Archiv für den Tag 4. Oktober 2009

Fußball wie ein samstagnachmittaglicher Familienausflug in den Potts Park

Aggressive Bayern. Bild: BARRACUDA used under CC License

0:0 daheim gegen Köln, das dritte Spiel in Folge kein Tor erzielt…so, da stehste da im nassen Hemd und ringst nach den richtigen Worten für diesen verspäteten Sommerkick. Soll man jetzt sauer sein, wie so einige, die ich nach dem Spiel vernommen habe? Irgendwie ist mir viel mehr danach, das alles mit einem gehörigen Schuss Sarkasmus zu betrachten.

Bevor ich zu uns komme, muss ich aber mal die Kölner loben. Das ist doch Fußball, den wir alle sehen wollen, eine echte Werbung für die Bundesliga. Wie die den Ball haben laufen lassen, mit welcher Konsequenz sie immer wieder den Abschluss gesucht haben, damit brauchen sie sich vor den Großen Europas nicht verstecken. Jedenfalls bis das Aufwärmen vorbei war und der Schiri angepfiffen hatte…

Und wir?? Wir sind ungefähr so aggressiv vor dem Tor wie ein Gänseblümchen beim Wattwandern. Ich will jetzt hier nicht alles schlecht aussehen lassen, ich finde das Konzept der absoluten Spieldominanz, welches wir konsequent und auch erfolgreich verfolgen, nach wie vor bombig. Aber Herrschaftszeiten…was sind denn das für Flanken, Leute? Da kriegst du Augenaua, das kann nicht die Möglichkeit sein. Das ist so eine Folter, dagegen ist Waterboarding eine Funsportart.

Und was sind das für Standards? Nach wie vor passiert da viel zu wenig bei Ecken und Freistößen. In so einem Spiel, wo der Gegner mit 10 Mann am eigenen Strafraum nur auf das Zerstören von Fußball aus ist, da muss man den Bann auch mal dreckig nach einem ruhenden Ball brechen.

Und wer hat unseren Jungs, die teilweise aus 50 m Schweine totschießen können, eigentlich verboten mal aus der Distanz abzuziehen? Die schieben sich die Kugel – zugegeben teils recht virtuos – um den Strafraum herum zu, aber alles im gleichen Tempo und ohne den letzten Zug zum Tor.

Passend dazu liest sich die Statistik auf DFL.de. Wieder über 70 % Ballbesitz, was ein wahnsinnig hoher Wert ist. Aber von 51 (!) Flanken landeten 41 (!) nicht beim eigenen Mann. Und das sagt nicht einmal aus, wo die genau landen. Teilweise kommen die Dinger nur mit ganz viel Glück auf dem Marienplatz wieder runter.

Aber ich will wie gesagt nicht über alles den Stab brechen. Wie es Andy Brehme einst in seiner unnachahmlich sachlichen Bauernschläue formulierte: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß. Und wir haben definitiv…Scheiße am Fuß. Wenn man uns etwas vorwerfen kann, dann dass wir zu brav damit umgehen. Es ist keine Drecksau wie einst Paule, Auge, Loddar oder Effe da, der den ohne Zweifel guten – aber in vielerlei Hinsicht manchmal zu geleckten – Jungs mal gehörig den Arsch aufreisst und selbst aus so einem Spiel seinen persönlichen Feldzug macht.

Ich kann nur an die Mannschaft appellieren, einfach mal wütend zu werden, wenn der scheiß Ball nicht über die gottverdammte Mist-Linie will. Ihr guckt teilweise aus der Wäsche wie Heimkinder am Tag der offenen Tür, wenn mal wieder eine Flanke daneben ging oder der Abschluss die Gefährlichkeit von Bruce Darnell beim Schattenboxen hatte. Lasst es einfach raus, Männer. Es kann so befreiend sein, wenn der Ball mit über 100 km/h in die Maschen gewixt wird. Und stellt euch vor, das muss dafür vorher nicht einmal schön ausgesehen haben. Denn: Das Dumme ist…schön gewinnt kein Fußballspiel. Oder? Ich würde ja sagen, haltet euch mal an das was ihr verkauft. Aber in Zeiten, wo Verona Poth für KIK und Franziska van Almsick für C&A Werbung macht, lass ich mal das Thema Glaubwürdigkeit und Werbung lieber stecken.

Dieser Artikel wurde zitiert in der 11Freunde-Blogschau

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