Archiv der Kategorie: Fans

Ih, Realität… Pfui, geh weg!

Festgenagelte Realität

Bild: autopoiet used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

Die Realität hat eine dumme Angewohnheit: sofern man nicht unter ständigem Drogeneinfluss steht wird man sie früher oder später immer wieder kennen lernen. Kann manchmal echt nervig sein. Vor allem wenn diese Realität schneller „Hallo“ sagt als einem selbst lieb ist. Man würde ihr am liebsten mit voller Wucht die Türe vor die Nase knallen und schreien „Heute nicht, bitch!“. Dann stellt sich jedoch raus die dumme Sau hat ne Axt dabei und bahnt sich ihren Weg. Unaufhaltsam. Ohne eine Chance sie aufzuhalten.
Was lange als Beschreibung für unsere Siegesserie herhalten konnte ist nun eben wieder der Boden unter unseren Füßen. Muss man sich erst einmal wieder daran gewöhnen. Der Boden federt nicht mehr bei jedem Schritt nach sondern sorgt für einen Bandscheibenvorfall, die Sonnenstrahlen streicheln einem nicht mehr sanft das wallende Haupthaar sondern blasen dir wie ein Föhn auf Höchststufe jegliche Frisur nach Walhalla. Muss man nicht mögen. Man sollte jedoch wissen das sowas eigentlich der Normalzustand ist.

Und ich glaube das haben manche von uns vergessen. Wie es ist mal ein paar Spiele zu verlieren. Nicht jeden Gegner mit 5:0 nach Hause zu schicken, oder, noch besser, den Gastgeber 5:0 zu besiegen und dann fröhlich beschwingt in die eigenen vier Wände zurück zu fahren. Die letzten zwei Jahre waren ein permanenter Höhenflug. Ein Dauerhoch. Da kann sich schon einmal das Gefühl einstellen nichts und niemand kann einem was anhaben. Naja, und dann kommt eben diese blöde Realität zurück ins Spiel und erinnert einen daran das es nichts geschenkt gibt, und jegliche Form einer ständigen Schwankung unterliegt die sich in Gipfeln und Tälern äußert.
Weil aber nicht sein kann was nicht sein darf stellen wieder Holzköpfe alles in Frage was für dieses Dauerhoch einst gesorgt hatte. Natürlich immer unter der Prämisse das so ein „Absturz“ ja schon längst klar gewesen sein müsste, und man sich ja eh gewundert hat wie lange diese Phase angedauert hatte. Wäre ja viel besser gewesen wenn… Wenn was?!? Diese Flucht ins Konjunktiv wenn die Realität einem nicht mehr schmeckt hilft da auch nicht mehr.
Das perverseste an dem Ganzen: wir sind noch nicht einmal im Ansatz in einem Tal angekommen. Wir haben noch nicht einmal richtig mit dem Abstieg begonnen! Da möchte ich nicht wissen was einmal passieren sollte wenn wir nicht jedes Jahr mindestens ins Halbfinale der Champions League kommen, nicht im März Meister werden und nicht im Pokalfinale stehen. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Wir spielen nach der Triple-Saison die zweitbeste Bundesliga-Saison der Geschichte, ziehen zum dritten Mal in Folge ins Pokalfinale ein und standen zum vierten Mal in fünf Jahren im Halbfinale der Königsklasse. Und weil wir nicht auch dort den dritten Finaleinzug in Folge geschafft haben ist alles doof.
Mit solch einem schwarz/weiß-denken werde ich mich in meinem Leben nicht mehr anfreunden. Wie schnell man von „Superbayern superbayern, hey hey“ zu Pfiffen zur Halbzeit kommt. Erschließt sich mir nicht Freunde, ehrlich nicht. Wer keine Überraschungen mag soll halt russisches Roulette mit 6 Kugeln in der Trommel spielen. Sicherer Ausgang garantiert!

Ich hingegen nehme mir in solchen Momenten gerne die Zeit für einen Rückblick. Schön in Ruhe, vielleicht mit einem kühlen Bierchen in der Hand. Um überhaupt zu begreifen was für eine geile, kranke Tour diese letzten 24 Monate waren. Mir helfen dabei die in dieser Zeit aufgenommenen Bilder, sowohl die im Kopf als auch die digitalen. Dann stellt sich recht schnell ein warmes, wohliges Gefühl ein. Weil man, naja, weil zumindest ich, Dankbarkeit empfinde. Das ich diese geile, kranke Tour miterleben durfte. Das ich dabei meinen Verein begleiten durfte. Die Stationen dieser Tour, nur um ein paar zu nennen: Barcelona. London. Prag. Manchester. Marrakesch.

Unseren Spielern geht es doch letztlich nicht anders. Vor etwas mehr als 24 Monaten war all dies noch undenkbar. Und auf einmal steht man auf der höchsten Stufe. Quasi über Nacht. Du weißt gar nicht was passiert, wirst ständig mit Medaillen überhäuft und darfst ständig Pokale in die Höhe stemmen.
Vollkommen klar dabei ist: ob gewollt oder nicht, irgendwann bist du nicht mehr mit 100% dabei. Irgendwann denkst du es läuft von selbst. Und genau da fängt der Abstieg an. Weil sich dadurch Fehler einschleichen. Weil sich diese Fehler vervielfältigen. Du gehst nicht mehr mit 100% in jeden Zweikampf, der Kollege wird es schon richten – hat ja sonst auch funktioniert. Auf einmal merkst du Tore schießen sich nicht von selbst…
Nichts anderes ist die derzeitige Situation. Das Resultat aus einer gewissen Zufriedenheit, als Ergebnis einer historischen letzten Saison. Kann und sollte man verstehen wenn man Menschen als Menschen und nicht als Roboter sieht.

Und wenn man sich das einmal vergegenwärtigt ist der nächste logische Schritt: Stolz. Unbändiger Stolz. Darauf das die Mannschaft, mit einem neuen Trainer und neuer Spielidee, dennoch die Liga dominiert hat. Das die Mannschaft wieder in Berlin steht. Das die Mannschaft erst im Halbfinale der Champions League ausgeschieden ist. Klar durfte man davon träumen der erste Verein zu werden der es schafft den Henkelpott zu verteidigen. Aber das es bislang kein Verein geschafft hat sollte zeigen das dies ein sehr schwieriges Unterfangen ist.
Unsere Gegner aus dem Halbfinale streben seit über einem Jahrzehnt „la decima“ an. Die standen seit 2002 nicht mehr im Finale. Wir hingegen schafften es 2010, 2012 und 2013. Dankbarkeit. Stolz. DAS sind die zwei Worte die man damit verbinden sollte.

Ich hatte das Glück in den letzten fünf Jahren unzählige Champions League-Spiele live gesehen zu haben. Erst vor kurzem hatte ich das Privileg meine Mannschaft im Estadio Santiago Bernabéu unterstützen zu dürfen, und beim Anblick der Videos des Gästeblocks nach Spielende bekomme ich feuchte Augen.
Zur Königsklasse kommen ebenfalls einige Spiele des DFB-Pokals, nicht zu vergessen die Bundesliga. Ich habe in den letzten zwei Jahren Dinge erlebt von denen manch ein Fan sein Leben lang träumt. Dankbarkeit. Stolz. Auch hier die passenden zwei Worte.

Und als ob es nicht genug wäre das alles so erlebt zu haben hatte ich auch noch das Glück diese Momente mit besonderen Menschen teilen zu können. Weil ich, egal wo ich war, immer wieder die gleichen Gesichter gesehen habe. Weil sich dadurch das Gefühl einer „Familie“ einstellt, auch wenn man sich ggf. ausserhalb der Stadien nicht häufig sieht. Weil man dadurch realisiert das man das gleiche will: die Jungs auf dem Rasen sehen, anfeuern, unterstützen. Weil man dadurch realisiert das Urlaubstage und auch Geld irgendwo egal sind wenn man mit Freunden sonstwo sitzt und gemeinsam isst, trinkt, Spaß hat. Ohne die Erfolge der letzten 24 Monate weitaus weniger häufig realisierbar.
Gestern in Hamburg habe ich Leute getroffen die ich vergleichsweise lange nicht mehr gesehen hatte. Und ich hatte mich sehr darauf gefreut, weil auch hier gleich das Gefühl der „Familie“ wieder da war. Für all das passt nur ein Wort: Dankbarkeit.

Wenn ich mir all das durch den Kopf gehen lasse möchte ich meinen Titel etwas korrigieren: Realität, komm her du geile Sau!
Es bringt nichts in einer Traumwelt zu leben, und sich den Alltag dadurch zu zerstören in dem man versucht die Realität auszublenden. Indem man die Realität akzeptiert kann man die Höhen besser genießen, und die Tiefen (die sicherlich wieder kommen werden) ehrlicher betrauern.
Ich habe die Hoffnung viel mehr Menschen, Fans, wird das einmal bewusst. Das alles heißt nicht das man einfach nur alles hinnehmen muss, und sich nicht mehr kritisch äußern darf. Aber es heißt eben nicht Leute (Spieler, Trainer etc.) anhand des eigenen Wunschdenkens zu beurteilen, wenn die Wünsche völlig fern jeglicher Realität sind. Es heißt auch nicht das streben nach „Perfektionismus“ einzustellen, danach sich zu verbessern. Aber es heißt auch einmal mit dem zufrieden zu sein was man erreicht hat, wenn man alles versucht hat.

Ich bin froh das die Sommerpause vor der Tür steht. Ganz ehrlich. Nicht weil ich die Mannschaft nicht mehr sehen will, sondern weil sich diese Zeit anbietet zu reflektieren. Anschließend geht man frisch in die neue Saison, und lässt sich von dem überraschen was die Realität dann anbietet. Auch darauf kann man sich freuen. Darauf sollten sich alle freuen.

Ich geb mein Herz für dich

Mit allem was wir haben auf nach Lissabon

Titelbild lasst die Bestie raus

Text: Marco Thielsch

Servus ihr Roten!

„FC Bayern stürmt das Olimpico“ – So titelte der Kicker am 8.12.2009, nachdem unsere Männer nach Jahren internationaler Abstinenz von den ganz großen Fleischtöpfen im entscheidenden Vorrundenspiel um den Achtelfinaleinzug in der Champions League Juventus Turin im eigenen Stadion mit 4:1 besiegten. Wenn ich auf die letzten fünf Jahre zurück blicke, denke ich oft an dieses Spiel und ich kann mich in meine damalige Gefühlswelt sehr gut zurück versetzen. Es war noch nicht lange her, da führte uns der FC Barcelona am Nasenring durch das Stadion. Ein Spiel, welches sinnbildlich dafür stand, wie weit wir von der internationalen Spitze entfernt waren. Ich sehe unseren wackeren Kapitän Mark van Bommel noch heute flehend mit den Armen rudernd vor mir und es brach mir das Herz zu sehen, wie unsere Jungs zweifellos wollten, aber es einfach keine Möglichkeit gab irgendwie in auch nur einen richtigen Zweikampf zu kommen. Es war das chancenloseste Spiel des FCB, das ich jemals gesehen hatte. Als würden wir Fußball aus einem anderen Jahrhundert spielen. Und so war es ja auch mit einem schwäbischen Bäcker an der Seitenlinie, der außer pseudoesotherischen Zenober und „wenn er auf Klo geht, gehst du mit“ keine weiteren taktischen Finessen kannte. Und dann kam diese magische Dezembernacht in Turin. Aus heutiger Sicht die Geburtsstunde einer Jahrhundertmannschaft. Erstmals bezwangen wir wieder mal einen (damals) großen Gegner in einem entscheidenden Spiel. Und zwar mit einem taktischen Plan. Wie hatte man sich als Roter danach gesehnt!

4 1/2 Jahre und drei Champions League Endspiele später stehen wir kurz vor dem Erreichen des vierten Finals der Königsklasse in fünf Jahren. Aber wenn man den Fernseher anstellt, die Zeitung aufschlägt oder sich dem Wahnsinn der sozialen Netzwerke hingibt, sind viele die es mit unserem FCB halten vorsichtig gesagt unzufrieden. Und viele Medien und „Experten“ scheinen nach 1 1/2 Jahren ohne der Möglichkeit sportlicher Kritik geradezu ausgehungert endlich mal wieder den Dampfhammer rausholen zu können. Und so entstehen zig Diskussionen hier, unzählige Meinungen da, und überall hat man unter dem Strich das Gefühl, wir können nichts gewinnen, aber alles verlieren, wenn am Dienstag Real Madrid kommt.

Das ist ein Trugschluss. Das was wir uns in den letzten fünf Jahren aufgebaut haben, was diese Mannschaft geleistet hat, was sie uns an Willen und fantastischen Augenblicken beschert hat, das alles ist so viel größer als all die Zweifel, all die Diskussionen um personelle oder taktische Entscheidungen des Trainers und auch so viel größer als all diejenigen, die davon leben dem FCB Krisen anzudichten, oder neunmalkluge Ratschläge zu erteilen.

Wenn am Dienstag also Real Madrid zu uns kommt, haben wir alles zu gewinnen und nichts zu verlieren. So rum wird ein Schuh draus. Die wissen Gott sei Dank nicht, was hierzulande für sinnlose Diskussionen geführt werden. Die wissen nur, dass wir jederzeit in der Lage dazu sind über 90 Minuten im eigenen Stadion einen 0:1 Rückstand zu drehen. Sie wissen durch die Leistungen unserer Jungs in den letzten Jahren, wozu diese im Stande sind. Sie wissen um ihre Bilanz gegen uns. Dazu ihre Obsession für La Decima, die wenn es in dem Spiel knapp werden sollte auch ganz schnell in Lähmung umschlagen kann. Das entsetzte Gesicht Ronaldos in der Schlussphase in Dortmund und die Spielweise seiner Kollegen kann da denk ich durchaus als Beleg dienen.

Wir dagegen haben 1000 Gründe uns auf dieses erneute europäische Highlight zu freuen und wenige bis keine, uns übertriebene Sorgen zu machen. Was auch immer am Dienstag unter dem Strich steht, unsere Jungs sind und bleiben unsterblich. Was allerdings nicht bedeutet, dass wir dem Gegner auch nur einen Zentimeter Boden freiwillig überlassen werden. Ganz im Gegenteil, die Jungs werden alles reinwerfen und wir werden ihnen bis zum letzten Atemzug mit brennenden Herzen folgen. Es wird Europapokal pur werden mit dem Spannungsbogen kurz vor Herzinfarkt. Pack ma´s ihr Roten! MIT ALLEM WAS WIR HABEN AUF NACH LISSABON!

München ich geb mein Herz für dich

Wolke 7 aka. Goldene Generation 2.0

Wie im Himmel…

Bild: Skley used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

Seit gestern sind es also 20 Punkte Vorsprung auf den nächsten „Verfolger“. Da Leverkusen gegen Mainz verloren hat heißt dieser nun wieder Borussia Dortmund. Aber mal ernsthaft: wen interessiert das denn überhaupt noch?
Die anderen Vereine können anstellen was sie wollen, den Meistertitel haben wir eigentlich schon in der Tasche. Wenn selbst der Tabellenvierte innerhalb von knapp 30 Minuten fachmännisch zerlegt wird, und nur dank unserer reduzierten Leistung in der restlichen Spielzeit nicht völlig pulverisiert wurde.

Aber eigentlich wollte ich nicht über den Vorsprung schreiben, sondern über den Höhenflug ansich, über diese völlige innere Ruhe die daraus resultiert. Über das was wir alle aktuell als Zeitzeugen begleiten dürfen.
Ich bin weit davon entfernt von einer „Ära“ zu sprechen, denn dafür sind wir erst zu kurz dabei einen Rekord nach dem anderen einzustellen und die Liga (sowie teilweise auch Europa) zu dominieren.
Insbesondere auf europäischer Ebene sind wir noch nicht in der Lage jeden Gegner nach Belieben zu dominieren, das Spiel in London kann hier gerne als Referenz betrachtet werden.
Was wir aber national aufbieten, seit über einem Jahr, macht mich einfach nur sprachlos. Dachte man nach der letzten Saison noch das es so nicht weiter gehen könnte werden wir Woche für Woche eines Besseren belehrt. Es sind aber nicht nur die Ergebnisse die einen verblüffen, es ist unsere Spielweise, die Spielfreude. Wir sind fast immer in der Lage noch einen Gang hochzuschalten, sei es durch taktische Umstellungen im laufenden Spiel als durch Einwechslungen von der Bank. Ich kann mir schon vorstellen das es als Gegner derzeit keine Freude ist gegen uns zu spielen, und dabei dürfte es relativ egal sein ob das ein Heim- oder Auswärtsspiel ist.

Zu der positiven Entwicklung auf dem Spielfeld kommt noch die positive Entwicklung im Dialog Fans/Verein hinzu. Regelmäßig gibt es nun gute Nachrichten, und plötzlich scheint vieles möglich was lange Jahre als nicht machbar galt. Egal ob man damit mehrere Megafone meint, niedrigere Zäune zwischen 112/3 und den Nebenblöcken, oder neuerdings sogar eine komplette Stehplatzkurve im gesamten Unterrang der Südkurve.
Man braucht sich nur meinen Beitrag „Totengräber Sommermärchen“ ansehen, der ist knapp 1,5 Jahre alt und wirkt im Rückblick surreal. Genauso wie die jetzige Entwicklung damals völlig bekloppt gewirkt hätte. Wobei meine Grundhaltung wohl immer noch die gleiche ist, und ich die WM nach wie vor nicht zwingend als Grundstein für eine positive Entwicklung sehen würde.
Die positive Entwicklung jetzt resultiert aus mehreren kleinen Themen, einmal dem Verhalten der Fans selbst (ich erwähne nur zu gern das Supercup-Finale in Prag) als auch das Umdenken im Verein. Woher dieses umdenken stammt lass ich hier mal aussen vor.

National kann jeder Bayern-Fan mit einer völligen Ruhe in das jeweils nächste Spiel gehen. International schwankt man zwischen Sieg und Unentschieden, von einer Niederlage wird auch hier eher selten gesprochen. Dies ist das Resultat einer Entwicklung die ich wohl erst in ein paar Jahren vollständig verstanden haben werde. Ich erfreue mich an den positiven Berichterstattungen aus dem Ausland, an der Beachtung die dem FC Bayern inzwischen entgegen gebracht wird. Endlich sind wir auf einem Level angelangt das bislang den anderen Größen vorbehalten war, namentlich Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United…
Etwas von dem man jahrelang nur träumen konnte ist nun Realität, und die Zukunft schaut eher besser als schlechter aus. Die Arena ist abbezahlt (wobei man darüber streiten kann ob wir dies nun mit Hilfe der Allianz regeln mussten, oder die paar Jahre auch noch selbst hätten zahlen können), wir haben somit keine „ablenkenden“ Ausgaben mehr. Die Einnahmen der Arena fließen direkt in unseren Topf, das sollte uns in den nächsten Jahren weiterhin die Möglichkeit geben gute und sinnvolle Transfers zu tätigen, die Spieler entsprechend zu entlohnen, und dennoch mit einem positiven Ergebnis da zu stehen.

Es ist unbeschreiblich wie viel Spaß es derzeit macht ein Fan des FC Bayern zu sein. Welch ein Privileg es ist die Gegenwart erleben zu dürfen, im Stadion oder vor dem TV. Diese „Schwerelosigkeit“ mit der aktuell das Geschehen verfolgt werden kann, weil es scheinbar nichts gibt was die Laune trüben könnte. In 10 Jahren wird man auf diese Zeit zurück blicken, voller schöner Erinnerungen. Sollte ich einmal Enkelkinder haben, die hoffentlich ähnlich fußballbegeistert wären wie ich, es wäre diese Zeitspanne von der ich wieder und wieder erzählen würde. Wie wir die Liga dominierten, wie wir auch international glänzten.
Es wäre sicherlich vermessen zu sagen das meine allerletzten Gedanken noch einmal meine Erlebnisse mit dem FCB rekapitulieren würden, aber mit Sicherheit werde ich sie nie vergessen und sie gerne und oft in Erinnerung rufen wenn es vllt. einmal nicht mehr so gut läuft. Diese Zeit kann mir, kann uns, keiner mehr nehmen. Erst recht nicht die Leute die jetzt heulen wie langweilig die Liga wäre.
Die Liga ist nicht langweilig, der Fußball ist nicht tot. Ganz im Gegenteil. Er ist quicklebendig, und so schön wie nie zuvor.

Das wir dabei diejenigen sind die dafür Sorge tragen sollte uns nicht stören, sondern mit Stolz erfüllen. Auf das der FC Bayern niemals untergeht!

Triplesieger 2013

Kommentar zum Bloggertreffen mit Club Nr. 12 und Schickeria München

Die Südkurve München – aus dem Jahr 2005.

Bild: probek used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

Eines vorweg, dieser Beitrag wird kein „Protokoll“ des Treffens werden, sondern ein Kommentar mit meiner persönlichen Sichtweise.

Für alle die es noch nicht mitbekommen hatten, sowohl der Club Nr. 12 (der Einfachheit halber künftig nur noch C12 genannt) sowie die Schickeria München (künftig SM genannt) haben sich vor einiger Zeit vorgenommen richtig transparent und offen zu werden. Also nach außen hin „kommunikativer“ unterwegs zu sein. Beides nicht zuletzt sicherlich aus der Not heraus um der recht einseitigen medialen Berichterstattung entgegenzuwirken, und selbst „in den Angriff“ zu gehen und die eigene Sichtweise besser darzustellen.
Daraus resultierten inzwischen schon mehrere Gespräche, seitens der SM gab es nach dem Spiel gg. Nürnberg die Einladung zu einer Diskussionsrunde an alle Bayernfans. Gekommen sind damals 40-50 Personen, das mag im ersten Moment nicht viel erscheinen, ist aber dennoch beachtlich. Auch weil nicht nur ultra-nahe Fans dabei waren, sondern Leute aus allen möglichen Bereichen des Stadions.
Später gab es eine „Presserunde“ seitens des C12, um direkt mit Pressevertretern sprechen zu können sowie zu erklären warum es vorerst schwierig wird in der Allianz Arena Stimmung zu erzeugen, was dazu geführt hat usw. Auch dieses Gespräch kann man durchaus als erfolgreich betrachten. Nicht dabei waren bei diesem Treffen jedoch Blogger und Podcaster, dies wurde nun auf Wunsch der Blogger nachgeholt.

Das Treffen fand bereits am Sonntag Abend statt, und manch einer mag bereits auf anderen Blogs die Inhalte gelesen haben, aber wie gesagt geht es hier nicht um ein Protokoll. Themen gab es reichlich, insbesondere wurde über die anstehenden Tests bzgl. der freien Platzwahl in der Südkurve diskutiert, Sinn und Zweck jedoch war vielmehr dem C12 sowie der SM „auf den Zahn zu fühlen“.
Das klingt jedoch härter als es eigentlich ist, von meiner Warte aus meinen es sowohl C12 als eben auch die SM wirklich ernst damit offener nach außen zu kommunizieren. Insbesondere beim C12 scheitert es jedoch an der geringen Zahl der Helfer. Daher hier auch ein kleiner Aufruf an alle die helfen wollen, der C12 sucht händeringend Helfer in allen möglichen Bereichen. Natürlich wäre es dabei gut wenn der- oder diejenige eine gewisse Nähe zur Fanszene hat um auch ein bisschen „Hintergrundwissen“ zu haben, aber davon gehe ich einfach mal aus dass dies bei den Lesern hier vorhanden ist. 😉

Es ist deutlich zu spüren das der Wille da ist zukünftig besser zu informieren, und vor allem aufzuklären. Selbst ich, der jetzt nicht vollkommen außen vor ist, bin immer wieder von Erklärungen/Erzählungen überrascht die aufzeigen warum etwas so oder so geschehen ist. Wie soll es da erst Leuten gehen die deutlich weiter weg sind, und nicht einfach mal so im Stadion mit den Leuten sprechen können?!
Vieles ist eigentlich unglaublich, und erklärt auf einmal so vieles. So wird auch ersichtlich das es beim FC Bayern dringend eine Fanbetreuung braucht dir ihrem Namen auch gerecht wird. Die auch ein „Sprachrohr“ der Fans ist. Hierbei geht es mitnichten um „Machtübernahme“ oder Einfluss in sportliche Entscheidungen. Es geht schlicht und ergreifend darum etwas zu schaffen das in anderen Städten schon längst zum Alltag gehört: ein echter Dialog zwischen Verein und Fanszene. Natürlich sind die jetzigen kleinen Schritte ein positives Signal, das will ich garantiert nicht leugnen. Ich freue mich auf die kommenden beiden Heimspiele, insbesondere da ich in Prag vor Ort war und somit live miterlebt habe was doch noch bei uns möglich ist (und bei der Erinnerung daran immer noch Gänsehaut kriege). Aber die jetzigen Schritte sind eigentlich längst überfällig, man hätte vor Jahren damit starten müssen. Somit muss man jetzt erstmal mühsam den gegenseitigen Argwohn ablegen, und ein Vertrauen aufbauen. Alleine das braucht Zeit, und viel Kraft sowie Geduld. Nichts wird über Nacht besser.
Zudem sind noch viele Fragen offen. Wie es nach dem Versuch weitergeht. Wie es mit dem Aus- und erneuten Einlass geregelt wird. Ob es auch zukünftig 200 Karten für die Leute geben wird die keine Karte für 109-117 haben. All das ist nicht im geringsten klar. Das ganze Gebilde ist nach wie vor äußerst fragil. Ich kann nur inständig hoffen das man durch die beiden Spiele dem Verein zeigt das es sich lohnt mehr Gedanken an die Fans zu „verschwenden“. Und das es nötig ist bei über 230.000 Mitgliedern und mehreren tausend Fanclubs eine Fanbetreuung aufzubauen die mehr als nur eine handvoll Leute bietet.

Wenn Fanthemen weiterhin scheinbar „zwischendurch“ von Vorstand & Co. abgehandelt werden wird das dem Engagement der Fanszene nicht gerecht. Es wird unserem Verein nicht gerecht. Wir haben uns in den letzten Jahren überall professionalisiert, es wurden dutzendfach Leute eingestellt. Es gibt inzwischen ein Social Media-Team dem ich nur gratulieren kann zu der guten Arbeit. Es gibt mehrere hundert Mitarbeiter an der Säbener Straße. Nur die Fanbetreuung fristet ein Schattendasein. Das darf kein Dauerzustand bleiben wenn man ernsthaft daran interessiert ist den Fans die Hand zu reichen.
Auch das mag „drohender“ klingen als es letztlich gemeint ist, es soll nur aufzeigen das es noch viel grundlegendem Änderungswillen bedarf um die Situation nachhaltig zu verbessern.

Das Gespräch vom Sonntag wird sicherlich nicht das letzte seiner Art gewesen sein, ich hoffe darauf das solche Gespräche öfters stattfinden. Die SM wird regionale Treffen organisieren, um auch mit den Fans/Fangruppen zu sprechen die nicht zu einem Termin in München fahren können. Wenn solch ein Treffen bei euch in der Nähe stattfindet, meldet euch an, nehmt daran teil. Es geht nicht darum danach als größter Ultra-Fan rauszugehen, sondern darum auch innerhalb der gesamten Fanszene das gegenseitige Verständnis zu steigern. Wie im Verhältnis zwischen Fans und Verein gibt es auch innerhalb der Fanszene mehrere Missverständnisse. Hört euch an was die Jungs zu sagen haben, sie tun es genauso.
Wenn ihr aus München kommt geht zu den „offenen“ Abenden der Schickeria, am Freitag findet wieder einer statt. Ich für meinen Teil habe fest geplant dort hinzugehen.
Der C12 sucht wie bereits geschrieben Helfer in allen Bereichen. Wenn ihr Lust habt langfristig dabei zu helfen Aufklärung zu betreiben, die Kommunikation zu fördern, meldet euch beim C12. Wir können nur dann etwas erreichen wenn wir an einem Strang ziehen. Und damit meine ich die gesamte Fanszene, genauso wie das Zusammenspiel von Fans und Verein.

Ich habe das erste Mal seit langem das Gefühl das sich etwas positiv verändern kann. Sollte es uns allen dieses Mal nicht gelingen weiß ich beim besten Willen nicht mehr was noch helfen sollte. Daran möchte ich jedoch auch keinen Gedanken verschwenden. Gehen wir davon aus das der Verein der Fanszene wirklich die Hand entgegenstreckt, und gehen wir davon aus das die Fans mit dem Verein zusammenarbeiten (der Willen hierzu ist auf alle Fälle vorhanden, mehr als sich manch einer wohl vorstellen mag). Dann können wir auch davon ausgehen das etwas wie in Prag öfters möglich ist. Die Vorzeichen stimmen. Jetzt muss die Addition nur das richtige Ergebnis bringen.

Treue kann man nicht kaufen

Totengräber Sommermärchen

Der Letzte macht das Licht aus.

Bild: onnola used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

Es ist schon irgendwie merkwürdig… Wieder wird es Herbst, und wieder mehren sich die Fragen ob sich der ganze Scheiß eigentlich noch lohnt. Dieses immer* ins Stadion gehen, dieses auswärts fahren, dieses Leiden bei Niederlagen, diese Unterstützung für alte Werte deren Sinn allmählich komplett flöten geht. Wieder wird es Herbst, und wieder steht die nächste Jahreshauptversammlung vor der Tür. Und Jahr für Jahr stellt sich einem die Frage: wie oft bin ich noch dabei? Wie oft lasse ich mich noch verarschen, in die Eier treten, für dumm verkaufen und öffentlich vorführen? Wie oft habe ich noch diesen gottverdammten Glauben daran das irgendwann einmal Schluß ist und die Leute merken welche Scheiße sie seit Jahren anstellen. Diese absolut hirnrissige Idee…

Manch einer mag sich jetzt fragen was denn überhaupt passiert sei. Daher als Erklärung für diejenigen die es ggf. noch nicht mitbekommen haben.
Vergangenen Freitag flatterte mir, und allen weiteren Jahreskartenbesitzern in 112/113, ein Schreiben des FC Bayern zu in dem uns erklärt wurde dass das mit der Überbelegung der Südkurve jetzt nun wirklich nicht mehr ginge, und man daher gezwungenermaßen (der Verein will das ja eigentlich gar nicht, agiert selbstverständlich nur in vorauseilendem Gehorsam) den Zutritt zu den Blöcken 112/113 bei CL-Spielen zukünftig streng reglementieren müsste. Mit nem schicken Check-In-Schalter, Ein- und Auslasskarten und so nem Rotz… Ich gehe nicht zu sehr in die Details, denn darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen.
Auf jeden Fall zeigt dieser Schritt einmal mehr welchen fatalen Weg einige Vereine, und insbesondere der FC Bayern (einmal mehr Branchenprimus – darauf sollte man anstoßen), eingeschlagen haben. Das der FC Bayern dieses umstrittene Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ ohne murren unterschrieben hat, geschenkt. Wer etwas anderes erwartet hatte muss die letzten Jahre im Dornröschenschlaf verpasst haben.
Es geht mir vielmehr um die stetige Distanzierung zu den treuen Fans, zu den Leuten die seit Jahren die Stimmung in die Stadien bringen für die Deutschland inzwischen selbst auf der Insel (also dem Mutterland des Fußballs) beneidet wird. Es geht darum was sich in den vergangenen Jahren alles geändert hat.

Und somit kommen wir zum Sommermärchen, in meinen Augen das schlimmste Ereignis das der Fankultur passieren konnte. Seitdem ist Fußball gesellschaftsfähig, es ist „in“ mit Geschäftspartnern oder der gesamten Großfamilie zum Fußball zu gehen – wobei dann der Sport selbst eher die hässliche Nebenrolle abkriegt anstatt die grandiose Hauptrolle zu spielen – quasi Cindy aus Marzahn statt Angelina Jolie. Zu verlockend sind die Fanshops in den (Multifunktions)Arenen, zu beständig herrscht der Drang vor sich etwas zu essen zu kaufen, sich die Beine zu vertreten oder einfach nur vom Platz fliehen zu müssen weil gerade ein Regentropfen den Weg auf den Sitzplatz gefunden hat.
Seitdem die Vereine begriffen haben das diese Leute mehr Geld im Stadion lassen ist das die neue Zielgruppe. Der heilige Gral des Fußballs. Die „Mona Lisa“ mit Augenbrauen, Utopia in der Realität. In einem Comic würden den Herren Vorstände just in diesem Moment die Dollar-Zeichen in den Augen stehen.

Früher, und damit meine ich die Zeit die in München ca. 7 Jahre zurückliegt, hatte es selbst der FC Bayern noch nötig an Schulen Freikarten zu verteilen um die „olle Schüssel“ namens Olympiastadion halbwegs zu füllen – insbesondere in den kälteren Monaten (und damit meinte man damals Ende September bis Ende April). Da konnte man in der Halbzeit noch ne Schneeballschlacht veranstalten oder versuchen Weihnachtsmädels in Audi-Cabrios zu treffen. Oder, ganz verrückt, sich selbst seinen Platz in der Fankurve suchen – die damals auch wirklich noch ne Kurve war, mit mehreren Blöcken nebeneinander und so. Total verrücktes Zeug also.
Heute bekäme man für die Schneeballschlacht garantiert Stadionverbot, die Audi-Cabrios stehen jetzt sowohl vor der Arena als auch in einem extra Showroom im Stadion, und die freie Platzwahl bedeutet ob man in Block 112 oder doch lieber in Block 113 stehen will.

Dazwischen gab es eine WM im eigenen Land, die einen Hype auslöste der seines gleichen sucht und zukünftig suchen wird. Seitdem sind die Arenen dauerhaft ausverkauft, Jahreskarten sind wertvolle Schätze geworden (die sich auf Auktionsplattformen schnell in bare Münze wandeln lassen), und die Anfragen für Tickets gleichen einer Lotterie. Es spielt also de facto für die Vereine, und exemplarisch für den FC Bayern, überhaupt keine Rolle mehr WER ins Stadion geht. Stimmung ist nicht mehr wichtig, zur Not kommt sie eh vom Band. Hauptsache die Bude ist voll, und der Rubel rollt. Vorzugsweise mit Sitzplätzen. Wenn 200 Leute keine Lust mehr haben stehen bereits neue 1000 Leute Schlange, und zahlen dafür so gut wie jeden Preis.
Der feuchte Traum eines jeden Geschäftsmannes. Angebot und Nachfrage regeln den Preis, und der kennt seit Jahren eh nur noch eine Richtung. Entweder dank ausgewürfelter Topspielzuschläge, oder durch teurere Jahreskarten. Das dabei manch einer auf der Strecke bleibt, ja mei… Das Leben ist ne Schlampe, komm damit klar oder lass es sein.
Die Vereine sehen es als großzügig an das sie überhaupt noch Stehplätze zu günstigen Preisen anbieten, man darf froh darüber sein ins Stadion zu dürfen! Da hat man gefälligst seine Fresse zu halten, und nicht wahnsinnige Forderungen nach Blockfreiheit o.ä. zu stellen! Und überhaupt die Sicherheit, die ist ja inzwischen das höchste Gut und auf einmal werden halt Regeln durchgesetzt die seit Jahren konsequent gebrochen und gebeugt wurden – und vom Verein stillschweigend akzeptiert wurden. Fanblöcke sind nicht erst seit gestern „überbelegt“, Leute werden nicht erst seit gestern geschmuggelt. Das gab es bereits im Olympiastadion, und war sogar erheblich einfacher als heute. Aber heute zählt das Saubermannimage, bloß nicht die neue Klientel vergraulen. Sponsoren stehen auch eher auf die Leute die bei verblödeten „Halt diese Pappe hoch und gewinne irgendeinen Dreck“-Aktionen mitmachen, und das zieht in den Fanblöcken seit jeher nicht so richtig.
Daher muss man jetzt feinsäuberlich protokollieren wer mit seiner Karte wie oft Zutritt zu 112/113 verlangt, noch nur für die Champions League (aber dass das System von heute auf morgen auch auf die Bundesliga angewendet werden kann liegt auf der Hand, und wird auch geschehen). Und man muss zig Diskussionen führen. Über Fans, deren Verhalten, wie man sie am besten in den Griff kriegt – aber bitte immer OHNE die Fans selbst. Wäre ja auch zu einfach die auch noch zu Wort kommen zu lassen und so möglicherweise den Wandel zu behindern.

Und als sei all das noch kein Tiefschlag genug kommt dann auch noch die Hiobsbotschaft das wohl weitere Anteile an der FC Bayern AG an irgendeinen Kommunikationsriesen verkauft werden. Aber hey, der FC Bayern ist ja liquide, hat sein Festgeldkonto und ist nicht auf finanzielle Hilfe von aussen angewiesen.

Womit wir wieder am Anfang wären. Jedes Jahr im Herbst gibt es neue Aufreger, und ich werde den Verdacht nicht los der FC Bayern hat sich gehörig bei der Politik bedient. Wichtig ist nicht mehr was gesagt wird, viel wichtiger ist das was NICHT (öffentlich) gesagt wird. Wirf den Hunden einen Knochen hin, und erzähle dann kurze Zeit später genüsslich wie man gleichzeitig ein saftiges Steak in Ruhe zubereiten konnte. Oder aktuell: erfinde ein völlig blödsinniges Check-In-Verfahren, und hintenrum fädelt man den nächsten Millionen-Deal ein. Das sich die Fans erst vor kurzem bereits darüber echauffiert hatten Anteile an Audi zu verkaufen? Interessiert keinen. Wichtig ist nur das man die Leute vor vollendete Tatsachen stellt. Man stiftet Verwirrung mit etwas scheinbar banalem, so hat man seine Ruhe für das dicke Ding.
Wir rasen ungebremst in Richtung englische Verhältnisse. Und die Vereine ignorieren jegliche Warnungen, Anzeichen, sind zu stur um einmal den Blick auf die Insel zu werfen und zu sehen was dort passiert ist. Und sollte einer doch mal hinsehen sieht er nur das viele Geld das fließt. Die Fans werden für die Vereine erst wieder dann interessant wenn sich der Hype legt, die Stadien nicht mehr ständig ausverkauft sind und Leute gebraucht werden die zwar wenig, aber immerhin verlässlich Geld an den Verein zahlen. Dann wird man als Fan vllt. mal wieder am „längeren Hebel“ sitzen, und nicht jeden Dreck akzeptieren müssen. Das hat nichts mit Erpressung zu tun, sondern mit dem Umgang der Vereinsmitglieder, die letztlich einen Verein überhaupt zum Verein machen.

Wie lange es bis zu diesem Punkt dauert, keine Ahnung. Man kann nur hoffen das es in der Zwischenzeit kein weiteres großes Turnier in Deutschland gibt. Sonst fängt dieser ganze Scheiß von vorne an. Und andere Leute fragen sich Herbst für Herbst wie oft sie sich noch in die Eier treten lassen wollen. Wobei wohl eher zu befürchten ist das selbst diese Fragen dann nicht mehr auftauchen, sondern komplett abgetötet wurden. Von einem weiteren Sommermärchen – oder wann auch immer dann eine WM stattfindet.

immer* = mit immer will ich mich nicht zum Allesfahrer erklären, der bin ich nicht. Werde ich wohl auch nie sein. Aber mindestens alle Heimspiele sind Pflicht, unabhängig vom Wettbewerb. Daher bezieht sich das „immer“ in diesem Fall „nur“ auf die Heimspiele.

Treue kann man nicht kaufen

Fiasko dahoam – ein Emotionsrückblick

Zu diesem Zeitpunkt hatte man noch Hoffnung.

Bild: Markus Unger used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

1822 schrieb ein gewisser Franz Schubert seine Sinfonie in h-Moll, dieses klassische Stück ging als „Die Unvollendete“ in die Geschichte ein. 190 Jahre später hatte der FC Bayern die Möglichkeit erneut Geschichte zu schreiben, doch auch dieses Mal geht es höchstens als „die Unvollendete“ in die Historie ein – als unvollendete Saison in der Champions League wohlgemerkt. Es gibt noch weitere Parallelen, sofern man denn etwas großzügig interpretiert. Sowohl Schuberts Werk als auch die CL-Saison 11/12 des FC Bayern hören sich prinzipell gut an, beide fangen eher düster an und werden in ihrem Verlauf von einem stolzen Charakter geprägt. Doch unglücklicherweise fehlt beiden das „happy end“. Stattdessen steht man am Ende leicht irritiert im Raum, und fragt sich ob es das denn schon gewesen sein soll.

Zugegeben, ich bin kein großer Klassik-Fan, und die Beschreibung des Verlaufs entstammt in ihren Grundzügen aus Wikipedia. Ich habe jedoch lange nach einer passenden Einleitung gesucht, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Und was passt besser als der Vergleich zwischen einem nicht vollendeten Meisterwerk und einem… naja… nicht vollendeten Meisterwerk.
Ich will aber gar nicht großartig über das Spiel schreiben, ich gehe davon aus jeder hat es gesehen weshalb ich mir tiefgehende Analysen ersparen kann. Mir geht es viel mehr darum einen kleinen Einblick in meine Gefühlswelt zu offenbaren, wobei ich mir vorstellen kann das es anderen ähnlich ergangen ist.

Fangen wir am besten von vorne an. Vor einem Jahr hätte ich nie damit gerechnet das der FC Bayern in das Finale der Champions League 2011/2012 einzieht, noch dazu im eigenen Stadion. Zu unvorstellbar schien es. Erst die CL-Quali, durch den schlechteren Topf auch die Gefahr einer schweren Gruppe. Doch beides hatte man geschafft, aber bereits im ersten KO-Spiel wurde es wieder kritisch – Stichwort Basel. Danach steigerte sich die Mannschaft international von Spiel zu Spiel, und jedem schwirrte mehr und mehr die Aussage von Uli Hoeneß im Hinterkopf herum. Sollte es wahr werden? Das „Finale dahoam“? Wie wir alle wissen wurde es wahr, nachdem die Truppe im Halbfinale auch Real Madrid ausschalten konnte. Aber jetzt war nicht mehr das erreichen des Finales das Gesprächsthema, sondern eher das der FC Chelsea der Gegner ist. Fest mit einem Sieg rechnend verging die Zeit bis zum Finale recht rasant, die Spannung stieg und stieg, die Landeshauptstadt München fing an ob des Ereignisses zu vibrieren. Eigentlich überall wurde man mit Werbung zu diesem Spiel bombardiert, in den letzten Tagen vor dem Finale konnte man kaum noch aus dem Haus gehen ohne an das Spiel erinnert zu werden. Man hatte einfach dieses Gefühl das es eine einzige große rot-weiße Party werden würde, an diesem 19. Mai 2012. Sponsoren drückten per Werbefläche die Daumen, anderenorts wurde das „Champions Festival“ im Olympiapark angepriesen. Einfach alles deutete auf diesen einen Tag, auf diese wenigen Stunden am Abend hin. Selbst Arbeitskollegen die sonst nicht allzu viel mit Fußball anfangen konnten wussten von dem Spiel und fragten ständig nach dem eigenen Empfinden. Ich hatte das Glück das alles jeden Tag direkt in München genießen zu können, weniger Glück hatte ich (und viele viele andere) jedoch beim Thema Kartenvergabe. Schon vorher war klar das die Preise auf dem Schwarzmarkt explodieren werden, was sie dann auch taten. Daher stand recht früh fest das ich, wie viele meiner Kurvenkollegen, das Finale wohl leider nicht live im Stadion verfolgen kann.
Zum Glück gibt es jedoch ein kleines aber feines Forum namens Qiumi – ich selbst bin dort seit vielen Jahren aktiv, viele der dort registrierten Bayernfans sind aktive Supporter, aber alle mindestens mit Herzblut dabei. Die User verstreuen sich über das gesamte Bundesgebiet, dennoch entschloss man sich ein gemeinsames „Public Viewing“ zu organisieren. Leichter gesagt als getan, schnell stand fest das die Anzahl der Teilnehmer eine gewisse Planung erfordert. Da sowohl das off. Public Viewing im Olympiastadion als auch auf der Theresienwiese ziemlich schnell ausverkauft waren musste also etwas anderes herhalten. Die Wahl fiel auf das Backstage-Gelände, und man hatte sogar das Glück noch einige Tische reservieren zu können. Lange Rede, kurzer Sinn, am Ende waren es mehr als 50 Leute aus ganz Deutschland die sich gemeinsam das Finale angesehen haben. Ich für meinen Teil fand alleine das einfach nur wunderbar, auch weil ich viele der Auswärtigen bereits kannte und mich auf ein Wiedersehen freute. Dies trug natürlich auch seinen Teil dazu bei das dieser Tag einfach kein Tag wie jeder andere wurde – unabhängig vom Spielausgang.

Den Finaltag im Detail zu beschreiben würde jeden Rahmen sprengen, und selbst dann nicht dem Gefühl im Ansatz gerecht werden das man hatte als man auf die illustre Runde blickte. Das Wetter war wie eigentlich alles einfach perfekt für diesen Tag, für diesen Abend. Jeder war guter Dinge, man trank das ein oder andere Bier, sang fröhlich und ausgelassen und man spürte die immense Vorfreude. Im Hinterkopf hatte wohl auch jeder schon irgendwie den Gedanken an die Nacht gerichtet, ich für meinen Teil tat dies auf jeden Fall. Alleine dir Vorstellung was bei einem Sieg des FC Bayern in München los gewesen wäre verleiht mir auch heute noch Gänsehaut.
Ich habe es selten erlebt das jeder vom Gewinn so überzeugt war, dieser unbändige Wille und das Glänzen in den Augen aller Anwesenden ist eines der Dinge an die ich mich sicherlich noch lange erinnern werde. Wohlgemerkt war das alles noch Stunden vom Anpfiff entfernt, die Zeit bis dahin wollte nicht so recht vergehen.
Die Anspannung stieg je näher der Anstoß rückte, man merkte das die Ausgelassenheit ein wenig dem kribbeln wich, dieser Art von kribbeln das es so wohl nur bei einem CL-Finale gibt – erst recht wenn es quasi vor der eigenen Haustüre stattfindet und der eigene Verein teilnehmen darf.
Als das Spiel endlich anfing konnte man schnell erkennen das die Hausherren den Ton angaben, im Regelfall nennt man sowas ein Spiel auf ein Tor. Entsprechend gut war die Stimmung, dieses Spiel konnte einfach nicht verloren werden. Man hatte Chance um Chance, jedes Mal bereit für den Torschrei, jedes Mal bereit für inbrünstigen Jubel. Aber irgendwie wollte einfach kein Tor fallen,  keine Ahnung ob es an fehlendem Zielwasser lag oder am teils übertriebenen Spieltrieb. Dennoch war man auch in der Halbzeit davon überzeugt den Henkelpott heute nach 11 Jahren endlich wieder nach München zu holen.
Die zweite Hälfte lief ähnlich zu der ersten, wieder waren wir am Drücker, wieder hatten wir die Chancen. Ribéry netzte sogar einmal ein, leider war es Abseits weshalb es nicht zählte. Doch diese Situation zeigte welche Stimmungsexplosion einen erwarten würde wenn am Ende der Sieger Bayern heißt, lauter Jubel überall, bis jeder realisierte das der Treffer nicht zählte dauerte es ein Weilchen. Weiter 0:0, bis zur 83. Minute. Ausgerechnet Müller, der Müller der vor zwei Jahren seine Chancen nicht nutzen konnte, trifft zum lang erwarteten und absolut verdienten 1:0. Sowohl die Stimmung im Stadion, als auch im Backstage kocht über. Lange Freudenschreie, Jubel ohne Grenzen, Tränen des Glücks bereits in den Augen. Einfach unbeschreiblich was in diesem Moment in einem vorgeht, pure Extase. 7 Minuten noch zu spielen, Bayern haushoch überlegen, was sollte da noch schiefgehen?

Doch dann wurde Müller ausgewechselt, und das Spiel änderte sich. Chelsea drückte, und kam durch den deren ersten Eckball in der 88. Minute zum Ausgleich. Schock… War das wirklich gerade passiert? Zählt der Treffer? Hat sich Drogba vllt. aufgestützt, irgendein anderes Foul? Nein, leider nicht. Fassungslosigkeit wenige Minuten nach dem ultimativen Jubel. Erste Gedanken schossen einem durch den Kopf, als Bayernfan ist man seit ’99 ein gebranntes Kind was späte Gegentore in einem CL-Finale angeht. Auf einen Schlag wich die Ausgelassenheit der Sorge, die Vorfreude dem Bangen.
Gegenseitige Zusprüche nach der regulären Spielzeit. „Das schaffen wir noch!“, „Wir packen das Jungs!“ und ähnliche Sprüche. Fast wäre es ja auch so gekommen, ein Elfmeter für uns in der Verlängerung, der Torschrei bleibt einem jedoch im Halse stecken. Verschossen… Im CL-Finale… Das kann doch nicht sein! Wieder eine 180°-Wendung der Gefühle in kurzer Zeit. Die Stimmung wird wieder nervöser, der spontante Glaube an einen Gott erwacht, Stoßgebete gen Himmel oder sonstwohin schwirren durch die Luft. Nichts mehr zu spüren von der Ausgelassenheit vor Spielbeginn.
Die Verlängerung geht zu Ende, es gibt mal wieder Elfmeterschießen. Diese Lotterie, bei der die Deutschen eigentlich immer das Quentchen Glück haben. Bayern geht in Führung, wieder großer Jubel als Neuer hält, der Glaube an den Titel ist zurück. Jetzt muss es doch klappen!

Doch es klappt nicht. Olic und ausgerechnet Schweinsteiger verschießen, während Drogba den entscheidenden Elfmeter versenkt. Sofort wird es still, keiner fiebert mehr mit, keiner schreit mehr. Aus, vorbei… Verschenkt… Ein elendiges Gefühl bahnt sich seinen Weg, man ist nur noch fassungslos.
Als ich mich das erste Mal umblicke nachdem ich selbst erst einmal nur noch allein sein wollte sehe ich die gleichen Gesichter wie das ganze Spiel über, aber der Ausdruck ist anders. Keine Freude, kein Glänzen in den Augen. Nur noch absolute Leere. Niemand wütet, es hat keiner mehr die Kraft. Eine emotionale Achterbahnfahrt gipfelt im Absturz. Die Leute sitzen regungslos da, oder stehen ebenso regungslos an den Tischen. Irgendwann fängt der erste an rumzulaufen, und versucht die anderen anwesenden Forumskollegen zu trösten. Wortlos. Mit der Zeit weicht die Ohnmacht, und immer mehr Leute wollen ihre Freunde trösten. Schulterklopfen, wenige Worte fallen.
Mir ist irgendwie nur noch übel, ich fühle mich ausgekotzt und orientierungslos. Am liebsten würde ich mich auf der Stelle eingraben, die Uhr zurückdrehen oder auch wahlweise einfach nur vergessen was gerade passiert ist.

Diejenigen die mit dem Auto gekommen sind machen sich relativ schnell auf den Rückweg. Aus der geplanten durchzechten Partynacht wird nichts. Unser „Mob“ löst sich Stück für Stück auf, auf diejenigen Kumpels die im Stadion waren warten wir nicht mehr. Wir wissen auch gar nicht ob sie überhaupt zurückkommen würden. Und selbst wenn, was würde das ändern?
Ein paar bleiben noch länger wie versteinert sitzen, während ich mich mit Marco verabschiede. Sein Zug fährst erst Sonntag früh, aber auf durchmachen hat niemand mehr Lust. Also ab in meine Wohnung, nur noch schlafen. Sofern möglich… Gedanken schießen durch den Kopf, was wäre wenn… Aber letztlich ist es ein Labyrinth ohne Ausgang, man verrennt sich in Gedanken, dreht sich im Kreis. Findet keine Lösung.

Der Sonntag, eigentlich für die Triumphfahrt geplant, ist ein Tag zum vergessen. Irgendwie habe ich ein paar Stunden geschlafen, aber ich fühle mich weiterhin einfach nur miserabel. Kein Bock auf schönes Wetter, die Vorhänge bleiben zu. Irgendwann fängt man an zu realisieren welche historische Chance man verpasst hat. Das Kopfkino kommt zurück, man stellt sich vor wie die Party in München wohl gewesen wäre wenn Bayern gewonnen hätte. Wie „episch“ es doch geworden wäre. So sitzt man nur wie betäubt vor dem Fernseher, und vermeidet jegliche Sendung zum Thema CL-Finale. Die Aufzeichnung habe ich selbst noch direkt nach meiner Rückkehr gelöscht, bloß keine Erinnerung.
Die folgenden Tage in der Arbeit sind nicht großartig anders. Zum Glück halten sich die Kollegen, die wissen das ich leidenschaftlicher Bayernfan bin, mit „Beileid“ oder irgendwelchen Witzen zurück. Ändert aber nichts daran das man nachwievor neben sich steht, weiterhin nicht wirklich wahrhaben will was am Samstag spät abends passiert ist.

Irgendwann höre ich mal einen Kollegen fragen wie man denn wegen so einem Spiel so emotional sein kann und sogar weint, ich glaube sogar das Wörtchen „dumm“ gehört zu haben. Die Frage ging zum Glück nicht an mich, und ich habe auch keinerlei Interesse mich einzumischen. Wie soll man so jemandem sowas auch erklären?
„Ist doch nur ein Spiel“, dieser Satz klingt wie Hohn für jeden Fan mit Herzblut. Egal wo. Es ist viel mehr als „nur ein Spiel“. Jeglicher Erklärungsversuch wieso das so ist ist überflüssig. Emotionale Verbundenheit ist allgemein nur schwer zu erklären. Es ist so wie es ist, wer es nicht selbst erlebt kann es nicht verstehen.

Jetzt, knapp eine Woche später, ist das vergebene Finale immer noch allgegenwärtig. Und das wird es auch bleiben. Ähnlich wie ’99 wird sich dieses Spiel einbrennen. Barcelona ’99 war für mich auch deutlich weniger schlimm, aus verschiedenen Gründen. Ich war damals noch jünger, bei weitem nicht so emotional und fanatisch wie heute. Und ich war damals alleine im Oly, hatte danach nur mit mir zu kämpfen. Dieses Mal erinnere ich mich auch noch an die leeren Gesichter, an die Tränen der Freunde mit denen ich gerne zusammen gefeiert hätte.
Und dennoch möchte ich diesen Tag nicht mehr missen. Ja, wir haben das Spiel verloren. Aber die gemeinsame Vorfreude, das gemeinsame Leiden, sind irgendwie auch Momente die diesen Tag so einzigartig gemacht haben. Alleine die wenigen Minuten zwischen Führung und Ausgleich waren so wahnsinnig geil… Das Wissen das man, wenn man einige bei einem Auswärtsspiel nächste Saison wiedersieht, diese Momente zusammen erlebt hat schweißt einen zusammen. Genau aus diesem Grund spüre ich sogar schon wieder eine gewisse Vorfreude auf eben diese Auswärtsspiele. Und natürlich auch auf die Heimspiele, aber die Auswärtsauftritte sind halt das i-Tüpfelchen.

Was bleibt ist die Hoffnung das die Mannschaft aus diesem Spiel lernt, die Kaltschnäuzigkeit wiederfindet die den FCB die vergangenen Jahre über so ausgezeichnet hat. ’99 und ’01 haben uns gelehrt niemals aufzugeben, diese Einstellung muss wieder zurückkehren an die Säbener Straße. Dann stellt sich auch die Frage nach dem nächsten CL-Finale nicht, nur die Frage nach dem „wann“. Klar wird ein Sieg in naher Zukunft die jetzige Niederlage nicht gutmachen, der Jubel in der Stadt wird vermutlich eine Stufe kleiner ausfallen. Aber wir werden auch diesen Titel richtig feiern, soviel steht fest. Am liebsten im Kreise der Leute mit denen ich auch die Niederlage vor einer Woche erleben durfte, damit ich dieses Glänzen in den Augen auch nach dem Spiel sehen kann, und nicht nur davor.

Jetzt heißt es erstmal die Zeit bis zur nächsten Saison damit zu verbringen seine Wunden zu lecken, wirklich Bock auf Fußball hat man eh erst einmal nicht. Die anstehende EM interessiert mich persönlich nur äußerst gering, Nationalmannschaften sind nicht so mein Ding. Aber spätestens ab Mitte August, wenn der Ball in der Bundesliga wieder rollt, muss man das Finale hinter sich gelassen haben und wieder daran glauben Titel zu holen. Der FC Bayern lässt sich nicht unterkriegen, wir kommen wieder. Jetzt erst recht!

FCBM Unbreakable since 1900 FC Bayern München Fanartikel

Regengesichter im rot-weißen Paradies

Manuel Neuer hält in der 83. Minute bravourös gegen Edmond Kapllani den Sieg fest.

Bild: Le.Mat used under CC License / Text: Marco Thielsch

Gut 1/3 der Saison liegt nun hinter uns, liebe rot-weißen Glaubensbrüder. War das eine wilde Fahrt? Also vor allem für unsere Gegner, die wir reihenweise am Nasenring durch die Arenen geführt haben. Komisch nur, dass ich in den letzten Tagen seit dem Neapel-Spiel auf allen Kanälen unzufriedene Kommentare hören und lesen muss. Und seit dem Spiel gestern in Augsburg kann ein labiler Mensch fast depressiv werden, wenn er sich so einige Einlassungen von euch Regengesichtern reinzieht.

Einige sind sogar richtig sauer und finden es unglaublich, mit welcher Arroganz die Mannschaft in Augsburg agiert hat. Ganz ehrlich Freunde, da frag ich mich dann schon, wer jetzt gerade ungesund arrogant ist. Man muss sich ja nur dieses erste Drittel dieser Saison mal genau anschauen. Die Mannschaft hat in fast jedem Spiel nahezu perfekt gespielt. Die Jungs haben das sehr leicht aussehen lassen, aber das war es mit Sicherheit nicht. So ein Programm, was die Spieler da in den letzten Monaten abgespult haben, kostet definitiv Kraft, auch mental. Wir haben ja auch nicht wirklich viel rotiert, da wurde Jupp für etwas gefeiert, was er eigentlich gar nicht getan hat. Schlussendlich wurde nur zwischen Tymo und Gustavo und zwischen Rafinha und van Buyten ernsthaft rotiert. Der Rest hat so ziemlich das ganze Programm abgerissen.

Ich denke man kann diese Länderspielpause jetzt getrost als kleines Etappenziel ansehen. Man hat alle Aufgaben mit Bravour gemeistert, hat in der Champions League fast maximal gespielt, in der Bundesliga hat man fast alles an die Wand genagelt, sich im DFB-Pokal keinerlei Blöße gegeben und die nicht wenigen Nationalspieler sind nebenbei mal eben kurz weiter durch die EM-Quali gefegt. Jedes Spiel war wichtig. Und jetzt kommen zwei Freundschaftsspiele mit der Nationalmannschaft, wo man vielleicht mal ein bißchen durchatmen kann, bevor es dann mit dem richtigen Kracher gegen Dortmund weitergeht.

Davor stand halt noch die Pflichtaufgabe in Augsburg. Eigentlich wie prädestiniert dafür, dass da Scheiße passiert. Der Akku unserer Jungs relativ leer, während es für die Augsburger und jeden FCA Fan da im Stadion das Spiel des Jahrhunderts ist. In solchen Spielen haben wir in schwächeren Saisons regelmäßig und in guten Saisons ziemlich häufig Punkte verloren. Dies ist aber weder eine schwache, noch eine ziemlich gute Saison bis jetzt. Das ist eine großartige! Und so nehmen wir die drei Punkte am Ende trotzdem mit. Solche Spiele gibt es halt in jeder Spielzeit. Wenn du die gewinnst, dann läuft alles mehr als nach Plan. Und vielleicht braucht man dazu sogar mal einen Torhüter mit einem Monsterreflex, auch wenn´s so ein komischer Vogel wie der Gelsenkirchener ist. Ist ja selten genug vorgekommen diese Saison. Ich glaube nicht, dass das gegen die Mannschaft spricht, im Gegenteil.

Den Regengesichtern da draußen, die teilweise ja resigniert anmerkten, so bräuchte man gegen Dortmund gar nicht erst antreten, denen sei gesagt, gegen gelbe Zähne, schwarze Füße BVBäh werden die Jungs im Vergleich zu gestern nicht wiederzuerkennen sein. Dieses Spiel hat rein gar nichts mit dem Spiel gestern zu tun. Gegen Dortmund wird jeder einzelne Spieler wissen, worum es geht und kein Zehntelprozent weniger als 100 abrufen. Es geht darum die Machtverhältnisse im deutschen Fußball wieder geradezurücken. Die Fußball-Evolution hat den FC Bayern München nicht umsonst und noch weniger zu Unrecht an die Spitze der Nahrungskette gesetzt. Wir reden hier also nicht über ein Fußballspiel, sondern über Naturgesetze, denen sich auch Dortmund wieder wird unterwerfen müssen. DAS ist Arroganz Freunde, DAS sind wir. Also hört mal auf zu weinen und freut euch über das bisher Erreichte und all die schönen Spiele, die uns noch erwarten. Mia san mia!

Euer Hass ist unser Stolz Dickies Kapuzenjacke FC Bayern München Fanartikel

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