Debakel in Barcelona – Ein Spiel wie eine Prügelstrafe

Aber bitte in Californien. Bild: Kozy Shack used under CC License

Mitten in der Nacht und ich kann zumindest wieder einigermaßen klar denken. Das Spiel wird in die Geschichte eingehen. Als eine der größten, wenn nicht die größte Demütigung des FC Bayern aller Zeiten. Das war eine Vorführung, wie ich sie zumindest bei meinen Bayern noch nie in der Form gesehen habe. Barcelona hat uns der Lächerlichkeit preisgegeben. Oder vielmehr wir uns selbst.

Es liegt natürlich auch am Personal. Aber da würde ich zu allererst die Riberys und Tonis nennen, anstatt wie so viele die Lells und Ottls. Was nutzen uns solche Top-Stars, wenn sie genau in solchen Momenten wie gestern nicht den Arsch in der Hose haben wenigstens ein kleines bißchen Herzblut zu zeigen. Schämt euch das Trikot des FC Bayern zu tragen! Gestern war der Moment in dem ihr hättet zeigen müssen, ob ihr Eier habt und euch für den FC Bayern zerreißt. Stattdessen habt ihr euch mit unserem Trikot den Allerunwertesten abgewischt. Ich hasse dieses Wort eigentlich, aber ihr seid abgefuckte Söldner.

Wir haben schon mit Spielern wie Witeczek und Zickler gegen Barcelona gewonnen. Nur mal zur Einordnung. Es geht auch gar nicht um das Gewinnen, sondern um das Auftreten. Und da haben einige, vorneweg die hochbezahltesten, es nicht mal ansatzweise verdient unser Trikot zu tragen.

Ich verstehe aber auch die Gründe, warum das „mia san mia“ und „weiter, immer weiter“, also all das was uns ausgemacht hat und unsere Wurzeln sind abhanden gekommen ist. Nämlich weil da ein Trainer geholt wurde, dem man freie Hand und vollste Rückendeckung gegeben hat, alle Fundamente des Geistes des FC Bayern einzureißen und ihnen schwachsinnige, angeblich moderne Ideologien geopfert wurden. Alles neu, besser, bunter, schneller, höher, weiter. Und alles alte wird hochnäsig von oben herab betrachtet.

Welt.de zitiert Klinsmann vor dem Barcelona-Spiel:

Man dürfe nicht vergessen, dass die Double-Sieger des Vorjahres sich unter Ottmar Hitzfeld noch „in Europa blamiert“ hätten (zur Erinnerung: im Halbfinale des Uefa-Cups). Und schließlich habe er, Klinsmann, eben diesen blamierten Kader übernommen, „ohne Forderung nach Neuverpflichtungen“.

Klinsmann sollte vor Ottmar Hitzfeld zu Kreuze kriechen, so wie er sein Erbe verschandelt hat. Mehr will ich dazu gar nicht sagen. Ich würde ihm nur verbal gepfeffert die Eier lang ziehen, die er gar nicht hat.

Von Taktik, Personalführung und all den anderen Baustellen will ich jetzt gar nicht mehr anfangen. Ich bete morgen aufzuwachen und endlich die erlösende Nachricht von der Entlassung Klinsmanns zu erhalten. Dann wird noch genug Zeit für eine ausführliche Abrechnung sein.

Seit Januar 2008 leide ich wie ein gottverdammter Köter unter diesem Krebsgeschwür in unserem Verein. In dieser Zeit hat dieses Geschwür an allen erdenklichen Ecken und Enden Metastasen gebildet. Not-OP jetzt!! Wir sind schon klinisch tot, anders kann man die „Leistung“ gestern Abend ja nicht beschreiben. Entweder es gelingt jetzt die Wiederbelebung, oder es wird eine ausgemachte Auferstehung nach dem Tod brauchen um halbwegs wieder der Verein zu werden, der wir einmal waren. Und Auferstehungen sind äußerst selten. Die letzte gab es vor 2000 Jahren. Und selbst das steht für viele in Frage.

Wer es nicht sehen konnte und es deswegen nicht glauben kann, hier alle Tore von Barcelona. Oder sagen wir besser Ohrfeigen. Wir müssen uns bedanken, dass sie fünf Gänge runtergeschaltet haben in der zweiten Halbzeit. Das hätte aber sowas von locker auch zweistellig werden können. Ich geh jetzt geprügelt ins Bett. Und wenn ich morgen nicht die erlösende Nachricht bekomme, werde ich schwarz tragen und um meinen alten FC Bayern trauern. Den werden wir dann Jahre nicht mehr sehen. Der Scherbenhaufen ist so leicht nicht mehr zu beseitigen.

© 2009 Traumtorschuetze

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6 Kommentare zu “Debakel in Barcelona – Ein Spiel wie eine Prügelstrafe

  1. Benz 9. April 2009 um 6:09 am

    Eigentlich hätte Klinsmann in der Pause die Schienbeinschoner seiner Stars einsammeln können, denn soweit wie die Bayern Spieler von ihren Gegenspieler wegstanden wäre es sowieso nicht zu einem ernsthaften Zweikampf mit Verletzungsgefahr gekommen.

    Noch eine Anmerkung an die Leistung des Schiedsrichters für mich war die Attacke von Henry gegen Butt grob fahrlässig und muß normalerweise mit Rot geahndet werden, denn Henry war zwar im rutschen zieht jedoch bewußt den Fuß nach oben um Butt zu treffen.

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  2. am 9. April 2009 um 6:12 am

    .

    Den Rest meiner Meinung gibt’s gleich bei Breitnigge, weil wir eh einer Meinung sind.

    Das komplette unsägliche Interview gibt’s übrigens hier:
    http://www.sueddeutsche.de/sport/847/464447/text/

    „Vergangene Saison hat das national funktioniert, man wurde Meister und Pokalsieger, hat sich aber blamiert in Europa.“

    „Ich habe eben eine Mannschaft übernommen, die zu hundert Prozent schon vorhanden war, ohne Forderung nach Neuverpflichtungen …“

    „ich muss mich ja ein Stück weit verlassen können auf die Strukturen im Klub“

    „Was in Wolfsburg stattfand, war aber doch nichts anderes als ein Spiegelbild der Gesellschaft“

    Ich will ’nen Trainer, keinen Soziologen!

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  3. sj1 9. April 2009 um 6:28 am

    Klar kann man Lell nur bedingt die Schuld geben. Er kann es einfach nicht besser. Wen Klinsi mich aufstellt, würde ich da auch spielen. Und ich wäre nch schlechter.
    UH wird gegen Ende der Saison einen Scherbenhaufen hinterlassen. Das ist schade, aber angesichts der Tatsache, dass nur noch wirtschafliche Kenzahlen zählen und die Vereinsführung sportlich so entrückt scheint, schwant mir böses.

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  4. Dirk 9. April 2009 um 11:59 am

    Hallo, ich habe das Spiel gestern nicht gesehen. Ich war zum Essen eigenladen und das war wohl die bessere Entscheidung.Das Spielergebnis ist ein Katastrophe. Ich habe den Eindruck das Jürgen Klinsmann mit dem Verein und der Klasse in der sich der Fc. Bayern normalerweise befindet überfordert ist. Einen Verein wie den FC (Hollywood) Bayern München sportlich zu führen ist wohl etwas anderes als eine Nationalmanschaft. Und das Klinsmann trotz der beiden hoch verlorenen Spiele weiter machen will ehrt ihn ist aber nicht die Lösung.
    Ich kann mich den Eindruck erwehren, das die „Verbindung“ von Trainerstab zu Mannschaft erheblich gestört wenn nicht sogar abgebrochen ist! Und das Jürgen Klinsmann noch eine zweite Saison beim Fc.Bayern erleben wird glaube ich persönlich nicht. Erfahrung muss her und kein „Anfänger“.LG
    Dirk

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  5. mike 10. April 2009 um 6:16 pm

    Klinsmann ist ein Selbstdarsteller wie es im Buche steht. Er muß andere demontieren um seine eigene Macht zu demonstrieren. Bei der WM war er ein Trittbrettfahrer, nicht umsonst hat er danach aufgehört. Er wußte auch daß er von Herrn Hitzfeld eine Mannschaft in Top-Zustand übernimmt. Diesmal ging seine Rechnung jedoch nicht auf. Schonungslos wurde offenbart daß Klinsmann vom Trainergeschäft keine, aber auch überhaupt keine Ahnung hat.

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  6. Fritten, Fussball & Bier 10. April 2009 um 6:46 pm

    deshonrar a alguien señor Lattek……

    …oder auch: Wie sieht die Zukunft des FC Bayern München aus?
    Man kann gegen die vermeintlich derzeit beste Mannschaft der Welt, den FC Barceolona, verlieren, vor allem wenn man viele Ausfälle in den eigenen Reihen hat. Das ist keine Fra…

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