Archiv für den Monat September 2011

Europa, Baby!

Sternchen sehen mal anders

Bild: Europaflagge (gemeinfrei) / Text: Heiko Nieft

Wir schreiben den 28.09.2011, es ist mal wieder Champions League – und im TV sieht man den amtierenden Meister Borussia Dortmund in Marseille mit 0:3 zurückliegen. Also ausgerechnet jener Verein der in der vergangenen Saison quasi Gesamtdeutschland mit seiner jugendlichen und frechen Spielweise beglückt hat. Landauf, landab, ob Kenner oder Laie, man hörte immer wieder wie toll doch diese Dortmunder spielen. Ab und an durfte man sich auch anhören das da richtig was ranwächst, etwas das in den kommenden Jahren wieder und wieder oben mitspielen kann. Klang ja irgendwie auch alles ganz hübsch. Naja, und dann kam die Realität zurück, also der Erzfeind jeder Träumerei. Kaum macht man die Augen auf steht man in der Liga auf Platz 8 und hat in Europa nach zwei Spieltagen einen Punkt auf dem Konto. Theorie vs. Praxis: 0:1

Manch einer wird sich jetzt sicherlich fragen warum sich hier jemand mit Borussia Dortmund beschäftigt. Ich kann es euch erklären. Weil es sympomatisch ist. Alle paar Jahre kommt so ne Truppe hoch die den Fußball scheinbar revolutioniert, worüber sich auch meist alle sogenannten Experten einig sind. Das spornt dann auch meist irgendwelche Hobbyköche (Fans der Revoluzzer-Truppen) dazu an dem Chefkoch eines 5-Sterne-Restaurants (also uns) mal so richtig klug zu erklären wie man denn eine perfekte Suppe kocht (Wasser heiß machen, Tüte auf, Pulver rein, umrühren – et voilá… so in der Art halt).
Irgendwann kommt einem dann unweigerlich der Gedanke hoch „Die schick ich jetzt zu nem Kochwettbewerb für Profis…“, (die Champions League also), „den Spaß gönn´ ich mir.“. Da steht dann also auf einmal der Hobbykoch im Rampenlicht und soll seinen Worten taten folgen lassen. Und was macht er? Richtig! Wasser heiß, Tüte auf, Pulver rein, umrühren – et voilá! Verwirrt darüber dass das keinen so recht vom Hocker haut nimmt er dann zum abschmecken auch noch ne Kuchengabel – wenn schon denn schon.

Oder um es klar zu formulieren: warum kommen alle Jahre wieder irgendwelche Blitzmerker um die Ecke und meinen große Töne spucken zu müssen, nur weil sie jetzt mal wieder mit den gr0ßen Namen spielen dürfen? Warum denken diese Typen darüber hinaus auch noch sie könnten uns daher erklären wie der Hase läuft – und wohin er wohl die nächsten Jahre laufen wird? Denn es ist immer wieder das gleiche was am Ende dabei herauskommt. Nach wenigen Monaten der Folgesaison tritt die große Ernüchterung ein, alle Experten (also die die noch vor einem Jahr wussten das da was ranwächst) wussten das dann natürlich wieder vorher und orakeln sich nen Wolf, über die Ursachen, über die Auswirkungen auf zukünftige Spiele, über die Maßnahmen die ergriffen werden müssen etc. etc., und der jeweilige Verein rutscht wieder ab.
Um nun den Bogen zum Titel zu spannen: Europa, insbesondere die Champions League, ist kein Kindergeburtstag. Wer als „Neuling“ versucht so zu spielen wie es in der Vorsaison national gut funktioniert hat beißt sich die Zähne aus. Dortmund (um beim aktuellen Beispiel zu bleiben, das aber so gut wie auf jede Mannschaft übertragbar ist) versucht weiterhin den Kombinationsfußball zu spielen der sie letztes Jahr ausgezeichnet hat, aber das geht im Moment grandios schief. In Europa gibt es nur sehr sehr wenige Mannschaften die sich diesen Luxus leisten können – Dortmund (und teils auch Bayern, das nur am Rande) gehört nicht dazu. Da geht es um kämpfen, um Einsatz, und letztendlich um Effektivität. Es bringt nichts mehr wenn man schön spielt, weil man in Europa keine insgesamt 34 Spiele hat um ein verpatztes Spiel ausbessern zu können.

Bayern spielt seit Jahren quasi durchgehend in der Königsklasse, mal mehr mal weniger erfolgreich. Die erfolgreichsten Jahre waren eigentlich immer die bei denen wir keinen großen Zirkus veranstaltet haben, sondern die Gegner niedergekämpft haben. Die glamourösen CL-Spiele kann man dabei an einer Hand abzählen. Natürlich gab es großartige Spiele, aber nicht selten waren sie deshalb großartig weil es einfach spannend war und man den Sieg vllt. erst in letzter Sekunde eingetütet hat. Und nicht weil wir versucht haben den Gegner herzuspielen.

Das alles soll nun bitte nicht so klingen als würde ich die nationalen Erfolge der „Hobbyköche“ kleinreden, sicherlich nicht. Nur: national ist halt nicht Europa. Die Königsklasse heißt nicht Königsklasse weil dort jeder „einmal in 20 Jahren“-Meister groß aufspielen kann. Nicht umsonst sind die Vereine die Jahr für Jahr in Europa oben mitspielen meist auch die Vereine die in ihrer Liga Jahr für Jahr oben dabei sind.
Ab und an wäre demnach in meinen Augen etwas mehr Respekt angebracht. Natürlich wird es auch zukünftig immer wieder die „Dusel-Bayern“ geben, über die so salopp gesprochen wird, als wäre das alles ja eigentlich gar kein so großes Problem – international oben mitzumischen. Nur hat das nichts mit Dusel zu tun, sondern mit dem Know-how. Wir wissen inzwischen was es bedeutet jedes Jahr in der CL zu stehen. Wir wissen was es bedeutet im Mittelteil einer langen Saison nur so hoch zu springen wie es erforderlich ist. Nicht weil wir satt sind, sondern weil wir mehr wollen. Und dieses „mehr“ nur erreichen können wenn die Kräfte eingeteilt werden, wenn man sich den Herausforderungen entsprechend aufstellt und dann Spiele eben auch mal „dreckig“ gewinnt. Das hat nichts mit Arroganz oder Überheblichkeit zu tun, sondern mit Erfahrung.
Selbstverständlich können sich auch weiterhin alle paar Jahre andere Vereine daran probieren, und uns versuchen etwas vorzumachen. Das konsequente scheitern von 99% der bisherigen „Wachablöser“ kommt aber nicht von ungefähr.

Europa ist eben kein 5:0 gegen einen Kreisligisten. Europa ist harter Kampf. Europa ist eben Europa, baby!

Euer Hass ist unser Stolz! FC Bayern München Fanartikel

München haut dir ne Delle in die Gewürzgurke!

München haut dir ne Delle in die Gewürzgurke

Bild: Bud Spencer T-Shirt Shop (all rights reserved)  /  Text: Marco Thielsch

Horcht einmal, ihr Schamottriesen: Gegen den FC Bayern München Fußball zu spielen, ist zur Zeit wie gegen Bud Spencer einen Faustkampf gewinnen zu wollen: Unmöglich. Das macht nur dicke Knie und Blasen im Hirn. Wenn unser französische Sitzriese auf der linken Seite seine Sprints anzieht, röchelt sein Gegenspieler nach Luft, dass man sich noch im Oberrang fragt, ob das Asthma oder Leidenschaft ist. Und das Pillchen läuft, ein Träumchen. Und die Gegner hauen sich die Zwiebel aus der Ferse, beim Versuch unser Abwehrbollwerk zu knacken. Kommst du zu nah an unser Tor, beißen wir dir ne Beule in den Bart, dass dir die Hose wegfliegt. Du denkst wir sind mit Lucifer* persönlich im Bunde, dabei zelebrieren wir nur die Schönheit des Spiels im Andenken an den grazielen Teddy Staufer**. Also sei der Herr mit uns! Warum? Das weiß nur er!

Bleibt unseren nächsten Gegnern nur anzuraten, tunlichst die Friedensgabeln ins Gemüse zu werfen, bevor auch sie offene Socken kriegen und anfangen Nebenluft zu ziehen. Nicht, dass die sich noch was am Scheitel einfangen. 90 Minuten Fußball gegen uns zaubert einem ja ganz schnell einen ordentlichen Schatten in die Visage. Zweischläfrige Gesichtsmatratzen wie Villareal und Schalke, sowie Leverkusen und Manchester City, werden sich natürlich zumindest ein bißchen mehr wehren. Wobei Leverkusen in München auch nicht mehr Eier hat, als ein Spatz Fleisch an der Kniescheibe. Die sollten schon bei der Anreise dringend ihre Blähungen durch eine Hose filtern lassen. Und auch die anderen, sollen alle kommen, wir verteilen gern weiter ein paar Schellen. Denn ein alter Wermut gibt mehr Mut…und Gerstensaft gibt Fußballkraft.

*Lucifer – Keine Ahnung wer dieser Lucifer ist, von dem immer alle sprechen. Klingt für mich wie ein besoffener Profi aus Schweden.

**Teddy Staufer – Berühmter mexikanischer Kunstreiter. Gilt als der Erfinder von Reis mit dicken Bohnen.

Inspiriert von den Helden meiner Jugend, Bud Spencer und Terence Hill. Hand geb ich nicht, kann leicht festkleben.

Die rot-weißen Bomber sind da Kapuzenpullover Hoodie FC Bayern München Fanartikel

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