Wenn feiern weh tut…

Marienplatz München. Bild: Luiz Felipe Castro used under CC License

Bin ich zu alt? Diese Frage stelle ich mir zwangsläufig, wenn ich daran denke, was sich in diesem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, wenige Kilometer von mir entfernt auf dem Marienplatz in München abspielt.
Ich hatte mich auf diesen Tag gefreut, ich hatte mich auf gestern gefreut. Die Niederlage gegen Inter kann man verschmerzen, aber kann man das verschmerzen was sich danach und heute abspielt? Nichts gegen eine aufrichtige Feier, um die Jungs die sich das letzte Jahr den Arsch aufgerissen haben aufzubauen und zu zeigen: wir sind trotzdem stolz auf euch! Aber muss es eine „Happy-Teletubbie-Sommermärchen-Feier“ sein? Wo alle dämlich grinsend Sponsorenfähnchen schwenken, weil keine Sau mehr richtige Fahnen hat? Muss es ein Event sein, bei dem man durchgehend von Musik beschallt wird, die eher in eine Diskothek gehört als zu einer Saisonabschlußfeier? Und es ist ja nicht nur die Musik, es ist auch das Publikum…

Ich stand auf dem Marienplatz und ich fühlte mich unter den ganzen anderen Bayernfans Fehl am Platz. Als hätte ich 10 Jahre geschlafen und hätte etwas verpasst. Und das führt mich zu meiner Frage zu Beginn zurück: bin ich zu alt für das alles womit sich heute „Fans“ präsentieren?

Vor zwei Jahren waren „Vuvuzelas“ unbekannt, sie gehörten zur afrikanischen Tradition und es hat sich in Europa kein Schwein dafür interessiert. Jetzt sieht, und was noch viel schlimmer ist, hört man sie überall. Sie haben nichts mit unserer Fankultur zu tun. Sie haben nichts mit Bayern zu tun. Aber sie sind halt hip, weil Fußball hip ist. Hip seit 2006, als uns der größte Blender der Nation – der vor einem Jahr bei uns gezeigt hat wie „gut“ er wirklich ist – zu einem Sommermärchen verholfen hat das sich mehr und mehr als Albtraum entpuppt.

2001, nach unserem Triumph in der Champions League stand ich auch auf dem Marienplatz. Die Meute war heiß die Mannschaft zu sehen, mit ihr zu feiern. Ich sah ein Fahnenmeer, ich sah Leute bei denen ich mir sicher sein konnte das ihnen der Verein sooooooo viel bedeutet. Neun Jahre später steht man an gleicher Stelle, sieht einen hirnlosen Mob, der einfach nur da ist, um sich selbst zu feiern. Ich sehe ein gleichgeschaltetes Fähnchenmeer, bei dem sich unser Sponsor wohl tierisch freut wenn er das sieht. Ich sehe Leute bei denen ich das Gefühl habe, sie kommen direkt aus irgendeiner Trend-Disko. Bei denen es mir jedoch schwerfällt daran zu glauben, dass diese Leute mit Herzblut beim FC Bayern sind.

Grob geschätzt zwei Meter neben mir steht der Fernseher, der gerade die Feier, pardon, das Event auf dem Marienplatz überträgt. Ich sehe Spieler, denen ich heute liebend gern zugejubelt hätte, um ihnen zu zeigen, welchen Respekt ich vor ihrer Leistung habe. Ich sehe jedoch auch Spieler, die ausgerechnet diesem hirnlosen Mob zurufen wie toll sie doch wären. Das sagen sie zu den Leuten die vor 8 Monaten bei einem Fehlpass gepfiffen haben. Ich höre wie ständig neue Lieder vom Band kommen, ich höre jedoch keinen einzigen Fangesang. Nur das ständige rufen irgendwelcher Vornamen unserer Spieler, je nachdem wer gerade das Mikro hat. „Arjen, Arjen, Arjen“… „Philipp, Philipp, Philipp“… „Louis, Louis, Louis“…

Auch wenn ich weiß, dass wohl niemals ein Spieler unseres Vereins diese Zeilen lesen wird, möchte ich wenigstens an dieser Stelle das schreiben, was ich am liebsten jedem Spieler persönlich gesagt hätte: Ich bin so verdammt stolz auf euch, auf eure Leistung! Wie ihr es geschafft habt, eine zu Beginn schwierige Saison so zu beenden. Mir geht das Herz auf wenn ich sehe, mit welchem Spaß ihr Fußball gespielt habt in letzter Zeit. Wenn ich sehe, wieviel Spaß ihr bei den Feiern in Berlin hattet. Ich bin so froh darüber, dass dieses Team im Kern weiterbestehen wird, weil ich weiß, dass ihr euch weiterhin verbessern könnt.

Wenn ich sage, dass ich das Gefühl habe heute sei ein Teil in mir gestorben, dann meine ich damit nicht die Niederlage. Damit meine ich das was sich heutzutage als Fanschar zeigt und bei dem ich mich irgendwie unpassend fühle. Wenn ich frage ob ich zu alt bin, kenne ich eigentlich die Antwort, denn ich bin erst 26. Stelle ich mir jedoch die Frage, ob ich zu alt für die heutige Fanschar bin, weiß ich nicht was ich sagen soll. Vor allem wenn man bedenkt, was dann erst die Leute sagen müssten, die schon mehrere Jahrzehnte Herzblut für unseren Verein gegeben haben.

Gestern auf dem Nachhause-Weg habe ich mir gewünscht Fan eines Kreisligavereins zu sein, mit höchstens 200 Leuten ein Spiel auf einem holprigen Dorfplatz zu sehen. Ohne Gloryhunter… Ohne Sponsorenfähnchen… Ohne Diskomusik… Und das wo ich doch nach dieser Saison so glücklich sein müsste wie selten in den letzten Jahren… Bin ich zu alt?

© 2010 elreyloco

Südkurve München - Herzblut seit 72 FC Bayern München Fanartikel Südkurve München - Herzblut seit 72 Rückseite FC Bayern München  Fanartikel

Werbeanzeigen

40 Kommentare zu “Wenn feiern weh tut…

  1. Sarah_FCB1900 23. Mai 2010 um 4:41 pm

    super artikel wie immer….ich denke, deine frage kann man mit einem eindeutigen NEIN beantworten, du bist nicht zu alt 😉 es gibt nun mal (leider) solche „fans“, die es alles nur als Party ansehen =( sehr schlimm so was…

    Gefällt mir

  2. Saylon 23. Mai 2010 um 5:32 pm

    Seht ihr das nicht vielleicht ein wenig zu eng?
    Ich bin nur ein paar Jahre älter als Du Minga, aber ich fand die Feier heute schön, auch wenn ich sie auf Grund der Distanz zur Landeshauptstadt nur im Fernsehen sehen konnte.
    Gestern Abend habe ich das Spiel in einer Sportsbar verfolgt. Und da saß eine interessante Mischung zusammen. Ein paar italienische Fans, die natürlich für Mailand waren, einige münchner Fans die wohl eher im Alter meines Vaters sind und ein paar Leute die doch deutlich jünger waren als ich. Alle haben angespannt aber friedlich mit ihrem jeweiligen Team mitgefiebert und gelitten.
    Einige haben Fanen geschwenkt, einige der älteren Sprechchöre oder Flüche vom Stapel gelassen. 3 Mädels im Alter von ca. 16 Jahren wiederum haben hingegen völlig angespannt unsere Angriffsbemühungen verfolgt und ab und an gejammert, wieso der und der denn nicht einfach mal auf’s Tor geschossen hat.
    Die hatten keine Fahnen, die hatten auch keine Trikots an, aber die haben genauso sehr auf einen Sieg unserer Münchner gehofft wie die „alten Hasen“. Sind sie nun wegen ihres „Disco“-Outfits nun keine richtigen Fans?
    Sind all jene, die seit der WM2006 sich für Fussball interessieren nur Event-Fans?
    4 Jahre lang Event-Fans?

    Übrigens, mein Vater, Jahrgang 52 und seit frühster Kindheit Glattbach-Fan und eingefleischter Bayern-Hasser hat heute mit mir zusammen die Feier angeschaut. Zwischenzeitlich saß er ganz ergriffen da.
    Und am Ende meinte er zu mir, er fände es schön das die Fans inzwischen wieder ein Gespür für Leistung und Leidenschaft hätten. Das was er heute auf dem Marienplatz gesehen hätte im Kontrast zu den Spruchbändern beim letzten Spiel des HSV („Vielen Dank für nix! und ähnliches) würde deutlich zeigen, dass die Fans sehr wohl nicht nur das Auge für den Augenblick, das letzte Spiel oder eben den Event haben, sondern sich der Saison und dem Charakter ihres Teams durchaus bewusst sind.

    Wenn also dort heute auf dem Marienplatz tausende von Fans waren und die Mannschaft gefeiert haben dann finde ich das toll. Mag sein, dass da ein paar dabei waren, die der Hype mitgerissen hat. Aber bei einem so großen Verein wie dem FCB ist das unausweichlich. Aber schlussendlich wurde der gesamte Profibereich des FC Bayern für eine beeindruckende und leidenschaftliche Saison geehrt.

    Und das ist es worauf es meiner Meinung nach ankommt!

    Gefällt mir

  3. supidupi77 23. Mai 2010 um 6:13 pm

    Ich finde auch, dass Du das alles etwas eng siehst. Denn zum FC Bayern gehören nun auch einmal die Erfolgsfans!Ich finde es auch nicht gerade prickelnd, das Sponsorenfähnchen geschwungen werden, und die Dauerbeschallung einem Einkaufszentrum gleich kommt.
    Aber wenn Du Gestern im Bernabeu warst, und gesehen oder besser gehört hast, wie die Mannschaft von tausenden von“echten“Fans NACH der Siegerehrung gefeiert wurde. Dann dürfte Dir um die Fankultur in München nicht bange sein!
    Und wahrscheinlich waren eben Diese noch nicht zurück in der Heimat. Oder wie ich, einfach zu müde, um auf dem Marienplatz noch einmal Gas zu geben.
    Und so gesehen sind Wir vielleicht doch zu alt!:-)…wobei ich nochmal 11Jahre älter bin.

    Gefällt mir

  4. elreyloco 23. Mai 2010 um 6:17 pm

    @ Saylon: zuerst sollte ich wohl erwähnen das ich nicht Minga bin, sondern eine andere Person. Nur um da Missverständnissen vorzubeugen. 😉
    Mir ist natürlich klar das meine Worte nicht allen gefallen werden, und das manche auch anders darüber denken werden.
    Aber um auf ein paar Punkte gezielt einzugehen:
    – was das „Disco-Outfit“ betrifft: ich sage ja nicht dass solch ein Outfit zwangsweise bedeutet das diese Leute keine richtigen Fans sind. ABER: ich für meinen Teil bin der Meinung das es für jeden Anlass entsprechende Kleidung gibt. Ich gehe ja auch nicht mit Schlabberlook und Hoodie auf ne Beerdigung. Früher hatten die Leute ihre Kutten an wenn es ins Stadion ging, und die hatten sie auch an wenn es auf den Marienplatz ging. Das zeigt doch für welchen Verein man ist, das zeigt doch eine Identifikation. Mir fehlt da irgendwie der Glaube das diese Leute wirklich ernsthaft am FC Bayern interessiert sind als daran ne Party zu machen oder einfach für den FC Bayern zu sein weil es grad mal wieder in Mode ist.

    – WM 2006 und Event-Fans: um ganz ehrlich zu sein, ja! Ich kann dir auch erklären wieso ich zu dieser Meinung komme. Und zwar weil diese Leute auf Grund eines Events zu diesem Sport gekommen sind. Also erwarten sie auch ständig das es so weitergeht, da sie sonst schlicht und ergreifend nicht wüssten was gerade passiert. Denn der Sport selbst existierte auch schon weit vor der WM, egal ob auf Verbands- oder Vereinsebene. Da war das ganze jedoch uninteressant, da war Fußball noch irgendwie „Proletariersport“ und die Fans in den Kurven biersaufende Idioten. Dann kam die WM im eigenen Land, auf einmal entdeckte jeder sein Interesse an diesem Sport und es wurde auf einmal „salonfähig“ ins Stadion zu gehen. Aber nicht unbedingt um die Mannschaft anzufeuern, sondern weil man unterhalten werden wollte. Man hat erwartet ein Schauspiel geboten zu bekommen, weil genau das während der WM passierte. Das ist das was ich meine wenn ich sage das die erwarten das es nur so weitergeht.

    – Das dein Vater ganz ergriffen da saß mag ja gut und schön sein, und ich selbst finde es irgendwie auch toll zu sehen das die Mannschaft gefeiert wird, schlicht und ergreifend weil sie es sich auch verdient hat. Aber warum feiern jetzt die ganzen Leute genau die Mannschaft die sie noch vor wenigen Monaten ausgepfiffen haben? Und werden diese Leute auch dann noch sichtbar sein wenn es mal weniger gut läuft? Die Antwort lautet nein. Wenn all diese Leute wirklich den FCB im Herzen tragen würden wäre auch ein Pokalspiel gegen Fürth ausverkauft gewesen. Dann hätte vor 8 Monaten niemand gepfiffen sondern hätte die Mannschaft angefeuert, und würde nicht jetzt einfach feiern weils grad passt.
    Für Aussenstehende mag das alles ganz toll sein, man sieht einen vollen Marienplatz, man sieht das die Mannschaft gefeiert wird – aber wenn man mittendrin steht, und sich wirklich unwohl fühlt und meint man sei am falschen Platz, dann kann irgendwas nicht stimmen.

    Ich für meinen Teil ehre den Verein damit das ich auch kommende Saison bei vielen Spielen dabei bin, das ich meine Mannschaft bedingungslos unterstütze. „In guten wie in schlechten Zeiten…“, so wie es nun einmal sein sollte. Für manche ist solch eine „schlechte Zeit“ jedoch wohl schon die Niederlage in einem CL-Finale, wo ich nicht wissen möchte was für diese Leute eine Saison ohne Titel ist.

    Jeder mag andere Ansichten haben, das ist so und ist ja auch gut so. Ich bin immer bereit mit Leuten zu diskutieren, einfach als Art „Erfahrungsaustausch“. Letztendlich vertraue ich jedoch eher darauf was ich tagtäglich erlebe, was der Grund ist weshalb ich heute solch einen Post verfasst habe.

    Gefällt mir

  5. elreyloco 23. Mai 2010 um 6:40 pm

    @ Supidupi77:
    „Aber wenn Du Gestern im Bernabeu warst, und gesehen oder besser gehört hast, wie die Mannschaft von tausenden von“echten“Fans NACH der Siegerehrung gefeiert wurde. Dann dürfte Dir um die Fankultur in München nicht bange sein!“
    Leider Gottes war ich gestern Abend nicht in Madrid, aber leider schon viele viele Male in der Allianz Arena. Und genau aus diesem Grund bange ich um die Fanszene, die eh schon schrumpft. Bei Auswärtsspielen habe ich eher selten solche Gefühle, weil dort größtenteils eben die Leute dabei sind die wirklich Spaß daran haben den Verein zu unterstützen – egal wann und wo.
    Bei Heimspielen kommen jedoch Hansi Hinterdörfler und Susi Sorglos, weil sie mal bei einem Event dabei sein wollen. Weil deren Bekannte davon schwärmen wie toll es doch ist mal in die Arena zu gehen, weil man da in Ruhe das Spiel sehen kann. Natürlich mit dem Vermerk man solle besser 5 Minuten vor Spielende gehen, weil es sonst im Parkhaus eng wird.
    Oder es kommt Papa mit seinem Kleinkind in 112/113 und wird etwas unwirsch als sich die Masse zu „Hüpf Bavaria“ bewegt, oder als es nach einem Tor zu einer schlagartigen Verdichtung der Zuschauer kommt weil alle von oben nach unten „fallen“.

    Mir ist bange weil die Anzahl derer die in der Fanszene nachkommen im direkten Vergleich zur Masse an Eventtouristen völlig untergehen. Fußball war schon immer Volkssport, inzwischen sind jedoch auch Stadionbesuche ein Phänomen geworden. Etwas das man UNBEDINGT einmal gemacht haben muss, ob man sich jetzt für die Mannschaft die da unten auf dem Rasen spielt interessiert oder nicht. Ich finde es einfach toll welche Dialoge man hier und da mal aufschnappt wenn sich solche Leute unterhalten, über den schlechten Pass der Nummer 44, oder darüber warum der „Baustiber, oder wie der mit der 28 heißt“ eigentlich so schlecht spielt. Ribéry und Robben, diese Namen kennt jeder. Aber Mehmet Ekici? Diego Contento? Selbst bei Hermann Gerland wirds für manche schon arg kompliziert. Denen soll ich abnehmen das sie sich ernsthaft für unseren Verein interessieren? Wird schwierig…

    Gefällt mir

  6. Becci 23. Mai 2010 um 7:06 pm

    @Elrreyloco:
    Ich sehe das ganz genauso wie du. Ich bin vieleicht ein Mädchen & erst 15Jahren alt aber ich kann von mir sagen das ich dem FC Bayern in meinem Herzen trage, von meiner Geburt aus. Mein Vater hat mich damals mitgenommen, dazu muss ich sagen dass er nicht unwirrsch wurde ganz im Gegenteil, wehe ich trinke gerade mal während gesungen wird 😀 😉 Und mir fällt das auch bei den Heimspielen auf , was du schon gesagt hast. Leider rege ich mich auch viel zu oft über diese Leute auf. Diese Fans wollen wirklich nur sich selbst feiern, aber was will man da gegen machen? Sie alle aus dem Stadion verbannen?

    Gefällt mir

  7. Alex85 23. Mai 2010 um 7:56 pm

    Supidupi77 hat recht. Man darf die Leute auf dem Marienplatz nicht als DIE Fans des FC Bayern betrachten. Das ist inzwischen ein bunt gemischter Haufen, der aus Leute besteht, die aus unterschledlichsten Gründen dort hinkommen. Das das ganze dann wegen des gemischten Publikums eher zu einer Mainstream-Veranstaltung wird ist da nur logisch.

    Ich selbst war gestern im Stadion und bin absolut überwältigt gewesen, was für eine Stimmung wieder geherrscht hat. Von der ersten bis zur letzten Minute wurde angefeuert und am Ende die Mannschaft noch würdig gefeiert. Das sind dann die Momente, bei denen die echten Fans und ihre Mannschaft zusammen kommen.

    Als ich dann heute auf dem Marieplatz stand, hab‘ ich dann wieder die „anderen“ Fans gesehn, die diesen Augenblick nur durch den Sucher ihrer DigiCam erleben, um später im Netz ihren Freunden zu zeigen, was für tolle Fans sie doch sind.
    Meiner Meinung nach ist das aber auch nicht so wild, denn im Stadion zählt nach wie vor Qualität, am Marienplatz inzwischen eher Quantität.

    Deshalb nicht den Kopf hängen lassen…ich bin zwar auch schon 24, bin aber überzeugt, dass das noch nicht „zu alt“ ist 😉

    Gefällt mir

  8. Lizas Welt 23. Mai 2010 um 9:40 pm

    Der Romantiker in mir stimmt dem Beitrag aus vollem Herzen zu, während der Realist in mir sagt: Dass das eine „Happy-Teletubbie-Sommermärchen-Feier“ geworden ist – mit Sponsorenfähnchen, furchtbarer Discomucke und Vuvuzelas -, ist nur folgerichtig. Denn in den letzten 20 Jahren hat sich der Fußball insgesamt massiv verändert; das Publikum ist ein völlig anderes geworden. Dass die Stadien heute so voll sind, liegt nicht zuletzt am Eventcharakter der Spiele (und des ganzen Drumherums). Heute gehen Leute zum Fußball, die Ende der achtziger Jahre noch die Nase über diese Sportart gerümpft hätten (oder haben). Fußball ist Pop, Fußball ist Musical, Fußball ist Show. Und nicht gerade kleine Teile des Publikums sind schlicht und ergreifend: Kundschaft.

    Der FC Bayern hat diese Entwicklung hierzulande übrigens nicht nur befördert, er war und ist ihr Vorreiter. Und man muss es ganz klar sagen: Nur so kommt das viele Geld in die Kassen, von dem man dann Superstars wie Rib & Rob verpflichten kann und das eine Saison wie diese überhaupt erst ermöglicht. Die Einnahmen setzen sich unter anderem zusammen aus den Eintrittsgeldern, dem ganzen Merchandising und – natürlich – dem Sponsoring. Der FC Bayern (dessen Profiabteilung konsequent und zeitgemäß als AG aus dem Verein ausgegliedert wurde) ist eine Marke, die sich vorzüglich verkauft. Dieses Rad lässt sich nicht zurückdrehen (schon gar nicht, wenn man Erfolg haben will), auch wenn man in manchen Momenten über die eine oder andere Konsequenz daraus fluchen mag.

    Gefällt mir

  9. Mecki66 24. Mai 2010 um 12:37 am

    Ich mit meinen 43 Lenzen, bin 17 Jahre älter wie du, war bei den CL Endspielen 1987,1999,2001 und auch gestern in Madrid dabei und sooft ich es Beruflich einrichten kann, Unterstütze ich den FC Bayern ob Auswärts oder in der A. Arena und ich muss dir bei jedem Wort recht geben was du geschrieben hast. Was heute auf dem Marienplatz abgehalten wurde, war einfach nur Mediengerecht.
    Unsere ganzen Erfolgsfans waren glücklicklich über das Spektakel auf dem Marienplatz, für mich persönlich war es eine Zumudung.
    Ich hoffe dass der Verein irgendwann begreift, was es für alle wahren Fans des FC Bayern heißt immer für den FC Bayern da zu sein.
    Wir waren da als es noch keine Erfolgsfans gab und wir werden da sein, wenn alle Erfolgsfans wieder gegangen sind.
    FC Bayern bis in den Tod……

    Gefällt mir

  10. derkiesel 24. Mai 2010 um 8:00 am

    Moin moin aus dem hohen Norden.

    Ich kenne die Gefühle und kann dir versichern, dass es anderen in anderen Vereinen auch so geht. Ich habe mich bei den Aufsteigsfeierlichkeiten des FCSP ähnlich falsch am Platze gefühlt. 100.000 Leute, von denen 50.000 sicher auch auf dem Rathausmarkt gestanden hätten, wenn der HSV den UEFA-Cup gewonnen hätte. Partyvolk eben – der Fußball ist nunmal salonfähig geworden.

    Grüße,
    Kiesel

    Gefällt mir

  11. […] nicht alle finden das so gut und irgendwie kann ich es auch verstehen. Stichwort Eventpublikum, aber was soll´s! Ohne das […]

    Gefällt mir

  12. rotebrauseblogger 24. Mai 2010 um 10:55 am

    Vermutlich wäre der Weg in die Kreisliga für Aktiv-Fans wie Dich gar nicht mal unlogisch. Hier in Leipzig ist auch eine der größeren Ultra-Gruppen zu einem neugegründeten Verein in die Kreisklasse ‚gewechselt‘. Andererseits träumt man ja als Fan auch immer von den großen Siegen, Stadien und Erlebnissen, das wird bei den ‚wahrhaftigen‘ Fußballern auf dem Holperrasen schon schwieriger.
    Überhaupt finde ich es schwer Aktiv-Fans gegen Passiv-/Konsum-Fans auszuspielen. Beide gehören zum Fußball auf je ihre eigene Weise dazu. Konsum-Fans vorzuwerfen, dass Ihnen nicht genug an den Bayern läge, trifft den Punkt nicht, weil man vom Steven-Spielberg-Gucker auch nicht unbedingt erwartet, dass er alles davon weiß oder sich einbringen muss bei der Entscheidung, wie das Kino gestaltet wird oder sich in einem Movie-spezifischen Sinne zu kleiden. Ja, ich weiß, Fußball ist für viele natürlich eine völlig andere Ebene der Identifikation. Dass es dieses für viele Menschen gerade in den Kurven ist, heißt doch aber nicht, dass es für alle Fußballgucker so sein muss. Sprich: Was erhebt Dich über den Event-Gucker? Dass Du einen ‚irrationalen‘ Fan-Entwurf gewählt hast und zu einem Team stehst auch wenn die scheiße spielen (und ganz nebenbei: ich finde ein pfeifendes Publikum in 95% der Fälle auch komplett daneben)? Dass es ‚Dein‘ Verein ist? ‚Gehört‘ er Dir, weil Du mehr Emotionen investierst? Fußball-Gucker sind in einer Art und Weise heterogen geworden (das mag am Sommermärchen liegen oder auch nicht), dass da ganz naturgemäß völlig unterschiedliche fanästhetische Konzepte aufeinanderprallen.
    Für die Vereine ist die Situation natülich trotzdem schwierig. Sie brauchen die Konsum-Fans, weil Sie vor allem auch die teureren Plätze bevölkern und sie brauchen aber auch die Aktiv-Fans, weil erst diese aus einer Theater-Arena durch ihre Kreativität, Aktivität und Emotion die fußballtypische Atmosphäre zaubern. Oder noch schräger: Konsum-Fans würden ohne Aktiv-Fans wohl nicht mehr zum Fußball gehen, erfolgreicher Fußball und mit ihm die Bayern-Kurve ist ohne Konsum-Fans nicht denkbar. Ergo: alle brauchen einander, aber vielerorts stehen sich die verschiedenen Fankulturen doch recht unversöhnlich gegenüber.

    Gefällt mir

  13. zechbauer 24. Mai 2010 um 11:07 am

    Die da gestern auf dem Marienplatz, waren auch nicht die Madrid-Fahrer (die waren größtenteils noch auf dem Rückweg), nicht der Kern und nicht die, die dem Verein seit Jahren und Jahrzehnten die Treue halten – jedenfalls nicht in der Masse. Das ist okay, solange sich aus den dort Anwesenden in Zukunft solche Dauerfans entwickeln. Ganz so pessimistisch wie Du würde ich das nicht sehen, obwohl mir diese „Events like Sommermärchen“ genau so auf die Eier gehen.

    Gefällt mir

  14. mario 24. Mai 2010 um 3:16 pm

    mir ging es genau so. ich bin verdammt stolz auf diese mannschaft. ich hab selten ein team mit so viel leidenschaft und trotzdem so guten spielerischen und taktischen fähigkeiten gesehen. diese mannschaft hat es verdient auf dem balkon empfangen und gefeiert zu werden. aber es kommt auf die art des feierns an. man kann doch nicht wirklich nach einem verlorenen cl- finale „heut ist so ein schöner tag“ spielen und so tun als ob man den titel geholt hätte.
    kennt den ein „moderner“ fan wirklich keinen schmerz mehr nach einer niederlage? ist fussball für die meißten wirlich nur noch eine alternative für die disco oder sonst eine party?
    ich glaub ich bin mit meinen 18 jahren auch schon zu alt um das alles zu verstehn.

    Gefällt mir

  15. oliver Kobytzki 24. Mai 2010 um 3:21 pm

    Servus Leute.
    Da spricht viel Entäuschung mit, Männer von Flake.
    Meint ihr die 70000 Ine Allianz Arena sind „nur“ Eventfans oder Erfolgsfans???? Quatsch,das ist das Ergebnis von dem begeisternden Fussball den unsere jungs gespielt haben.Recht hast du,wer weiss ob die da sind wenns mal schlecht läuft.
    Egal ,wie dem auch sei.
    Seid Stolz auf die saison und denkt an`99,wo wir das Finale verloren haben.Und was ist danach passiert????Wir ham die CL gewonnen.So einen Charakter hat diese Truppe auch.Das zeigt die Vertragsverlängerung von Franck.WIR werden wieder angreifen.
    Es war ne geile Saison,mit endlich wieder schönem Fussball.
    Gruss an alle Roten.
    Für immer und ewig FCB!!!!!
    gruss bolle

    Gefällt mir

  16. Dude 24. Mai 2010 um 4:13 pm

    hallo elrayloco,

    ich würde das nicht so eng sehen. bin sicher kein erfolgsfan und war gestern auch da. d.h. ich war mit kumpels zuerst hinter dem rathaus um die mannschaft dort näher zu sehen und zu begrüssen und dann, nachdem sie vorbeigefahren waren sind wir nach vorne gegangen. der marienplatz war natürlich schon voll, also mussten wir uns eh weiter hinten halten.
    und da ist meiner meinung nach auch der unterschied zu sehen. das ist wie auf konzerten teilweise, vorne sind eben mehr die „kreischenden teenager“ (die auch ein unterhaltungsprogramm wollen und das gut finden) und weiter hinten sind halt wir „älteren herrschaften“. ich hab ne riesenfahne dabeigehabt aber hätte ich die nicht mitgenommen hätte ich auch ein „sponsorenfähnchen“ geschwenkt. es geht doch nur um die symbolik des grüssens und dem hochhalten der vereinsfarben. man sollte auch die jungen fans deswegen nicht verurteilen. jeder erlebt sein „fan sein“ auch irgendwie anders. ich z.b. muss mich immer voll konzentrieren können beim spiel und bin dabei sehr angespannt. ich bin keiner der rumspringt wie ein derwisch und die ganze zeit singt oder so. ich trinke auch vor und während des spiels keinen alkohol. klar macht so jemand wie ich nicht die grosse stimmung los, aber emotional bin ich mehr dabei als manch (die meisten) andere/n.
    und die marienplatzfeiern waren vor 10 jahren im übrigen auch nicht anders. in diesem sinne … wir können stolz auf unsere mannschaft, unseren verein sein!

    rot-weisse grüsse vom dude

    Gefällt mir

  17. rantanplan 24. Mai 2010 um 5:30 pm

    Wow,meine Worte!Sehr guter Artikel!War gestern auch da.Und dachte mir: Mitläufer,Opportunisten etc.Es sind zum Teil dieselben Leute, die nach dem 0:2 für Bordeaux fluchtartig das Stadion verlassen haben, um schneller auszuparken.Oder Leute, die seit dem 4:0 gegen den SVW FCB-Fans sind.Musik zum
    abgewöhnen. Ohne zu verklären: 2001 war es anders, da hast Du voll und ganz recht.
    Beste Grüße.

    Gefällt mir

  18. antikas 24. Mai 2010 um 7:08 pm

    Nicht böse sein Leute, aber ich weiss nicht was ich schlimmer finde.
    Diese Sommermärchenscheisse, oder die albernen “ Ich bin ein besserer Fan als du“-Diskussionen.

    Eine geile Saison ,ein geiles Jahr, wahrscheinlich eine grosse Zukunft, und hier wird über Eventfans diskutiert. Ist doch Quatsch. Jeder wie er mag.

    Gefällt mir

  19. Hugo 24. Mai 2010 um 8:08 pm

    Hallo Sportsfreunde , warum so aufgebracht ? Wir haben eine super Saison gespielt . Ich verstehe den Frust nicht. Ich bin 47 Jahre und schon seit 29 Jahren Mitglied. Ich bin am Samstag nach Muc gefahren und habe das Spiel mit vielen Auswärtigen die keine Karten für die AA bekommen haben , im Hirschgarten geschaut. Wir haben nach dem Schlußpfiff unserer Mannschaft applaudiert und sind trotz Platzregens noch länger geblieben. Es ist doch selbstverständlich das man am Sonntag zum Marienplatz fährt und seine Jungs wieder aufbaut . Nichts Anderes wollten viele der Besucher dort . Die Werbung auf den Fahnen ist übrigens nicht größer als auf dem Trikot – also was solls . Nur weil ich bei Spielen nicht in der Südkurve stehe bin ich kein Fan 2ter Klasse. Der Mannschaft die sehr niedergeschlagen schien hat es sehr gut getan. Wenn man nur Fans mit Kutte und echter Fahne im Stadion sehen will , dann bleibt der 2te und 3te Rang leer. Ich danke Allen die da waren und jetzt oder kürzlich Bayern Fans geworden sind .
    Herzlich Willkommen wir lieben euch !!

    Gefällt mir

  20. Dude 24. Mai 2010 um 8:16 pm

    Ich kann Hugo nur voll und ganz zustimmen!

    Gefällt mir

  21. Gisela 24. Mai 2010 um 8:35 pm

    Auch ich stimme Hugo zu. Ich bin nicht so pessimistisch und warte gerne ab, wie sich das Fanverhalten auch in vielleicht schwierigen Zeiten entwickelt.

    Gefällt mir

  22. Mika 24. Mai 2010 um 11:10 pm

    Hmmm…wenn man mit 26 schon zu alt ist, was soll ich dann mit 31 sagen? Ich begleite die Mannschaft seit ich denken kann, auch wenn ich „nur“ ein Auswärtiger bin. Und was die Leute angeht, die erst pfeifen und dann auf heile Welt machen, die sind für mich tatsächlich nur Mitläufer. Keiner, der seine Mannschaft wirklich „liebt“ und unterstützt würde sie auspfeifen. Ich denke der Großteil auf dem Marienplatz war dort, um die Mannschaft für das zu feiern, was sie bis heute erreicht haben -selbst ohne den letzten großen Pokal. Wenn ich das Ganze mal objektiv sehe und mit anderen Vereinen/Fans vergleiche, dann würde ich die Fans meines Vereines über alle anderen stellen. Diesen Zusammenhalt gibt es halt nur in Minga…^^

    Gefällt mir

  23. BayernBolle73 25. Mai 2010 um 10:37 am

    Ach Leute.
    Seid doch einfach stolz auf die geile Saison.
    Und seid stolz das sooooo viele fans den jungs so einem Empfang gegeben haben.
    Wär keiner dagewesen hätte man auch wieder wat zu kacken gehabt.
    Man kann auch alles kaputt-reden/schreiben.
    Stay proud!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    gruss bolle

    Gefällt mir

  24. Hans 25. Mai 2010 um 11:13 am

    Ich finde diese Einstellung scheisse: „Wir sind die richtigen Fans, und alle die nicht singen, feiern und denken wie wir, sind keine -richtigen- Fans, sondern nur Erfolgsfans.

    Das ist arrogant und selbstzentriert. Jeder hat das recht das zu tun und zu lassen was er will. Und die da am Sonntag vor und auf dem Balkon standen wollten das so und hatten einen schönen Tag. Woher nimmst du dir das recht zu bestimmen wie sich diese Fans präsentieren sollen.

    Du sprichst von einem Hirnlosen Mob… sag mal gehts noch? Bist du vielleicht der Falsche um so einen Blog zu schreiben, den ich bisher gerne verfolgt habe.

    Du bekommst von mir den Looser Bonus den jeder Bayernfan, ob eingefleischt oder erfolgsabhängig nun eine Woche gut hat, weil die Situation so bitter ist und der Schmerz noch zu groß.

    Denkt daran es geht immer noch Fussball….Mal gewinnt man und manchmal gewinnen die Anderen, und ganz selten gewinnt Bayern das Tripple.

    You never walk alone…

    Gefällt mir

  25. BORN TO BE FCB 25. Mai 2010 um 1:46 pm

    Mitläufer wirds immer geben. Letztendlich spülen die auch das Geld in die Kassen, mir solls recht sein. Ich verfolge die Spiele immer nachts um halb vier live weil ich im Ausland wohne. Zuvor habe ich in München gelebt und bin seit über 30 jahren fanatischer Bayern-Fan. Wenn einer was gegen den FCB sagt treten bei mir die Adern hervor. Die Kommerzialisierung geht mir auch auf den Sack aber was soll ich machen? Auf den Fussballmagazinen hier grinsen mich immer Beckham Ronaldo und Co. an mit ihren sixpacks und tatoos. Zum Kotzen. Wenn ich Fussball ohne schickimicki will spiele ich selber mit meinen Jungs. Dabei erzähle ich dass Fussball ein Mannschaftssport ist und der teamgeist das wichtigste ist. Viele meiner Kumpels hier haben zwischenzeitlich ein Bayern Trikot welches ich Ihnen geschenkt habe. Die sind zwar noch relativ selten hier zwischen all den ManU und RM Trikots aber wir sind im kommen. FCB rules around the globe!!!

    Gefällt mir

  26. BayernBolle73 25. Mai 2010 um 2:21 pm

    Ach ja,ohne Sponsoren keine Arena,keinen Ribery,keinen Robben etc.
    Mal drüber nachdenken.
    so ist es nun mal.
    gruss bolle
    EIN LEBEN LANG FC BAYERN !!!!!

    Gefällt mir

  27. elreyloco 25. Mai 2010 um 5:30 pm

    @ Hans: nur um den „hirnlosen Mob“ zu erläutern: Wenn Leute, egal wann und wo und zu welcher Begebenheit, keinerlei Eigeninitiative zeigen sondern immer nur das nachäffen was ihnen vorgegeben wird sind diese Leute für mich hirnlos. Kennst du „Das Leben des Brian“? Falls ja sag ich nur „Ihr seid doch alle völlig verschieden“, falls nicht: http://www.youtube.com/watch?v=ZvrzgUnCPnU
    Das magst du als vllt. als überzogen empfinden, ich denke jedoch das es passt. Würde ich das nicht denken hätte ich das nicht geschrieben.
    Denn wenn ich mir ansehe wie gierig manche nach diesen Sponsorenfähnchen waren, wie schnell Leute „aufgewacht“ sind wenn mal wieder ein tolles, hippes Lied vom Band anlief, hat das nicht etwas mit „nachäffen“ zu tun?

    Was die anderen Kommentare betrifft, ohne da jetzt explizit auf einzelne Stellen einzugehen: ich bin natürlich stolz auf die Jungs, und ich bin natürlich sehr sehr zufrieden damit wie die Saison verlaufen ist, einfach weil wir – unabhängig vom CL-Sieg bzw. der Niederlage – viel erreicht haben und Fortschritte gemacht haben. Dazu haben wir einen Trainer von dem ich ausgehe das er nächstes Jahr diese Truppe weiter verbessern wird.
    Das es irgendwie auch immer einen gewissen Anteil an Kunden respektive Konsumenten braucht ist ebenso klar, ich finde es jedoch nur sehr schade das die Konsumenten inzwischen hofiert werden, in der Hoffnung sie geben ein paar mehr Euro aus, als diejenigen die vllt. nicht jeden Fanartikel kaufen aber dafür jede Woche das Geld für Auswärtsfahrten etc. ausgeben. Da stimmt für mich die Relation einfach nicht.
    Denn genau die letztgenannten sind es die auch für das Image nach aussen sorgen, mit den Choreografien, einer stimmungsvollen Kurve und ähnlichem. Viele Konsumenten (das sagt der Name ja schon aus) atmen das alles nur als Teil einer Veranstaltung ein, ohne aber in irgendeiner Form selbst aktiv zu werden. Und sollte dieser Teil des „Events“ nicht mehr vorhanden sein wirds langweilig, dann können die Scampis noch so lecker und die Fanartikel noch so toll sein.
    Nichts anderes als diese Entwicklung stelle ich hier in gewissem Maße an den Pranger, natürlich nicht ohne Kritik an den Personengruppen die meines Erachtens nach mit an dieser Entwicklung Schuld sind.

    Ich bin keiner der Dinge vorschnell kritisiert, ich mache mir durchaus Gedanken. So ist es auch in diesem Fall, und nur weil ich das erst jetzt schreibe bedeutet das nicht das mir diese Entwicklung nicht schon seit längerem ein Dorn im Auge ist.
    Mir war aber klar das es bis zu einem gewissen Prozentsatz „normal“ und auch nötig ist mit dieser Situation zu leben. Aber das Geschehen auf dem Marienplatz hatte für mich dann mit dieser Situation nichts mehr zu tun, das war einfach nur noch der Gedanke das ich da irgendwie falsch wäre.

    Und um nochmal kurz auf das geflügelte Wort „Erfolgsfan“ einzugehen: die Anzahl derer die im letzten Herbst unseren Trainer van Gaal am liebsten schon geköpft hätten, und ihn jetzt feiern, gehören für mich durchaus in diese Kategorie. Man könnte auch „Fähnchen im Wind“ sagen, das hört sich dann vllt. niedlicher an – letztendlich bleibts aber das gleiche. Denn entweder ich stehe zu meiner Meinung, oder eben nicht.
    Auch wenn ich nicht gerade stolz auf darauf bin, aber ich habe – als der Blender zu uns kam – auch erstmal gewartet was letztendlich passiert um mir eine Meinung bilden zu können. Denn seine Grundaussagen bezüglich „Prozesstrainer“ und ähnlichem sind auch bei van Gaal wiederzufinden – der Unterschied liegt jedoch darin das bei van Gaal konsequent Verbesserungen sichtbar waren, und beim Blender eben nicht. Wenn ich mir jedoch vorschnell ein Urteil fälle, aus welchen Gründen auch immer, und dann ebenso schnell umschwenke dann kann ich von meiner ersten Meinung selbst nicht wirklich überzeugt gewesen sein. Und ausgerechnet bei seiner eigenen Meinung sollte man das doch eigentlich erwarten, oder?

    Gefällt mir

  28. gräm 25. Mai 2010 um 10:12 pm

    so ich denk das ich jetz auch mal meinen senf dazugeben müsste…
    erstens stimm ich minga voll und ganz zu!
    es gibt so viele Beispiele die für seine These sprechen und da fang ich mal grundsätzlich mit anderen vereine an damit es nicht heisst es wäre undifferenziert:
    -wolfsburg, der ex-meister:bei dem fans nur eventgeil und meist vw mitarbeiter sind, und dann in anzug und schlipps ein veh raus-plakat zücken
    -nächstes beispiel kann ich aus erster hand berichten, da nicht weit weg von meiner Heimatstadt es ja einen so vorbildlichen,armen dorfverein(für die eventfans das ist ironie) gibt. ich kann mich noch genau daran erinnern wie solche eventfans nichts dagegen hatten das die vor uns standen weil es ja gut für den sport sei…und iwelche kleine kinder im sportverein in bayernhose und so hässlichen blauen 1899 turnvereintrikots rumgelaufen sind(vlt sind uns da ein paar erfolgsfans verlorn gegangen zum glück;))…ich mein ich bin mal fast 10 Jahre jünger wie du aber da komm ich auch ned mit..ich hat damals 2 trikots natürlich beide nur von bayern, die von mir mit stolz und trotz den bemerkungen wie scheiss bayern nach niederlagen getragen wurden…da stimmt mal des das früher alles besser war…
    -dfb-pokal neckarelz ist aber der größte aufreger den ich miterlebt hab..da sitzen leute im stadion mit bayerntrikots,die eigentlich nix mit neckarelz zu tun ham ausser das es vlt auch in BW/NOK liegt und stehn bei einem angestimmten ,,steht auf wenn ihr bayern seid´´ nicht auf sondern beschweren sich das se nix sehn als ich aufgestanden bin…und fiebern mit neckarelz mit obwohl das die grösste balmage ist die dem fcb passieren könnte um mein…erlebnis weiterzuführen die gegnerische Laola wird mitgemacht, das fliegerlied aus den viel zu lauten boxen mitgetanzt und einen torwart der en kullerball hält bejubelt um dann auf michael rensing rumzuhacken da platzt mir der kragen…also hab ich den torhüter in meiner manier bejubelt in dem ich glanzparade gerufen hab wenn er nur den ball vom boden aufgehoben hat da sagt einer von diesen eventfans: typisch bayernfan und ich kann ihm nur recht geben, weil er selber ist keiner…und übrigens wenn bayern verliert oder nicht so gut spielt hat man nicht unnötig geld ausgegeben wir ham bezahlt wir wolln was sehn ist keine einstellung ein team zu untersützen wenn man am verlieren ist ändert anfeuern mehr als dieses hohle gepfeiffe………..un hier noch en paar worte von herr van gaal dazu

    http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/artikel_231389.htmlhttp://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/artikel_231389.html

    Gefällt mir

  29. rolli 26. Mai 2010 um 9:52 am

    Sehr lustig das ausgerechnet DU eine Diskussion über die Fanzsene des FCB anfängst.
    Wer schreckliche Klamotten an Idioten ( genau die, welche du beschimpfst sind Deine Kunden) verscherbelt um sich selbst damit zu bereichern, dem sollte eine solche Diskussion sich eigentlich selbst erübrigen!!
    Von der Szene für die Szene???
    Die Szene kauft nicht bei Dir sondern beim Club NR.12 oder der SM, und finanziert hiermit bspw. die Choreo´s.
    Mach Dich doch nicht lächerlich…

    Gefällt mir

  30. Becci 26. Mai 2010 um 2:09 pm

    @ Rolli.
    Dein Eintrag ist völlig lächerlich oder bin ich jetzt kein Fan weil ich nicht beim Club Nr.12 oder der SM einkaufe. Sondern bei Minga? Das ist doch lächerlich. Zu mal wie ich finde
    die Klamotten nicht schrecklich sind. Ich finde diese Diskussion eigentlich auch überflüssig.
    Man kann die Menschen schließlich nicht ändern sondern nur hoffen das der Verein irgendwann
    sehen wird wer ihn wirklich unterstützt und zu ihm hält.
    & Das hat bestimmt nichts klamotten zu tun. Da könntest du genauso sagen. Nein du bist kein Bayern fan
    gehst ja schließlich bei Esprit einkaufen und nicht bei H&M (Nur als beispiel 😉 )
    Ich denke wer FAN ist unterstützt die Mannschaft ganz einfach in Guten sowie schlechten Zeiten
    & pfeifft sie nicht direkt aus.

    Gefällt mir

  31. David 26. Mai 2010 um 2:24 pm

    Nur ein paar Worte von mir. Per se bin ich ganz bei dir.. es ist lächerlich, wie viele Teenies jetzt zum Fussball gehen, weil es hip ist. Genauso am Hinterherlaufen wie damals beim Papstbesuch (erinnere mich damals noch an Fernsehberichte, wo Jugendliche da waren, weil sie „den Papst halt voll cool und so“ finden).

    Aber mei.. es ist, was es ist, ich find’s auch nicht toll.

    Was ich zum Thema „Fähnchen im Wind“ zu bedenken gebe: die gleichen, die heute Butt-Butt-Butt schreien, haben vor ein paar Monaten noch Rensing-Plakate aufgehängt und Rensing-Rensing geplärrt, als der Butt schon im Tor stand. Und das kam aus der Südkurve.

    Wie beurteilst Du das?

    Gefällt mir

  32. rolli 27. Mai 2010 um 7:40 am

    @becki

    Ich kritisiere nicht die Idioten die hier kaufen, die sind mir ziemlich egal.
    Die meisten wissen es ja nicht mal besser.
    Mir geht es geht auch nicht um gute Fans und schlechte Fans.
    Ich verurteile lediglich die heuchlerische Doppelmoral des Blogbetreibers.

    Gefällt mir

  33. elmarinho 27. Mai 2010 um 7:41 am

    Es ist tatsächlich ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gehen mir Event-Fans und vieles, was zu diesen Erscheinungen gehört, gehörig auf den Wecker. Ob das alles nun Leute dieser Kategorie am Sonntag waren, mag ich nicht so wirklich beurteilen, auch wenn ich da war.

    Mir persönlich reichte es nach der Niederlage eigentlich auch ziemlich, denn (verdient hin oder her) ein Finale zu verlieren ist nie schön. Ich war schon kurz davor, den Korso sausen zu lassen, wurde aber von meiner Frau und ein paar Kumpels doch noch überredet. Und Mann, bin ich froh, dass ich dabei war, denn ich fand es schon wichtig, dass da kein verlorener Haufen Cabrios durch die Stadt fährt und keine Sau interessiert’s. Ich wollte eben da sein und, genau wie vorher schon mal geschrieben, die Vereinsfarben hochhalten, den Jungs zeigen, dass die Saison zwar mit einer Niederlage geendet hat, aber unterm Strich ein riesengroßer Sieg war. Das, finde ich, waren wir ihnen in jedem Fall schuldig.

    Nach dem Korso und dem „Trek“ Richtung Odeonsplatz haben wir uns gar nicht mehr groß bemüht, zum Marienplatz zu kommen, hatten aber aus einiger Entfernung noch eine schöne Sicht auf den Balkon und haben dankenswerter Weise nichts von Disko-Beschallung und Sponsorenfähnchen mitbekommen.

    Gefällt mir

  34. mingarot 27. Mai 2010 um 10:09 am

    @ Rolli

    Der Artikel war gar nicht von mir, falls du mal genau hinschaust. Ich halte mich auch völlig raus aus der Diskussion wie du siehst. Derjenige von dem er war kann sich aber durchaus sein Urteil erlauben.

    Die anderen Dinge die du so vorträgst sind nichts, was ich mit irgendjemand Anonymen bespreche. Meinetwegen können wir da gern im echten Leben drüber reden. Ist allerdings mittlerweile sehr Asbach das Ganze…

    Gefällt mir

  35. elreyloco 27. Mai 2010 um 7:37 pm

    @ Rolli: wie schon geschrieben wurde stammt dieser Artikel ausnahmsweise mal von mir (Gastautor, gebürtiger Münchner und JK-Besitzer in 112/113), und nicht vom eigentlichen Blog-Betreiber (der im übrigen auch ein treuer Anhänger mit Herz und Seele ist). Dies ist – als kleiner Hinweis – an mehreren Stellen ersichtlich, u.a. am Namen des Autors sowie bei meiner Bemerkung bei Comment #4.
    Auch das überwiegend zustimmende Reaktionen kommen zeigt mir das ich mit meiner Sichtweise nicht ganz alleine stehe, sooooo völlig daneben kann meine Meinung (unabhängig davon ob man T-Shirts vertreibt oder nicht) daher nicht sein.
    Ich habe auch nie Probleme damit mit Leuten darüber zu diskutieren, wer jedoch so angeflogen kommt wie du, und dabei nicht einmal merkt das der Beitrag von einer anderen Person stammt, da vergeht mir jede Lust an einer gepflegten Diskussion.

    @ David: bezüglich der Butt-Butt-Butt-Sache: nachdem Butt für die Sache mit Rensing nichts kann wüsste ich nicht warum man ihn nicht unterstützen sollte. Natürlich heißt das nicht das bei jeder abgefangengen Flanke solche Sprechchöre kommen sollten, aber es gab schon die ein oder andere Szene wo sich sowas „anbietet“. Und diese Rufe bedeuten ja nichts zwangsweise das man gegen Rensing ist, ich finde es nachwievor sehr schade das er unseren Verein verlässt, weil ich ihn für einen wirklich guten Torhüter halte. Ändert aber nichts daran das Butt, bis auf einige Ausnahmen, gute Leistungen gezeigt hat und dies auch respektiert werden sollte.

    Gefällt mir

  36. Sportwissenschaft 28. Mai 2010 um 2:50 pm

    Nach ein paar Tagen der „Bedenkzeit“ sollte doch berücksichtigt werden, dass die Feier zur Deutschen Meisterschaft wie auch der Pokal-Gewinn ausgiebig von vielen treuen Fans gefeiert wurde. Nach der CL-Niederlage war einfach etwas Tristesse im Spiel.

    Nichtsdestotrotz kann und soll man als Bayern-Fan diese Saison so ausgiebig feiern, wie es nur geht und schon jetzt Vorfreude auf die kommende Spielzeit entwickeln.

    Viele Grüsse aus Hamburg, wir gönnen Euch das Double und sind auch wg. Mailand traurig.

    Jan

    Gefällt mir

  37. tschotscho 1. Juni 2010 um 10:27 am

    Ich möchte jetzt auch nicht über „gute“ fans und „schlechte“ urteilen nur weil sie aufm marienplatz alles nachschreien. Diese sogenannten „eventfans“ stören mich eigentlich nicht solange sie die mannschaft nicht auspfeiffen…
    das find ich echt traurig, aber das gibts nicht nur beim FCB das gibts auch bei anderen vereinen. Naja aber auch aus diesen „Eventfans“ kristalisieren sich bestimmt auch wieder neue richtige fans heraus, jeder muss ja irgendwie anfangen.

    mfg Jojo

    Gefällt mir

  38. […] Mingablog setzt sich kritisch mit der Vereinnahmung des Fußballs und der inszenierten Sommermärchen Geschichte auseinander:   […]

    Gefällt mir

  39. Hunsrückwilderer 6. Juni 2010 um 3:34 pm

    Rot-weiße Trikot, wir wolle rot-weiße Trikot!!!!

    Gegen Erfolgsfans.

    Danke für diese Worte, Glaubensbruder

    best regards, DGE…

    Gefällt mir

  40. Immi 21. Juli 2010 um 9:10 am

    Hallo

    Wie bereits gesagt wurde, sind die Erfolgsfans ein Produkt unserer Gesellschaft, der Medien und dem Allgemeinen Hype, der rund um das Sommermärchen 2006 entstand. Diese Erfolgsfans stören mich nicht an Party’s oder auf dem Marienplatz. Doch stören sie mich enorm, wenn sie nach einer geilen Party am Marienplatz nächste Saison in die Allianz-Arena kommen um dann beim ersten Fehlpass unsere Jungs auszupfeifen. Gibt ja genug Beispiele vom Anfang der vergangenen Saison.

    Wenn sie sich selber feiern wollen, dann sollen sie sich von mir aus ruhig an der Meisterfeier verausgaben. Doch wenn sie richtige Fan’s mit Herzblut sind, dann sollen sie hinter dem Verein und den Spielern stehen und diese Unterstützen. Ansonsten haben sie aus meiner Sicht in der AA nichts verloren.

    Gefällt mir

Servus! Schreibe einen Kommentar. RWG!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: