Neues von den Totengräbern des Fußballs

Bild: danmachold used under CC License

In der Winterpause hat man ja mal etwas mehr Zeit über den Tellerrand hinaus zu schauen. Der Ausverkauf des englischen Fußballs war ja schon einige Male Thema hier im Blog. Man könnte halt meinen, die Erfinder des Fußballs wollen auch gleichzeitig seine Totengräber sein.

Welche Blüten das treibt war kürzlich auch mal wieder Thema in der SZ. Ich kann euch den Artikel nur empfehlen. Auch ich genieße immer das hohe Niveau des englischen Fußballs wenn ich ihn sehe, so ist es nicht. Aber man sollte sich davon nicht blenden lassen und wissen, womit und vor allem auf welche Weise das erkauft ist. Ich würde es kriminell nennen, wäre es nicht aus unerfindlichen Gründen legal. Da kaufen irgendwelche windigen Investmentfirmen, die teilweise nur auf dem Papier existieren Fußballvereine auf, verkaufen direkt deren Tafelsilber wie das Stadion, um damit die Kredite zurückzubezahlen, mit denen sie den Kauf finanziert haben. Sie melken die Vereine bis zum Erbrechen, bis nichts mehr zu holen ist. Dann überlassen sie die Clubs sich selbst, die am Ende dann mit Nichts außer im schlimmsten Fall einem riesigen Berg Schulden dastehen. Alles verkauft, inklusive ihrer Seele. Sie verkaufen ihre Seele an den Teufel ohne mit der Wimper zu zucken. Und die Fans stehen da im nassen Hemd und können nichts tun außer hilflos zuschauen. Oder aber den Teufel anzubeten, solange er sie noch mit Versprechungen und Verführungen im Griff hat.

Gott sei Dank verhindert die 50 + 1 Regel in Deutschland (noch) solche Zustände. Wehe sollte diese mal fallen, dann werden die Heuschrecken auch um unsere Vereine kreisen wie Scheißhausfliegen. Und viele werden schwach werden und der Verlockung des Geldes erliegen. Ich hoffe schwer in England wird diese Blase folgenschwer platzen, bevor die 50 + 1 Regel in Deutschland endgültig droht zu fallen. Dass die Blase platzt ist in meinen Augen definitiv. Ich hoffe nur es passiert schnell genug.

© 2010 Traumtorschuetze

Treue kann man nicht kaufen Longsleeve

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4 Kommentare zu “Neues von den Totengräbern des Fußballs

  1. Gaudibrezn 3. Januar 2010 um 5:35 am

    Servus und erstmal; A guads neis.

    Es ist schön langsam zum kotzen. Aber, da sprichst du mir in deinem letzten Absatz aus dem Herzen, die sollen mal richtig fett auf die Fresse fallen und zwar richtig. Mal sehen was dann ein gewisser Herr Kind zu sagen hat.

    Gruß
    Gaudibrezn

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  2. Ste 3. Januar 2010 um 1:04 pm

    Als Arsenal-Fan muss ich erstmal sagen: Du hast Recht. Es stimmt leider, die Seele wird verkauft, falls es denn wie bei Notts County, dem Clown-Club, bei dem auch Eriksson verweilt, läuft. Eine Scheinfirma, unbestätigte Summen, Lügen – der Albtraum eines jeden Fans. Selbst schuld, wer sich von solchen Versprechungen naiv ködern lässt, der endet nunmal im Unglück.

    Ich kann allerdings auch das Gegenbeispiel Aston Villa anführen: Ein Besitzer, der sich vollkommen zurückhält, den Trainer ruhig machen lässt, den starken Mann im Hintergrund spielt und unter dessen Ägide Martin O’Neill eine vielversprechende Mannschaft aufgebaut hat, die einfach nur Spaß macht.

    Natürlich ist diese Diskussion schon unzählige Male geführt worden, die Wahrheit liegt wieder einmal in der Mitte. Ein reguliertes Treiben der Investoren könnte ein Segen sein, ein anderes ist in 80% aller Fälle eine Belastung.

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  3. Mario 3. Januar 2010 um 6:27 pm

    Dass durch immer mehr Gelder keine besseren Spieler auf diesen Planeten geholt werden, sollte jedem klar sein. Den unglaublich großen Reiz des Fußballs macht für mich ohnehin nicht so sehr ein hohes sportliche Niveau aus. Ich kann nur an eines der geilsten Spiele unserer Roten (vom Erlebnis her) in letzter Zeit erinnern: Getafe. Nun von einem Spiel, das höchstem sportlichen Anspruch genügt, kann man da wohl eher nicht reden. Es ist also die Emotionalität, die den Sport für den Fan ausmacht. Und die geht mit fortschreitendem Kommerz immer weiter verloren: man kann nicht mehr alle Spiele sehen, weil die Ticketpreise ungesunde Höhen erreichen, man darf seine Emotionen im Stadion nicht mehr ausleben, weil man sitzen muss, keine freie Platzwahl mehr besitzt, die Fanutensilien eingeschränkt sind, und man umgeben ist von Leuten, die mit dem Fußball anscheinend nur einmal in zwei Jahren zu tun haben, und hier ein weiteres, für sie austauschbares Event erleben möchten, an Stimmungsbeteiligung aber nicht denken und so dieser im Weg stehen. Die geliebte Pilgerstätte besitzt jetzt den Namen eines Konzerns, Identifikationsfiguren sucht man auf dem Platz wie die Nadel im Heuhaufen, und das ewige Tradition bergende Derby, auf das man sonst ein halbes Jahr hinfiebert, wird durch ein Spiel gegen einen neuen Dorfklub ersetzt, der bald auch noch ein Unternehmen anstatt eine Stadt oder Region repräsentieren soll. Den Leuten, die dies verantworten, sollte mal diese unglaubliche Respektlosigkeit bewusst werden, mit denen sie Millionen von Fans entgegentreten, indem sie ihr heiligstes kaputt machen.

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  4. Ste 4. Januar 2010 um 12:17 am

    Klingt verdammt nach dem Grove, auch bekannt als Emirates Stadium. Aber mal ehrlich: Was willst du tun? Dich deinem Verein verschließen? Es so machen wie manche [ehemalige]United-Fans, nämlich einen eigenen Verein gründen? Boykott? Zum Frauenfußball gehen? Den ernsthaften Schritt wagen nur wenige, und der ist oftmals wenig gelungen. Und Alternativprojekte wie Ebbsfleet United oder Fortuna Köln sind auch zum Scheitern verurteilt.

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