Kommentar zum Bloggertreffen mit Club Nr. 12 und Schickeria München

Die Südkurve München – aus dem Jahr 2005.

Bild: probek used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

Eines vorweg, dieser Beitrag wird kein „Protokoll“ des Treffens werden, sondern ein Kommentar mit meiner persönlichen Sichtweise.

Für alle die es noch nicht mitbekommen hatten, sowohl der Club Nr. 12 (der Einfachheit halber künftig nur noch C12 genannt) sowie die Schickeria München (künftig SM genannt) haben sich vor einiger Zeit vorgenommen richtig transparent und offen zu werden. Also nach außen hin „kommunikativer“ unterwegs zu sein. Beides nicht zuletzt sicherlich aus der Not heraus um der recht einseitigen medialen Berichterstattung entgegenzuwirken, und selbst „in den Angriff“ zu gehen und die eigene Sichtweise besser darzustellen.
Daraus resultierten inzwischen schon mehrere Gespräche, seitens der SM gab es nach dem Spiel gg. Nürnberg die Einladung zu einer Diskussionsrunde an alle Bayernfans. Gekommen sind damals 40-50 Personen, das mag im ersten Moment nicht viel erscheinen, ist aber dennoch beachtlich. Auch weil nicht nur ultra-nahe Fans dabei waren, sondern Leute aus allen möglichen Bereichen des Stadions.
Später gab es eine „Presserunde“ seitens des C12, um direkt mit Pressevertretern sprechen zu können sowie zu erklären warum es vorerst schwierig wird in der Allianz Arena Stimmung zu erzeugen, was dazu geführt hat usw. Auch dieses Gespräch kann man durchaus als erfolgreich betrachten. Nicht dabei waren bei diesem Treffen jedoch Blogger und Podcaster, dies wurde nun auf Wunsch der Blogger nachgeholt.

Das Treffen fand bereits am Sonntag Abend statt, und manch einer mag bereits auf anderen Blogs die Inhalte gelesen haben, aber wie gesagt geht es hier nicht um ein Protokoll. Themen gab es reichlich, insbesondere wurde über die anstehenden Tests bzgl. der freien Platzwahl in der Südkurve diskutiert, Sinn und Zweck jedoch war vielmehr dem C12 sowie der SM „auf den Zahn zu fühlen“.
Das klingt jedoch härter als es eigentlich ist, von meiner Warte aus meinen es sowohl C12 als eben auch die SM wirklich ernst damit offener nach außen zu kommunizieren. Insbesondere beim C12 scheitert es jedoch an der geringen Zahl der Helfer. Daher hier auch ein kleiner Aufruf an alle die helfen wollen, der C12 sucht händeringend Helfer in allen möglichen Bereichen. Natürlich wäre es dabei gut wenn der- oder diejenige eine gewisse Nähe zur Fanszene hat um auch ein bisschen „Hintergrundwissen“ zu haben, aber davon gehe ich einfach mal aus dass dies bei den Lesern hier vorhanden ist. 😉

Es ist deutlich zu spüren das der Wille da ist zukünftig besser zu informieren, und vor allem aufzuklären. Selbst ich, der jetzt nicht vollkommen außen vor ist, bin immer wieder von Erklärungen/Erzählungen überrascht die aufzeigen warum etwas so oder so geschehen ist. Wie soll es da erst Leuten gehen die deutlich weiter weg sind, und nicht einfach mal so im Stadion mit den Leuten sprechen können?!
Vieles ist eigentlich unglaublich, und erklärt auf einmal so vieles. So wird auch ersichtlich das es beim FC Bayern dringend eine Fanbetreuung braucht dir ihrem Namen auch gerecht wird. Die auch ein „Sprachrohr“ der Fans ist. Hierbei geht es mitnichten um „Machtübernahme“ oder Einfluss in sportliche Entscheidungen. Es geht schlicht und ergreifend darum etwas zu schaffen das in anderen Städten schon längst zum Alltag gehört: ein echter Dialog zwischen Verein und Fanszene. Natürlich sind die jetzigen kleinen Schritte ein positives Signal, das will ich garantiert nicht leugnen. Ich freue mich auf die kommenden beiden Heimspiele, insbesondere da ich in Prag vor Ort war und somit live miterlebt habe was doch noch bei uns möglich ist (und bei der Erinnerung daran immer noch Gänsehaut kriege). Aber die jetzigen Schritte sind eigentlich längst überfällig, man hätte vor Jahren damit starten müssen. Somit muss man jetzt erstmal mühsam den gegenseitigen Argwohn ablegen, und ein Vertrauen aufbauen. Alleine das braucht Zeit, und viel Kraft sowie Geduld. Nichts wird über Nacht besser.
Zudem sind noch viele Fragen offen. Wie es nach dem Versuch weitergeht. Wie es mit dem Aus- und erneuten Einlass geregelt wird. Ob es auch zukünftig 200 Karten für die Leute geben wird die keine Karte für 109-117 haben. All das ist nicht im geringsten klar. Das ganze Gebilde ist nach wie vor äußerst fragil. Ich kann nur inständig hoffen das man durch die beiden Spiele dem Verein zeigt das es sich lohnt mehr Gedanken an die Fans zu „verschwenden“. Und das es nötig ist bei über 230.000 Mitgliedern und mehreren tausend Fanclubs eine Fanbetreuung aufzubauen die mehr als nur eine handvoll Leute bietet.

Wenn Fanthemen weiterhin scheinbar „zwischendurch“ von Vorstand & Co. abgehandelt werden wird das dem Engagement der Fanszene nicht gerecht. Es wird unserem Verein nicht gerecht. Wir haben uns in den letzten Jahren überall professionalisiert, es wurden dutzendfach Leute eingestellt. Es gibt inzwischen ein Social Media-Team dem ich nur gratulieren kann zu der guten Arbeit. Es gibt mehrere hundert Mitarbeiter an der Säbener Straße. Nur die Fanbetreuung fristet ein Schattendasein. Das darf kein Dauerzustand bleiben wenn man ernsthaft daran interessiert ist den Fans die Hand zu reichen.
Auch das mag „drohender“ klingen als es letztlich gemeint ist, es soll nur aufzeigen das es noch viel grundlegendem Änderungswillen bedarf um die Situation nachhaltig zu verbessern.

Das Gespräch vom Sonntag wird sicherlich nicht das letzte seiner Art gewesen sein, ich hoffe darauf das solche Gespräche öfters stattfinden. Die SM wird regionale Treffen organisieren, um auch mit den Fans/Fangruppen zu sprechen die nicht zu einem Termin in München fahren können. Wenn solch ein Treffen bei euch in der Nähe stattfindet, meldet euch an, nehmt daran teil. Es geht nicht darum danach als größter Ultra-Fan rauszugehen, sondern darum auch innerhalb der gesamten Fanszene das gegenseitige Verständnis zu steigern. Wie im Verhältnis zwischen Fans und Verein gibt es auch innerhalb der Fanszene mehrere Missverständnisse. Hört euch an was die Jungs zu sagen haben, sie tun es genauso.
Wenn ihr aus München kommt geht zu den „offenen“ Abenden der Schickeria, am Freitag findet wieder einer statt. Ich für meinen Teil habe fest geplant dort hinzugehen.
Der C12 sucht wie bereits geschrieben Helfer in allen Bereichen. Wenn ihr Lust habt langfristig dabei zu helfen Aufklärung zu betreiben, die Kommunikation zu fördern, meldet euch beim C12. Wir können nur dann etwas erreichen wenn wir an einem Strang ziehen. Und damit meine ich die gesamte Fanszene, genauso wie das Zusammenspiel von Fans und Verein.

Ich habe das erste Mal seit langem das Gefühl das sich etwas positiv verändern kann. Sollte es uns allen dieses Mal nicht gelingen weiß ich beim besten Willen nicht mehr was noch helfen sollte. Daran möchte ich jedoch auch keinen Gedanken verschwenden. Gehen wir davon aus das der Verein der Fanszene wirklich die Hand entgegenstreckt, und gehen wir davon aus das die Fans mit dem Verein zusammenarbeiten (der Willen hierzu ist auf alle Fälle vorhanden, mehr als sich manch einer wohl vorstellen mag). Dann können wir auch davon ausgehen das etwas wie in Prag öfters möglich ist. Die Vorzeichen stimmen. Jetzt muss die Addition nur das richtige Ergebnis bringen.

Treue kann man nicht kaufen

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3 Kommentare zu “Kommentar zum Bloggertreffen mit Club Nr. 12 und Schickeria München

  1. Joe Montana 11. September 2013 um 7:57 am

    Danke für deinen Bericht. Hoffentlich ist die gute Kommunikation in den letzten Wochen kein „Strohfeuer“

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  2. Christopher Fleck 11. September 2013 um 11:02 am

    Vielen Dank für Deine persönlichen Eindrücke vom Treffen!
    Ich habe von einem Freund erfahren, das erst etwas vom Treffen nach aussen gegeben wird, auch persönliches, wenn etwas spruchreif ist. Nun gut, das hat man zu akzeptieren. Wenngleich mir subjektive Eindrücke und Einschätzungen lieber sind, als offiziell verkündete Aussagen.
    Ansonsten ist das was Du berichtest und das was von Vereinsseite kommt nun tatsächlich der richtige erste Schritt.
    Ich würde mir wünschen wenn von C12, SM und andere SK-Steher auch nach aussen ihre eigenen Fehler mehr in die Diskussion bringen würden. Das täte gerade Fans wie mir, die seit Jahrzehnten treu zum FCB stehen und nicht jedes Wochenende im Stadion sind als Erklärung der Gesamtproblematik helfen. Natürlich ebenso wie von Vereinsseite, keine Frage.

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