Archiv für den Tag 28. November 2009

Jahresschmuseversammlung 2009 des FC Bayern München

Jahreshauptversammlung des FC Bayern München 2009. Bild: Probek used under CC License

Ich bin etwas spät dran mit einem Bericht zur gestrigen Jahreshauptversammlung. Die Telekom hat mir die letzten Tage einen ziemlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Falls ein Zusammenhang besteht zwischen 25 Millionen Sponsoring-Überweisungen an den FC Bayern und dem Zusammenbrechen diverser privater Leitungen – inklusive meiner – so wär es zumindest für mich zu verschmerzen. Ist ja dann sozusagen für einem guten Zweck. Ich glaub aber selbst nicht dran und werd den Brüdern eine saftige Gutschrift abverlangen.

Harmonisch ging´s zu gestern bei der Jahreshauptversammlung. Sehr überraschend harmonisch, standen die Vorzeichen im Vorfeld doch eher auf Spektakel. Letztendlich muss ich persönlich aber sagen, dass es eigentlich genau richtig und würdig war. Würdig für einen Uli Hoeneß, der durchaus in den letzten Jahren interne Kritik verdient hat. Aber ob der gestrige Abend dafür den richtigen Rahmen geboten hätte, wage ich zu bezweifeln. Gestern war der Abend eine unglaubliche Lebensleistung anzuerkennen und Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Es ist in Worten nicht fassbar, was Uli Hoeneß für den FC Bayern München geleistet hat. Es ist selbst in Gedanken kaum fassbar. Höchstens in den Gefühlen, die einen überkommen, wenn man grundsätzlich über sein eigenes Verhältnis zum FC Bayern München nachdenkt.

Und nicht nur die Fans und Mitglieder waren insgesamt sehr versöhnlich (Pfiffe gab´s eigentlich nur einmal kurz gegen Rummenigge und leider auch mal wieder gegen eigene Spieler), was sich in einem überwältigen Zuspruch von über 99 % äußerte, Hoeneß selbst war auch in äußerst milder Stimmung. Im laufe des Abends rückten Fans, Mannschaft und Vereinsführung durchaus sehr zusammen und es entwickelte sich eine echte Aufbruchstimmung. Und bei aller Kritik, die auch ich sicherlich wieder an dieser und anderen Stellen vorbringen werde, ist das auch das genau richtige Zeichen in dieser relativ schwierigen Phase. Und anders als so mancher Medienvertreter, der den milden Hoeneß mit seiner Angst vor einem schlechten Wahlergebnis und der Erleichterung danach erklärten, bin ich absolut von der Substanz dieser Worte überzeugt. „Wir dürfen uns auch nicht so sehr von außen an´s Bein pinkeln lassen“. Sicherlich hat er mit solchen Aussagen den Nerv fast aller getroffen. Sicherlich auch nicht unbeabsichtigt. Aber mit Sicherheit auch aus voller Überzeugung.

Highlight war wie jedes Jahr aber trotz historischer Wahlen wie fast immer die Rede von Franz Beckenbauer. „Eine Ära geht zu Ende. Was macht man? Joa, man schaut zurück. Natürlich schaut man zurück, nach vorne hin wird´s ja a bisserl eng.“ Der Kaiser…kommt ans Pult, hat kaum was vorbereitet und rockt wie immer sofort den Saal. Nicht umsonst wurde der Antrag gestellt, der dann Ehrenpräsident sollte auf zukünftigen Jahreshauptversammlungen bitte weiterhin seine Rede halten. Ich bin schwer dafür.

Mit Fakten wie unseren weiterhin formidablen wirtschaftlichen Zahlen will ich euch nicht weiter langweilen. Ist ja auch alles nachzulesen auf unserer offiziellen Seite. Wer alles ganz genau wissen will vom gestrigen Abend – mit auch sehr guten weiterführenden Links – dem empfehle ich den gestrigen Live-Ticker des geschätzten Kollegen Probek, der mit seinem Netbook live aus dem Saal berichtete. Oder ihr schaut natürlich einfach die offizielle Video-Zusammenfassung. Ein paar recht treffende Gedanken hat sich außerdem die Süddeutsche gemacht.

Unter dem Strich kann man sagen, es wurde ordentlich zusammengerückt und es bleibt zu hoffen, dass sich in ein paar Wochen alle Beteiligten daran auch noch erinnern. Der Tenor ist wahr und richtig: Nur gemeinsam sind wir stark. Und wir haben sehr viel, auf das wir stolz sein können. Einen kleinen Seitenhieb kann ich mir aber dennoch nicht verkneifen: Ich hoffe sehr, dass wir das in 10 Jahren auch noch sein und sagen können. Der gestrige Abend war dazu ein wirklich guter Anfang. Zum ersten mal seit langem hat man das Gefühl, Fans und vor allem Verein entfernen sich nicht unaufhörlich voneinander, sondern es besteht eine Chance für eine Gegenrichtung. Und bis ich nicht vom Gegenteil überzeugt werde durch zukünftige Entwicklungen bin ich aber mal ganz sicher da mit der von der Partie. Auf geht´s, ihr Roten! Packen wir´s gemeinsam an!

© 2009 Traumtorschuetze

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