Archiv für den Tag 2. September 2009

Stoke wer? Ich glaub ich tauch besser ein paar Tage unter!

Fast Christian Lells neue Heimat, das Stadion von Stoke City. Bild: Vincent Teuwen used under CC License

Über den Wahrheitsgehalt möchte ich mal keine Einschätzung treffen, wenn Spox irgendwas vermeldet und sich dabei auf die britische „Daily Mail“ beruft, riecht es natürlich von vornherein ziemlich nach einer Ente. Aber wenn das so stimmt, dann finde ich den Christian Lell mal wieder ziemlich sympathisch.

Spox berichtet, Stoke City hätte kurz vor Ende des Transferfensters noch gerne unseren Rechtsverteidiger für 3,5 Millionen Euro verpflichtet. Nur der war nicht erreichbar. Anscheinend hat er von der Sache Wind bekommen und beim Gedanken an die britische Provinz ist ihm eingefallen, dass er schon viel zu lange nicht mehr bei seiner Oma auf dem Land war oder so. Kann ich nachvollziehen, ich hätte es an seiner Stelle wohl genauso gemacht.

Wie gesagt, wenn das überhaupt alles so stimmt. Aber verübeln täte ich es ihm nicht.

© 2009 Traumtorschuetze

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Nach dem Horror-Foul von Anderlecht – 11 Spiele Sperre für Alex Witsel

Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich das Video von dem saukrassen Foul des Alex Witsel von Standard Lüttich an Anderlechts Marcin Wasilewski aus der Partie am vergangenen Montag zeigen soll. Ich tue es jetzt, aber bitte wirklich alle mit schwachen Nerven das am besten gar nicht erst anzuschauen. Vor allem wenn man selbst spielt, bekommt man das so schnell nicht aus dem Kopf, wenn man es einmal gesehen hat.

Witsel ist jedenfalls heute für 11 Spiele gesperrt worden, was meiner Meinung nach viel zu wenig ist. Er selbst redet davon, es wäre keine Absicht gewesen. Das glaube ich ihm in soweit, als das er wahrscheinlich nicht wirklich mit der Intention in den Zweikampf gegangen ist, seinem Gegenspieler fast den kompletten Unterschenkel abzureissen. Aber er wollte ihm definitiv weh tun, da bin ich mir absolut sicher. Dafür habe ich lange genug selbst gespielt, um zu wissen, dass man so mit den offenen Stollen nur mit einer Menge Hass im Bauch in den Zweikampf geht.

Was fast noch schlimmer ist, als das Foul, sind die Aussagen des Kapitäns von Standard Lüttich Steven Defour nach dem Spiel.

„Hätte Schiedsrichter Nzolo zuerst ein Foul gegen mich gepfiffen, dann wäre das nicht passiert. Anderlecht hat das geerntet, was es gesät hat. Ab und zu sind wir vielleicht zu weit gegangen, aber das macht Anderlecht auch dauernd, ohne dass es bestraft wird. Darum sage ich: Was Anderlecht darf, dürfen wir auch.“

Und das nachdem er die Folgen des Fouls live und hautnah auf dem Platz miterlebt hatte. Ich weiß nicht, ob man für den auch eine Sperre fordern, oder ihm nicht besser gleich den Schädel einschlagen sollte. Was für ein kaputter Vollassi!

Ganz das Gegenteil davon sind die Aussagen von seinem Stürmer Milan Jovanovic.

„Man kann nach so etwas nicht mehr über Fußball sprechen. Den Punkt, den wir hier geholt haben, brauche ich nicht mehr. Er hat keinen Wert. Fußball ist ein Männersport, aber es gibt Grenzen. Für mich ist ein Bein, ein Spieler oder die Karriere wichtiger als der Sport. Es muss mehr Respekt herrschen. Was hier passiert ist, wünsche ich nicht mal meinem größten Feind.“

Genauso ist es. Im Fußball können in der Hitze des Gefechts verdammt üble Sachen passieren. Aber wie man danach damit umgeht zeigt, welche Kinderstube man genossen hat. Beim Fußball sollte zwar selbstverständlich sein, dass man jeden einzelnen Zweikampf als seinen persönlichen Krieg ansieht, daran besteht kein Zweifel. Man gibt alles, was man hat und darüber hinaus. Aber der Gegner macht es genauso und je härter und verbissener die Duelle mit dem Gegenspieler sind, desto mehr Respekt empfindet man für ihn. Man gibt sich nach dem Spiel mit den Worten „gutes Spiel“ die Hand und man meint es auch genau so. Das ist Fair Play. Wer das nicht in sich hat, der hat in keinem Sport etwas zu suchen.

Auch nicht in Vollkontakt-Kampfsportarten, selbst und gerade da, gehört der Respekt für seinen Gegner zu den essentiellen Dingen des Sports. Mit der Einstellung des Kapitäns von Standard Lüttich hat er sich selbst für immer disqulifiziert irgendeinen Sport ausüben zu dürfen in meinen Augen, ich würde ihn ohne zu zögern auf Lebenszeit sperren dafür. Soll er der Berufung seines kaputten Schädels folgen, sich an den Wochenenden anstatt Fußball zu spielen mit ein paar Kollegen treffen und Massenschlägereien auf seiner örtlichen Dorfkirmis anzetteln. Da gehört er hin, aber sicher nicht auf einen Fußballplatz.

Das Wichtigste ist allerdings: Die allerbesten Genesungswünsche an Marcin Wasilewski! Ich hoffe, er wird irgendwann wieder Fußball spielen können.

Update: Lüttich legt übrigens Protest ein gegen die Sperre. Da fällste echt vom Glauben ab. Alles was ich dazu jetzt sagen könnte, wäre strafrechtlich relevant, deswegen schweige ich besser.

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