Archiv für den Tag 8. Februar 2010

Papa van Gaal ist sehr böse

Die Highlights vom Sieg in Wolfsburg

Und wieder haben wir einen riesigen Schritt Richtung Meisterschaft gemacht. Während unsere Konkurrenten allesamt versagten, nahmen wir praktisch im Vorbeigehen die drei Punkte mit aus Wolfsburg. Eigentlich waren alle mehr als zufrieden. Nur Papa nicht, der war böse.

Fragte man die Spieler in den letzten Wochen, wie ihr Verhältnis zu Louis van Gaal ist, so hörte man allenthalben den Begriff „Vaterfigur“. Ein Vater ist ein warmherziger Förderer und genau das war mit diesen Aussagen gemeint. Aber ein Vater haut auch mal ordentlich dazwischen, wenn die lieben Kinder nicht auf ihn hören. Manchmal auch zu sehr überraschenden Zeitpunkten.

Louis van Gaal sah sich jedenfalls nach diesem absolut ungefährdeten Sieg gegen den amtierenden Meister dazu genötigt ein kleines Anti-Schlendrian-Programm für seine Kinder aufzulegen und sprach zur Überraschung aller von Arroganz und einer unkonzentrierten Leistung. Ich persönlich war eigentlich sehr tiefenentspannt während und nach dem Spiel, derart im leichten Dauerlauf in Wolfsburg zu gewinnen ist irgendwie auch aller Ehren wert. Aber ich trage auch nicht die Verantwortung für die Truppe und aus Sicht des Trainers machen seine kritischen Worte sicherlich großen Sinn.

Denn jetzt folgen die Spiele, in denen Wahrheiten geschaffen werden. Mittwoch das DFB-Pokal Viertelfinale gegen Fürth. Natürlich sehen uns da alle schon im Halbfinale, zuhause gegen einen Zweitligisten sollte nichts anbrennen. Aber gerade deswegen war es von van Gaal in meinen Augen genau der richtige Zeitpunkt die Jungs ein bißchen auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Denn unterschätzen darf man keinen Gegner, im Fußball sieht man zu oft Pferde vor der Apotheke kotzen. Und es sind nur noch zwei Siege bis zum Finale in diesem Wettbewerb, der Weg zum Titel so kurz wie nirgendwo sonst. Da heißt es jetzt volle Konzentration und nicht ein Hauch von Schlendrian.

Danach kommt Dortmund, die sicherlich trotzdem sie sich in einem kleinen Loch befinden nichts von ihrer Gefährlichkeit verloren haben. Und dann haben wir schon Florenz vor der Brust. Drei Heimspiele innerhalb einer Woche, die sehr viel über den weiteren Verlauf der Saison verraten werden. Die allesamt enorm wichtig sind und bei denen man sich jetzt alle drei Tage voll motivieren muss. Der Spaß ist vorbei, jetzt wird´s richtig ernst, das ist der Auftakt einer ganz entscheidenden Phase der Saison.

Das macht unser Trainer also schon ganz gut, jetzt auch mal ein kleines bißchen Strenge walten zu lassen und die Jungs damit den letzten Tick wach zu machen. Der Zeitpunkt mag überraschen, aber er ist richtig und Louis van Gaal hat auch die Autorität das jetzt so machen zu können. Der ordinäre Fan wie du und ich kann sich aber natürlich trotzdem befreit über die Ergebnisse des letzten Spieltages auf allen Plätzen freuen. Wir sitzen Leverkusen nicht mehr nur im Nacken, wir haben schon kräftig zugebissen. Und die wissen wir sind wie ein Pit Bull. Einmal zugebissen lassen wir nicht mehr los.

Ein ganz dickes Dankeschön geht in dem Zusammenhang natürlich an unsere Freunde aus Bochum, die den Pillen zwei Punkte klauen konnten. Die altehrwürdige Fanfreundschaft zu den Bochumern, mit der ich noch aufgewachsen bin, erweckt in letzter Zeit wieder zu zeitweise ein bißchen eingeschlafenem Leben und das finde ich fantastisch. Und wenn dann wie am Wochenende nach dem Sieg gegen Leverkusen aus dem Bochum-Block der Gesang „Deutscher Meister wird nur der FCB!!“ ertönt, dann bekomme ich echte Gänsehaut. Sicherlich ist man sich am Ende des Tages immer selbst am nächsten, aber eine gewachsene Fanfreundschaft ist schon eine richtig schöne Sache.

„Deutscher Meister wird nur der FCB!!“ im Bochum-Block

© 2010 Traumtorschuetze

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