Archiv der Kategorie: internationaler Fußball

Der Fußballgott sagt Servus

Bastian Schweinsteiger Fußballgott

Der Spieler geht. Das Vorbild bleibt. Text: Marco Thielsch

Blutjung, blondiert und etwas nervös sah Bastian Schweinsteiger aus, als er im Jahr 2004 von Teamchef Rudi Völler gegen Ungarn zur Halbzeit eingewechselt wurde und sein Debüt in der Nationalmannschaft gab.

Von Lothar Matthäus ausgecoacht, der damals die Ungarn trainierte, verlor man die Generalprobe für die EM 2004 mit 0:2. Das Niveau der DFB Elf war zu der Zeit gruselig, bei der folgenden Europameisterschaft verabschiedete man sich kläglich in der Vorrunde und die WM im eigenen Land stand vor der Tür. Gefühlt war man also mitten im Untergang des fußballerischen Abendlandes. 12 Jahre später ist das alles nur noch blasse Erinnerung und Deutschland spielt zweifellos mit den attraktivsten Fußball auf der Welt. Zentrale Figur dieser Entwicklung war auf dem Platz sicher unter anderem Bastian Schweinsteiger. Erst als Filou auf dem Flügel, der frischen Wind in eine verkrustete Truppe brachte. Dann als dauerkritisierter immer noch Flügelspieler, dem zurecht die Schnelligkeit für diese Position, aber zu unrecht die Ernsthaftigkeit seines Lebensstils als Profi abgesprochen wurde.

Wer weiß was in den Geschichtsbücher heute geschrieben stünde, wenn Louis van Gaal unseren Fußballgott nicht bei unseren Bayern in die Mittelfeldzentrale beordert und damit endlich dessen Stärken voll zur Entfaltung gebracht hätte. Als zentrale Figur im Spiel der Bayern und der Nationalmannschaft kamen nicht nur seine fußballerischen Fähigkeiten voll zur Geltung, auch wegen seiner in der Zwischenzeit erworbenen natürlichen Autorität war er dort viel besser aufgehoben, wo er das Spiel denken und lenken konnte.

Es folgten Jahre des ständigen haarscharfen Scheiterns vor den ganz großen Silbertöpfen. Im Verein, sowie auch beim DFB. Aus Schweini wurde zwar Schweinsteiger und die Ernsthaftigkeit wurde ihm nicht mehr abgesprochen. Aber als Gesicht seiner Mannschaften wurden nicht errungene internationale Erfolge vor allem auch an ihm festgemacht. Er war angeblich ein Chefchen und ob er jemals den letzten Schritt machen würde wurde stark bezweifelt. Manch scheinbar flache Hierarchie von damals hat sich in der Retrospektive dann aber als ganz natürliche Entwicklungsstufe entpuppt. Nicht überraschend. Es wird schließlich niemand als Champions League Sieger und Weltmeister geboren.

Schweinsteiger als Kind

Träume können wahr werden. Foto: Tobi Schweinsteiger

Jeder gönnte ihm seine großen Erfolge in den letzten Jahren. Nicht nur wegen seiner fußballerischen Leistungen, sondern vor allem aufgrund seiner Persönlichkeit. Seine Entwicklung vom Schelm zum Boss ist die eine Sache und sicherlich auch außergewöhnlich. Seine Bereitschaft aufopferungsvoll für seine Mannschaft und die gemeinsamen Ziele zu kämpfen hat spätestens mit dem Cut im WM Finale 2014 eine visuelle Manifestierung für alle Zeiten gefunden. Doch was Bastian Schweinsteiger über all das hinaus ausmacht ist seine unglaubliche integrative Kraft und soziale Intelligenz. Es gab viele große Führungsspieler. Die meisten davon waren sich ihrem Status aber sehr bewusst und gefielen sich auch fürchterlich gut in der Rolle. Das war nie das Ding von Bastian Schweinsteiger. Ob er mit Mitspielern, Gegnern, Betreuern, Fans oder mit einem kleinen Kind sprach, er tat dies immer auf Augenhöhe und vermittelte dabei das Gefühl von absolutem Zusammenhalt.

Und so geht Basti als Vorbild. So ging er aus München weg. Und so verlässt er die Nationalmannschaft. Als Vorbild, welches uns allen völlig entgegen dem Zeitgeist gezeigt hat, dass man auch mit dem Gegenteil von Egoismus den obersten Olymp erreichen kann. Du musst weder abgehoben, noch ein Arschloch, noch ein abgedrehter Kanarienvogel sein. Wenn du kannst sei einfach wie Bastian Schweinsteiger.

Wir verbeugen uns Basti!

Keep it 1900

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Ih, Realität… Pfui, geh weg!

Festgenagelte Realität

Bild: autopoiet used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

Die Realität hat eine dumme Angewohnheit: sofern man nicht unter ständigem Drogeneinfluss steht wird man sie früher oder später immer wieder kennen lernen. Kann manchmal echt nervig sein. Vor allem wenn diese Realität schneller „Hallo“ sagt als einem selbst lieb ist. Man würde ihr am liebsten mit voller Wucht die Türe vor die Nase knallen und schreien „Heute nicht, bitch!“. Dann stellt sich jedoch raus die dumme Sau hat ne Axt dabei und bahnt sich ihren Weg. Unaufhaltsam. Ohne eine Chance sie aufzuhalten.
Was lange als Beschreibung für unsere Siegesserie herhalten konnte ist nun eben wieder der Boden unter unseren Füßen. Muss man sich erst einmal wieder daran gewöhnen. Der Boden federt nicht mehr bei jedem Schritt nach sondern sorgt für einen Bandscheibenvorfall, die Sonnenstrahlen streicheln einem nicht mehr sanft das wallende Haupthaar sondern blasen dir wie ein Föhn auf Höchststufe jegliche Frisur nach Walhalla. Muss man nicht mögen. Man sollte jedoch wissen das sowas eigentlich der Normalzustand ist.

Und ich glaube das haben manche von uns vergessen. Wie es ist mal ein paar Spiele zu verlieren. Nicht jeden Gegner mit 5:0 nach Hause zu schicken, oder, noch besser, den Gastgeber 5:0 zu besiegen und dann fröhlich beschwingt in die eigenen vier Wände zurück zu fahren. Die letzten zwei Jahre waren ein permanenter Höhenflug. Ein Dauerhoch. Da kann sich schon einmal das Gefühl einstellen nichts und niemand kann einem was anhaben. Naja, und dann kommt eben diese blöde Realität zurück ins Spiel und erinnert einen daran das es nichts geschenkt gibt, und jegliche Form einer ständigen Schwankung unterliegt die sich in Gipfeln und Tälern äußert.
Weil aber nicht sein kann was nicht sein darf stellen wieder Holzköpfe alles in Frage was für dieses Dauerhoch einst gesorgt hatte. Natürlich immer unter der Prämisse das so ein „Absturz“ ja schon längst klar gewesen sein müsste, und man sich ja eh gewundert hat wie lange diese Phase angedauert hatte. Wäre ja viel besser gewesen wenn… Wenn was?!? Diese Flucht ins Konjunktiv wenn die Realität einem nicht mehr schmeckt hilft da auch nicht mehr.
Das perverseste an dem Ganzen: wir sind noch nicht einmal im Ansatz in einem Tal angekommen. Wir haben noch nicht einmal richtig mit dem Abstieg begonnen! Da möchte ich nicht wissen was einmal passieren sollte wenn wir nicht jedes Jahr mindestens ins Halbfinale der Champions League kommen, nicht im März Meister werden und nicht im Pokalfinale stehen. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Wir spielen nach der Triple-Saison die zweitbeste Bundesliga-Saison der Geschichte, ziehen zum dritten Mal in Folge ins Pokalfinale ein und standen zum vierten Mal in fünf Jahren im Halbfinale der Königsklasse. Und weil wir nicht auch dort den dritten Finaleinzug in Folge geschafft haben ist alles doof.
Mit solch einem schwarz/weiß-denken werde ich mich in meinem Leben nicht mehr anfreunden. Wie schnell man von „Superbayern superbayern, hey hey“ zu Pfiffen zur Halbzeit kommt. Erschließt sich mir nicht Freunde, ehrlich nicht. Wer keine Überraschungen mag soll halt russisches Roulette mit 6 Kugeln in der Trommel spielen. Sicherer Ausgang garantiert!

Ich hingegen nehme mir in solchen Momenten gerne die Zeit für einen Rückblick. Schön in Ruhe, vielleicht mit einem kühlen Bierchen in der Hand. Um überhaupt zu begreifen was für eine geile, kranke Tour diese letzten 24 Monate waren. Mir helfen dabei die in dieser Zeit aufgenommenen Bilder, sowohl die im Kopf als auch die digitalen. Dann stellt sich recht schnell ein warmes, wohliges Gefühl ein. Weil man, naja, weil zumindest ich, Dankbarkeit empfinde. Das ich diese geile, kranke Tour miterleben durfte. Das ich dabei meinen Verein begleiten durfte. Die Stationen dieser Tour, nur um ein paar zu nennen: Barcelona. London. Prag. Manchester. Marrakesch.

Unseren Spielern geht es doch letztlich nicht anders. Vor etwas mehr als 24 Monaten war all dies noch undenkbar. Und auf einmal steht man auf der höchsten Stufe. Quasi über Nacht. Du weißt gar nicht was passiert, wirst ständig mit Medaillen überhäuft und darfst ständig Pokale in die Höhe stemmen.
Vollkommen klar dabei ist: ob gewollt oder nicht, irgendwann bist du nicht mehr mit 100% dabei. Irgendwann denkst du es läuft von selbst. Und genau da fängt der Abstieg an. Weil sich dadurch Fehler einschleichen. Weil sich diese Fehler vervielfältigen. Du gehst nicht mehr mit 100% in jeden Zweikampf, der Kollege wird es schon richten – hat ja sonst auch funktioniert. Auf einmal merkst du Tore schießen sich nicht von selbst…
Nichts anderes ist die derzeitige Situation. Das Resultat aus einer gewissen Zufriedenheit, als Ergebnis einer historischen letzten Saison. Kann und sollte man verstehen wenn man Menschen als Menschen und nicht als Roboter sieht.

Und wenn man sich das einmal vergegenwärtigt ist der nächste logische Schritt: Stolz. Unbändiger Stolz. Darauf das die Mannschaft, mit einem neuen Trainer und neuer Spielidee, dennoch die Liga dominiert hat. Das die Mannschaft wieder in Berlin steht. Das die Mannschaft erst im Halbfinale der Champions League ausgeschieden ist. Klar durfte man davon träumen der erste Verein zu werden der es schafft den Henkelpott zu verteidigen. Aber das es bislang kein Verein geschafft hat sollte zeigen das dies ein sehr schwieriges Unterfangen ist.
Unsere Gegner aus dem Halbfinale streben seit über einem Jahrzehnt „la decima“ an. Die standen seit 2002 nicht mehr im Finale. Wir hingegen schafften es 2010, 2012 und 2013. Dankbarkeit. Stolz. DAS sind die zwei Worte die man damit verbinden sollte.

Ich hatte das Glück in den letzten fünf Jahren unzählige Champions League-Spiele live gesehen zu haben. Erst vor kurzem hatte ich das Privileg meine Mannschaft im Estadio Santiago Bernabéu unterstützen zu dürfen, und beim Anblick der Videos des Gästeblocks nach Spielende bekomme ich feuchte Augen.
Zur Königsklasse kommen ebenfalls einige Spiele des DFB-Pokals, nicht zu vergessen die Bundesliga. Ich habe in den letzten zwei Jahren Dinge erlebt von denen manch ein Fan sein Leben lang träumt. Dankbarkeit. Stolz. Auch hier die passenden zwei Worte.

Und als ob es nicht genug wäre das alles so erlebt zu haben hatte ich auch noch das Glück diese Momente mit besonderen Menschen teilen zu können. Weil ich, egal wo ich war, immer wieder die gleichen Gesichter gesehen habe. Weil sich dadurch das Gefühl einer „Familie“ einstellt, auch wenn man sich ggf. ausserhalb der Stadien nicht häufig sieht. Weil man dadurch realisiert das man das gleiche will: die Jungs auf dem Rasen sehen, anfeuern, unterstützen. Weil man dadurch realisiert das Urlaubstage und auch Geld irgendwo egal sind wenn man mit Freunden sonstwo sitzt und gemeinsam isst, trinkt, Spaß hat. Ohne die Erfolge der letzten 24 Monate weitaus weniger häufig realisierbar.
Gestern in Hamburg habe ich Leute getroffen die ich vergleichsweise lange nicht mehr gesehen hatte. Und ich hatte mich sehr darauf gefreut, weil auch hier gleich das Gefühl der „Familie“ wieder da war. Für all das passt nur ein Wort: Dankbarkeit.

Wenn ich mir all das durch den Kopf gehen lasse möchte ich meinen Titel etwas korrigieren: Realität, komm her du geile Sau!
Es bringt nichts in einer Traumwelt zu leben, und sich den Alltag dadurch zu zerstören in dem man versucht die Realität auszublenden. Indem man die Realität akzeptiert kann man die Höhen besser genießen, und die Tiefen (die sicherlich wieder kommen werden) ehrlicher betrauern.
Ich habe die Hoffnung viel mehr Menschen, Fans, wird das einmal bewusst. Das alles heißt nicht das man einfach nur alles hinnehmen muss, und sich nicht mehr kritisch äußern darf. Aber es heißt eben nicht Leute (Spieler, Trainer etc.) anhand des eigenen Wunschdenkens zu beurteilen, wenn die Wünsche völlig fern jeglicher Realität sind. Es heißt auch nicht das streben nach „Perfektionismus“ einzustellen, danach sich zu verbessern. Aber es heißt auch einmal mit dem zufrieden zu sein was man erreicht hat, wenn man alles versucht hat.

Ich bin froh das die Sommerpause vor der Tür steht. Ganz ehrlich. Nicht weil ich die Mannschaft nicht mehr sehen will, sondern weil sich diese Zeit anbietet zu reflektieren. Anschließend geht man frisch in die neue Saison, und lässt sich von dem überraschen was die Realität dann anbietet. Auch darauf kann man sich freuen. Darauf sollten sich alle freuen.

Ich geb mein Herz für dich

Reisebericht Marokko – und wieder ein Titel mehr

Und wieder ein Pokal mehr für die Vitrine.

Bild: ElRey_MUC used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

Das Finale ist inzwischen über eine Woche her, seit einigen Tagen bin ich auch wieder zurück in der heimischen Wohnung. Dennoch möchte ich euch einen kleinen Einblick in meine Reise geben, meine Eindrücke schildern. Vom Gewinn der WM in Marokko, die hier in Deutschland eher wenig Beachtung findet.
Der folgende Beitrag wird der längste den ich bislang geschrieben habe, je nach Lesegeschwindigkeit solltet ihr aber bis Silvester durch sein. Sorry dafür. 😉

Anfang August diesen Jahres begann meine Reise, naja, zumindest damit Hotel und Flug zu buchen. Über Bekannte hatte ich Tipps erhalten, in welchem Hotel sie sich einquartieren würden, wie sie fliegen… Allerdings hatten sie schon deutlich früher gebucht, die gleiche Reise wäre nun deutlich teurer gewesen, knapp über 1.000 Euro. Ich war schon kurz davor zu buchen, habe mich dann jedoch dazu entschieden nochmal weiter zu suchen.
Letztlich konnte ich doch noch günstiger reisen, sogar mit Direktflug von München nach Agadir und gleiche Route zurück. Gleiches Hotel wie die Bekannten. Einziger Unterschied: ich flog zwei Tage später hin, und zwei Tage später auch wieder zurück. Kosten für eine Woche All-inclusive im 4-Sterne-Hotel direkt am Strand in Agadir, mit Direktflügen von Condor: ca. 830 Euro.
Knackpunkt: der Hinflug erfolgte am 17.12., also am Spieltag des Halbfinals. Zeitlich ausreichend, allerdings ohne großen Puffer.

Knapp 2 Monate später dann die Ticketanfrage beim FC Bayern gestellt, das „Kombipaket“ aus Halbfinale und Finale. Mitte November kam die erwartbare Zusage, Kostenpunkt für beide Tickets gesamt: 91 Euro. Bedenkt man dass das Ticket für den gesamten Finaltag gültig war, also auch für das Spiel um Platz 3, konnte man sich so 3 Spiele für 91 Euro ansehen. Geht preislich durchaus in Ordnung finde ich.
Zwei Wochen vor Reisebeginn die letzte Hürde: den Chef auf Urlaub ansprechen. Der war bislang nicht geklärt, durch bisherige Erfahrungen war ich jedoch guter Dinge dass das klappt. Und das tat es auch, so das ich am 13.12. meinen letzten Arbeitstag hatte, und am Dienstag darauf nach Marokko fliegen konnte.
Letzte Einkäufe erledigen, Koffer packen – die Kleidungsauswahl fiel recht einfach aus. Die Temperaturen in Agadir lagen immerhin bei gut 20 Grad, also recht angenehm im Vergleich zum winterlichen München.

Dann endlich der Tag des Hinflugs. Der Flug mit 4 Stunden zeitlich absolut okay, immer schön an der südeuropäischen Küste entlang rüber nach Afrika. Die Landung problemlos, die Suche nach dem Terminalgebäude war da schon schwieriger. Nicht für die Piloten, aber für die Passagiere. Bei dem Blick aus dem Fenster sah man nichts was irgendwie nach Flughafen aussah. So klein hatte, zumindest ich mir, den Flughafen nicht vorgestellt. Immerhin ist Agadir durchaus ein Touristenziel.
Als der Flieger endlich parkte und man aussteigen durfte schlug einem erstmal die angenehme Wärme entgegen, willkommen im Urlaub. Der Weg zum Terminal dann zu Fuß, über die Parkfläche der Flugzeuge. Kurz nach uns landete ein zweiter Flieger, dieser parkte nah bei unserem. Durch dessen Wendemanöver wäre man fast in dessen Triebwerkstrahl hineingelaufen – wenn nicht noch ein Flughafenangestellter gemerkt hätte das die Wegwahl kritisch hätte werden können.
Für die Einreise musste ein Einreiseformular ausgefüllt werden, das wirklich nervige dabei: sowohl im Flugzeug als auch im Terminalgebäude gab es eigentlich keine Stifte um dieses Formular auszufüllen. Keine Ahnung warum, aber vermutlich Sparmaßnahmen, Sicherheitsvorkehrungen oder ähnlicher Mist.
Abgesehen davon stellte die Einreise keine Probleme dar. Noch schnell den Koffer geholt, Geld gewechselt (erfreulicher Weise ohne jegliche Gebühren direkt im Flughafengebäude), und mit dem Taxi zum Hotel. Die Taxis sind zu 95% alte Mercedes, und mit alt meine ich: die meisten davon würden hier mit H-Kennzeichen rumfahren. Allerdings deutlich weniger gepflegt. Angst musste man sicherlich keine haben, eher Galgenhumor.
Die Fahrt zum Hotel, ca. 25 Minuten lang, bot einen ersten Eindruck der dortigen Verkehrsregeln. Zebrastreifen, Fahrbahnmarkierungen etc. sind eher als grobe Orientierung zu sehen, und keinesfalls als Richtlinien. Eine 3-spurige Straße wird kurzerhand 4-spurig, mit Mofas teilweise sogar 5-spurig. Wer seinem Überholmanöver Nachdruck verleihen möchte hupt, das kann man auch in jeder anderen Situation einfach mal machen. Scheint geholfen zu haben. Ohne Unfall kam ich im Hotel an.
Checkin erstaunlich schnell, der Rezeptionist konnte recht gut deutsch, versuchte sich direkt an einem Fangesang. Das klappte nicht soooo gut. Egal, kurz ins Zimmer, umgezogen, und wieder raus. Direkt die Bekannten Gesichter getroffen, mit dem Hinweis ich könne noch schnell was essen bevor es um 15 Uhr zum Treffpunkt geht für das Spiel. Auf dem kurzen Weg schon gesehen das ein Großteil der Gäste wohl auch zum Fußball wollte. Sehr nett.

Um 15 Uhr als Treffen an der Strandpromende (wirklich sehr hübsch hergerichtet), und zu Fuß zum Abfahrtsort der Shuttle-Busse. Da wir deutlich als Bayern-Fans, und somit als Touristen, erkennbar waren dauerte es nicht allzu lange bis div. Händler ihre Waren anboten. War zu erwarten. Weniger zu erwarten: ständige „Bayern“-Rufe von allen Seiten, Daumen hoch, Ergebnisansagen etc… Selbst von einem Baugerüst riefen die Arbeiter runter. Zum jetzigen Zeitpunkt noch witzig und amüsant.
Nach einem kurzen Fußmarsch dann am provisorischen „Busbahnhof“ angekommen, um den Bus besteigen zu können musste man das erste Mal seine Eintrittskarte vorzeigen. Rein in den Bus, kurz auf die Abfahrt warten, und dann ging´s los. Immer weiter raus aus der Stadt. Mitten ins nichts. Und „nichts“ heißt hier wirklich: nichts.
Man sagt zwar auch die Allianz Arena steht irgendwo auf dem Mond, aber im Vergleich dazu steht die Arena mitten in der Stadt. Rund um das, sehr neue, Stadion in Agadir ist: Schotter. Beispiel gefällig?


So sah es aus. Rund um das Stadion. Es gab keinen Weg zum Stadion, man musste über Stock und Stein. Wenn man sich in München beschwert das es auf der Esplanade nichts gibt war das hier der Beweis das noch weniger durchaus möglich ist. Gut, hier und da ein Händler die unterschiedlichste Waren anboten, mehr aber auch nicht.
Erst kurz vor dem Stadion sah man dann das die direkte Stadionumgebung ebenso neu war. Asphaltierte Straßen und groß angelegte Parkplatzareale – die die Frage aufwarfen warum der Shuttlebus nicht dorthin fuhr. Die örtliche Polizei wollte wohl auch ihre Macht demonstrieren, und so konnte man unzählige Einsatzfahrzeuge auf den Parkplätzen sehen. Fein säuberlich aufgereiht, hier und da noch ein paar Wasserwerfer die sichtlich gut gepanzert waren.
Achja, Kioske oder Toiletten gibt es ausserhalb des Stadions nicht. Ab und an eine „Garage“, deren Sinn und Zweck sich mir nicht entschloss. Aber das war es dann auch.
Glücklicherweise durften wir zu unserem Eingang einmal um das Stadion herumlaufen. Auf dem Weg wurden wir unzählige Male nach unseren Tickets gefragt, auch das erschien eher sinnfrei oder als eigens ausgedachte Beschäftigungsmaßnahme der Ordnungskräfte – die sonst gelangweilt rumstanden.

Soweit ich das sehen konnte waren am Bau dieses Stadions auch Tiere beteiligt, zumindest konnte man Pfotenabdrücke im Beton rund um das Stadion sehen. Leider habe ich davon kein Foto gemacht, es wirkte aber sehr amüsant. Links das neue Stadion, sauber geleckt (bis auf den Wüstensand), und dann liefen da Hunde über die frisch betonierten Anlagen.

Wie dem auch sei, irgendwann erreichten wir den richtigen Eingang. Nochmal Karte vorzeigen, und dann die Körperkontrolle. Die war vergleichsweise deutlich, bei den Frauen wohl noch „präziser“ als bei den Männern.
Im Stadion dann erstmal Plätze suchen, und die Zeit zum Anst0ß totschlagen. Ich machte mich auf die Suche nach einem „Souvenirshop“, da ich es mir zur Angewohnheit gemacht habe von den internationalen Auswärtsspielen Schals zu kaufen. Die Suche war aber deutlich schwieriger als erwartet. Man muss sich vorstellen das die Stadien innen quasi „hohl“ sind, also ausser den Aufgängen zu den Blöcken und den Toiletten nichts zu bieten haben. Die „Kioske“ waren Areale mit Kühlschränken und Chipspaletten, die durch Absperrgitter abgegrenzt waren. Nach längerer Suche dann auch noch einen Stand der Fifa entdeckt, der offizielle Souvenirs zu recht günstigen Preisen vertickte. Allerdings keine Schals im Angebot. Leider. So holte ich mir ein T-Shirt und einen Pin, für zusammen ca. 12-13 Euro.
3 Flaschen Cola sowie 2 Tüten Chips kosteten zusammen 70 Dirham, also ca. 7 Euro. Über die Preise kann man nicht meckern.


Hier ein Bild vom Stadioninneren. Hübsch, modern. Aber mehr auch nicht. Kein großes Tam-tam, nichts besonders erwähnenswertes.
Zum Spiel gegen Evergrande werde ich nur das sagen: Pflichtsieg mit niedrigem Aufwand. Finaleinzug perfekt, alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.

Nach dem Spiel gleich mehrere Erkenntnisse:
1) es kühlt sehr schnell ab
2) es kühlt sehr stark ab
3) die diesmal in Stadionnähe stehenden Shuttlebusse (warum ging das vor dem Spiel nicht?) fahren nicht bis alle Busse voll sind

Meine Schlußfolgerung für das Finalspiel in Marrakesch: ich nehme meine dünne Kapuzenjacke mit. Denn nachts hat es wirklich nur noch ein paar Grad über null, und einige waren so naiv wie ich zu glauben ein T-Shirt würde reichen. Sollte jemand von euch mal nach Marokko fliegen, im Dezember: langärmlige Klamotten sind wirklich keine dumme Idee!

Irgendwann fuhren aber auch die Busse einmal los, im Konvoi zurück zum Ausgangspunkt nähe der Strandpromenade. Von dort aus mit den „Petit Taxi“ (vorzugsweise Peugeot 206, Zustand und Alter wie bei den Mercedes-Taxi) zum Hotel. Fahrpreis: knapp 20 Dirham, also verschmerzbare 2 Euro. Da war übrigens das Trinkgeld schon mit drin.

Die Hotelbar hatte noch geöffnet, also die Vorzüge eines All-inclusive-Urlaubs ausgenutzt. Die „Kellner“ wurden dazu angehalten Tablett nach Tablett mit Bier anzukarren, mit Trinkgeld als Überzeugungswerkzeug ging das recht gut. Hier und da ein Missverständnis bezüglich der gewünschten Menge, aber sonst sehr freundlich.

Die Tage bis zum Finale habe ich abwechselnd mit am Pool liegen, essen, lesen, schlafen oder am Strand entlanglaufen verbracht. Ich war an Ausflügen in die Stadt oder ähnlichem nicht interessiert, Möglichkeiten dazu hätte es jedoch gegeben. Hin und wieder hätte ich mir gewünscht Ohropax eingepackt zu haben, spätestens als mal wieder „Gangnam Style“ von den Animateuren lautstark unters Volk gebracht wurde. Das ist dann der Nachteil an einem Clubhotel. Ansonsten aber konnte man am Pool wirklich seine Ruhe haben, es war spürbar Nebensaison so das kein Gerangel um Sonnenliegen oder ähnliches stattfand.

Kommen wir zum Finaltag, bevor der Artikel hier noch Romanlänge annimmt. Bis zum Freitag hatte ich noch keine Ahnung wie ich am Samstag nach Marrakesch kommen sollte, dank der Verbindungen eines Freundes fand ich noch Platz in einem Mietwagen, also entging ich dem Linienbus.
Am Samstagmorgen also Treffpunkt in der Hotellobby, und die erste Info war das es einen Mitfahrer erwischt hatte. Scheißerei. Der üblen Sorte. Neben der Erkältung (mit der gegen Ende fast jeder zu kämpfen hatte) die zweite Möglichkeit sich seinen Urlaub zu versauen.
Also nur kurz zum anderen Hotel gefahren, Karte abgeholt, und dann zu dritt anstatt zu viert nach Marrakesch. Die Autobahn dahin ist sehr gut ausgebaut, durchgehend mit Tempolimit 120. Mehr hätte unser Auto wohl auch nicht geschafft, obwohl ein aktuelles Modell mit unter 70.000 km spürbar „zugeritten“. Das Schicksal eines Mietwagens.
Kurzer Zwischenstopp an einer „Raststätte“, das erste Treffen mit Fans des Gegners Raja Casablanca. Die ersten Gruppenfotos. Dann Weiterfahrt und das erreichen der Mautstelle. Der zweite Wunsch nach Ohropax kam mir in den Sinn. Hupkonzert, völlig am Rad drehende Marokkaner, auf den Türen sitzend Fahnen schwenkend, Fotos machend, singend… Ein irrer Eindruck. Nicht in Bildern festzuhalten, und auch Videos geben nur unzulänglich Eindruck davon wie heiß die Leute auf das Finale waren. Wobei „heiß“ eher nett gemeint ist, die waren einfach nur froh und glücklich ins Finale zu kommen.

Als wir in Marrakesch ankamen erstmal rein in die Stadt, über einen der dortigen Märkte schlendern. Der Parkplatz neben dem Markt war übrigens eine Mischung aus Taxisammelplatz, Werkstatt, Waschanlage, und Verpflegungsmöglichkeit.
Der Markt selbst wie man sich afrikanische Märkte eben so vorstellt. Lebensmittel neben SIM-Karten neben Kleidung neben Gewürzen neben Metzgern etc… Und mittendrin: stinkende Mofas. Die wuselten in den engen Gassen zwischen den Menschen durch, irre. Als Fußgänger hilft dabei nur eins: nicht hektisch werden. Einfach so laufen als wäre da nichts. Klappt erstaunlich gut. Sobald man versuchen sollte auszuweichen wirds kritisch, weil damit nämlich die Mofa-Fahrer nicht rechnen. Das als kleiner Survival-Tipp an alle Leser. 😉
Achso, Survival-Tipp 2: möchtet ihr nicht alle paar Meter angehalten werden versteckt eure Fanutensilien. Ansonsten wird man ständig angesprochen ob man nicht ein Foto machen könnte. Da halten sogar Mofas mitten im Verkehr, die Fahrer laufen zu euch hin und fragen nach Bildern. Am Anfang wirkt das noch sehr nett, sehr freundlich. Aber spätestens nach dem tausendsten Bild will man nicht mehr mitmachen. Aber es kommen trotzdem weitere Leute auf euch zu, und da „Nein“ zu sagen fällt wirklich schwer. Also immer gesagt „Quick quick, one photo“, und darauf gehofft das es wirklich schnell ging.

Anschließend die Suche nach einer Möglichkeit noch was zu essen. Dabei suchten wir etwas das zumindest auf den ersten Blick vertrauenswürdig aussah. Fündig wurden wir kurz ausserhalb von Marrakesch, auf der Hinfahrt dauerte die Fahrt vllt. 5 Minuten vom Stadion aus. Nach dem essen (Pizza für 22 Dirham, und geschmacklich mehr als erträglich) wollten wir den gleichen Weg zurück nehmen, da wären wir direkt am Stadion rausgekommen. Genau dieser Weg war jedoch zwischenzeitlich abgesperrt worden. Die gesamte Anfahrt wurde über eine Straße gelenkt, quer durch Marrakesch. Anfahrtszeit: knapp 2 Stunden.
Organisatorisch die reinste Vollkatastrophe. Mit der üblichen Fahrweise gepaart kommt einem das vor wie der Vorhof zur Hölle. Ja, in München muss man manchmal 2 Stunden im Parkhaus waren um raus zu kommen. Dabei geht es allerdings gesittet zu! Da steht man in einer Schlange, und kann grob abschätzen wie lange das dauert. Das geht hier nicht! Mofas die eben noch über Bürgersteige gefahren sind müssen sich wieder einordnen, weil ein Polizist mal versucht Ordnung reinzubringen. Jegliche Verkehrskontrolle durch die Ordnungskräfte sieht übrigens wie folgt aus: Trillerpfeife in den Mund, sich einen Wolf blasen, und dabei immer wieder winken. Das war es. Ab und an ein VIP-Konvoi, für den dann die Fahrbahn freigemacht wurde, aber sonst nur Chaos. Die Fahrt auf den Parkplatz war nicht anders. Die Leute wussten nicht einmal im Ansatz wo noch Plätze frei waren. Da wurde einfach fleißig weiter gewunken, immer weiter, bis man nicht mehr weiter konnte. Irgendein Ordner bemühte sich dann „Klärung“, am Ende standen wir quer auf einem Busparkplatz. Irgendwo. Versucht euch nicht zu merken WO ihr geparkt habt, merkt euch lieber wie ihr gelaufen seid um zum Stadion zu kommen.


A propos Stadion: das Stadion in Marrakesch ist ebenso neu wie das in Agadir. Hat sogar Drehkreuze. Das Problem dabei: die einheimische Bevölkerung kennt sowas nicht! Man kann es auf dem Bild oben nur schwer erkennen, es wurde aufgenommen nachdem ich es durch das Kreuz geschafft hatte. Man blickt also nach aussen.
Da drängen Menschenmassen in Richtung der Drehkreuze, ähnlich wie im Straßenverkehr drängt sofort jemand von der Seite rein sobald die Person der Meinung ist hier geht es nur etwas schneller vorwärts. Von hinten drängen die Massen nach, inzwischen war das Spiel um Platz 3 fast zu Ende, also wollten die Leute schnellstmöglich rein um bloß nicht das Finale zu verpassen.
Die marrokanische Lösung dafür: man stellt einen Ordner vor jedes Drehkreuz. Dieser Ordner bekommt dein Ticket in die Hand gedrückt, und zwar wirklich gedrückt. Warte nicht bis du an der Reihe bist, denn dann würdest du noch in 10 Tagen da stehen.
Wenn du dein Ticket erfolgreich losgeworden bist steckt es der Ordner in den Scanner, und schiebt dich anschließend persönlich durch das Drehkreuz. Dabei muss er aufpassen das sich nicht noch ein zweiter dazuquetscht, was sonst definitiv passiert wäre. Anschließend, wenn man es einmal durch das Kreuz geschafft hat, reicht einem der Ordner das entwertete Ticket durch das Kreuz hinterher.
Man kann sich vorstellen das dies weder schnell geht, noch in halbwegs geordneten Bahnen. Völlig abartig das Ganze, und so in Deutschland nicht im Ansatz vorstellbar.
Sollte Marokko versuchen sich durch die Klub-WM (die nächstes Jahr im übrigen wieder in Marokko stattfinden wird) für die Verbands-WM zu bewerben ist da ein deutlicher Nachholbedarf zu sehen.

Im Stadion konnte ich mir die letzten 4 Minuten vom Spiel um Platz 3 ansehen, sah also noch den Siegtreffer von Mineiro. Danach durchstreifte ich das Stadion ähnlich wie in Agadir, auf der Suche nach der Möglichkeit einen Finalschal zu kaufen. Ich sah ihn schon beim Halbfinale in Agadir, da hatte ihn schon jemand. Ich wusste nur nicht ob es ein Fake war, oder echt, wo der zu kaufen war etc.
Das Stadion in Marrakesch ist aber innen ähnlich „hohl“ wie in Agadir. Der Fifa-Stand war ausserhalb des Stadions, und selbst ein Ordner der ein paar Meter davon entfernt stand konnte mir nicht sagen ob es hier einen Stand gibt oder nicht. Leider wieder ohne Schal, und daher hoch in unseren Block. Nachdem es allen Zuschauern freigestellt war sich seinen Platz zu suchen waren also auch im Bayern-Block Raja-Fans, zwar deutlich in der Minderheit, aber dennoch mittendrin. Auch das unvorstellbar, einmal hier in Deutschland und sicherlich auch von der Fifa alles andere als gewollt. Auf den Tickets steht derweil noch ein Dank, das man sich doch bitte an seinen Platz setzen möchte. Hach ja, die Ironie…

Zum Spiel wieder nur ein kurzer Satz: nach der frühen 2:0-Führung wurden auch die durchaus lautstarken Raja-Fans deutlich leiser, das Spiel plätscherte nur noch vor sich hin. Am Ende etwas zu nachlässig, fast noch ein Gegentor kassiert. Insgesamt aber souverän, auch weil wir nicht annähernd an unser Limit gehen mussten.
Nach Spielende das gewohnte Bild: Siegeszeremonie, Spieler kommen mit Pokal zu den Fans, bisschen feiern, und das war´s. Den Spielern war der „Wert“ dieses Pokals anzusehen, lediglich Dante und Rafinha waren völlig aus dem Häuschen.
Größter Erfolg des Tages: das eigene Auto wurde erstaunlich schnell wieder gefunden. Hat aber auch nichts geholfen. Bis wir vom Parkplatz runter waren dauerte es über eine Stunde. Die noch anwesenden Ordnungskräfte haben vollends aufgegeben, Autos fuhren kreuz und quer über Gehwege, nur um ein paar Meter schneller voran zu kommen.


Teilweise wurden sogar die Gullideckel als Rampen umfunktioniert, um auf die Gehsteige fahren zu können. Zwischendrin standen immer mal wieder Fahrzeuge deren Fahrer noch nicht zurück waren, also musste man zu allem Übel auch noch den parkenden Autos ausweichen. Einfach nur völlig krank.
Es gab auch Jugendliche die zwischen den Autos langliefen und, so meine Interpretation, bettelten. Manche wollten zwanghaft Schals, Mützen oder ähnliches tauschen. Abgesehen davon das ich (zum Glück) meinen Südkurven-Schal im Hotel gelassen hatte, warum sollte ich einen Bayern-Schal gegen einen Raja-Schal eintauschen? Noch dazu weil man sicherlich nicht wissen konnte ob das ein Original war, oder nicht.
Immerhin gab es auf den Märkten auch Bayern-Trikots mit 5 Sternen zu kaufen, mit „E.V.“ auf dem Wappen etc… Qualitätsware also.

Gegen 23:30 Uhr konnten wir den Parkplatz immerhin endlich verlassen, und die Autobahn ist in kürzester Zeit zu erreichen.
Die Fahrt nach Agadir, über den Atlas mitten in der Nacht, war absolut ruhig. Hier und da warnen zwar Leute davor mit einem Mietwagen auf eigene Faust dort zu fahren, ich hatte jedoch in keinem Moment ein mulmiges Gefühl.
Sehr nett auch zu sehen das selbst die kleinsten Dörfer in den Bergen irgendwoher Strom haben. Zumindest konnte man immer wieder Lichter sehen.

Nach einer Pause und ein bisschen Irrfahrt in Agadir war ich gegen 3 Uhr morgens wieder im Hotel angekommen, die meisten Bekannten hatten ihre Rückreise am Sonntag morgen, so das am Sonntag mittag schon deutlich weniger Bayern-Fans im Hotelareal unterwegs waren.

Die letzten Tage verbrachte ich wie die vorherigen, gegen Weihnachten wurde es zwar wieder etwas voller, aber dennoch konnte man tagsüber in Ruhe am Pool liegen (von „Gangam Style“ vllt. mal abgesehen).
Am 24.12. trat ich dann endlich meinen Heimweg an. Mit dem Taxi raus zum Flughafen, der Taxifahrer konnte etwas deutsch sprechen, also beklagte er sich erst einmal darüber das wir Bayern den Pokal mitgenommen hätten. 🙂
Nett wie die Marokkaner nun einmal sind durfte ich als Bayern-Fan sogar noch einen kleinen Aufschlag für die Fahrt zum Flughafen zahlen. Anstatt 220 Dirham wollte der Fahrer mit einem Augenzwinkern 250 Dirham. Ich war sogar so nett ihm darüber hinaus etwas Trinkgeld zu geben. Mir ist bewusst das man günstiger zum Flughafen kommt, und das ich selbst die 250 Dirham nicht hätte zahlen müssen, aber in dem Moment war es mir ehrlich gesagt vollkommen wurst. Ob ich jetzt 20 Euro für die Fahrt zahle, oder 25 Euro… Mir sind die 5 Euro egal, für den Fahrer hingegen nicht. Also warum Terz machen…


Um auf den Anfang zurück zu kommen, auf die Dimension des Flughafens, noch ein Bild. Aufgenommen auf dem Weg vom Terminal zum Flugzeug, also innerhalb des Flughafens.
Gates sind dort im übrigens nichts weiter als Türen raus zum Parkareal der Flugzeuge. Und auch hier zeigte sich noch einmal die Organisationsschwierigkeit der Marokkaner. 3 Passagiere meines Flugs waren im Rollstuhl, also musste erst einmal Personal angekarrt werden das die Rollstuhlfahrer zum Flugzeug brachte etc… Scheint nicht sooooo einfach gewesen zu sein. Dauerte jedenfalls gute 15 Minuten. Vorher konnte das Boarding nicht beginnen, aber Zeit ist hier kein Faktor. Man muss auch nicht zwingend einen Slot für die Rollbahn erwischen, denn neben uns gab es gerade mal ein zweites Flugzeug auf dem Gelände – und das war erst gelandet.

Der Flug zurück war nicht im Ansatz ausgebucht, also konnte man sich hinsetzen wo man wollte. Dank starkem Rückenwind und stellenweise über 900 km/h Reisegeschwindigkeit dauerte der Flug nur 3,5 Stunden, so das wir vor der geplanten Ankunft in München landeten. Und ich war irgendwie froh darüber auch wieder zu Hause zu sein.

Dennoch möchte ich die Reise nicht missen, und auch wenn der Titel keine großen Emotionen ausgelöst hat wie es der CL-Gewinn tat, es war nett dabei gewesen zu sein. Miterlebt zu haben wie wir uns auch noch diesen Pokal geholt haben, und uns jetzt offiziell ein Jahr lang Weltmeister nennen können.
Solch ein Pokal rundete das fantastische Jahr perfekt ab. Nicht zu vergessen das der 17. Spieltag der Bundesliga in unserer Abwesenheit auch nicht gerade schlecht lief für uns.

Ich könnte noch deutlich mehr schreiben, aber ich denke der Artikel ist jetzt schon mehr als lang genug. Danke an alle die es bis zum Ende geschafft haben, danke an die die auch meine anderen Artikel gelesen haben und mich so dazu gebracht haben doch ein paar Artikel mehr zu schreiben.
Auch wenn das Jahr noch nicht ganz rum ist wünsche ich euch allen schon einmal einen guten Rutsch, auf dass das nächste Jahr ähnlich grandios wird wie 2013. Auf das der FC Bayern auch im nächsten Jahr für emotionale Höhepunkte sorgen wird.

Forza Minga

Hipp hipp hurra, der rot-weiße Bomber ist da!

Mario Gomez, unsere rot-weiße Atombombe.

Bild: americanistadechiapas used under CC License / Text: Marco Thielsch

Der geschätzte Kollege Danny, der auch schon mal einen Gastbeitrag hier auf dem Mingablog geschrieben hatte (im übrigen viel zu lange her Danny, schreib mal wieder was), hat sich heute mal die Mühe gemacht stichprobenartig die Torquoten der europäischen Top-Stürmer auszurechnen. Ich kann nicht anders, als den Anfangs doch recht zahlreichen Skeptikern von Mario Gomez diese Zahlen genüßlich zu kredenzen. Nur einer war im Kalenderjahr 2011 minimal besser als unsere bajuwarische Atombombe: Lionel Messi. Wenn man beide nebeneinander stellt und jeweils einen Ball hinwirft, sieht Mario natürlich im Vergleich zu jenem Messi aus wie ein kaputtes Bügelbrett beim Samba tanzen. Aber er ist kaum weniger wertvoll für seine Mannschaft. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.

Platz 1

Lionel Messi

47 Spiele, 4088 Minuten, 50 Tore (28 Liga, 12 CL, 1 UEFA Supercup, 3 Super Copa, 6 Copa del Rey) = 81,76 Minuten pro Tor

Platz 2

Mario Gomez

50 Spiele, 3318 Minuten, 40 Tore (29 Liga, 8 CL, 1 CL-Quali, 2 DFB-Pokal) = 82,95 Minuten pro Tor

Platz 3

Robin van Persie

40 Spiele, 3225 Minuten, 38 Tore (31 Liga, 4 CL, 1 CL-Quali, 1 League Cup, 1 FA Cup) = 84,86 Minuten pro Tor

Platz 4

Cristiano Ronaldo

44 Spiele, 3744 Minuten, 41 Tore (32 Liga, 5 CL, 1 Super Copa, 3 Copa del Rey) = 91,32 Minuten pro Tor

Ein paar Spielchen sind ja noch bis zum Ende des Kalenderjahres 2011. Vielleicht mach ich hier dann nochmal ein Update. Wenn Danny dann nochmal den spitzen Bleistift rausholt auf jeden Fall.

Hipp hipp Hurra, die rot-weißen Bomber sind da FC Bayern München Fanartikel

Europa, Baby!

Sternchen sehen mal anders

Bild: Europaflagge (gemeinfrei) / Text: Heiko Nieft

Wir schreiben den 28.09.2011, es ist mal wieder Champions League – und im TV sieht man den amtierenden Meister Borussia Dortmund in Marseille mit 0:3 zurückliegen. Also ausgerechnet jener Verein der in der vergangenen Saison quasi Gesamtdeutschland mit seiner jugendlichen und frechen Spielweise beglückt hat. Landauf, landab, ob Kenner oder Laie, man hörte immer wieder wie toll doch diese Dortmunder spielen. Ab und an durfte man sich auch anhören das da richtig was ranwächst, etwas das in den kommenden Jahren wieder und wieder oben mitspielen kann. Klang ja irgendwie auch alles ganz hübsch. Naja, und dann kam die Realität zurück, also der Erzfeind jeder Träumerei. Kaum macht man die Augen auf steht man in der Liga auf Platz 8 und hat in Europa nach zwei Spieltagen einen Punkt auf dem Konto. Theorie vs. Praxis: 0:1

Manch einer wird sich jetzt sicherlich fragen warum sich hier jemand mit Borussia Dortmund beschäftigt. Ich kann es euch erklären. Weil es sympomatisch ist. Alle paar Jahre kommt so ne Truppe hoch die den Fußball scheinbar revolutioniert, worüber sich auch meist alle sogenannten Experten einig sind. Das spornt dann auch meist irgendwelche Hobbyköche (Fans der Revoluzzer-Truppen) dazu an dem Chefkoch eines 5-Sterne-Restaurants (also uns) mal so richtig klug zu erklären wie man denn eine perfekte Suppe kocht (Wasser heiß machen, Tüte auf, Pulver rein, umrühren – et voilá… so in der Art halt).
Irgendwann kommt einem dann unweigerlich der Gedanke hoch „Die schick ich jetzt zu nem Kochwettbewerb für Profis…“, (die Champions League also), „den Spaß gönn´ ich mir.“. Da steht dann also auf einmal der Hobbykoch im Rampenlicht und soll seinen Worten taten folgen lassen. Und was macht er? Richtig! Wasser heiß, Tüte auf, Pulver rein, umrühren – et voilá! Verwirrt darüber dass das keinen so recht vom Hocker haut nimmt er dann zum abschmecken auch noch ne Kuchengabel – wenn schon denn schon.

Oder um es klar zu formulieren: warum kommen alle Jahre wieder irgendwelche Blitzmerker um die Ecke und meinen große Töne spucken zu müssen, nur weil sie jetzt mal wieder mit den gr0ßen Namen spielen dürfen? Warum denken diese Typen darüber hinaus auch noch sie könnten uns daher erklären wie der Hase läuft – und wohin er wohl die nächsten Jahre laufen wird? Denn es ist immer wieder das gleiche was am Ende dabei herauskommt. Nach wenigen Monaten der Folgesaison tritt die große Ernüchterung ein, alle Experten (also die die noch vor einem Jahr wussten das da was ranwächst) wussten das dann natürlich wieder vorher und orakeln sich nen Wolf, über die Ursachen, über die Auswirkungen auf zukünftige Spiele, über die Maßnahmen die ergriffen werden müssen etc. etc., und der jeweilige Verein rutscht wieder ab.
Um nun den Bogen zum Titel zu spannen: Europa, insbesondere die Champions League, ist kein Kindergeburtstag. Wer als „Neuling“ versucht so zu spielen wie es in der Vorsaison national gut funktioniert hat beißt sich die Zähne aus. Dortmund (um beim aktuellen Beispiel zu bleiben, das aber so gut wie auf jede Mannschaft übertragbar ist) versucht weiterhin den Kombinationsfußball zu spielen der sie letztes Jahr ausgezeichnet hat, aber das geht im Moment grandios schief. In Europa gibt es nur sehr sehr wenige Mannschaften die sich diesen Luxus leisten können – Dortmund (und teils auch Bayern, das nur am Rande) gehört nicht dazu. Da geht es um kämpfen, um Einsatz, und letztendlich um Effektivität. Es bringt nichts mehr wenn man schön spielt, weil man in Europa keine insgesamt 34 Spiele hat um ein verpatztes Spiel ausbessern zu können.

Bayern spielt seit Jahren quasi durchgehend in der Königsklasse, mal mehr mal weniger erfolgreich. Die erfolgreichsten Jahre waren eigentlich immer die bei denen wir keinen großen Zirkus veranstaltet haben, sondern die Gegner niedergekämpft haben. Die glamourösen CL-Spiele kann man dabei an einer Hand abzählen. Natürlich gab es großartige Spiele, aber nicht selten waren sie deshalb großartig weil es einfach spannend war und man den Sieg vllt. erst in letzter Sekunde eingetütet hat. Und nicht weil wir versucht haben den Gegner herzuspielen.

Das alles soll nun bitte nicht so klingen als würde ich die nationalen Erfolge der „Hobbyköche“ kleinreden, sicherlich nicht. Nur: national ist halt nicht Europa. Die Königsklasse heißt nicht Königsklasse weil dort jeder „einmal in 20 Jahren“-Meister groß aufspielen kann. Nicht umsonst sind die Vereine die Jahr für Jahr in Europa oben mitspielen meist auch die Vereine die in ihrer Liga Jahr für Jahr oben dabei sind.
Ab und an wäre demnach in meinen Augen etwas mehr Respekt angebracht. Natürlich wird es auch zukünftig immer wieder die „Dusel-Bayern“ geben, über die so salopp gesprochen wird, als wäre das alles ja eigentlich gar kein so großes Problem – international oben mitzumischen. Nur hat das nichts mit Dusel zu tun, sondern mit dem Know-how. Wir wissen inzwischen was es bedeutet jedes Jahr in der CL zu stehen. Wir wissen was es bedeutet im Mittelteil einer langen Saison nur so hoch zu springen wie es erforderlich ist. Nicht weil wir satt sind, sondern weil wir mehr wollen. Und dieses „mehr“ nur erreichen können wenn die Kräfte eingeteilt werden, wenn man sich den Herausforderungen entsprechend aufstellt und dann Spiele eben auch mal „dreckig“ gewinnt. Das hat nichts mit Arroganz oder Überheblichkeit zu tun, sondern mit Erfahrung.
Selbstverständlich können sich auch weiterhin alle paar Jahre andere Vereine daran probieren, und uns versuchen etwas vorzumachen. Das konsequente scheitern von 99% der bisherigen „Wachablöser“ kommt aber nicht von ungefähr.

Europa ist eben kein 5:0 gegen einen Kreisligisten. Europa ist harter Kampf. Europa ist eben Europa, baby!

Euer Hass ist unser Stolz! FC Bayern München Fanartikel

So gehen die Türken, die Türken die gehen so…

Heimspiel in deutschen Wohnzimmern

Text: Marco Thielsch   Bild: patje_de used under CC License

In ganz Deutschland brennen die Wohnzimmer-Teppiche, wenn Deutschland an diesem Freitag Abend in Berlin in der EM-Quali auf die Türkei trifft. Bei mir ganz besonders, da meine Freundin ja Türkin ist. Da ist eine ordentliche Portion Hass drin, wie sich das in einer gesunden multikulturellen Beziehung gehört, wenn die Nationalmannschaften beider Länder fußballerisch die Klingen kreutzen. 😀

In jedem Fall ist es für Deutsche und Türken ein Feiertag, an dem die Stimmung vor allem, aber nicht nur, in Berlin bombastisch sein wird. Ein Feiertag, an dem die kleinen Rivalitäten in einem sportlichen und stimmungsvollem Weg hemmungslos ausgelebt werden können. An dem alle Medien alles Mögliche und Unmöglich auf Zeichen von Integration, oder eben nicht Integration absuchen werden. Nicht ohne am Ende der Nacht leicht verwundert zu verkünden, dass tatsächlich alles friedlich geblieben ist. Und natürlich ein Feiertag, an dem die Türken wie immer auf den Rängen und die Deutschen wie immer auf dem Platz gewinnen werden.

Es ist natürlich mehr als nur ein Fußballspiel, vor allem in den Zeiten dieser völlig fehlgeleiteten Scheindiskussionen um Integration seit Sarrazin. Alle werden ganz genau hinsehen. Darauf was rund um das Stadion passiert. Auf die türkischstämmigen Spieler in der Deutschen Nationalmannschaft und auf die in Deutschland aufgewachsenen Spieler in der Türkischen Nationalmannschaft. Es werden wieder viele sehr oberflächliche Diskussionen an der Realität vorbei geführt werden. Und die Realität wird sein: Das alles ist Deutschland. Eat this, Sarrazin! Wir feiern zusammen, während du noch deine Überfremdungsparas schiebst. Auch wenn der Wohnzimmer-Teppich ordentlich dabei brennt und die Rivalität mit Genuß ausgelebt wird. Jeder für sein Land und trotzdem voll integriert.

Dann macht es bumm! Und ja dann kracht´s. Und alles schreit: Der Müller macht´s!

Alles Müller oder was? Bild: Thomas Duchnicki :: used under CC License

Lang ist´s noch nicht her, da schlenderte klein Thomas mit einem leckeren Milchknilch auf der Faust durch Weilheim und träumte dabei von der ganz großen Fußballbühne. Ein wenig schlendernd sieht das immer noch aus, wenn Thomas Müller Ball und Gegnern seinen Willen aufzwingt. Mit dem Unterschied, dass ihn nun die ganze Welt kennt. Und dabei niemand weiß, wie man ihn stoppen kann. Thomas Müller, der Junge, der vor einem Jahr noch bei unseren Amateuren gebombt hat, ist Torschützenkönig der WM 2010 in Südafrika! Bester Nachwuchsspieler des Turniers dazu. Die absolute Krönung eines märchenhaften Jahres für diesen Goldjungen.

Wie sehr dieser Junge ein Goldjunge ist, haben wir Bayernfans letzte Saison sehr schnell gewusst. Die ihn bei den Amas gesehen haben, die haben es sogar noch früher – zumindest geahnt. Aber Thomas Müller hat das Talent, auf alles noch einen draufzusetzen und selbst die verrücktesten Erwartungen scheinbar im Vorbeigehen zu toppen. In den Profikader kommen? Kein Problem! Dort einschlagen wie eine Bombe? Nichts einfacher als das! Unumstrittener Stamnmspieler in einem Starensemble werden? Mit Leichtigkeit! Eine für so einen jungen Spieler nie dagewesene Konstanz an den Tag legen? Lachhaft! Kleine Rückschläge wegstecken? Mit links! Nationalspieler werden? Aber selbstverständlich! Auf Anhieb Stammspieler bei einer WM werden? Aber sowas von! Bester Nachwuchsspieler dieses Turniers werden? Wer denn sonst?! Den ganzen Stürmerstars die lange Nase zeigen und vor ihnen Torschützenkönig werden? Ehrensache! Nebenbei auch Topscorer werden? Phhhh! Bei all dem ein einfach erfrischender, frecher, aber bodenständiger Typ bleiben? Ach, da grüß ich doch gard mal meine Omas und meinen Opa während ich hier schreibe!

In Zeiten wie diesen erinnert man umso stolzer an seine Aussagen letzte Saison, in denen er dem FC Bayern München ewige Treue geschworen hat.

„Für mich gibt es nur ein Ziel: Ich will mich bei Bayern langfristig durchsetzen! Es gibt in Deutschland keinen Verein, der uns das Wasser reichen kann. Am liebsten will ich meine ganze Karriere hier spielen, immer bei Bayern bleiben. Ich identifiziere mich total mit dem Klub.“

Zitat aus dem TZ-Interwiew mit dem Titel: „Am liebsten für immer Bayern!“

Stolzer kann man als Roter gar nicht sein! Das ist unser Junge, der da in den letzten Monaten auszog die Welt zu erobern. Und trotzdem fängt die Müller-Show grad erst an, seine ganze Karriere liegt eigentlich erst noch vor ihm. In der es natürlich auch nicht immer so steil nach oben gehen wird wie jetzt, was schon nächste Saison sichtbar werden könnte, wird er schließlich wahrscheinlich wieder brutalst an seinen Großtaten gemessen. Das zweite Profijahr soll ja für einen Nachwuchsspieler noch viel brutaler sein als das erste, auch wenn das glaube ich nie empirisch belegt worden wäre. Nächste Saison werden erschwerte Bedingungen dazu kommen, wie eine durch die WM sehr kurze Vorbereitung, oder auch die Schwierigkeit das letzte wahnsinnige Jahr mit Bayern und die rasante Entwicklung in der Nationalmannschaft mental zu verarbeiten. Aber es würde mich nach allem was der Junge bisher fit gemacht hat nicht wundern, wenn er auch dies alles scheinbar mühelos aus den Knochen schüttelt und sich zu weiteren Großtaten aufmacht. Erwartungshaltung ist das nicht, weit davon entfernt, ich bin der erste der sich schützend vor ihn wirft, falls es wirklich nicht so gut laufen sollte. Aber überraschen könnte es mich nicht wirklich, wenn ich das gar nicht müsste.

© 2010 Traumtorschuetze

Gerd Müller T-Shirt FC Bayern München Fanartikel

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