…and the story continues…

München leuchtet – strahlender als je zuvor.

Bild: Mr Weeeee used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

4, 7, 13, 30, 38, 50 – das sind unsere sechs richtigen. Seit gestern. 4 Punkte Vorsprung auf Platz 2 – gut, die hatten wir auch schon vor der Länderspielpause. 7 Punkte Vorsprung auf Dortmund hingegen sind neu. Das ganze nach 13 Spieltagen in denen wir 30 Tore geschossen haben. Inzwischen sind wir seit 38 Spielen in der Bundesliga ungeschlagen, haben in 50 Spielen in Folge mindestens ein Tor selbst erzielt.
Liest sich nicht nur bockstark, sondern ist es auch.

Ich hatte vor dem gestrigen Spiel ehrlich gesagt etwas Sorge. Unsere letzten Auftritte in Dortmund, inklusive dem Supercup vor der Saison, waren nur bedingt souverän. Und auch gestern waren wir trotz aller Ausfälle beim BVB nicht überlegen, erst recht nicht in der ersten Hälfte.
Da muss man so ehrlich sein und dem Gegner Respekt zollen. Klar, auch wir hatten mit Verletzungen zu kämpfen, mussten u.a. auf Schweinsteiger und Ribéry verzichten. Nicht zu vergessen das Badstuber auch noch im Krankenstand weilt.
Was jedoch bemerkenswert ist: unsere taktische Variabilität durch die Spieler auf der Bank. Wir haben natürlich auch letzte Saison schon hier und da die Taktik angepasst, unter Jupp Heynckes. Was diese Saison jedoch unter Guardiola passiert ist gigantisch.
Man kann sicherlich lange darüber diskutieren ob es besser ist von Anfang an den Gegner unter Druck zu setzen und ihn in das eigene Taktikspielchen zu zwingen als „immer“ erst in Halbzeit 2 daraus zu lernen. Fakt ist jedoch: solange das funktioniert kann man sich darüber nicht beschweren.

Die Idee des Ganzen scheint zu sein: beobachten was der Gegner in der ersten Hälfte macht, und darauf in Hälfte 2 reagieren – sofern notwendig. Dadurch das Guardiola seine Spieler flexibel einsetzen möchte, auf versch. Positionen, erhöht das unsere Möglichkeiten. Durch einen einzigen Wechsel, und weitere Umstellungen der restlichen 9 Feldspieler sind wir in der Lage in kurzer Zeit das System vollständig zu wechseln. Und genau damit haben unsere Gegner Probleme. Vorherige Zuordnungen passen nicht mehr, die Defensivspieler müssen sich neu orientieren.
Erschwerend für den Gegner kommt noch hinzu das wir durch unsere Wechsel nicht an Stärke einbüßen, und „ungebremst“ weitermachen können. Addiert man das mit der allgemeinen Spielweise des „totalen Ballbesitzes“ machen wir den Gegner mürbe und müde. Je länger das Spiel dauert, desto mehr spielt uns das in die Karten.
Zu verdanken ist dies den Transfers vor der Saison, sowie den Gedanken unseres neuen Trainers.

Wir müssen uns nur überlegen das wir letzte Saison das Triple geholt haben, danach den Trainer gewechselt haben und aktuell eigentlich noch schlagkräftiger sind wie vor ein paar Monaten. Das Guardiola die Erfolge von Heynckes nicht einfach nur verwaltet und im Detail verändert, sondern im laufenden Betrieb eine OP am offenen Herzen durchführt, und dennoch Erfolge verbucht ist aller Ehren wert.
Das witzige dabei: Pep sagt die Mannschaft sei noch nicht „seine Mannschaft“. Das mag richtig sein. Aber was soll denn bitte das Ergebnis sein wenn es einmal seine Mannschaft ist? Müssen wir uns dann darüber unterhalten das wir in 13 Spielen bereits 2 Punkte abgegeben haben? Es wirkt surreal, aber wir haben aktuell auch erst 4 Punkte liegen lassen. Das ist nahe am Optimum, und stellt einen neuen Bundesligarekord dar, immerhin haben wir unseren eigenen Rekord von 34 Punkten aus 13 Spielen gebrochen und überboten.

Seit der letzten Saison befinden wir uns auf einer irrwitzigen Rekordjagd. Uralte Rekorde werden quasi im vorbeigehen geknackt und überboten. Die bislang 38 Bundesligaspiele am Stück ohne Niederlage dürften noch nicht das Ende der Fahnenstange, und damit wohl wirklich für lange Zeit uneinholbar sein. Der FC Bayern hat das verlieren verlernt. Aber nicht nur in der Bundesliga.
In der Champions League haben wir am kommenden Mittwoch die Chance das zehnte Spiel in Folge zu gewinnen, und damit den Rekord von Barcelona zu überbieten – aktuell haben wir ihn „nur“ eingestellt. Nur zum Verständnis: hier geht es nicht darum nicht zu verlieren, sondern aus jedem Spiel als Sieger hervor zu gehen. In der Königsklasse!

Derzeit sind wir wie ein Güterzug mit Höchstgeschwindigkeit. Auf dem Gleis vor uns mögen noch andere unterwegs sein, wenn sie jedoch nicht schnell genug sind werden sie einfach aus dem Weg geräumt. Klar ist jedoch: irgendwann werden auch wir wieder ein Spiel verlieren. Aber selbst dann gilt das wir seit mehr als einem Jahr die besten Bayern erleben dürfen die es je gab. Wir werden noch eine Menge Spaß mit dem jetzigen Kader, dem jetzigen Trainer haben, so viel steht fest. Wir dürfen des weiteren gespannt sein was passiert wenn der gesamte Kader fit ist, ob wir dann noch mehr rotieren, oder eine „Stammelf“ haben werden und durch die Auswechselspieler während eines Spiels mehrfach unser System umstellen, noch mehr als das heute schon der Fall ist.

Ich bin unfassbar stolz auf die aktuellen Leistungen, und ich bin froh diese Zeit miterleben zu dürfen. Warten wir einmal ab was die aktuelle Saison noch zu bieten hat, und wohin die Reise geht. Die Richtung scheint klar zu sein: nur nach vorne, und in neue Höhen.

Triplesieger 2013

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3 Kommentare zu “…and the story continues…

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  2. Jan 25. November 2013 um 12:21 pm

    Schöner Beitrag! Die Rekorde sind einfach unfassbar und ich möchte noch einen ergänzen, der glaube ich auch immer noch hält: Martínez hat noch keine Niederlage der Bayern erlebt. Ist doch so, oder?

    Bin gespannt wie es weitergehen wird und ob mal der „Bruch“ kommt und wie er aufgefangen wird.

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  3. ultramuc2007 10. Dezember 2013 um 9:45 am

    auch wenn es nicht mehr ganz aktuell ist…….ich muss fast schon kurz was schreiben. Der obige Beitrag bringt ja letztendlich alles sehr schön auf den Punkt. Nach einer unfassbaren Saison hatten wir die „normalen“ Ängste, es kann nur noch schlechter werden, Pep will aus uns einen FC Barcelona 2.0 machen, Pep funktioniert außerhalb seiner „Heimat“ nicht und vieles mehr.

    Ich gebe schon zu, ich war unheimlich stolz und glücklich, dass wir Pep bekommen haben, dass er in uns das spannendste Projekt der Fußballwelt sieht. Aber trotzdem blieben die beschriebenen „Ungewissheiten“.

    Auch wenn es vielleicht noch zu früh ist, denn noch haben wir nichts gewonnen, will ich aber jetzt einfach nur sagen, dass ich keine Worte mehr dafür habe, was dieser unglaubliche Mensch hier tut. Er hat das geschafft, was ich vorher immer bemängelt habe, er hat einen Plan B, einen Plan C und noch viele Pläne mehr. Er stellt während eines Spieles die Mannschaft, die Taktik komplett um. Alle Spieler spielen „alles“, das ist keine statische Mannschaft mehr, das ist ein Monster, da spielt der Torwart so mit, dass wir letztendlich 11 Feldspieler haben, da hat man nie die Befürchtung, dass es bei einem 0:0 bleiben wird, weil Pep immer noch eine Idee hat.

    Wir sehen als Fans dieses Vereins mittlerweile in Serie Spiele, die wir uns vor einiger Zeit nicht einmal in unseren Träumen ausmalen hätten können. Wir dürfen teilhaben, beobachten und supporten, wenn eine der größten Mannschaften aller Zeiten spielt, wenn der FC Bayern mittlerweile nicht mehr der demütige Verein ist, der dann, wenn es international ernst wird, sagen muss, dass die italienischen, die englischen und die spanischen Vereine in einer anderen Dimension spielen. Nein, wir haben alles zertrümmert, was sich da in den Weg gestellt hat. Jetzt ist unser Verein der Maßstab, der Beweis dafür, dass man etwas aufbauen kann und nicht 500 Scheichmillionen investieren muss.

    Pep ist dabei der stille Architekt im Hintergrund, der selbst bei einem Spielstand von 5:0 noch darüber nachdenkt, was nicht gut war, was man verbessern muss. Nie stellt er sich in den Vordergrund, immer tritt er demütig und bescheiden auf. Ich kann echt nicht mehr ausdrücken, wie sehr ich diesen Mann bewundere und wie glücklich ich darüber bin, dass er unser Trainer ist. Auch wenn das nur ein spekulativer Ansatz ist. Ich hab mir versucht vorzustellen, wenn Dortmund in Augsburg gespielt hätte und Hitz hätte nach 15 Minuten Reus ins Krankenhaus getreten. In jedem Fall wäre einiges anders gelaufen. Pep hat nicht mit einer Geste Hektik vermittelt, nach dem Spiel hat er mit keiner Silbe auf den Schiedsrichter geschimpft. Er hat sofort Müller instruiert und hat gesagt, dass er nicht dazu da ist, irgendwas zum Schiedsrichter zu sagen. Diese edle Einstellung hat offensichtlich die ganze Mannschaft verinnerlicht. Nicht im Ansatz gab es eine Rudelbildung oder ein Losgehen auf den Schiedsrichter oder Gegenspieler. Man nimmt zur Kenntnis, verändert etwas und macht weiter. Das ist von unfassbarer Größe und ich kann zum Schluss einfach nur sagen, dass es noch nie, und ich bin schon lange dabei, geiler war, Fan dieses Vereins zu sein.

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