Wie kann man nur Bayernfan sein?

Bild: probek used under CC License

Eine der Fragen, die ich in meinem Leben mit am häufigsten gestellt bekommen habe. Eigentlich reicht es vollkommen aus die Gegenfrage mit dem entsprechend bevorzugtem Verein des Fragenden zu stellen. Schließlich würde ich lieber lachend in eine Kreissäge laufen als Fan eines anderen Vereins zu sein. Und schließlich ist die Lebensverbindung zu seinem Verein eine der emotionalsten Geschichten im Leben eines Menschen und findet somit in einer Dimension jenseits des Greifbaren statt. Aber da es seit neuestem hip zu sein scheint, selbst aus den eigenen Reihen angefeindet zu werden von verschiedenen „Support your local team“ Kaspern, will ich hier mal meine ganz persönliche Geschichte erzählen. Die Geschichte eines bis auf´s Blut stolzen Bayernfans…in Bielefeld.

Wir sind zurückversetzt in die frühen 80er Jahre in ein 100 Seelen Dorf im südlichen Niedersachsen. Die Frisuren waren gruselig, die Klamotten auch und ich war ein kleiner Hosenscheisser. Schon damals Frauenschwarm, aber das steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls konnte ich grad unfallfrei laufen, da bin ich schon den ganzen Tag hinter irgendwelchen Bällen hergerannt. Als Einzelkind in einem so kleinen Dorf, indem die Gleichaltrigen Fußball scheisse fanden, war es das größte für mich, wenn mein Halbbruder in den Ferien und an langen Wochenenden zu Besuch kam, der damals bereits im Verein spielte und sowieso in allen Belangen mein großes Vorbild war. Wenn der kam bedeutete dies stundenlang im Garten Fußball spielen bis man umfällt oder es Essen gibt. Er brachte mir mit Engelsgeduld Tricks bei und erklärte wenn es sein musste 100 mal wie Spieler XY das macht. Als glühender Bayernfan der er war, waren das natürlich neben internationalen Größen wie dem jungen Diego Maradona und dem bei der WM 82 so stark spielenden Paolo Rossi vor allem die Bayernspieler, bei denen er bei der Erklärung ihrer Tricks glühende Augen bekam und aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Das schlimmste war wenn er beim puren bolzen auf die Hütte Klaus Augenthaler war. Da konnte ich Jean-Marie Pfaff sein wie ich wollte, der hat ohne Gnade alle Körperteile meines 4 jährigen Astralkörpers rot und dark navy geschossen. War schließlich Auge, „der hat nunmal einen Bumms“.

Da ich zu der Zeit schon komplett verrückt nach Fußball war, lag es also nahe für wen ich mich am allermeisten interessierte. Für die Helden, deren Spielweise mir mein Halbbruder haarklein erklärte. Ich muss zu meiner Schande gestehen, mein größter Held zur damaligen Zeit war einfach Karl-Heinz Rummenigge. Ich konnte den Namen kaum aussprechen (O-Ton des Hosenscheissers: Rummelknigge), aber er war der Größte für mich (keine Sorge, ich war schon ein paar mal beichten deswegen). Wenn mein Halbbruder da war, bekam ich natürlich auch unweigerlich die hitzigen Wortgefechte zwischen ihm und meinem Vater mit, der seines Zeichens Bremen-Fan war. Klar auch, auf wessen Seite ich dabei Stellung bezog.

So ging das dann einige Jahre. Ich fing selbst ziemlich erfolgreich an im Verein Fußball zu spielen und meine Idole waren immer Rote. Daran konnte auch die Freundschaft meines damaligen Vereins mit Werder Bremen und einigen Freundschaftsspielen gegen deren Jugendmannschaften und Hallenturniere bei ihnen nichts ändern. Da konnte ich mit meiner Mannschaft noch so oft in deren Vereinsheim neben Otto Rehhagel und einigen seiner Mannen nach den Turnieren die Pommes essen und die Stiefel Kindercola trinken. Hängen bleibt bis heute eigentlich nur, dass Otto mir bis zum heutigen Tag noch einen Kugelschreiber schuldet, den er nach einem Autogramm für meine Mutter (hoffentlich nicht) böswillig eingesteckt hat (falls du das liest Otto, rück den Kuli raus, Adresse steht im Impressum).

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Irgendwann in den Jahren nahm mich mein Vater mal mit ins Weserstadion. Es war die Saison 86/87 und er entführte mich mitten in deren Fankurve. Ich war viel zu klein für überhaupt irgendeine Fankurve. Und viel zu klein um zu verstehen was geht und was nicht. Jedenfalls erinnere ich mich an eine ziemlich aggressive Stimmung, die nicht grad besser wurde als ich nichtsahnend den 1:1 Ausgleich durch Hansi Pflügler in der relativ späten 75. Minute lautstark bejubelte. Es ist wenig überraschend, dass wir die letzten 10 Minuten im Autoradio verfolgt haben. Heute weiß ich wieviel Glück wir hatten überhaupt bis dahin gekommen zu sein.

Dann kam die Saison 87/88. Wir spielten herzerfrischenden Offensivfußball, bekamen aber zu viele Buden hinten rein. Der Endspurt der Meisterschaft versprach spannend zu werden, doch wir vergeigten ganz untypisch für uns in der Endphase einige Spiele. Das fing an mit einer Niederlage gegen Hannover, ging weiter mit einer Niederlage gegen Lautern und setzte sich fort mit einem fürchterlichen 0:0 gegen Uerdingen. Ich bekam jedesmal schön was auf die Ohren von meinem Vater, der mit jedem Spieltag mieser wurde in seiner Fopperei. In dem Moment wo Bremen sicher Meister und ich am Boden zerstört war, sah ich bei einer dieser Verbalattacken komplett rot, nahm drei Meter Anlauf und trat ihm mit solcher Wucht gegen das Schienbein, dass es wochenlang grün und blau war und ich ungefähr die selbe Zeit wegen verstauchtem Fuß gegen keinen Ball treten konnte. Das war der Moment an dem aus – zugegeben starkem – Interesse Fanatismus wurde. Nebenbei bemerkt…dies geschah in der Niederlage. Ich kann nur für mich sprechen, aber die Mär von der Wahl des FC Bayern als Verein des Herzens aufgrund des Erfolges ist komplett für´n Arsch. Kein richtiger Fan sucht sich deswegen seinen Verein aus.

Dann kam der Umzug nach Bielefeld. Wie denk ich in jeder Stadt außerhalb Bayerns, wirst du hier an jedem Tag mindestens zweimal dreckig angefeindet wenn du Bayernfan bist. Doch jede einzelne Anfeindung machte schon in der Grundschule meinen Stolz nur größer. Hat mich einer gemobbt deswegen, hab ich ihm kurzerhand sein Hausaufgabenheft weggenommen und ein fettes Bayernlogo draufgemalt. Einmal konnte ich mir sogar etwas von meinem Mathelehrer anhören (O-Ton Mathelehrer: siehe Überschrift), woraufhin ich ihm vor der Mathestunde sein Lehrerpult mit allen verfügbaren Panini-Bilder der Bayernspieler volltackerte. Da ich der einzige Bayernfan in der Klasse war, folgte die Strafe zwar auf dem Fuß, aber zwei Stunden Pult mit Spüliwasser schrubben war´s mir dann doch wert.

In meinem neuen Verein hatte ich das riesige Glück, dass mein damaliger Trainer (schöne Grüße Ivan) ebenfalls unerschütterlicher Bayernfan war und ganz nach den Regeln bayerischer Demokratie die Mannschaftsfahrten nach München beorderte. So kam ich im Alter von 13 – 16 Jahren die ersten Male ins gelobte Land. Die ersten Male ins Olympiastadion und die ersten Male an die Säbener. Wundervolle Erinnerungen sind das an einen Bruno Labbadia, der verletzt, und nur kurz bei der Geschäftsstelle vorbeischauen wollend, sich eine knappe Stunde mit uns unterhielt und geduldig jede Frage beantwortete, während seine bessere Hälfte im Cabrio sitzend einen Anfall nach dem nächsten bekam (O-Ton bessere Hälfte: Bruno!! Jetzt ist aber Schluss, ich muss zum Frisör! O-Ton mein Mannschaftskollege: Dann geh doch zu Fuß! *leichter Rauch über ihrer unvorteilhaften Frisur, aber Grinsen bei Bruno*).

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Erinnerungen daran wie ich mit einem Mannschaftskollegen unschuldig tuend durch die Geschäftsstelle getapert bin, mit unserem festen Ziel ins Büro von Uli zu kommen. Und tatsächlich…irgendein freundlich unaufmerksamer Mensch ließ aus Versehen die Tür zum Flur sperrangelweit auf. Uli war leider nicht da, aber aus dem Büro ganz hinten schallten wütende Geräusche, was wir als eindeutiges Lebenszeichen deuteten. Wer auch immer das war, der hatte uns erstmal am Arsch. Es war Hörwick, der gerade damit beschäftigt war seine Sekräterin lang zu machen. Wir haben uns erstmal daneben gestellt und uns die Szenerie angeschaut, ohne das jemand großartig Notiz von uns nahm. Doch irgendwann kam natürlich die Frage wer wir überhaupt sind und was wir hier zu suchen hätten. Blitzgescheit sagte mein Mannschaftskollege, wir wollten fragen ob wir Originalbilder von den Spielen bekommen könnten. Erst hieß es unter gar keinen Umständen, die würden den Fotografen gehören. Doch wir hatten wohl beide einen ziemlichen Dackelblick drauf, woraufhin wir mit dem Hinweis es bitte nie zu verraten (Sorry, Herr Hörwick, jetzt hab ich´s doch getan) einen kleinen Stapel in die Hand bekommen haben. Diese hängen immernoch fein säuberlich gerahmt in meiner Küche.

Wunderschöne Erinnerungen an einen Lothar Matthäus. Alle kamen überpünktlich zum Training, schön brav in ihren (damals) Opel Dienstwagen und parkten auf den dafür vorgesehenen Plätzen innerhalb des Vereinsgeländes. Nur der Leitwolf kam mit quietschenden Reifen in seinem 600 SL etwa 10 Minuten zu spät vorgefahren, parkte völlig schief im Halteverbot und wirkte etwas gestresst (O-Ton Leitwolf: Jungs, wenn ihr zu spät zur Schule kommt, könnt ihr doch auch keine Autogramme mehr schreiben, oder?*Is´ klar, Lothar…*).

Nicht zuletzt wundervolle Erinnerungen an die für mich so elektrisierende Atmosphäre um und im Stadion. An eine Weltklasse-Südkurve und einer Welt, die an Faszination für mich nicht zu übertreffen ist.

Aber auch unschöne Erinnerungen. So ging ich mit drei Mannschaftskameraden von unserer Jugendherberge am Abend des Spieltages noch in voller Montur zu MacDoof, als uns plötzlich ein völlig besoffener Asi anpöbelte, wir sollen die Scheiss-Klamotten ausziehen und lallte irgendwas von hier hätte man blau zu tragen und so. Wir müssen alle 13 Jahre gewesen sein und er erwachsen und stämmig gebaut. In jedem Fall waren wir vier Halbgare aber mit einer ziemlich großen Fresse ausgestattet und pöbelten zurück. Der Penner entriss todesmutig dem schmalsten von uns seinen Schal und wollte sich aus dem Staub machen. Wir guckten uns kurz an, rannten los und sprangen ihm alle vier ins Kreuz, woraufhin der besoffene und stinkende Heckenpenner einmal ausholte und – wieder dem schmalsten von uns – voll eine durch´s Gesicht wischte. Dabei ging dessen Brille zu Bruch und kleine Narben von den heftig blutenden Schnittverletzungen waren nicht mal bei dessen Hochzeit vor zwei Jahren verheilt.

Es folgten die Jahre in denen ich meinen letzten Pfennig für die Besuche der irgendwie für mich erreichbaren Auswärtsspiele meiner Mannschaft ausgab. Oft stundenlang allein im Zug, denn so wahnsinnig war kaum einer hier. Jahre in denen aus einer glühenden Liebe ein Bund für´s Leben wurde. Jahre in denen mir klar wurde, dass Freunde und vor allem Frauen kommen und gehen, aber mein Verein immer für mich da ist und ich für ihn bis an unser Lebensende. Ist es Liebe? Nein, es ist so viel mehr als das! Denn in der Liebe weiß man nie ob es für immer ist. Man kann es nur hoffen. Und wenn die nächste Schlampe kommt weiß man nie ob man sie nicht doch flachlegen sollte. Man denkt zumindest drüber nach, alles andere wär doch gelogen. Der Verein aber ist niemals austauschbar, nicht einmal in den entferntesten Gedanken. Er wohnt nicht nur im eigenen Herz, ohne ihn gäbe es gar kein Herz. Er ist so stark ein Teil von einem selbst, dass wenn man es wegnehmen würde das Herz aufhörte zu schlagen. Es ist das eigene Fleisch und Blut.

Bleibt also die Frage…was erwarten diese Hafensänger eigentlich, wenn sie die obige Frage stellen? Das ich ihnen das in zwei Sätzen erkläre? Ich schreib hier grad einen Roman und hab immernoch nicht mal 5 % dessen erklären können was mich zum Bayernfan gemacht hat. Das ist noch so unglaublich viel komplexer, darüber könnte man eine ganze Serie von Büchern schreiben. Ich hab ja nicht mal von den großen und schmerzhaften Momente der Spiele selbst berichtet, geschweige denn versucht das riesige Gefühlsspektrum zu beleuchten, oder den Einfluss den der Verein auf die Bildung der Persönlichkeit eines (heranwachsenden) Menschen hat.

Nichts desto trotz werde ich zukünftig einfach auf diesen Link hier verweisen wenn mir nochmal ein Schlaumeier diese bekloppte Frage stellt. Zumindest wenn er aus den eigenen Reihen kommt. Die anderen kriegen eh nur ein gepfeffertes „Geh kacken! Warum bist du XY Fan?“ zu hören. Wenn ich dann zu hören kriege „weil die hier in der Nähe sind“ halt ich es für ein ziemlich beknacktes Argument gegenüber meiner Bindung zum Verein.

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27 Kommentare zu “Wie kann man nur Bayernfan sein?

  1. zechbauer 26. September 2008 um 11:13 am

    Wow! Das ist mal ein Artikel zum Thema, aber genau wie du schreibst: es ist nicht mal 5% von dem, was man vermutlich alles schreiben könnte. Rummenigge war auch mein großes Spieleridol! Mein Herz schlug schneller, wenn ich seine Tricks und Tore in der Sportschau sah. Es ist halt wie es ist: Der Name deines Vereins ist in die Wände deines Herzens gemeißelt. Und niemand weiß, wer oder was dafür verantwortlich ist.

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  2. nagerblog 26. September 2008 um 11:32 am

    Dein Schreibstil ist herrlich erfrischend und die Geschichten, die du schreibst, berühren das Herz (besonders das jedes aufrechten Bayern-Fans).

    Bei dir lese ich immer wieder gern.
    Danke für diesen Blog!

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  3. Michael Reifen 6. Februar 2009 um 8:22 pm

    Hallo,

    bin hier zufällig gelandet.

    Sehr gut geführter Bolg, Angenehm zu lesen, man merkt das hier jemand mit viel
    Energie am werk ist. Möchte mich meinem Vorschreiber anschließen.Ist immer wieder erfreulich zu lesen das auch andere die gleiche Meinung haben.

    Weiter so.

    Gruß

    Michael

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  4. elmarinho 7. März 2009 um 9:56 am

    Krass. Obwohl ich hier schon einige Zeit mitlese, fällt mir dieser Eintrag hier zum ersten Mal auf. Ich hoffe, Du nimmst es mir nicht krumm, dass mein Blog fast genauso heißt wie dieser Artikel. Es ist wirklich nur Zufall, der mich gerade selber überrascht, aber andererseits auch bestätigt, denn schließlich bekommt man diese Frage ganz oft gestellt… Von den skeptischen Fragen nach den Leiden eines Bayernfans mal ganz abgesehen.

    Ich kann Dich jedoch beruhigen, die von Dir beschriebenen Anfeindungen muss man auch innerhalb Bayerns (von Franken gar nicht zu sprechen) und besonders innerhalb Münchens ertragen…

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  5. Sarah_FCB 7. Juni 2009 um 6:45 pm

    „Wie kann man Bayern-Fan werden, wenn man in der Nähe von Bremen wohnt?“ DAS ist die Frage, die mir bis jetzt in meinem Leben (16 Jahre) am meisten gestellt wurde… Und es kotzt mich wirklich immer wieder an, es erklären zu müssen, weil es viel zu komplex ist. Bei der Gegenfrage bekomme ich auch immer nur zu hören: „weil ich hier wohne“
    So was regt mich immer wieder auf…

    Aber naja…

    Sehr schöner Text…eine tolle Geschichte.
    Dein Blog ist der hammer 😉
    mach weiter so!

    Rot-weisse Grüße aus Niedersachsen 😉

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  6. mingarot 7. Juni 2009 um 6:59 pm

    Herzlichen Dank für die Komplimente, Sarah!! Halte die Fahnen weiterhin oben für uns in Niedersachsen. Wir alle sind der FCB, ob in München, Bielefeld, in der Nähe von Bremen oder in Papua-Neuguinea. Wichtig ist nur das was wir im Herzen tragen.

    RWG

    Marco

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  7. BayernUSA 20. Juni 2009 um 1:43 am

    Wow, super geschrieben. Ich hätte es selbst nicht sagen können. Seit ich wieder in den USA lebe muss ich mir Gott sei Dank diese Frage nicht anhören. Ich kann hier prima mit meinen Bayern Klamotten rumlaufen und keiner pöbelt mich an. Damals in Deutschland war das schon anders. Nun ja, ich unterstreiche den Satz: Euer Hass ist unser Stolz!! Bayern has my unconditional love and I am proud to be a Bayern Munich fan!!!!!!!!!

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  8. Tribun 23. November 2009 um 7:39 pm

    Mahlzeit!

    Ich kenne diesen Blog erst seit 6 Wochen. Er ist mit Abstand das qualitativ hochwertigste im Netz, das nicht von offizieller Seite stammt. Alleine der letzte Eintrag über die sog. Edelfans, die pfeifen anstatt die Mannschaft zu unterstützen, und was dies über unsere Gesellschaft aussagt, hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Dafür mal ein dickes Dankeschön.

    Diesen Text hier habe ich mit Genuss gelesen, als Ruhrpottler ist Bayernfan sein kein Zuckerschlecken. Viele der Episoden kommen mir bekannt vor, das Anpöbeln, das Fragen wie man Bayern-Fan werden kann. Ach, ich könnte studenlang erzählen, so wie wahrscheinlich jeder von uns der im „Exil“ groß geworden ist.

    Der beste Moment war mein erstes Heimspiel 2002, noch im Olympiastadion, da fiel mir auf, dass ich zum ersten Mal nicht auffiel, klingt beknackt, war aber so. Ich war einer von zehntausenden im Trikot – ob man mir es jetzt glaubt oder nicht, das hat mich unheimlich berührt, so als sei ich endlich zu Hause angekommen.

    Ich habe (hier im Pott) gelernt mein Bayerntrikot (immernoch und aussließlich „7“, „Scholl“) mit Würde und Stolz zu tragen, gerade auch dann, wenn wir verloren haben. Wie gesagt, auch daran bin ich gewachsen, der Terminus „Euer Hass ist unser Stolz“ trifft meine Einstellung zu 100%.

    Nochmal herzlichen Dank an den Betreiber, du machst nen guten Job, weiter so.

    Gruß aus dem Pott.

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  9. Lasse 26. November 2009 um 5:35 am

    Ich bin erst gestern auf deinen Block gestoßen. Mein Respekt wirklich gelungen und einer der Wenigen die ich weiterhin besuchen werde.

    Danke für die Geschichte die mir aus dem Herzen spricht. (Fehmarn und wieso man Bayern-Fan sein kann)

    Vielen Dank nochmal für diesen Blog und weiter so.

    Gruß aus Bielefeld

    Lasse

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  10. Oliver Kobytzki 11. April 2010 um 11:54 am

    Ich bins nochmal.
    G E I L.
    Du sprichst mir aus der Seele.Besser kann man diese liebe nicht erklären.
    D A N K E dafür.
    Bayern ist mehr als nur ein Fussballverein,Bayern ist Leben, Liebe, Leidenschaft. Einfach unerklärlich.
    FCB1900
    gruss bolle

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  11. SGIAI22 18. April 2010 um 2:48 pm

    Super Story, so ähnlich wie bei mir auch.
    Aufgewachsen in einem 250 Seelen Dorf in Niedersachsen unter lauter Bremen und Dortmund Fans gab es 2. Bayern Fans, einer davon war ich. Allerdings spielte meine Geschichte in den 90er Jahren.
    Und wie du schon schriebst, es sind die Niederlagen die einem im Gedächtnis bleiben und zusammenschweißen, bei mir war es 99 die Mutter aller Niederlage gegen Manu.
    Darum, für immer und ewig Bayern!!! Mia san mia.

    MfG
    SGIAI22

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  12. genova68 3. Mai 2010 um 1:31 pm

    Diese ellenlange Geschichte entschuldigt keineswegs den Zustand des Bayernfanseins. Wenn ich das richtig verstehe, bist du nur deshalb Bayernfan, weil dein Halbbruder, der dir das Fußballspielen beibrachte, Bayernfan war. Toll.

    Alles, was dazu gesagt werden muss, steht hier:

    http://exportabel.wordpress.com/2010/05/03/nicht-schon-wieder-der-scheisverein-ist-meister/

    Nichts zu danken
    genova

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  13. mingarot 3. Mai 2010 um 1:50 pm

    Ach Gottchen, wie niedlich!

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  14. genova68 3. Mai 2010 um 2:25 pm

    Mal ehrlich: Bayern-Fan ist man vielleicht bis 13, wenn man eine schwere Kindheit hatte oder im Bayerischen Wald groß wurde. Aber spätestens in der Adoleszenz sollte man doch begreifen, dass das nicht geht. Es sei denn, man liest Focus, hört Westernhagen und findet Boris Becker und das P1 toll.

    Soll es ja geben.

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  15. mingarot 3. Mai 2010 um 2:32 pm

    He, he! Nur weiter, du bist genau die Art von Neider, die einen Blog durch ihre Selbstentblößung durchaus bereichern. 😀

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  16. genova68 3. Mai 2010 um 2:57 pm

    Neider? Worauf soll ich denn neidisch sein? Auf den sportlichen Erfolg der Bayern? Oder auf Becker/Westernhagen/Markwort/P1?

    Dieses ganze Schickimickiumfeld ist doch eher lächerlich, überboten nur noch von der neurotischen Annahme, man müsse immer Erster sein. Bei Tabellenplatz vier gehen doch schon die Diskussionen los, ob der Trainer nicht weg muss etc. Das ist kein Fußballverein, das ist keine Fankultur, das ist die verspießte, bornierte und mittelmäßige Mittelklasse, die ihr Fähnchen nach dem Wind dreht und Angst vor dem realen Abstieg hat.

    Am Samstag habe ich mich mit einem sympathischen Bayernfan unterhalten. Sympathisch auch deshalb, weil er sein Fandasein schon lange als Problem erkannt hat. Er gab ehrlich zu, von Bayern loskommen zu wollen (unsympathischer Verein halt), aber durch massive Kindheitserlebnisse geprägt zu sein.

    Das ist halt nicht einfach. Wer ausschließlich mit Volksmusik groß wurde, hat später große Probleme, gute Musik zu schätzen.

    Der Bayernfan freute sich auch kaum über die Meisterschaft, es ist halt normal. (Abgesehen davon, dass er ja die Peinlichkeit seines Fandaseins auf dem Schirm hatte.) Das Gefühl eines Ab- und eines Aufstiegs dagegen ist nicht zu ersetzen.

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  17. mingarot 3. Mai 2010 um 3:02 pm

    Jetzt biste langsam in Fahrt. Aber ich bin sicher da geht noch mehr, ich hab ein Auge dafür wo Potenzial drin steckt. Vielleicht, wenn du jetzt nochmal richtig Gas gibst, schaffst es sogar zum Troll des Monats. Gib alles Keule!

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  18. genova68 3. Mai 2010 um 3:13 pm

    Nö, das reicht vorerst. Ich will ja nicht, dass du dich wieder fühlst wie in deiner Kindheit. Alleine im Zug, von allen gemieden. Interessant ist aber noch folgendes: Offenbar bist du Bayernfan geworden, WEIL dein Halbbruder dir den Ball absichtlich voll in den Magen geschossen hat…

    Da ich kein Psychologe bin, schweige ich jetzt.

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  19. mingarot 3. Mai 2010 um 3:16 pm

    Nee, in die Eier hat er mir geschossen. Und da hab ich gemerkt, wow, verdammt dicke Klöten. Das können nur die Klöten eines Bayernfans sein. 😉

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  20. genova68 3. Mai 2010 um 3:34 pm

    Wie gesagt, ich bin kein Psychologe.

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  21. mingarot 3. Mai 2010 um 3:35 pm

    Jedenfalls kein loge… 😉

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  22. genova68 4. Mai 2010 um 7:16 am

    Hehe. Also, ich habe von Fußball keine Ahnung, man hat mir aber gesagt, dass es mittlerweile bei Bayern ein, zwei sympathische Spieler geben soll. Insofern bringe ich ein wenig Verständnis für dein skurriles Hobby auf. Das allerdings, was ich von Bayern mitkriege, ist diese typische Überheblichkeit: Wir müssen die Besten sein. Und dieser dahergelaufene Wurstfabrikant: Mit solchen Leuten beschäftige ich mich nur ungern, keine Ausstrahlung, keine hörenswerten Statements, die Angst in den Augen, dazu dieser fahle Teint. Unangenehm.

    Aber mir ist schon klar, dass für einen Bayern-Fan solche Aussagen nur die eines Trolls sein können. Was der Bauer nicht versteht, hört er nicht.

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  23. mingarot 4. Mai 2010 um 7:59 am

    Hä, was?!?

    lol

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  24. tom 11. November 2010 um 1:54 pm

    sehr geiler Blog!!!
    du sprichst mir aus dem Herzen!
    bin seit 23 Jahren ein Roter… bin einfach nicht älter 😉

    weiter so!!

    ps:

    Jeden Tag um 18:59 guckt eine kleine Familie aus München auf die
    Uhr und wartet bis die Zahl 18:60 kommt .
    Aber allerdings kommt immer wieder

    19:00 das Gründungsjahr des FC Bayern!

    MÜNCHEN WAR, IST UND BLEIBT ROT !!!!

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  25. Susa 14. Dezember 2010 um 6:43 pm

    Servus, bin eben aus purem Zufall auf deiner Seite gelandet und bin auf diesen Blog gestossen
    Das ist mit weitem Abstand das beste, geilste, lustigste und anrührendste was ich jemals über die Beziehung zu unserem Verein gelesen habe
    Ich bin selbst seit 20 Jahren glühender Bayernfan und du sprichst mir sehr aus dem Herzen
    Mehr davon
    Viele Grüße aus Augsburg
    Susanne

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  26. Schmitti 17. Dezember 2010 um 6:03 pm

    Ich kann dir nur völlig Recht geben, was die Sache von Angriffen aus eigenen Reihen angeht. Is das wirklich so schwer zu verstehen, dass auch ausserhalb Münchens ECHTE Bayernfans aufzufinden sind?
    Für mich wird die ganze Angelegenheit als Franke nicht leichter gemacht („geh doch zu deinem Glubb [FCN])“, was ich als völlig unverständlich empfinde. Das verringert die Liebe zum Verein jedoch kein Stück.
    FCB ein Leben lang!

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  27. Stefan Thomaschitz 4. März 2011 um 9:07 am

    Wie ich Bayern Fan wurde.

    Genau oder ähnlich wie bei mir. Seit 1984 dabei, und warum? Weil der große Bruder Symphatie für den Klub hatte, ich musste natürlich wieder mal übertreiben und zum Ultra werden. Aufgewachsen in Köln, wo jeder zweite Depp Fc Fan war oder heute noch ist.

    Die ersten Heimspiele vom FC damals noch mit dem Tünn Toni Schumacher habe ich mir angeschaut und bemerkt, ich bin doch ein roter. Also wurde ähnlich wie bei dir alles im Umkreis abgegrast, Nach dem Motto „ Im Westen nix neues“ fuhren wir nach Leverkusen, Köln, Bochum,Gladbach,Dortmund, Wattenscheid(ja die waren mal in der 1 Liga liebe Kids die das lesen), Schalke etc.

    Bin dann mit 21 Jahren nach München gezogen, heute noch überzeugt davon, das es wegen dem Fussball war. Meine erste Saison „zu Hause in München“ war 1996 , Uefa Cup Sieg, mit dem heutigen Staatsfeind und Feinbild Nr.1 J.K. , ich kann den Namen nicht mal aussprechen weil ich schon kotzen könnte, also müssen Initialen reichen.

    Die Saison danach spielten wir International ich glaube gegen Valencia, verloren in Spanien 3:0 und mussten das Rückspiel ebenso 3:0 gewinnen um wenigstens in die Verlängerung zu kommen.

    Basler kündigte an, ihr könnt mich nach 30 min auswechseln ich werde um mein Leben rennen. Das Spiel ging los, 2 Min, Eckball, Babbel köpft das 1 : 0 , das sonst so ruhige Olympiastadion kochte und wir hätten Sie zerrissen…. 14 Minute 11 Meter für Bayern, und diese Schwabenschwuchtel macht mehr einen Rückpass als ein Torschuss und wir fliegen raus……

    Das dieser Typ dann unseren Lothar mit Bertis Hilfe 1996 aus der Nationalelf geekelt hat, und 2006 nur aus persönlichen rachegelüsten Oliver Kahn rauswarf wurde er zum o.g. Feinbild. Von Tonnentritt gegen Trapp wegen der Auswechslung und Stammplatzgarantie will ich gar nix mehr sagen.

    Jedenfalls war ich bis zum 11 Januar 2008 ein Fanatiker wie es im Buche stand, 23 Jahre Mitglied alles war super, nicht s sickerte durch wer neuer Trainer werden würde, und dann kam die Meldung über den Ticker, 10.30 Uhr , J.K. Neuer Trainer. Um 12.30 warf ich per Einschreiben mit Rückschein meine Kündigung als Mitglied mit einem 2 Seiten langen Brief in den Briefkasten. Ich war so sauer auf Hoeness, der noch 1997 sagte, mit Herrn …. setzen wir uns nie wieder an einen Tisch“, Darauf hatte ich gebaut und viele Bayern Ultras auch.

    Euer Hass ist unser Stolz kam voll durch. Wir hielten zu Bochum, die noch das 3:3 machten 3 Minuten vor schluss, mit Schmerzen im Herzen aber wir wussten, bald schreit das ganze Stadion K…. raus… Und wenn ich nicht wüsste das mich das noch mal einholt, kam das Spiel gegen Schalke. Wir verloren zu Hause 1:0 und dieser Blaue läuft zur Eckfahne und imitiert unseren Helden von Mailand. Mir war klar das wars, jetzt kommt ein neuer Trainer und ich kann endlich wieder Mitglied werden. Da wir unserer Meinung nach, als Fans auch Kritisch sein und auch Prinzipien haben müssen, haben wir diesen Mann abgelehnt. (das ist noch milde ausgedrückt).

    So und nun kommen wir zu der Szene wo der Blaue Ultra sich die Fahne rausreißt ect.
    Und daher darf es niemals passieren, das so einer Torhüter bei Bayern wird. Lieber steige ich in die 2 Liga ab als mit so einem Erfolg zu haben.. Es gibt Gründe warum man es nicht wie bei J.K. gemacht hat, unter vorgehaltener Hand, und schwupp Tatsachen auf den Tisch. Weil man damals gemerkt hat , „Hoppala die Fans sind doch nicht so doof wie wir dachten, die haben ja eine eigene Meinung“ . Oliver Kahn sprach davon das man den Verein in 2 Hälften gespalten habe etc. Jetzt wollte man bewusst mal ausloten ob der Blaue zu uns als Fans passen würde. Die Reaktion haben Sie im Pokal bekommen. KOAN NEUER. Und was machen unsere Herren Hoeness und Rummenigge? Sie entschuldigen sich für unser Verhalten , das ist doch ein Witz, anstatt einzusehen, du bist hier Gast mein lieber Manuel und niemals mehr!!!!

    Da es für mich schon beschlossene Sache ist, es sei den Manchester United zahlt um einiges mehr, wird man den Verein wieder spalten. Aber dann für mind. 10-12 Jahre, da man nur durch sportliche Fehlschläge nie den Torhüter rauswirft. Also liebe Bayern Fans, es ist entschieden, er kommt. Und Kein Trainer der Welt, ausser L.v.G. wird ihn aufhalten. Aber der ist ja leider nicht mehr lange Trainer.

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