Vox populi – Die Stimme des Volkes

Wie immer bei uns anscheinend geschlossen. Bild: ddrucker used under CC License

Ich habe ja von einem ganz guten Gefühl gesprochen im letzten Artikel, dass das Kapitel Klinsmann in sehr naher Zukunft geschlossen werden könnte. Viele Dinge kommen einem zur Zeit in der Tat sehr bekannt vor, wenn man schon einige Entlassungen bei Bayern München miterlebt hat. Die rote Birne von Hoeneß, die sich farblich bedenklich seiner Jackenfarbe annähert, spricht eigentlich Bände. Nur wenn ich in diesem fürchterlichen Spox Interview von Uli erfahren muss, dass die Klinsmann raus Rufe am Mannschaftsbus nach dem Leverkusen Spiel nicht „vox populi“ seien, beginn ich schon wieder etwas von der Zuversicht zu verlieren und ahme nebenbei bemerkt die Gesichtsfarbe von Uli nach dem Spiel ziemlich gekonnt nach.

Wenn du dich da mal nicht täuschst, Uli! Und wie das die Stimme des Volkes ist! Selbst die größten Mitläufer haben mitlerweile verstanden, dass hier gerade ein Scherbenhaufen produziert wird, der uns noch Jahre begleiten wird. Diejenigen, welche Klinsmann zumindest etwas Zeit geben wollten, sind dabei schon längst zu echten Gegnern geworden. Es gibt keine Freunde mehr für Klinsmann auf Seiten der Fans, wenn es die überhaupt jemals gegeben hat. In meinem (seeehr erweiterten) Umfeld sind es locker 95 % der Anhänger die Herrn Klinsmann persönlich im Ruderboot nach Californien schippern würden. Von welchem Volk ist denn da schon wieder so leicht hochnäsig die Rede? Das zeigt nur mal wieder wie weit man sich entfernt und wie wenig Ahnung man von den Anhängern hat in der Führungsetage.

Der Rest des Interviews ist ebenfalls schlicht eine Katastrophe. Eins steht mal fest. Es gibt keinen Trainer in der jüngeren bis mittelalten Vereinsgeschichte, der sich diesen Schlamassel hätte leisten können, ohne komplett wegrasiert zu werden von Hoeneß und Rummenigge. Ich will gar nicht wissen, was da in diesem Fall finanziell alles dranhängt, dass hier immer noch so getan wird als sei alles tutti. Natürlich käme noch der riesige Gesichtsverlust erschwerend für die Herren dazu, nachdem sie so einen Tam-Tam um Klinsmann gemacht und dabei die Neuerfindung des Fußball prophezeit haben. Aber das kann es auch nicht wirklich sein, warum ausgerechnet Klinsmann die größte Rückendeckung erlebt, die ich jemals bei unserem Verein für einen Trainer (der er nicht einmal ist) miterlebt habe.

Ich hoffe echt dieser unsägliche Kindergarten, der da veranstaltet wird, ist nur darauf zu münzen, dass es eine finanzielle Katastrophe wäre ihn zu feuern. Ich hoffe nicht, dass da noch irgendwelche anderen Sauereien eine Rolle spielen hinter den Kulissen. Gut möglich wäre es. Denn ich glaube immer noch nicht daran, dass Klinsmann unter normalen Umständen überhaupt je Bayerntrainer hätte werden können. Ich bin ein paranoider Typ, das geb ich zu. Aber wie Kurt Cobain mal so schön sagte: „Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, das sie nicht hinter dir her sind.“ Irgendwas ist an der ganzen Sache doch von Anfang an nicht koscha gewesen.

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Aber das hilft ja alles nichts. Der Schaden für den Verein ist in jedem Fall schlimmer, wenn tatsächlich weiterhin blind an Klinsmann festgehalten und hanebüchend alles schön gelabert wird. Ein Bruder im Geiste hat es sehr treffend und nüchtern auf den Punkt gebracht.

Was wäre hier los hätte man diesen Rückrundenstart unter Felix Magath gehabt?? Und der hat immerhin zwei mal in Folge das Double geholt. Wir stehen wieder vor einer ähnlichen Szenerie wie in der Post-Heynckes und Post-Rehagel Ära. Das was in dem Zeitraum an Porzellan zerschlagen wurde haben wir jahrelang mitgeschleppt bis endlich Ottmar kam.

Nein, das ist kein Plädoyer für Ottmar -ganz abgesehen davon, daß er das eh nicht mehr machen würde- sondern die Feststellung genau der Situation/Gefahr vor der alle Jürgen Klinsmann-Kritiker von Anfang an gewarnt haben, Stichwort „Verbrannte Erde“.

Unabhänging von allen Ab- oder Zugängen die in den nächsten Wochen/Monaten getätigt werden, die innere Struktur sowohl im Team als auch in der operativen Abteilung ist und wird dermaßen durcheinanergewirbelt und es wird ein extrem starker Mann notwendig sein um alle Baustellen wieder in den Griff zu kriegen. Es wird definitiv nicht reichen mit diversen Einkäufen (Timoschtschuk, Hleb oder wie auch immer sie heißen mögen) für evtl. kurzfristige Ruhe zu sorgen sondern die Hauptaufgabe ist es wieder eine gesunde Basis in allen Bereichen zu schaffen.
Und das wird möglicherweise länger dauern als wir es uns jetzt vorstellen können.

Mit Trap kehrte damals kurzfristig (1997 für die, die es nicht mehr wissen) ein bischen Ruhe ein aber er war -auch aufgrund sprachlicher Defizite- nicht in der Lage dies über einen längeren Zeitraum umzusetzen. Erst mit Ottmar -der einfach eine unglaubliche Präsenz und Souveränität ausstrahlte- kamen wir wieder in das Fahrwasser das nötig ist um im Konzert der Großen mitzuspielen.

Nein, ich habe im Moment auch keine Patentlösung parat, aber bevor wir das FCB-Schiff komplett aufs Riff fahren lassen ist es erstmal notwendig Käptn Smith abzulösen und einen neuen Kurs einzuschlagen. Wer dann anschließend das Ruder übernimmt, dazu bleiben dann immerhin noch 3-4 Monate Zeit.

Das sollte (muß!) reichen um einen wirklich guten Mann zu installieren.

Dem ist soweit erstmal nichts hinzuzufügen. Bis auf eins, nämlich nichts geringeres als vox populi, gerichtet an Jürgen Klinsmann:

Du bist koana von uns, du wirst nia oana sei!

Soweit Volkes Stimme.

Interessante Links:

Bayern macht niemandem mehr Angst (Spiegel Online)

Irgendwann nimmt dich keiner mehr ernst (Sport1)

© 2009 Traumtorschuetze

la bestia negra Poloshirt FC Bayern München Fanartikel

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4 Kommentare zu “Vox populi – Die Stimme des Volkes

  1. elmarinho 6. März 2009 um 12:16 pm

    Ich hab’s wirklich lange versucht, in den letzten Tagen auch hier öfters, aber bei mir sinkt auch mittlerweile die Erkenntnis durch, dass es wohl nichts mehr wird mit dem Trainer. Es hätte einfach mal was für sich gehabt, einen Trainer gegen den Boulevard durchzuboxen und damit auch noch Erfolg zu haben, aber dieser Zug ist wohl endgültig abgefahren, außer das Ruder wird nochmal komplett herumgerissen und es stehen am Ende ein bis zwei silber glänzen Teilchen in unserer Vitrine… allein, es fehlt mir der Glaube, denn das Bild, das sich in den letzten Wochen abzeichnete, spricht leider viel zu viele Bände.

    Auch wenn das Unvermeidliche so wohl nur unnötig hinausgezögert wird, sollte man die Saison jetzt noch mit Anstand zu Ende spielen, um zumindest die CL-Quali noch zu erreichen. Alles, was darüber hinausgeht, wäre Garnitur, aber auch kein Argument gegen einen Trainerwechsel. Den Bäcker jetzt abzusägen, würde wahrscheinlich auch nix bringen, denn als man Magath entließ, kam Hitzfeld auch nur noch in den UEFA-Cup; und ich bin nach wie vor überzeugt, dass man die aktuelle Misere nicht allein am Trainer festmachen kann. Da übernehmen im Team nur ganz wenige Verantwortung und da müssen zur nächsten Spielzeit dann auch Konsequenzen her und der Kader von mir aus auch wieder umgebaut werden. Genügend Geld sollte vorhanden sein, schließlich war die Kölner dumm genug, 10 Mio. für ihren Faschingsprinzen hinzublättern. Wenn dann aus der CL noch etwas Kohle reinkommt und man für Pappnasen wie Borowski (vielleicht ist die Lage bei Werder ja ähnlich wie in Köln?) auch noch Geld bekommt, dann ließe sich da zusammen mit etwas vom Festgeldkonto schon ein schöner Sack schnüren, mit denen man schön zum Einkaufen gehen könnte.

    Mittlerweile hat sich der Ärger vom Mittwoch gelegt, aber es ist gut möglich, dass dieser morgen wieder neu entfacht wird. Gut, dass gerade Starkbierzeit ist…

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  2. mingarot 6. März 2009 um 2:55 pm

    Also erstmal muss man dir ja für deine Hartnäckigkeit fast Respekt zollen, auch wenn wir unterschiedlicher Meinung waren. Aber ich muss leider auch hier wieder widersprechen. Klinsmann zu entlassen hätte nicht nur sportliche Gründe. Die natürlich auch, sehr gute Gründe sogar. Aber es geht um viel mehr, denn der Mann wirbelt alle Bereiche des Vereins komplett in absolut negativster Weise durcheinander. Es war von Anfang an jeder Tag den Klinsmann bei uns „Trainer“ ist zuviel. Aber jetzt sind wir an einem Punkt, wo jeder weitere Tag einen geradezu bombastischen Schaden mit sich bringt. Es geht gar nicht darum durch einen Trainerwechsel einen besseren Platz zu erreichen. Es geht darum die Bayern-Familie nicht auf Jahre hinaus irreperabel zu zerstören.

    Zu deinen Vorschlägen der Mannschaft betreffend kann ich auch nur auf das kursiv geschriebene in diesem Artikel verweisen. Das wird längst nicht ausreichen, ein paar Leute auszutauschen. Das was hier kaputt gegangen ist, spielt sich in viel tieferen Schichten ab als in unfähigem Personal. Die Jungs können alle Fußball spielen und haben das auch über Jahre kontinuierlich gezeigt. Es ist falsch dort anzusetzen. Der Fisch stinkt vom Kopfe an.

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  3. antikas 6. März 2009 um 5:19 pm

    Richtig. Der Fisch stinkt vom Kopf an. Es ist mir auch scheiss egal was der Boulevard von Klinsmann hält. Ich brauch nicht die Regenbogenpresse um zu sehen das es bei Bayern im Moment nicht stimmt.
    Jeder Tag mit KLinsmann macht noch mehr kaputt. Jetzt muss die Notbremse gezogen werden.

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  4. […] Vox populi – Die Stimme des Volkes […]

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