10 Jahre nach den 120 Sekunden von Barcelona

Am heutigen Tag genau 10 Jahre ist dieses Finale in Barcelona nun schon wieder her. Es ist wohl so unglaublich es klingt im Nachhinein einer der stolzesten und wichtigsten Momente in meinem Fandasein gewesen. Dem Triumph so nah, voller unglaublicher Glücksgefühle. Nachspielzeit: 3 Minuten! Da brennt nichts mehr an, Jungs! Wir waren klar besser, das war unser Spiel, unser Abend, unsere Trophäe. Und dann bekommt Fink den Ball nicht weg. Mir schwante schon böses. Und die hauen uns das Ding tatsächlich noch rein. Schockstarre.

Kurzes sammeln, sich selbst Mut zusprechen und versuchen sich von Triumph auf eine drohende Verlängerung umzustellen. Nochmal Eckball für ManU. Die werden doch nicht, die werden doch nicht…sie werden. 2:1, das Herz sackte in die Knie, der Kopf will es nicht glauben, die Augen melden aber unerschrocken die Tatsachen ans Großhirn, Abpfiff, totale Leere. Keine Wut, Trauer oder Enttäuschung. Einfach eine komplette Leere, da war gar nix mehr, keine Emotion, keine funktionierenden Sinnesorgane mehr, keine Welt um einen herum, kein gar nichts mehr. Das Gesicht bis zum frühen Morgen hellwach, aber in exakt diesem leeren Zustand verharrend im Kissen vergraben. Zwei Wochen zu keinerlei Kommunikation oder sonstigem Sozialleben fähig.

Und dennoch die wichtigste Niederlage in meinem Fanleben und die wichtigste Niederlage auch für die Mannschaft und den Verein. Daraus ist ein Ehrgeiz entstanden, der diese Mannschaft in den nächsten Jahren zu ihren sagenumwobenden Großtaten geführt hat. Die Mentalität des niemals aufgeben und des weiter, immer weiter hatte ihre Wurzel an diesem schrecklichen Abend. Und auch ich habe für´s Leben aus all dem gelernt. Diese Mentalität ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Keine Niederlage, nicht einmal die brutalst mögliche kann verhindern das ich immer hoch erhobenen Hauptes durch´s Leben gehe. Und jede Niederlage ist nichts weiter als ein Anreiz etwas noch größeres zu schaffen. In diesen Jahren habe ich endgültig gelernt was Größe ist, in allen Lebensbereichen. Triff mich so hart du kannst, ich bleibe immer stehen und komme mit doppelter Kraft zurück.

Das waren meine bescheidenen Erfahrungen mit dieser Niederlage. Viel interessanter für euch ist sicherlich wie die Protagonisten das damals empfunden haben. Ottmar Hitzfeld, Mario Basler und Stefan Effenberg erzählen in der Blöd. Lothar Matthäus erinnert sich in der AZ. Und wie bereits schon einmal drauf hingewiesen: Im (noch) aktuellen Printheft der 11Freunde ist ein sehr schöner und ausführlicher Artikel dem Thema gewidmet. Man sieht allein am Medienecho die Bedeutung dieser Nacht. An sie wird wohl noch in weiteren 50 Jahren erinnert werden. Und das völlig zurecht.

© 2009 Traumtorschuetze

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Ein Kommentar zu “10 Jahre nach den 120 Sekunden von Barcelona

  1. Roy 8. Juni 2009 um 10:41 pm

    Ich muss sagen ich bin ein faszinierender Leser deiner Berichte!Aber der is der Hammer!
    Hab mir den Text jetzt schon 3 mal durchgelesen und jedesmal lief mir die Gänsehaut über den Rücken!Bei mir,und ich glaube es ist bei vielen anderen auch so,hat sich dieses Motto des ´Niemals aufgebens´ auf das eigene Leben übertragen!Auch aus der brutalsten Niederlage kann man irgendwann gestärkt hervorgehen.Das hat uns diese Mannschaft vor 10 Jahren in eindrucksvoller Weise gezeigt!

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