Totengräber Sommermärchen

Der Letzte macht das Licht aus.

Bild: onnola used under CC License  /  Text: Heiko Nieft

Es ist schon irgendwie merkwürdig… Wieder wird es Herbst, und wieder mehren sich die Fragen ob sich der ganze Scheiß eigentlich noch lohnt. Dieses immer* ins Stadion gehen, dieses auswärts fahren, dieses Leiden bei Niederlagen, diese Unterstützung für alte Werte deren Sinn allmählich komplett flöten geht. Wieder wird es Herbst, und wieder steht die nächste Jahreshauptversammlung vor der Tür. Und Jahr für Jahr stellt sich einem die Frage: wie oft bin ich noch dabei? Wie oft lasse ich mich noch verarschen, in die Eier treten, für dumm verkaufen und öffentlich vorführen? Wie oft habe ich noch diesen gottverdammten Glauben daran das irgendwann einmal Schluß ist und die Leute merken welche Scheiße sie seit Jahren anstellen. Diese absolut hirnrissige Idee…

Manch einer mag sich jetzt fragen was denn überhaupt passiert sei. Daher als Erklärung für diejenigen die es ggf. noch nicht mitbekommen haben.
Vergangenen Freitag flatterte mir, und allen weiteren Jahreskartenbesitzern in 112/113, ein Schreiben des FC Bayern zu in dem uns erklärt wurde dass das mit der Überbelegung der Südkurve jetzt nun wirklich nicht mehr ginge, und man daher gezwungenermaßen (der Verein will das ja eigentlich gar nicht, agiert selbstverständlich nur in vorauseilendem Gehorsam) den Zutritt zu den Blöcken 112/113 bei CL-Spielen zukünftig streng reglementieren müsste. Mit nem schicken Check-In-Schalter, Ein- und Auslasskarten und so nem Rotz… Ich gehe nicht zu sehr in die Details, denn darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen.
Auf jeden Fall zeigt dieser Schritt einmal mehr welchen fatalen Weg einige Vereine, und insbesondere der FC Bayern (einmal mehr Branchenprimus – darauf sollte man anstoßen), eingeschlagen haben. Das der FC Bayern dieses umstrittene Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ ohne murren unterschrieben hat, geschenkt. Wer etwas anderes erwartet hatte muss die letzten Jahre im Dornröschenschlaf verpasst haben.
Es geht mir vielmehr um die stetige Distanzierung zu den treuen Fans, zu den Leuten die seit Jahren die Stimmung in die Stadien bringen für die Deutschland inzwischen selbst auf der Insel (also dem Mutterland des Fußballs) beneidet wird. Es geht darum was sich in den vergangenen Jahren alles geändert hat.

Und somit kommen wir zum Sommermärchen, in meinen Augen das schlimmste Ereignis das der Fankultur passieren konnte. Seitdem ist Fußball gesellschaftsfähig, es ist „in“ mit Geschäftspartnern oder der gesamten Großfamilie zum Fußball zu gehen – wobei dann der Sport selbst eher die hässliche Nebenrolle abkriegt anstatt die grandiose Hauptrolle zu spielen – quasi Cindy aus Marzahn statt Angelina Jolie. Zu verlockend sind die Fanshops in den (Multifunktions)Arenen, zu beständig herrscht der Drang vor sich etwas zu essen zu kaufen, sich die Beine zu vertreten oder einfach nur vom Platz fliehen zu müssen weil gerade ein Regentropfen den Weg auf den Sitzplatz gefunden hat.
Seitdem die Vereine begriffen haben das diese Leute mehr Geld im Stadion lassen ist das die neue Zielgruppe. Der heilige Gral des Fußballs. Die „Mona Lisa“ mit Augenbrauen, Utopia in der Realität. In einem Comic würden den Herren Vorstände just in diesem Moment die Dollar-Zeichen in den Augen stehen.

Früher, und damit meine ich die Zeit die in München ca. 7 Jahre zurückliegt, hatte es selbst der FC Bayern noch nötig an Schulen Freikarten zu verteilen um die „olle Schüssel“ namens Olympiastadion halbwegs zu füllen – insbesondere in den kälteren Monaten (und damit meinte man damals Ende September bis Ende April). Da konnte man in der Halbzeit noch ne Schneeballschlacht veranstalten oder versuchen Weihnachtsmädels in Audi-Cabrios zu treffen. Oder, ganz verrückt, sich selbst seinen Platz in der Fankurve suchen – die damals auch wirklich noch ne Kurve war, mit mehreren Blöcken nebeneinander und so. Total verrücktes Zeug also.
Heute bekäme man für die Schneeballschlacht garantiert Stadionverbot, die Audi-Cabrios stehen jetzt sowohl vor der Arena als auch in einem extra Showroom im Stadion, und die freie Platzwahl bedeutet ob man in Block 112 oder doch lieber in Block 113 stehen will.

Dazwischen gab es eine WM im eigenen Land, die einen Hype auslöste der seines gleichen sucht und zukünftig suchen wird. Seitdem sind die Arenen dauerhaft ausverkauft, Jahreskarten sind wertvolle Schätze geworden (die sich auf Auktionsplattformen schnell in bare Münze wandeln lassen), und die Anfragen für Tickets gleichen einer Lotterie. Es spielt also de facto für die Vereine, und exemplarisch für den FC Bayern, überhaupt keine Rolle mehr WER ins Stadion geht. Stimmung ist nicht mehr wichtig, zur Not kommt sie eh vom Band. Hauptsache die Bude ist voll, und der Rubel rollt. Vorzugsweise mit Sitzplätzen. Wenn 200 Leute keine Lust mehr haben stehen bereits neue 1000 Leute Schlange, und zahlen dafür so gut wie jeden Preis.
Der feuchte Traum eines jeden Geschäftsmannes. Angebot und Nachfrage regeln den Preis, und der kennt seit Jahren eh nur noch eine Richtung. Entweder dank ausgewürfelter Topspielzuschläge, oder durch teurere Jahreskarten. Das dabei manch einer auf der Strecke bleibt, ja mei… Das Leben ist ne Schlampe, komm damit klar oder lass es sein.
Die Vereine sehen es als großzügig an das sie überhaupt noch Stehplätze zu günstigen Preisen anbieten, man darf froh darüber sein ins Stadion zu dürfen! Da hat man gefälligst seine Fresse zu halten, und nicht wahnsinnige Forderungen nach Blockfreiheit o.ä. zu stellen! Und überhaupt die Sicherheit, die ist ja inzwischen das höchste Gut und auf einmal werden halt Regeln durchgesetzt die seit Jahren konsequent gebrochen und gebeugt wurden – und vom Verein stillschweigend akzeptiert wurden. Fanblöcke sind nicht erst seit gestern „überbelegt“, Leute werden nicht erst seit gestern geschmuggelt. Das gab es bereits im Olympiastadion, und war sogar erheblich einfacher als heute. Aber heute zählt das Saubermannimage, bloß nicht die neue Klientel vergraulen. Sponsoren stehen auch eher auf die Leute die bei verblödeten „Halt diese Pappe hoch und gewinne irgendeinen Dreck“-Aktionen mitmachen, und das zieht in den Fanblöcken seit jeher nicht so richtig.
Daher muss man jetzt feinsäuberlich protokollieren wer mit seiner Karte wie oft Zutritt zu 112/113 verlangt, noch nur für die Champions League (aber dass das System von heute auf morgen auch auf die Bundesliga angewendet werden kann liegt auf der Hand, und wird auch geschehen). Und man muss zig Diskussionen führen. Über Fans, deren Verhalten, wie man sie am besten in den Griff kriegt – aber bitte immer OHNE die Fans selbst. Wäre ja auch zu einfach die auch noch zu Wort kommen zu lassen und so möglicherweise den Wandel zu behindern.

Und als sei all das noch kein Tiefschlag genug kommt dann auch noch die Hiobsbotschaft das wohl weitere Anteile an der FC Bayern AG an irgendeinen Kommunikationsriesen verkauft werden. Aber hey, der FC Bayern ist ja liquide, hat sein Festgeldkonto und ist nicht auf finanzielle Hilfe von aussen angewiesen.

Womit wir wieder am Anfang wären. Jedes Jahr im Herbst gibt es neue Aufreger, und ich werde den Verdacht nicht los der FC Bayern hat sich gehörig bei der Politik bedient. Wichtig ist nicht mehr was gesagt wird, viel wichtiger ist das was NICHT (öffentlich) gesagt wird. Wirf den Hunden einen Knochen hin, und erzähle dann kurze Zeit später genüsslich wie man gleichzeitig ein saftiges Steak in Ruhe zubereiten konnte. Oder aktuell: erfinde ein völlig blödsinniges Check-In-Verfahren, und hintenrum fädelt man den nächsten Millionen-Deal ein. Das sich die Fans erst vor kurzem bereits darüber echauffiert hatten Anteile an Audi zu verkaufen? Interessiert keinen. Wichtig ist nur das man die Leute vor vollendete Tatsachen stellt. Man stiftet Verwirrung mit etwas scheinbar banalem, so hat man seine Ruhe für das dicke Ding.
Wir rasen ungebremst in Richtung englische Verhältnisse. Und die Vereine ignorieren jegliche Warnungen, Anzeichen, sind zu stur um einmal den Blick auf die Insel zu werfen und zu sehen was dort passiert ist. Und sollte einer doch mal hinsehen sieht er nur das viele Geld das fließt. Die Fans werden für die Vereine erst wieder dann interessant wenn sich der Hype legt, die Stadien nicht mehr ständig ausverkauft sind und Leute gebraucht werden die zwar wenig, aber immerhin verlässlich Geld an den Verein zahlen. Dann wird man als Fan vllt. mal wieder am „längeren Hebel“ sitzen, und nicht jeden Dreck akzeptieren müssen. Das hat nichts mit Erpressung zu tun, sondern mit dem Umgang der Vereinsmitglieder, die letztlich einen Verein überhaupt zum Verein machen.

Wie lange es bis zu diesem Punkt dauert, keine Ahnung. Man kann nur hoffen das es in der Zwischenzeit kein weiteres großes Turnier in Deutschland gibt. Sonst fängt dieser ganze Scheiß von vorne an. Und andere Leute fragen sich Herbst für Herbst wie oft sie sich noch in die Eier treten lassen wollen. Wobei wohl eher zu befürchten ist das selbst diese Fragen dann nicht mehr auftauchen, sondern komplett abgetötet wurden. Von einem weiteren Sommermärchen – oder wann auch immer dann eine WM stattfindet.

immer* = mit immer will ich mich nicht zum Allesfahrer erklären, der bin ich nicht. Werde ich wohl auch nie sein. Aber mindestens alle Heimspiele sind Pflicht, unabhängig vom Wettbewerb. Daher bezieht sich das „immer“ in diesem Fall „nur“ auf die Heimspiele.

Treue kann man nicht kaufen

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22 Kommentare zu “Totengräber Sommermärchen

  1. Eselskind/Charly 9. November 2012 um 10:33 am

    Heiko, Leck mich am Arsch, was für ein geniales Statement!!!!!

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  2. Thorsten 9. November 2012 um 10:48 am

    Es wird immer das kommen was die „Mehrheit“ will und das sind leider nun mal die Klatschpappen….

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  3. Marco Werner 9. November 2012 um 11:01 am

    Es klingt wie immer. Es wird natürlich wieder mal nur pauschalisiert. Nur ihr seid die wahren Fans. Natürlich ist auch das Sommermärchen schuld. Sorry selten so ein Blödsinn gelesen.

    Wobei ich euer Begehren teilweise sogar nachvollziehen kann. Nur die Art und Weise. Euer Fernbleiben in den Blöcken 112 / 113 wird maximal der Mannschaft schaden. Dem Verein wird es nicht jucken, der hält sich lediglich an die Vorgaben der UEFA und das solltet ihr auch.

    Und noch eins. Akzeptiert endlich mal das jeder sein Fan Dasein anders auslebt und auch das Recht dazu hat.

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  4. Alex 9. November 2012 um 11:03 am

    Respekt vor einem solch guten Text, daran gibt es wirklich nichts auszusetzen.

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  5. Toby 9. November 2012 um 11:13 am

    ich finds auch sehr gut geschrieben! dafür erst mal grossen respekt! paar sachen hast du aber (bewusst oder unbewusst?) ausgelassen: der verein hat nicht erst letzten freitag geschrieben, sondern es wurde schon vor über einem jahr den fans mitgeteilt, dass sich die situation bessern muss. schriftlich und nachweislich. es wurde geschrieben, dass man hofft, dass es die fans selber regeln und der verein nicht reagieren muss. das gleiche vor einem halber jahr. dann nur bisschen schärfer formuliert. die fan(vertreter) haben zweimal zugesagt. zweimal wurde es aber schlimmer als besser. also ist die reaktion jetzt verständlich. ich finds weder gut noch ok, aber nur der verein hat ausnahmsweise mal keine schuld (uefa vorgabe!!!) und dass man mit den fans nicht gesprochen hat, stimmt nicht. die befürchtung mit der liga teile ich allerdings mit dir.

    das zweite mit der verkommerzialisierung… dieses „retro-früher-war-alles-besser-geschrei“… zeiten ändern sich und es gibt für vereine auch nur zwei möglichkeiten: mit- oder untergehen. das ist bei den fans nichts anderes. keiner verzichtet bei den fans auf sein handy (und es muss das iphone sein…) anstatt zu sagen, früher gings auch ohne. man verzichtet von ultra-seite konsequent auf das ach so böse merchandising (nix fanshop), trägt aber hilfiger und g-star.

    die sk im oly war bei den a-loch spielen gegen nicht auszusprechende gegner aus sibirisch-tigerland weder voll noch war entsprechende stimmung. man war damals 6-8 mal im jahr in der liga und in den viertel- und halbfinals europapokal ausverkauft. aber nicht mal im dfb-pokal-halbfinale fanden sich mehr als 30.000 leute ein. und die sk war da nicht immer herr im haus… vergisst man schnell und stellt sich so toll vor wenn man auf youtube videos guckt. deckt sich aber nicht mit der realität.

    ansonsten find ich, sollten verein und fans sich öfter treffen und austauschen, vollkommen richtig. ich bezweifle aber ernsthaft, dass die fans den verein tatsächlich besser leiten könnten, als die derzeitigen personen…

    so aktionen wie letzten mittwoch oder gegen valencia zeugen leider nicht davon, dass auf seiten der fans in irgendeiner form tatsächlich diskussionsbereitschaft herrscht. man will seine meinung durchdrücken und die auch verkünden. alles was man aber als zugeständnis bringen müsste, wird konsequent abgelehnt. unter solchen vorraussetzungen kann man nicht verhandeln oder sich zusammen setzen… der verein kann nicht geltendes recht ausser kraft setzen oder vorschriften die ihm selbst gemacht werden zugunsten der fans aufheben. das wäre eine straftat. genau das aber fordern einige fans. sinn?

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  6. Marco Werner 9. November 2012 um 11:18 am

    Ich kann mich da dem Toby nur anschließen. Auffallend ist auch das es immer nur die selben Blöcke sind, die bockig wie kleine Kinder reagieren.

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  7. Mimiimiiiii 9. November 2012 um 11:23 am

    Klingt alles nach Mimimimimi. Demokratie juckt euch nicht. Hunderttausende sehen es anders wie ihr paar Hundert! Schade wenns euch nicht passt. Aber wer nicht mit der Zeit geht, wird mit der Zeit gehn! Ciao!

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  8. Roter Anonymus 9. November 2012 um 11:33 am

    who the fuck is Marco Werner?

    Leute, die Toleranz allen Fans gegenüber einfordern, aber selbst bestimmten Fangruppen gegenüber arrogant und ablehnend sind sollen mal bitte erst denken und dann schreiben. Immer diese bigotten Besserwisser.

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  9. Gunni 9. November 2012 um 11:39 am

    Sorry Vorredner, das sehe ich anders. Es gibt genug Fans die gerne in der SK im Stehplatzbereich wären. Aber die beiden Blöcke 112/113 reichen bei weitem nicht aus. Das ist das große Problem und es wird nicht angepackt! Es wäre recht einfach, wenn man (der Verein) denn wollte. Dafür macht es sehr wohl Sinn ein Zeichen zu setzen!

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  10. elreyloco 9. November 2012 um 11:40 am

    @ Marco Werner: tut mir leid wenn das bei dir mit den „wahren Fans“ so ankommt, so ist es nicht gemeint. Daher spreche ich auch von den „treuen Fans“, und ich denke da ist man sich einig das viele der Leute die sich jetzt im Stadion tummeln nicht unbedingt treu sind. Das merkt man an pfiffen bei einem 0:0 zur Halbzeit, oder an diversen Aussagen die man nach den Spielen in der U-Bahn aufschnappen darf. Viele gehen hin weil es Eventcharakter hat, weil man das mal erleben „muss“. Aber alles darüber hinaus, ein gewisses Interesse an der Geschichte des Vereins, der Entwicklung, ist nicht vorhanden. Daher ist der Verein austauschbar. Ggf. sind einige in ein paar Jahren „glühende“ Anhänger für einen anderen Verein, weil der grad national die erste Geige spielt. Und da hat nun einmal das Sommermärchen seinen Teil dazu beigetragen. Oder wie erklärst du dir den gravierenden Unterschied bei den Zuschauerzahlen vor und nach der WM? Oder das öffentliche Interesse an Fußball, vor und nach der WM?
    Das es die selben Blöcke sind: natürlich sind es immer die selben Blöcke. Weil das die einzigen Blöcke sind die noch organisiert sind. Der Rest ist „Laufkundschaft“, sprich ständig neue Leute. Da kannst du nichts organisieren, weil es ständig wechselnde Personen sind.

    @ Toby: das von mir erwähnte Schreiben ging erst letzten Freitag raus, das der Verein seit geraumer Zeit „warnt“ stimmt aber natürlich. Es war aber auch immer so das es keinerlei Bereitschaft im Verein gab sich damit auseinanderzusetzen, es wurde einfach nur „gewarnt“ oder angedroht. Das es versch. Lösungsvorschläge gab wie man das Thema besser umsetzen kann ist auch nachweisbar, jedoch wurde keiner dieser Vorschläge vom Verein ansatzweise verfolgt.

    @ Mimiimiiii: Demokratie heißt allerdings auch sich selbst Gedanken zu machen, und nicht 1zu1 nachzuplappern was sonst so verbreitet wird. Letzteres ist leider Tagesgeschäft geworden, denn die die das sagen müssen es ja wissen. Nicht nachdenken, das macht zu viele Sorgen. Schön mitschwimmen, und einem wird nichts passieren. Aber ist das wirklich erstrebenswert?

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  11. Marco Werner 9. November 2012 um 11:44 am

    @ Roter Anonymus: erst denken dann schreiben 😉 wo lehne ich andere ab. habe lediglich darauf hingewiesen, das es immer die gleichen blöcke sind die verschnupft reagieren, wenn sie nicht ihren willen bekommen. ist doch nicht so schwer das zu verstehen oder?

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  12. MightyMiri 9. November 2012 um 11:48 am

    Das die Sicherheit der Fans vorgeht, steht außer Frage. Ich frag mich nur, warum sich Uli so weigert, alle Fans in die Südkurve zu lassen. Egal, ob national oder international. Das Problem kann man doch ganz easy am Jahresanfang mit der Kartenverteilung lösen. Oppas mit 70 bekommen ihren Sitzplatz in der Nordkurve, die man ja für die älteren Fans einrichten kann und der Rest als Rote Wand in die Südkurve. Aber bis zum Oberrang. Problem gelöst, Stimmung super, aus die Maus!

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  13. Marco Werner 9. November 2012 um 11:53 am

    @ elreyloco: das es verschiedene arten von fans gibt, ist doch selbstredend. mir gefällt es auch nicht, dass die mannschaft ausgepfiffen wird wenn es nicht läuft. ich bin aber halt der typ fan, der gerne das spiel verfolgt, dabei auch gerne flucht oder applaudiert aber eben nicht der typ fan der in der kurve steht und hüpft aber eben die hälfte des spieles nicht mitbekommt.

    wir sollten eben alle tolleranz üben. auch den sogenannten eventfans, obwohl ich dieses wort nicht gerne höre, steht es zu sich eine karte zu kaufen und das spiel zu verfolgen.

    es steht aber den fans des block 112 und 113 nicht zu jedesmal bei auswärtsfahrten bengalos zu zündeln, welche dem verein unsummen an geld kosten, obwohl sie genau wissen, dass sich gegen bestehende gestze verstoßen und sich dann hinstellen wollen und vom verein rechte einfordern. das passt nicht zusammen, sorry ist meine meinung.

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  14. elreyloco 9. November 2012 um 12:01 pm

    @ Marco Werner: ist ja auch okay das du nicht in die Kurve willst. Letztlich jedem das seine. Was mich richtig nervt ist schließlich nur die Sache das auf einmal Dinge dramatisiert werden die früher keine Sau interessiert hat. Wie die Sache mit der Überfüllung der Stehplätze. Ich habe inzwischen mehr als 100 Spiele in der Arena verfolgt, fast immer war ich in der Südkurve. Lediglich ein einziges Mal habe ich ein gewisses „Unwohlsein“ gehabt, und das war gegen Bochum bei der Meisterschaftsentscheidung 09/10. Da war wirklich der gesamte Bereich 112/113 dicht. Aber sonst?
    Es ist auch bis dato nichts aufregendes passiert, es gab keine Schlägereien, Verletzungen oder ähnliches. Klar kann man sagen „Muss denn immer erst etwas passieren“, aber das Verhältnis zwischen Dramatisierung und der Realität stimmt nicht mehr.

    Das gleiche gilt auch für die Pyros, zu denen man stehen kann wie man will. Da wird immer davon gesprochen das die Dinger so wahnsinnig gefährlich sind, und obwohl die derzeit bei jedem Spiel in jedem Stadion abgefackelt werden ist mir nie zu Ohren gekommen das dadurch wirklich jemand zu Schaden gekommen ist. Andernfalls wäre der mediale Aufschrei so groß das selbst der letzte Ureinwohner der Erde davon Wind bekommt.

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  15. Marco Werner 9. November 2012 um 12:08 pm

    @ elreyloco: das ist zur zeit allgemein ein problem, dass die medien dramatisieren. aber es ist wie mit dem zähnputzen, vorbeugen ist doch besser als zum arzt zu gehen 😉

    ich persönlich habe ja gar nix gegen die leute aus der südkurve, kenne sie auch nicht persönlich, nur sollten sie nicht immer so tun als gehöre ihn der verein. es muss ja irgendwie eine lösung zwischen dem verein und den fans geben. webleiben schadet lediglich der mannschaft und die kann am wenigsten dazu 😉

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  16. babbad 9. November 2012 um 12:15 pm

    Gebe MightyMiri vollkommen recht! Mit der Kartenverteilung wäre das Problem doch ganz einfach zu lösen. Den Mehrpreis für den Sitzplatz sind die, die sich „reinschmuggeln“ ja schon bereit zu zahlen. Sie haben schließlich eine Karte für nen anderen Block. Und wenn die Sitz-Blöcke nur mit Fans die stehen wollen besetzt sind gibts auch keinen Zoff.

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  17. elreyloco 9. November 2012 um 12:20 pm

    @ Marco Werner: der Verein gehört allen Mitgliedern, und damit auch zu einem Teil den Leuten aus der Südkurve. Aber natürlich heißt das nicht das die Leute aus der Südkurve den Verein übernehmen wollen oder können. Es sollte jedoch möglich sein diese Leute als legitimen Anteil der Mitglieder wahrzunehmen, und auch diesen Leuten das Recht zu gewähren ihre Meinung zu äußern.
    Würde jeder jedes geltende Recht uneingeschränkt befürworten gäbe es keine Bürgerinitiativen, Bürgerbeteiligungen oder Volksentscheide. Nicht immer sind geltende Regeln oder Gesetze die beste Variante, sondern können weiter verbessert werden.
    Nichts anderes wird seit Jahren versucht. Auch nachzulesen im aktuell erschienenen offenen Brief des C12 an Uli Hoeneß.

    Weggeblieben ist am Mittwoch niemand, alle haben ihre Karten eingetauscht. Nur hat man sich eben nicht in den Fanblock gestellt, um zu zeigen wie es aussieht oder welche Auswirkungen es hat wenn man solche überzogenen Regeln einfach aufstellt.

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  18. Marco Werner 9. November 2012 um 12:27 pm

    @ elreyloco: gut das wusste ich so nicht, habe den brief auch eben erst gelesen. ich hoffe einfach mal das für beide seiten eine vernüftige lösung gefunden wird, wie auch immer diese aussehen mag.

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  19. UnsUwe 9. November 2012 um 12:38 pm

    Man erlebt es doch, wenn man selbst mal ins Stadion geht. Extrem viele Plätze sind an Partner u. ä. des FCB verkauft. Und die hängen nicht an unserem Verein. Die sind einfach nur da. Von denen geht nix, aber auch gar nix aus. Warum auch, wer will denen das verübeln. Die sind auf einer Tagung oder Betriebsreise o. ä. in München und sehen sich ein Spiel underes FCB an. Würde ich vielleicht auch so machen. Aber die Fanaktionen die hängen bleiben, an die man sich erinnert, die ein Gänsehautgefühl verursachen, die gehen von denen in der Südkurve aus. Die geniale und berührende Aktion zum Finale 2001. Oder 2012. Das ist das was Fußball auf Fanseite ausmacht. Ich will diese Fans haben. Und ich will auch andere Fans haben. Aber gerade durch das Herzblut dieser Fans lebt der Verein erst. Ich will genauso auch die Fußballer mit Herzblut in unserem Verein haben. Wenn ich die Wahl zwischen TM oder CR hätte, ich würde mich immer für TM entscheiden. Weil der rot ist, weil der München ist, weil der den FCB lebt. Ohne diese Fans und ohne diese Fußballer wäre alles glatt und nur noch eine Hülle wie Red Bull oder Hoffenheim. Und das wäre beschissen. Die Südkurve ist ein sehr besonderer Teil des Vereins. Und dieser Teil darf nicht kaputt gemacht werden. Ansonsten Sterilität allez!

    UnsUwe

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  20. Frank Leo 10. November 2012 um 5:57 am

    prima geschrieben, Heiko- fetten Respekt!

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  21. Martina Hartung 22. November 2012 um 3:39 pm

    @ Heiko. Danke für den ausführlichen Text. Ich sehe es genauso. Das müsste auch mal jemand sagen. Ein LIKE von mir.

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  22. […] Stehplatzkurve im gesamten Unterrang der Südkurve. Man braucht sich nur meinen Beitrag “Totengräber Sommermärchen” ansehen, der ist knapp 1,5 Jahre alt und wirkt im Rückblick surreal. Genauso wie die […]

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