Mannschaftssitzung ohne Trainer

Münchner Abwehrriegel. Von links: Oddo, Lucio, Demichelis, Lahm, Rensing…Bild: k76 used under CC License

Oha! Wenn das stimmt, was die AZ da gestern schrieb, dann ist Klinsmann schon so gut wie weg vom Fenster. Angeblich hat die Mannschaft in einer Sitzung ohne den Trainer selbst entschieden, wie gegen Lissabon zu spielen ist.

Lest euch das durch. Die AZ ist natürlich nicht grad die Erleuchtung unter den Zeitungen. Aber es finden so viele Details dieser Tage den Weg in die Presse wie zu besten FC Hollywood Zeiten. Ausgeschlossen ist da nichts.

Wenn es stimmen sollte, dann hat Klinsmann spätestens seit Mittwoch Abend gar keine Autorität mehr.

Passend dazu, hat auch van Buyten nicht mehr an sich halten können und sucht die offene Konfrontation mit Klinsmann. Anders kann man seine Aussagen in der Bild nicht deuten.

Tut mir irgendwie ein bißchen Leid, dass ich hier die Boulevard Presse verlinke, eigentlich gar nicht meine Art. Aber leider sind wir in dem Stadium, wo Spieler Internas anonym oder offen wie van Buyten an eben jene Presse weitergeben. Wie zu bereits erwähnten besten FC Hollywood Zeiten. Die Maulwurf Jagd hat wieder begonnen. Ist das eigentlich Zufall, dass es jedesmal dann am schlimmsten ist mit den Maulwürfen bei uns, wenn Klinsmann da ist? Hmm…ich glaub eh nicht an Zufälle.

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Aber besonders witzig ist das eigentlich nicht. Ich fürchte der Verein wird Jahre brauchen, bis diese Dinge wieder aufhören. Das schleift sich so ein, jeder Spieler hat dann seinen persönlichen Pressefritzen mit dem er sich gegenseitig volllabert. Ganz schwer das wieder loszuwerden. Das wird also lange nach Klinsmann noch Nachwirkungen haben und ist sehr, sehr schädlich für den Verein.

Es bedurfte bei uns einer absoluten Respektperson wie Ottmar Hitzfeld, der durch absolute Korrektheit in jeder Lage und das Vorleben von Werten ein neues Miteinander geschaffen hat beim FC Bayern, nachdem sich vor seiner Amtszeit diese Dinge innerhalb der 90er ziemlich verselbstständigt hatten.  Jeder Spieler schaute nur auf sich und arbeitete auch nur für sich mit der Boulevard-Presse zusammen, um sich eine gute Lobby zu schaffen. Und das spiegelte sich auch auf dem Platz wieder. Der FC Bayern, der dann im neuen Jahrtausend alles abgeräumt hat was es abzuräumen gab, der war allerdings nur durch absolutes Teamwork und das Leben der sprichwörtlichen Bayern-Familie möglich.

Ottmar hätte van Buyten für solche Aussagen übrigens zu 100 % eine Geldstrafe gegeben, van Buyten hätte das akzeptiert und es wäre nie wieder vorgekommen. Heute ist alles anders. Wenn Klinsmann das macht, dann hat nicht nur van Buyten endgültig die Nase voll, sondern mit ihm 50 % der Mannschaft. Somit herrscht hier nichts als absoluter Kontrollverlust. Egal was Klinsmann jetzt macht, es ist falsch. Was unter dieser Vorraussetzung die Konsequenz sein muss, dürfte klar sein.

Update: Hier das zu erwartende Dementi

Und noch ein Dementi

Also bleibt jetzt übrig, die Mannschaft hat beschlossen defensiver zu spielen. Netter Weise haben sie den Trainer eingeweiht und er durfte dabei sein. Was für ein Kindergarten! Ein starker Trainer braucht weder die Gnade der Mannschaft bei taktischen Entscheidungen wenigstens dabeisitzen zu dürfen, noch müssen am nächsten Tag wilde Dementis mit offiziellen Pressemitteilungen und dergleichen die Runde machen. Wer sich verteidigt, klagt sich an…

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10 Kommentare zu “Mannschaftssitzung ohne Trainer

  1. elmarinho 27. Februar 2009 um 9:00 am

    Man könnte das Ganze natürlich auch ganz anders interpretieren: Klinsmann hat eingesehen, dass mit dem aktuellen Kader die von ihm angestrebte Spielweise nicht möglich ist, da einige Spieler technisch und taktisch damit schlichtweg überfordert sind. Daher ist er Manns genug, diesen Fehler einzugestehen und in Kooperation mit den Führungsspielern (z.B. Klose, Lahm, MvB) die Grundausrichtung umzustellen. Dass diese wiederum zuvor von der gesamten Mannschaft besprochen worden war, ist völlig normal und nicht bededenkswert.
    Hätte van Buyten selbst nicht so eine Grottenleistung (trotz des Tores, aber er ist mal in erster Linie Verteidiger) gegen Köln abgeliefert, wäre sein Geheule vielleicht sogar gerechtfertigt gewesen, aber so macht er sich nur selber lächerlich.

    Wie gesagt, DAS wäre auch eine Sicht der Dinge. Und nachdem, wie du ja schon sagst, die Quellen nicht gerade BND-Qualität haben, würde ich denen auch nicht unbedingt alles glauben.

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  2. edgar 27. Februar 2009 um 9:43 am

    Was man aber auch sehen muss ist die Tatsache, dass es bekanntermaßen unter Hitzfeld, Lattek usw. in „Krisenzeiten“ immer solche Sitzungen stattfanden. Wie oft haben sie sich bei Auge im Keller getroffen und Weißbier gezischt oder wie oft hat Effe in der Kabine die Rolle des Chefs übernommen? Ohne Effenbergs Ehrgeiz wäre es wohl 2001 nicht zum CL-Sieg gekommen. Er hat doch – über Hitzfeld hinweg (was er auch schon eingige Male bestätigt hat) – immer wieder Einfluß auch auf die Aufstellung genommen.
    Aber damals war halt alles gut und jetzt ist alles schlecht. Egal was er macht, er macht es in vielen Augen falsch. Und die reelle Chance hat er bis dato nicht erhalten, da er schon vorher verurteilt wurde.

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  3. antikas 27. Februar 2009 um 1:12 pm

    Das Problem ist aber das die eben genannten Führungsspieler normalerweise nicht den Weg an die Presse suchen würden. Sehr ungwöhnlich. Und wenn ich die ein oder andere Aussage interpretieren müsste , würde ich auch sagen die Mannschaft ist nicht mehr glücklich mit Klinsmann. Und wenn der Bäcker sich an getroffene Zusagen nicht mehr hält , ist er derjenige der sich lächerlich macht, und nicht van Buyten. Ich hab echt Panik das die Mannschaft Sonntag gegen den Trainer spielen könnte.

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  4. edgar 27. Februar 2009 um 3:09 pm

    Blöd wenn alle Theorien der Boulevardmedien zunichte gemacht werden:
    15.23 Uhr: Neues von der Säbener Straße: Nachdem das Gerücht über eine Mannschaftssitzung ohne Jürgen Klinsmann die Runde gemacht hat, gab der FCB jetzt eine von Mark van Bommel unterzeichnete Presseerklärung heraus. Hier die Erklärung im Wortlaut: „In einer Münchner Tageszeitung wurde in der Berichterstattung über den FC Bayern München behauptet, dass es nach dem Bundesligaspiel gegen den 1.FC Köln eine interne Mannschaftssitzung gegeben hätte – ohne unseren Trainer Jürgen Klinsmann. In dieser angeblichen Sitzung hätten die Spieler eine Umstellung des Spielsystems beschlossen. Dies ist unwahr. Auch im Namen der Mannschaft erkläre ich, dass es keine Sitzung ohne Trainer Jürgen Klinsmann gegeben hat und, dass es keine Entscheidung der Spieler über ein anderes Spielsystem gibt. Natürlich haben wir nach der Niederlage gegen Köln das Spiel analysiert und miteinander diskutiert – immer aber mit Trainer Jürgen Klinsmann. Und Entscheidungen über Spielsysteme sind stets Entscheidungen des Trainers.“ Das ist doch mal ’ne Ansage vom Agressiv-Leader des deutschen Rekordmeisters…
    Quelle: http://www.spox.com/de/sport/fussball/0902/Artikel/fussball-ticker-bundesliga-fc-bayern-
    premier-league-rund-um-den-ball.html

    Aber wahrscheinlich glaubt man nun den Spielern auch nicht, da sie Klinsi einen Brainwash erhalten haben. Selbst schuld wer der Yellow Press glaubt.

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  5. mingarot 27. Februar 2009 um 3:12 pm

    Hmmm…also die Quellen sind für´n Arsch, das ist keine Frage. Aber das liegt in diesen Fällen zur Zeit irgendwie nicht an den Quellen, sondern daran das die Spieler eben jene Zeitungen mit diesen ganzen Internas füttern.

    Das Effenberg über Hitzfeld´s Kopf hinweg Aufstellungen gemacht hat ist simpel falsch. Die beiden haben darüber geredet, aber Hitzfeld´s Autorität stand niemals auch nur ansatzweise in Frage und die hat er sich auch niemals auch nur ansatzweise nehmen lassen.

    Das die Mannschaft eigenmächtig eine andere Taktik spielt als der Trainer vorgibt, das hab ich in 25 Jahren Fandasein noch nicht erlebt. Was aber vor allem jetzt die Folge davon ist, kann man sich ja denken. Die Mannschaft war eh führungslos. Jetzt übernehmen sie selbst das Kommando und gewinnen prompt 5:0. Ist doch klar welche Schlüsse die Spieler daraus ziehen.

    Ein anderer Punkt ist die Sache mit den ganzen Internas in den Boulevard-Blättern. Hier kann man nicht mehr von einer einseitigen Verschwörung des bösen Boulevards gegen Klinsmann ausgehen. Es ist mehr als offensichtlich, dass große Teile der Mannschaft dieses Sprachrohr liebend gerne benutzen und diese Blätter ordentlich füttern. Kampagnen sind ein großes Problem. Aber wenn diese aus den eigenen Reihen befeuert werden, ist es eine Katastrophe. Klinsmann hat gar nichts mehr im Griff und das ist Fakt.

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  6. mingarot 27. Februar 2009 um 3:16 pm

    Das ein Dementi folgen wird ist wenig überraschend. Dazu ist der Verein praktisch genötigt. Aber wie gesagt…die Boulevard Blätter kriegen so viele Internas gesteckt, das kann man schon gar nicht mehr alles einzeln dementieren. Und das ist das eigentliche Problem an der Sache.

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  7. mingarot 27. Februar 2009 um 3:18 pm

    Öööhm…poste nochmal den Link, der funktioniert nicht.

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  8. antikas 27. Februar 2009 um 4:49 pm

    Selbst wenn dieses treffen nicht statt gefunden hat , ändert das wenig. Die Mannschaft scheint nicht glücklich, und das wird ein Problem für den FCB. Der Spacken ist ein intriganter und verlogener Drecksack und einfach nicht in der Lage eine Mannschaft zu führen . Und von Taktik hat er auch keine Ahnung ,woher auch?

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  9. Edgar 27. Februar 2009 um 8:36 pm

    Hier ist ein Topquellenlink:
    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,610331,00.html
    http://www.tz-online.de/de/sport/fcbayern/artikel_150524.html auch bei http://www.spox.com steht viel darüber.
    Es ist schon komisch. Auf der einen Seite wird immer verlangt dass sie eigenständiger sein sollen, da ein Trainer von außen wenig Einfluß hat und auf der anderen Seite soll man sich vom Trainer die Taktik aufzwängen lassen. Fakt ist, keiner von uns hier war in der Kabine dabei und somit ist JEDE Aussage die in der Zeitung steht – egal von wem – mit Vorsicht zu genießen. Fakt ist auch dass Bayern in der Defensive anfälliger ist als in der letzten Saison – aber liegt es vielleicht auch daran, dass Micho eine normale Saison spielt und nicht so wie letztes Jahr (in den Jahren zuvor unter Magath und Hitzfeld hat er auch immer so neben sich gestanden). Hat man eigentlich auch 2001 so geschrien als Bayern mit neun (!) Niederlagen Deutscher Meister wurde? Dass die Bayern mit der Lage nicht zufrieden sind ist doch klar. Wenn es bei dir in der Arbeit nicht läuft, dann bist du auch nicht dauernd auf Partymodus.
    Taktisch macht jeder mal Fehler oder wie war z.B. die letzte UEFA-Cup-Runde zu erklären (alleine die letzten vier Spiele ohne Sieg – was wäre da bei Klinsmann los gewesen?). Alleine wenn man sich das Spiel in St. Petersburg ansieht, da wurde alles falsch gemacht was man nur falsch machen konnte.
    Was man wirklich sehen muss dass die Bayern – seit Magath – jetzt wieder einmal konditionell voll auf der Höhe sind.
    Fakt ist auch dass Bayern zu Saisonbeginn Pech hatte dass ein Ribery und Toni länger ausgefallen sind, zudem war auch noch die EM. Dann muss man auch sehen wie die Spiele in der Rückrunde gelaufen wäre wenn die Tore gegen Hamburg und Köln gezählt hätten…
    Und dass man über einen unzufriedenen Daniel(a) van Buyten diskuttieren muss ist schon lächerlich, denn welche Ansprüche stellt er denn? Welche Leistung hat er denn beim FCB zuletzt gezeigt? Bis auf das Tor gegen Köln hat er sich nahtlos seinen Leistungen in seiner bisherigen Zeit bei Bayern angepasst.
    Gut Ding will Weile haben.

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  10. mingarot 27. Februar 2009 um 10:52 pm

    Au Mann…das sind ein ganzer Haufen Ausreden. Das wir die nötig haben…

    Ich bin übrigens immer auf Partymodus. Selbst wenn es wie zur Zeit beim FC Bayern drunter und drüber geht als wär der jüngste Tag nicht fern. Ich will nicht schon wieder alles durchkauen, dazu lese man sich die letzten Artikel einfach durch. Aber das wir auf und neben dem Platz plötzlich nen Arsch voll Baustellen haben seit dieser Saison, dürfte wohl jedem klar sein. Ich meine halt die Hauptursache dafür zu kennen. Du siehst das anders. Aber alleine die Länge deines Kommentars zeigt, wieviele Baustellen es sind. Und du hast nicht mal jede aufgetan. Bald kann man auch ein Buch darüber schreiben. Heeyyy…gute Idee eigentlich…das mach ich! 😀

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