Internationale Finanzkrise, die Steuerzahler und der Fußball

Der Abschaum hat rund um die Welt scheinbar die gleiche Farbe…(Bild: tacvbo used under CC License)

Der Kapitalismus treibt ja zuweilen die hässlichsten Blüten. Das wissen wir alle und es wird uns zur Zeit mal wieder in geballter Form im Gewandt der internationalen Banken- und Finanzkrise vor Augen geführt. Ich will nicht zu weit ins Detail gehen, aber ein System, indem diejenigen die hunderte Millionen Euros verzocken am Ende noch zweistellige Millionenabfindungen erhalten für die Scheisse die sie gebaut haben, kann irgendwie nicht funktionieren. Richtig unverschämt wird´s natürlich dann, wenn wie rund um die Welt geschehen die Steuerzahler am Ende die Zeche zahlen sollen, so wie jetzt auch in unserem Land am Beispiel der KfW.

Was hat das alles mit Fußball zu tun? Im Grunde frag ich mich das auch, aber es hat leider mit Fußball zu tun. Das folgende spielt zwar in England beziehungsweise Amerika, aber die Einschläge kommen deutlich näher.

Die amerikanische Regierung nahm ja schon die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac in staatliche Obhut, jetzt wird der weltweit größte Versicherer AIG mit 85 Mrd. (in Worten: Fünfundachzig Milliarden) $ vor dem drohenden Kollaps bewahrt. AIG?? Da war doch was! Klar…Trikotsponsor der Glazer-Beinespreizer (ich versuche grad mir eine vornehmere Sprache anzugewöhnen, deswegen steht da jetzt nicht Nutten oder Huren Anm.d.R.) von Manchester United.

Die Pleite von AIG hätte durchaus weit reichende Folgen für ManU gehabt, geht der Deal über das Trikotsponsoring immerhin über mindestens rund 17,6 Millionen Euro im Jahr (Quelle: SZ…andere Quellen sprechen von 100 Millionen über 4 Jahre), was zumindest in England und damit wohl auch weltweit Rekord im Profi-Fußball darstellt. Die einstweilige Rettung der AIG durch die US-Notenbank bedeutet also nichts anderes als das indirekt der amerikanische Steuerzahler für diesen Rekorddeal aufkommt.

Was interessiert uns der amerikanische Steuerzahler mag manch ein Ignorant fragen? Nun…blicken wir nach Europa. Nicht wirklich Europa, denn wir blicken auf eine kleine, dem europäischen Kontinent vorgelagerte Insel namens Großbritannien. Erst im Februar war die britische Hypothekenbank Northern Rock der Finanzkrise zum Opfer gefallen und ebenfalls verstaatlicht worden. Newcastle United aber kann weiterhin auf den bestehenden Sponsorenvertrag mit Northern Rock bauen. Der englische Steuerzahler freut sich sicher ein Loch in den Bauch, allen vorran vor allem die Fans anderer Vereine.

Um es auf eine einfache Formel zu bringen: Amerikanische Bürger finanzieren indirekt die Gehälter von Manchester United, deren Fans widerrum die des Ligarivalen Newcastle United. Pervers das ganze und einem System schuldend, in dem Gewinne privatisiert, völlig falsche Anreize für hanebüchende Finanzspekulationen wie astronomische Abfindungen für totales Versagen gesetzt, und Verluste zu allem Überfluss dann verstaatlicht werden. Wie sagte es Tony Montana in Scarface so treffend:“You know what capitalism is? Getting fucked!“

Wir sollten tunlichst diese Aspekte auch über das Sponsoring hinaus in unsere Überlegungen hier in Deutschland mit einfließen lassen, z.B. allen vorran bei der Diskussion um die 50+1 Regel. Oder um auch dies auf den Punkt zu bringen: Let´s not get fucked!

© 2008 Traumtorschuetze

Treue kann man nicht kaufen Hoodie

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Ein Kommentar zu “Internationale Finanzkrise, die Steuerzahler und der Fußball

  1. […] Mingablog […]

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