Alles geben, oder nichts verdienen – Der FC Bayern wenig FC Bayern like

Alles geben, oder nichts verdienen.

Bild: liborius used under CC License / Text: Marco Thielsch

Obwohl es ja bereits morgen schon weitergeht, wenn unsere Jungs gegen Villareal das vorzeitige Erreichen des Champions League Achtelfinals festtackern werden, will ich noch ein paar kurze Worte zum Spiel gegen Dortmund verlieren. Ohne mich in die Regengesichter einreihen zu wollen, von denen ich im letzten Artikel sprach, muss ich schon ehrlich sagen, ich bin auch zwei Tage und zwei Nächte später noch recht enttäuscht vom Auftreten unserer Mannschaft in diesem Spiel.

Natürlich hatten wir die Partie im Griff, was uns ja auch fast alle wichtigen Statistiken bescheinigen. Manch einer sieht das auch als große Steigerung im Vergleich zu den Duellen gegen Dortmund in der letzten Saison, wo wir in drei von vier Halbzeiten relativ deutlich unterlegen waren. Klar ist das eine Steigerung, aber so stabil wie wir diese Saison auftreten, ist diese Steigerung nicht mehr und nicht weniger, als man mindestens erwarten konnte. Aber das kann ja für so ein Spiel wie das vom Samstag nicht der Anspruch, sondern höchstens die Gott sei Dank mittlerweile gegebene Basis für viel mehr sein.

Ich hätte erwartet, dass der Stachel der letzten Saison deutlich tiefer sitzt in unserer Mannschaft. Ich hätte erwartet, dass man in diesem Spiel voll auf Sieg spielt, um auch psycholgisch ein Zeichen zu setzen und den Dortmundern zu zeigen, dass sie vielleicht mal ein grandioses Jahr haben können, sie aber dauerhaft niemals unsere alleinige Führungsrolle im deutschen Fußball antasten können. Ich hätte deswegen direkt von Beginn an höllischen Druck unserer Jungs auf die Dortmunder Abwehr erwartet. Mindestens 20 Minuten Dauerfeuer. Ich hätte verbissene Zweikämpfe um jeden Zentimeter erwartet, in denen man ruhig mal einen weghaut wie weiland ein Effenberg oder Jeremies in solchen Duellen um die Vorherrschaft im deutschen Fußball. Ich hätte Spieler auf dem Platz erwartet, die einem mal wieder grottenschlechten Gagelmann den Marsch blasen. Kurz: Ich hätte Aggressivität in jeder Szene und eine völlig dominante Körpersprache eines jeden erwartet.

Von all dem war wenig zu sehen. Taktisch war das schon alles okay und es war ein Spiel auf Augenhöhe und bla blub. Schon okay. Aber das kann ja unter den Vorzeichen vor diesem Spiel nicht alles sein. Man kann doch als FC Bayern München nicht ernsthaft in so eine Partie gehen und mit einem Unentschieden von Anfang an zufrieden sein. Das klang ja aus so einigen Aussagen nach dem Spiel von zum Beispiel unserem Kapitän (!) oder einem Nerlinger heraus. Tja, wenn schon der Kapitän mit einem Unentschieden in so einem Prestigeduell zufrieden ist, dann weißt du bescheid und weißt mehr, als du je wissen wolltest.

Die Mannschaft hat auf Unentschieden gespielt. Bloß nicht zu viel riskieren und bloß keinem weh tun. Gut okay, wir hatten fünf Punkte Vorsprung, aus taktischer Sicht vielleicht nachvollziehbar. Aus psychologischer Sicht in meinen Augen allerdings höchst fahrlässig. So haben die Dortmunder nämlich genau das Gegenteil von dem aus diesem Spiel gelernt, als sie es hätten sollen. Die nehmen mit, dass sie uns weh tun können. Nicht nur einmal. Nicht nur zweimal. Nicht aus Zufall, oder weil wir so schwach sind. Sondern immer. Ich behaupte, wir haben durch diese genügsame Spielweise ein viel größeres Monster in Form eines dauerhaften schwarz-gelben Konkurrenten geschaffen, als wir es mit der letzten Saison getan haben.  Das war dumm. Das war, um es mit den Worten von Karl-Heinz Rummenigge zu sagen, nicht FC Bayern like. Anspruchslosigkeit, wie wir sie am Samstag an den Tag gelegt haben, steht uns überhaupt nicht.

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2 Kommentare zu “Alles geben, oder nichts verdienen – Der FC Bayern wenig FC Bayern like

  1. zechbauerer 22. November 2011 um 8:56 am

    Danke – und ich hatte schon die Befürchtung, ich wäre der einzige, dem diese Niederlage am Samstag nicht am A… vorbei geht. Unsere Vereinsbosse flachsten ja noch beim Rückstand auf ihren Plätzen herum. Ich weiß nicht, was mich mehr erschrecken soll? Die Tatsache, wie wir verloren haben – oder diese völlige Ignoranz dem Ergebnis von Samstagabend gegenüber?!

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  2. FC Bayern News 23. November 2011 um 10:07 am

    Ich dachte eigentlich auch dass wir das Spiel gewinnen werden und dass das gesamte Team voller Wut und Überzeugung in dieses Topspiel gehen wird. Leider wurde ich enttäuscht, denn zum es fehlte an Bewegung, Kreativität und Agressivität, das muss man leider so sagen.

    Der BVB hätte das Spiel natürlich auch nicht gewinnen dürfen, aber gut, mit etwas Glück geht solch ein Ball dann auch mal ins Tor.

    Dennoch haben wir 2 Punkte Vorsprung und sind aktuell Tabellenführer und haben somit noch alle Trümpfe in der eigenen Hand.

    Rot-Weiße Grüße aus der Bayernkurve

    Marcel

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