachdem ich selbst erst einmal nur noch allein sein wollte sehe ich die gleichen Gesichter wie das ganze Spiel über, aber der Ausdruck ist anders. Keine Freude, kein Glänzen in den Augen. Nur noch absolute Leere. Niemand wütet, es hat keiner mehr die Kraft. Eine emotionale Achterbahnfahrt gipfelt im Absturz. Die Leute sitzen regungslos da, oder stehen ebenso regungslos an den Tischen. Irgendwann fängt der erste an rumzulaufen, und versucht die anderen anwesenden Forumskollegen zu trösten. Wortlos. Mit der Zeit weicht die Ohnmacht, und immer mehr Leute wollen ihre Freunde trösten. Schulterklopfen, wenige Worte fallen.
Mir ist irgendwie nur noch übel, ich fühle mich ausgekotzt und orientierungslos. Am liebsten würde ich mich auf der Stelle eingraben, die Uhr zurückdrehen oder auch wahlweise einfach nur vergessen was gerade passiert ist.

Diejenigen die mit dem Auto gekommen sind machen sich relativ schnell auf den Rückweg. Aus der geplanten durchzechten Partynacht wird nichts. Unser „Mob“ löst sich Stück für Stück auf, auf diejenigen Kumpels die im Stadion waren warten wir nicht mehr. Wir wissen auch gar nicht ob sie überhaupt zurückkommen würden. Und selbst wenn, was würde das ändern?
Ein paar bleiben noch länger wie versteinert sitzen, während ich mich mit Marco verabschiede. Sein Zug fährst erst Sonntag früh, aber auf durchmachen hat niemand mehr Lust. Also ab in meine Wohnung, nur noch schlafen. Sofern möglich… Gedanken schießen durch den Kopf, was wäre wenn… Aber letztlich ist es ein Labyrinth ohne Ausgang, man verrennt sich in Gedanken, dreht sich im Kreis. Findet keine Lösung.

Der Sonntag, eigentlich für die Triumphfahrt geplant, ist ein Tag zum vergessen. Irgendwie habe ich ein paar Stunden geschlafen, aber ich fühle mich weiterhin einfach nur miserabel. Kein Bock auf schönes Wetter, die Vorhänge bleiben zu. Irgendwann fängt man an zu realisieren welche historische Chance man verpasst hat. Das Kopfkino kommt zurück, man stellt sich vor wie die Party in München wohl gewesen wäre wenn Bayern gewonnen hätte. Wie „episch“ es doch geworden wäre. So sitzt man nur wie betäubt vor dem Fernseher, und vermeidet jegliche Sendung zum Thema CL-Finale. Die Aufzeichnung habe ich selbst noch direkt nach meiner Rückkehr gelöscht, bloß keine Erinnerung.
Die folgenden Tage in der Arbeit sind nicht großartig anders. Zum Glück halten sich die Kollegen, die wissen das ich leidenschaftlicher Bayernfan bin, mit „Beileid“ oder irgendwelchen Witzen zurück. Ändert aber nichts daran das man nachwievor neben sich steht, weiterhin nicht wirklich wahrhaben will was am Samstag spät abends passiert ist.

Irgendwann höre ich mal einen Kollegen fragen wie man denn wegen so einem Spiel so emotional sein kann und sogar weint, ich glaube sogar das Wörtchen „dumm“ gehört zu haben. Die Frage ging zum Glück nicht an mich, und ich habe auch keinerlei Interesse mich einzumischen. Wie soll man so jemandem sowas auch erklären?
„Ist doch nur ein Spiel“, dieser Satz klingt wie Hohn für jeden Fan mit Herzblut. Egal wo. Es ist viel mehr als „nur ein Spiel“. Jeglicher Erklärungsversuch wieso das so ist ist überflüssig. Emotionale Verbundenheit ist allgemein nur schwer zu erklären. Es ist so wie es ist, wer es nicht selbst erlebt kann es nicht verstehen.

Jetzt, knapp eine Woche später, ist das vergebene Finale immer noch allgegenwärtig. Und das wird es auch bleiben. Ähnlich wie ’99 wird sich dieses Spiel einbrennen. Barcelona ’99 war für mich auch deutlich weniger schlimm, aus verschiedenen Gründen. Ich war damals noch jünger, bei weitem nicht so emotional und fanatisch wie heute. Und ich war damals alleine im Oly, hatte danach nur mit mir zu kämpfen. Dieses Mal erinnere ich mich auch noch an die leeren Gesichter, an die Tränen der Freunde mit denen ich gerne zusammen gefeiert hätte.
Und dennoch möchte ich diesen Tag nicht mehr missen. Ja, wir haben das Spiel verloren. Aber die gemeinsame Vorfreude, das gemeinsame Leiden, sind irgendwie auch Momente die diesen Tag so einzigartig gemacht haben. Alleine die wenigen Minuten zwischen Führung und Ausgleich waren so wahnsinnig geil… Das Wissen das man, wenn man einige bei einem Auswärtsspiel nächste Saison wiedersieht, diese Momente zusammen erlebt hat schweißt einen zusammen. Genau aus diesem Grund spüre ich sogar schon wieder eine gewisse Vorfreude auf eben diese Auswärtsspiele. Und natürlich auch auf die Heimspiele, aber die Auswärtsauftritte sind halt das i-Tüpfelchen.

Was bleibt ist die Hoffnung das die Mannschaft aus diesem Spiel lernt, die Kaltschnäuzigkeit wiederfindet die den FCB die vergangenen Jahre über so ausgezeichnet hat. ’99 und ’01 haben uns gelehrt niemals aufzugeben, diese Einstellung muss wieder zurückkehren an die Säbener Straße. Dann stellt sich auch die Frage nach dem nächsten CL-Finale nicht, nur die Frage nach dem „wann“. Klar wird ein Sieg in naher Zukunft die jetzige Niederlage nicht gutmachen, der Jubel in der Stadt wird vermutlich eine Stufe kleiner ausfallen. Aber wir werden auch diesen Titel richtig feiern, soviel steht fest. Am liebsten im Kreise der Leute mit denen ich auch die Niederlage vor einer Woche erleben durfte, damit ich dieses Glänzen in den Augen auch nach dem Spiel sehen kann, und nicht nur davor.

Jetzt heißt es erstmal die Zeit bis zur nächsten Saison damit zu verbringen seine Wunden zu lecken, wirklich Bock auf Fußball hat man eh erst einmal nicht. Die anstehende EM interessiert mich persönlich nur äußerst gering, Nationalmannschaften sind nicht so mein Ding. Aber spätestens ab Mitte August, wenn der Ball in der Bundesliga wieder rollt, muss man das Finale hinter sich gelassen haben und wieder daran glauben Titel zu holen. Der FC Bayern lässt sich nicht unterkriegen, wir kommen wieder. Jetzt erst recht!

FCBM Unbreakable since 1900 FC Bayern München Fanartikel

Kleiner Heißmacher

Das wird unsere Nacht, ihr Roten!

Bild: CPando used under CC License  /  Text: Marco Thielsch

Die Aufgabe heute Abend ist klar: Einen Rückstand von einem Tor in 90 Minuten aufholen. Manch ein Zauderer gibt mit weinerlicher Stimme zu bedenken, dass es ja ganz schwierig würde, wenn Basel ein Tor schießt. Die würden ja auch so unangenehm spielen, so kompakt, so konterstark. Und überhaupt, wenn das schief ginge heute Abend, wäre ja die ganze Saison gelaufen. Ich will davon nix hören. Ihr Pussys! Mit der Einstellung holst du gar nix, außer vielleicht den Fair Play Preis beim Käthe-Kollwitz-Cup.

Die Champions League ist keine Veranstaltung für Zweifler und Konjunktivjongleure. Wir gehen da heute Abend raus und hauen die weg! Brust raus, Bauch rein und Haltung annehmen Freunde! Die rote Horde nimmt sich, was ihr zusteht. Das ist unser Stadion, unser Spiel, unsere Nacht. Und jetzt geht da raus und zeigt unsere Farben, hisst unsere Fahnen und singt unsere Lieder! Zeigt ihnen was es heißt vom ruhmreichen FC Bayern München zu sein. AUF GEHT´S IHR ROTEN, KÄMPFEN UND SIEGEN!

Auf geht´s Bayern, kämpfen und siegen Hoodie FC Bayern München Fanartikel

Heute vor 5 Jahren: Roy Makaay und das 10 Sekunden Tor gegen Real Madrid

Das unvergessene Tor-Phantom Roy Makaay

Bild: probek (Flickr / Twitter / Blog) used under CC License  /  Text: Marco Thielsch

Der 07.03.2007, ein Tag, der in die rot-weiße Geschichte eingegangen ist. Das Champions League Achtelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid in München steht an. 3:2 hatten wir das Hinspiel in Madrid verloren, in einem Spiel, in dem sich ganz Madrid phasenweise zurück auf dem Fußball-Olymp gewähnt hatte, aus dem wir aber letztendlich mit einer brachialen Willensleistung mit einem guten Ergebnis für das Rückspiel hervorgingen. Ich sage nur van Bommel, die legendäre Faust, la bestia negra!

Real fuhr siegessicher zum Rückspiel nach München an diesem 07.03.2007. Doch jeder Rote spürte, heute liegt was in der Luft, man konnte die Spannung mit Händen greifen. Je näher der Anstoss rückte, desto größer wurde die Anspannung, jede Phaser im Körper war geil auf dieses Spiel. FC Bayern München gegen Real Madrid, die geilste Mannschaft der Welt gegen unfassbare Einzelspieler. KO-Runde. Alles kann passieren an so einem Abend. Also legst du dein Schicksal in die Hände des Fußballgottes, betest für deine Mannschaft und gibst dich ihr hin, dieser grenzenlosen Anspannung, diesem Wahnsinn. Und wenn der Anpfiff nach immer endloser werdenden letzten Minuten vor dem Spiel endlich ertönt, bist du schon fast nicht mehr bei Bewusstsein vor undefinierbar durch dich durch rasender Energie.

Eine unfassbare Stimmung liegt über dem Stadion, als der Schiedsrichter die Partie anpfeift, während du gerade den ersten und letzten klaren Gedanken des Tages hattest: Ein 1:0 würde ja schon reichen. Ein verdammtes, verficktes 1:0 würde schon reichen! Anstoss durch Real Madrid. Der Ball wird schlampig auf ihre linke Seite zu Roberto Carlos gespielt. Unsere Roten stürmen wie von der Tarantel gestochen in die Hälfte der Madrilenen, allen voran der wahnsinnige Brazzo, der Roberto Carlos sofort unter Druck setzt. Dieser weiß seine brasilianische Herkunft in diesem Moment erfolgreich zu verbergen, ihm verspringt ob des Schreckes eines Salihamidzic mit Schaum vor dem Mund die Kugel unglücklich. Brazzo lässt sich nicht zweimal bitten, nimmt ihm die Kugel ab, bricht auf der rechten Seite durch die spanischen Verteidigungslinien bis zum Strafraumeck durch, legt die Murmel quer auf den einzigartigen, unvergessenen Roy Makaay, der in gewohnter Manier kalt wie eine Hundeschnauze den Ball mit einer Berührung mit der Innenseite am verduzten Iker Cassilas vorbei links unten im langen Eck platziert.

10 Sekunden vom Anpfiff bis zum ersehnten Treffer. 10 Sekunden von zerberstender Anspannung bis zu einer Atombomben-Explosion im Stadion. Emotionen für die Ewigkeit. Sollte es stimmen, dass ein Mensch kurz vor seinem Tod nochmal die wichtigsten Stationen seines Lebens im Schnelldurchlauf vor dem geistigen Auge vorbeirasen sieht, so wird dieser Moment mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei jedem Roten, der das damals erleben durfte, mit dabei sein.

Am Ende gewann der ruhmreiche FC Bayern München mit 2:1 und hinterließ zerstörte Madrilenen, die wieder einmal an der schwarzen Bestie aus München scheiterten.

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Von Schein und Sein des FC Bayern München

…ich mach mir die Welt widdewiddde wie sie mir gefällt… (inoffizielles Vereinslied)

Bild: allthecolor used under CC License  /  Text: Marco Thielsch

Freunde, diejenigen von euch, die diesen Blog schon seit Jahren verfolgen wissen, mit welch klaren Worten ich bestimmte Entwicklungen im Verein seit je her angeprangert habe. Die unfassbare Jahreshauptversammlung 2007, die Spaltung des Vereins durch die Verpflichtung von Jürgen Klinsmann, die sportliche Hinrichtung des Michael Rensing, die sportliche Hinrichtung des Thomas Kraft, der selbstherrliche Umgang mit Louis van Gaal, die erneute Spaltung des Vereins durch die Verpflichtung von Manuel Neuer, der Umgang des Vereins mit den Protesten der Kurve, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Und immer habe ich vor den langfristigen Folgen all dieser Dinge gewarnt, habe auf die immer realitätsfremder werdende Sichtweise unserer Vereinsspitze hingewiesen. Und ich habe einen Punkt vorausgesagt, an dem all dies unseren hohen Herren um die Ohren fliegen wird.

Viele haben genau das nicht für möglich gehalten, zu sicher schienen die Herren Hoeneß, Rummenigge und Co. im Sattel zu sitzen. Zu blind wurde ihnen vom gemeinen Volk zugejubelt. Dass dieser Jubel aber zu großen Teilen auf puren Opportunismus beruhte, das haben weder die Vereinsbosse verstanden, denen er in unendlichem Maß zu Kopf stieg, noch haben es die Kritiker verstanden, die sich ein bißchen zu sehr in einem Kampf gegen Windmühlen wähnten. Opportunismus hat nunmal die Eigenschaft in dem Augenblick umzuschlagen, an dem es opportun erscheint dies zu tun. Das gilt für die Heerscharen der Erfolgsfans und Klatschaffen genauso wie für die gemeine Presse.

An diesem Punkt, an dem alles umschlägt, an dem die gravierenden Fehler unserer Vereinsspitze nicht mehr von sportlichem Erfolg, blindem Jubel und dem Rausch der Selbstbeweihräucherung verdeckt werden, an diesem Punkt sind wir nun angekommen.

Ich bin nicht so naiv, irgendwelche Köpfe an der Vereinsspitze rollen sehen zu wollen. Das wird nicht passieren. Und bei allem Ärger, bei dem man sich vielleicht im ersten Moment auch gewünscht hatte, der ein oder andere würde seinen Hut nehmen, bin ich gar nicht so sicher, ob ich das will. Aber eins will ich sicher, nämlich das was viele wollen, das was so plakativ mit „ich will meinen alten FC Bayern zurück“ umschrieben wird. Nicht im Sinne eines Nostalgikers, der mit verklärtem Blick die Vergangenheit überhöht und dabei die Gegenwart mißachtet. Sondern im Sinne eines Menschen, der die Ideale dieses Vereins so viele Jahre in Ehren gehalten, für sie gekämpft und sie in vielen Teilen zu seinen eigenen Idealen gemacht hat.

Das was diesen „alten FCB“ mal ausmachte, das ist das Werk der gleichen Leute, die noch heute an den Schalthebeln der Macht im Verein sitzen. Ich bin nicht der Überzeugung, dass das was mal so unendlich gut war, was mich selbst so unendlich inspirierte, ins komplette Gegenteil umschlagen und unendlich schlecht werden kann. Die Geschichte des FC Bayern der letzten Jahre ist nicht die Geschichte vom Paulus zum Saulus. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Vereinsführung zwar an jedem Tag das Beste für den FCB wollte und will, aber dass sie sich irgendwo zwischen dem Mammutprojekt neues Stadion, dem teuflisch gefährlichen Rausch des Sommermärchens und der daraus resultierenden Zielgruppenerweiterung, sowie im Rausch des Geldes und des Applaus selbst verloren haben. Ihre Denkweise und ihre Handlungsweise was Transfers betrifft, was Trainerverpflichtungen betrifft, was den Umgang mit Trainern betrifft, was den Krieg gegen die eigenen Fans betrifft, all das ist nicht die Krankheit, sondern sind die Symptome der Krankheit.

Die Krankheit ist am besten mit dem altmodischen Begriff Großmannssucht zu beschreiben. Natürlich leben wir rein finanziell nicht über unsere Verhältnisse, was dieser Begriff auch impliziert. Aber wo früher noch das Sein das alles entscheidende Kriterium unserer Vereinsführung war, da ist es heute vor allem der Schein. Das ist in allen Handlungen des Vereins maßgeblich. Und genau darin liegen die haarsträubenden Fehler der letzten Jahre begründet.

Was muss jetzt passieren? Alles beginnt in unserer Führungsetage! Dort muss dringend eine gesunde Selbstreflexion einkehren. Warum haben wir in den letzten zehn Jahren sage und schreibe sieben Trainer verschlissen? Wie konnte es zu diesem Bruch des Vereins mit der hiesigen Fanszene, mit gerade denen, denen der Verein am meisten am Herzen liegt kommen? Ist es sinnvoll, nach jeder titellosen Saison blindlinks Unsummen in die Mannschaft zu stecken nur um sich ein Jahr später auf die Schulter zu klopfen und sich zwei Jahre später zu wundern, warum man wieder am Ausgangspunkt angekommen ist? Darf das Erschließen neuer Zielgruppen zum Zweck der Umsatzmaximierung auf Kosten der Basis des Vereins und deren Wünsche und Nöte gehen? Warum schaffen es Vereine mit viel geringeren finanziellen Möglichkeiten das Maximum aus diesen herauszuholen und warum haben diese Vereine keinerlei Grund mehr, Spiele gegen uns von vornherein abzuschenken? Wieso haben die einen fußballerischen, taktischen und strukturellen Plan und wir nicht? Wieviel Potenzial verschenken wir dadurch?

Die Liste der Fragen, die sich die Vereinsspitze dringend selbst zu stellen hat, ist endlos. Spätestens im Sommer muss ein radikales Umdenken einkehren beim FCB und die verantwortlichen Leute müssen dringend hart mit sich selbst ins Gericht gehen. Und dann müssen endlich Weichen gestellt werden, nach denen wir fußballerisch und vor allem auch menschlich zusammen (!) in die Zukunft gehen können. Ansonsten werden wir fußballerisch noch mehr den Anschluss an die Moderne verlieren und werden menschlich eine zerrüttete Bayern-Familie sein. Die hohen Herren sind seit Jahren, aber leider immer noch in zunehmendem Maße, mit Eifer dabei mit dem Arsch einzureissen, was sie mühselig mit den Händen aufgebaut haben. Ich halte die aktuelle Situation für die allerletzte Chance zur Selbstreflexion für unsere Vereinsführung. Wenn sie jetzt nicht begreifen, wird ihr Denkmal irreperablen Schaden nehmen, der Schein ist dahin und das Sein bedarf vieler mühselige Jahre der Aufbauarbeit, in denen man fassungslos auf das Potenzial und die Möglichkeiten der heutigen Zeit zurückblicken und nicht verstehen können wird, wie und warum man diese Chancen verstreichen ließ.

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