…und auf der Bank, grinst der Praktikant

Geh mit Gott…aber geh!!  Bild: nicholas macgowan used under CC License

So!! Ich hab mich eine ganze Woche vor lauter Frust und Enttäuschung zusammengerissen, aber jetzt kann ich nicht mehr. Mir platzt der Arsch, liebe Vereinsführung!

Was geben wir für ein jämmerliches Bild ab dieser Tage? Da wäre als wichtigstes unser Auftreten auf dem Platz. Wir können stolz vermelden die Chaostheorie in die Praxis umgesetzt zu haben. Hinten löchrig wie ein Schweizer Käse und vorne ohne jegliches Konzept. Was ist aus den großen Sprüchen geworden? Wo ist denn jeder Spieler besser geworden? Das einzige was passiert ist, ist das der Bäcker in wenigen Wochen es geschafft hat aus einer im Vorjahr grandios aufspielenden und intakten Mannschaft einen Hühnerhaufen zu machen.

Ich will mich nicht damit brüsten es vorher gewusst zu haben. Aber für mich ist schon als der neue Trainer damals vorgestellt wurde die Welt zusammengebrochen. Ich habe alles genauso kommen sehen. Ich bin nicht stolz drauf und es verschafft auch nicht den Hauch von Genugtuung. Das einzige was ich spüre ist Wut, Enttäuschung und tiefe, tiefe Sorge um den Verein.

Klinsmann ist ein Blender. Das ist das einzige was er kann. Den Schein wahren und auf netten Schwiegersohn machen. Und sondert dabei nichts als Thomas-Doll-Gedächnis-Phrasen und Durchhalteparolen ab. Ich fühl mich schon genug verarscht von den „Leistungen“ der Mannschaft dieses Jahr. Aber wenn Klinsmann nach dem Spiel seinen Dünnpfiff absondert ist die gesamte Woche fußballtechnisch für mich gelaufen.

Persönliche Befindlichkeiten leiten den Mann in der Führung der Mannschaft und das war klar wenn man Klinsmann kennt. Er spielt gern die beleidigte Leberwurst und hält sich für was besseres. Das ist Fakt, auch wenn sich viele von seinem dämlichen Grinsen blenden lassen und denken der wär ein Netter. Seinen wahren Charakter kann er dahinter nicht verstecken. Schon gar nicht vor der Mannschaft in der täglichen Arbeit.

Und sowas spürt eine Fußballmannschaft und merkt das kein Plan vorhanden ist, sondern nur große Sprüche. Was ein Unterschied vor allem zum Pragmatiker und immer verbindlichen Ottmar Hitzfeld. Das muss der Mannschaft wie ein Kulturschock anmuten. Jedenfall brechen alle Automatismen unter so einer Führung sehr schnell weg. Und genau das erleben wir in diesem Jahr. Eine führungslose Mannschaft, in der immer mehr das Miteinander zu einem Gegeneinander wird.

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Die Mär vom Offensivfußball ist eine eben solche. Auch das wir angeblich in den letzten Minuten immer zulegen können, ist eine eben solche. Wir müssen. Das ist das einzige was stimmt. Wir müssen, da wir ständig zurück liegen. Weil wir in jedem verdammten Spiel anrennen müssen. Abgesehen davon, dass es auf  Sicht in so einer langen Saison und auf drei Hochzeiten tanzend kräftemäßig tödlich ist, ist es auch ein Armutszeugnis.

Mit einfachsten taktischen Mitteln werden wir ausgeschaltet. Unsere linke Seite zumachen und schnell kontern. Mehr brauch´s nicht dieser Tage um uns vor unlösbare Aufgaben zu stellen. Und das mit Spielermaterial, welches unserem teilweise um Klassen unterlegen ist. Da ist der Trainer gefragt. Aber wir haben keinen Trainer, sondern einen Praktikanten. Einen blutigen Rookie. Wenn der wenigstens jeden Tag besser geworden wäre, aber der ist resistent der Typ.

Was hat Ottmar gemacht wenn´s nicht lief frag ich mich immer. Die Defensive gestärkt und vorne drauf vertraut, dass wir bei unserer Qualität immer ein oder zwei Tore machen. Schön ein, zwei 1:0 Siege eingefahren, vielleicht sogar arschglücklich. Und schon war der Zug wieder auf´m Gleis. Aber der Unterschied zu heuer ist, dass er da frühzeitig gegengesteuert hat, während Klinsmann überhaupt erst die Ursache des ganzen ist.

Und dann kommt auch noch unsere jämmerliche Außendarstellung dazu. Von den lächerlichen Durchhalteparolen aller (!!) will ich gar nicht anfangen. Aber was ist das zum Beispiel für ein Theater um Donovan gewesen? Alles schön in der Öffentlichkeit ausgetragen. Klinsmann und van Bommel kommunizieren auch über die Medien. Der eine sagt öffentlich er ist sich sicher der Kapitän bleibt und er hätte mit van Bommel darüber gesprochen. Damit konfrontiert weiß van Bommel erstmal von gar nix und watscht Klinsmann genauso öffentlich ab. Hallo? Trainer? Anwesend? Das ist dein Kapitän. Kommunizieren jetzt schon Trainer und Kapitän über die Medien miteinander? Das ist nur noch peinlich.

Und wenn ich schon mal dabei bin…was´ los, Killer-Kalle?!? Ist eine Frage erlaubt? Wann haben Sie Ottmar mit der unsäglichen Aussage vom Fußball, der keine Mathematik ist vorsätzlich entmachtet? Nach einem (!!) Unentschieden und einer bis dahin grandiosen Saison? War es nicht so? Ich werde Ihnen das niemals vergessen, ich schwöre auf alles!! Das nehm ich mit ins Grab.

Gestehen Sie jetzt ein, dass Ihr Plan nicht aufgegangen ist. Ottmar rauszumobben hat noch funktioniert. Ihren Kandidaten Klinsmann zu installieren hat auch noch geklappt. Sie haben es mit akribischer Arbeit sogar über Jahre geschafft das Herz unseres Vereins, nämlich Uli Hoeneß, langsam aber stetig zu entmachten und die Geschicke mehr und mehr selbst an sich zu reißen. Aber genau jetzt ist der Zeitpunkt einzugestehen, dass Sie dabei sind den Verein an die Wand zu fahren. Zeigen Sie Größe und gehen Sie zusammen mit Klinsmann. Zum Wohle des FC Bayern.

Der Appell wird allerdings ungehört bleiben. Eher führt Killer-Kalle Krieg als das er Größe zeigt. Und genau da liegt die eigentliche Gefahr für unseren Verein zur Zeit. Wir drohen uns selbst von innen heraus zu zerfleischen in kleinen und größeren Machtkämpfen. Und so langsam geschieht es sogar mehr und mehr öffentlich. Wenn das eskaliert wird es nur Verlierer geben und der Verein wird Jahre brauchen um sich von dieser unsäglichen Episode Klinsmann und all seinen Mitbringseln zu erholen. Es braucht wenige Monate um viele Jahre Arbeit zunichte zu machen. Aber es braucht viele Jahre, um einen Scherbenhaufen wieder auf Kurs zu bringen.

Isch habe fertig!!

© 2009 Traumtorschuetze

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2 Kommentare zu “…und auf der Bank, grinst der Praktikant

  1. antikas 22. Februar 2009 um 8:43 pm

    Mein Reden. Die Sache mit Kalle seh ich nicht so dramatisch, aber ich bin mir auch sicher das Klinsmann einen Scherbenhaufen hinterlassen wird. Ich hoffe Uli findet nochmal sein Feuer wieder.

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  2. elmarinho 25. Februar 2009 um 3:35 pm

    Ich seh’s eigentlich genau anders herum. Von einem Scherbenhaufen auf Klinsi-Basis sind wir noch sehr weit entfernt. Was mir bei van Bommels und auch Rummenigges Verhalten abgeht, ist Resepkt dem Trainer gegenüber. Da kann man Klinsmann bisher eigentlich nur vorwerfen, dass er nicht selber mal mächtig den Chef raushängen lässt, aber dafür ist er sich noch zu blöd.

    Überhaupt Rummenigge. Da kann ich nur zustimmen. Es bereitet mir immer mehr Sorgen, wie Killer-Kalle sich immer mehr als Alleinherrscher installiert. Ich kann nur hoffen, dass Uli nach seinem Rückzug (ich hoffe immer noch auf den Rücktritt vom Rücktritt) sehr, sehr präsent bleibt, damit es überhaupt noch eine kontrollierende Instanz gibt, sonst sitzt bei uns bald ein technokraitscher Sonnenkönig am Ruder – und das ist nicht der FC Bayern.

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