Wenn es nicht läuft, muss es eben Robben

Bild: Flo (all rights reserved)

Genossen, Waffenbrüder, verehrte Mitspitzenreiter, wieder wäre eine Etappe auf der Ralley zur Meisterschaft geschafft. 70 Minuten lang war es Ober- gegen Untergiesing am Samstag, wie der Kaiser sagen würde, wobei Freiburg bedauerlicherweise sicher eher Obergiesing war als wir. Man könnte jetzt den Gegner loben, der das sicherlich über weite Strecken des Spiels auch nicht ganz schlecht gemacht hat. Aber das würde das uninspirierte Auftreten unserer Mannschaft zu sehr entschuldigen. Wir waren einfach viel zu behäbig, haben nicht das nötige Tempo in unsere Ballzirkulation bekommen, um die gut gestaffelte Freiburger Abwehr durcheinanderzuwirbeln. Und hinten war bei den wenigen Vorstößen des Gegners wieder Polen offen bei uns. Viel richtig gemacht haben wir in den ersten 70 Minuten nicht wirklich.

Aber ganz ehrlich Freunde, das ist mir scheißegal! Wir haben die drei Punkte im Sack, unsere Tabellenführung verteidigt und in ein paar Wochen fragt keine Sau mehr danach, wie wir dieses Spiel gewonnen haben. Ich bin da aus mehreren Gründen sehr tiefenentspannt.

Man könnte jetzt sagen, die Mannschaft mache grad spielerisch ein paar Schritte zurück. Die Tendenz der letzten Spiele lässt diesen Schluss ja durchaus zu. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Zur ganzen Wahrheit gehört nämlich auch, dass wir es endlich wieder schaffen auch schlechtere Spiele für uns zu entscheiden. Das Spiel gegen Freiburg ist da ein Paradebeispiel, ich bin mir sicher noch bis vor wenigen Monaten wäre dies genau so ein Spiel gewesen, welches wir eben nicht noch siegreich gestalten und bei dem wir sicher Punkte gelassen hätten. Und wir wissen alle, genau diese Punkte sind es, die am Ende oft den Unterschied ausmachen.

Desweiteren lebt unsere Mannschaft von ihrem blinden Verständnis, den van Gaalschen Automatismen in Laufwegen und Spielzügen. Das sieht man wenn die erste Elf auf dem Platz steht daran, wie traumwandlerisch sicher der Ball läuft. Aber noch mehr sieht man es eben bei den Spielen, wo wie am Samstag einige Stammspieler ersetzt werden müssen. Das macht sich sofort bemerkbar und wenn dann der Gegner so tief steht wie die Freiburger, dann tun wir uns sehr schwer.

Last but not least gewinnt Schalke jedes gottverdammte Spiel mit einer spielerischen Klasse wie der 1. FC Holzfuß Harsewinkel. Es ist gut zu wissen, dass wir das auch können wenn es nötig ist.

Was wir Holzfuß Harsewinkel oder dem Meister der Schmerzen oder so ziemlich jedem Fußballverein der Welt voraus haben, ist natürlich eine enorme individuelle Klasse, auf die man sich auch ein Stück weit verlassen kann. Was ein Robben bei uns spielt, ist absolute Extraklasse. Er macht ein um´s andere mal den Unterschied aus und spielt nebenbei bemerkt wohl die beste Saison seiner Karriere. Er lässt dabei auch nicht den Star raushängen, sondern reißt sich echt den Arsch auf auf dem Platz, reißt schwierige Spiele an sich und was mich am meisten erstaunt, er kämpft und grätscht und arbeitet für die Mannschaft, wie ich es von ihm ehrlich gesagt in den kühnsten Träumen nicht erwartet habe. Er stellt sich nie über die Mannschaft oder lässt irgendwas raushängen.

Umso weniger versteh ich allerdings, warum einige nicht wenige Fans das tun. Tendenzen von Heldenverehrung bei gleichzeitiger verbalen Vernichtung der Heldenhelfer sind mal wieder unverkennbar. Leute, Robben würde euch auslachen, wenn er einige Dinge lesen und hören würde, die ihr so verzapft. Robben wäre nichts ohne eine gute Mannschaft. Wem man das ausführlich erklären muss, der hat keinerlei Ahnung von Mannschaftssport. Das Team hilft Robben und Robben hilft dem Team, das bedingt sich gegenseitig. Und eins darf man nie vergessen. Es existiert ein Team ohne Robben, aber kein Robben ohne Team. Er selbst weiß das, also warum immer die Dinge unnötig auseinanderdividieren, die eigentlich zusammen gehören?

Nicht umsonst bekommt für das Spiel am Samstag mit Thomas Müller ein Eigengewächs den Oskar für den besten Nebendarsteller. Größer könnte der Unterschied ja kaum sein, als wie zwischen dem Megastar Robben und dem Jungen aus der eigenen Jugend Müller. Aber in der Wichtigkeit für die Mannschaft gibt es eben keine Unterschiede.

Eine Augenweide bleibt Arjen trotzdem und in der Form in der er sich bei uns präsentiert ist er sicher einer der begnadetsten Fußballer, die ich jemals habe die Murmel streicheln sehen. Und nicht nur das, er hat auch noch unglaublich viel Charisma auf dem Platz, ist eine echte Erscheinung. Er reißt die Dinge an sich, wenn es schwierig wird und tut dies mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit. Wenn es nicht läuft, muss es eben Robben. Und das tut es, wahrlich das tut es.

© 2010 Traumtorschuetze

Euer Hass ist unser Stolz Hoodie FC Bayern München Fanartikel

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5 Kommentare zu “Wenn es nicht läuft, muss es eben Robben

  1. Bayern-Fansite 15. März 2010 um 7:47 am

    sehr sehr guter Blogeintrag

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  2. Gustavo 15. März 2010 um 8:17 am

    Entschuldigt bitte den Ausflug in die Szenegossensprache, aber:

    WORD!!!

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  3. blue.de 15. März 2010 um 10:13 am

    Sehr gut geschrieben!! Immer wieder toll deinen Blog zu verfolgen!!
    Jetzt kommen solangsam die Wochen der Wahrheit…. Stuttgart, Schalke, Leverkusen, in der Liga… Schalke im Pokal… CL Viertelfinale… !! Heute in einem Monat sind wir hoffentlich genauso oben in der Tabelle weiter im Pokal und im CL Halbfinale!! Zu wünschen wäre es jedenfalls. Freu mich wie jeck auf die Spiele zumal ich einige (leider nicht alle) im Stadion verfolgen darf :D.

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  4. antikas 15. März 2010 um 1:09 pm

    Amen

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  5. Jan-Tobias 16. März 2010 um 10:07 am

    /unterschreib

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